Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, London, 2. Juli 1858. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 529, S. 324-325, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
2 July 1858.
9, Graftonterrace, Maitlandpark, Haverstockhill.
Lieber Engels,
Der Aufschub in Anzeige Deiner „Kavallerie“ verursacht durch großen häuslichen trouble. Das jüngste Kind hat seit Wochen den hooping cough, eine sehr ängstliche Krankheit, und meine Frau ist auch sehr unwohl. So bin ich, zusammen mit allerlei andern häuslichen Wirren, verdammt im Arbeiten unterbrochen worden.
Du weißt, daß ich in Jersey unsrem Schramm eine amerikanische Korrespondenz verschafft habe. Jetzt, nach seinem Tode, und nachdem er verschiednemal getreten, ist sein Honorar, some 6 pounds arriviert und natürlich Herrn Rudolf als Taschengeld zugefallen.
Sonst nichts Neues hier. Ich glaube, dies Londoner deutsche Blättchen, das Gumpert hielt, ist der „Vereinigten Demokratie“ sub auspiciis des großen Blind unter dem Titel „Neue Welt“ zugefallen.
Ich unterstelle, daß Du die Erklärungen des Herrn Türr wie der ungarischen Emigration zu Constantinople im Star gelesen hast. Wo nicht, schick’ ich Dir die Free Press. Kossuth verharrt einstweilen noch in starrem Schweigen. Unser Auszug aus Bangyas Geschichte in der Tribune erschienen. Der Skandal in New York wird K[ossuth] zum Sprechen zwingen. Es ist möglich, daß ich so noch direkt in der Geschichte mich erklären muß. Pulszky hatte de longue main einen Ausweg in der Tribune eröffnet, wo er Bangya als alten Metternichschen (!) Spion bezeichnet. Klapka, den ich einen Augenblick bei Freiligrath sah, bemerkte trocken in bezug auf B[angya]: „finis coranat opus“. Er scheint sehr blasiert über Kossuth. Macht einstweilen die türkischen Aktienschwindeleien.
Einliegend zwei Briefe aus New York.
Von Ephraim Gescheit habe ich seit zwei Wochen nichts gehört. Da ich, of course, überzeugt war, daß mein Brief zu keineswegs diskretem Gebrauch seinerseits berufen war, habe ich ihn sehr vorsichtig gehalten, so that it will be extremely difficult for him to abuse it. Abgesehn von den speziellen circumstances des case, worin ich ihm ziemlich wörtlich Deine Ansicht wiederholt, habe ich das Duell nur sofern angegriffen, als es sub specie eines Kastenprivilegiums von Kerls in Anspruch genommen wird, die glauben, daß man ihre Insulte anders züchtigen muß als die eines Schneiders, Schusters usw. Solcher albernen Prätension gegenüber und solchen Burschen gegenüber sei es revolutionär, sich auf den „Knotenstandpunkt“ und „Holzkomment“ zu stellen. Andrerseits der Prinzipienreiterei des Ephraim antworte ich damit, daß das Duell unter die Dinge gehöre, die Aristoteles als „gleichgültig“ bezeichne, die man tun und lassen könne. Er habe allerdings recht, daß es Reliquie einer verkommnen Entwicklungsstufe sei, aber bei der „Einseitigkeit und Borniertheit der bürgerlichen Verhältnisse könne sich die Individualität manchmal nur in feudaler Form geltend machen“.
Ich erwarte, daß Du unter allen Umständen nächste Woche einen Artikel über Indien schickst. Das Material ist immer hinreichend für einen Tribuneartikel, die sonst Times etc. abdruckt. Die Hauptsache ist überhaupt nur, daß Artikel geschickt werden.
Salut.
Dein K. M.
Gruß an Lupus.
Humboldt hat einen sehr „schmeichelhaften“ Brief in der Tribune veröffentlicht, an Fröbel adressiert, der seine amerikanischen Reisen zusammen veröffentlicht hat.