Karl Marx an Ferdinand Lassalle in Berlin, [London,] 10. Juni 1859. Text nach: Gustav Mayer (Hrsg.), Ferdinand Lassalle. Nachgelassene Briefe und Schriften, Bd. III: Der Briefwechsel zwischen Lassalle und Marx (Stuttgart und Berlin 1922), Nr. 76, S. 213-214, nach dem Original, ohne die Anmerkungen des Herausgebers. Übersetzung ins Spanische

  1. Juni 1859.

Lieber Lassalle!

Seit ich Dir nicht geschrieben, hatte ich 15 Druckbogen fertig zu liefern für die in Neuyork erscheinende englisch-amerikanische Zyklopädie. Dies kein Spaß bei meinen andern Arbeiten. Heute ist Artikeltag für die Tribune. So gar keine Zeit. Ich schreibe daher nur, damit Du weißt, daß ich Deine Briefe nebst Pamphlet erhalten.

Hier nur soviel:

Ad vocem Sickingen: wird, sobald Zeit, gelesen werden und Antwort erfolgen.

Ad vocem Pamphlet: Keineswegs meine Ansicht und die meiner Parteifreunde in England. Übrigens wahrscheinlich, daß wir unsere Ansicht per Druck aussprechen.

Ad vocem Duncker: Habe ihm geschrieben, daß es mir leid tut, wenn der Brief ihn verletzt hat. Übrigens die Verschleppung unerhört. Schon vor fünf Wochen erhielt ich den letzten Korrekturbogen. Du kannst nicht verlangen, daß ich — nachdem einmal kontraktiert ist — mich so zum Buchhändler verhalte und so von ihm behandeln lasse, als drucke er die Sache nur aus „Gefälligkeit“ gegen Dich. Soviel hat er mir schon genützt, daß ich den englischen Verleger bis auf weiteres verloren habe.

Ad vocem Vogt (Reichsvogt). Die Beweise in unsrer Hand, nicht nur daß der Mann für sich selbst Geld von Bonaparte erhalten, sondern außerdem Geld, um Deutsche für die französisch-russische Propaganda zu kaufen. Bisher ohne dies nur mit der politischen negativen Größe, Gottfried Kinkel, gelungen.

Ad vocem Proudhon: soll verrückt geworden und in ein Narrenhaus in Brüssel gesteckt sein.

Salut

Dein K. M.