Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, Manchester, 17. November 1859. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 627, S. 434–436, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.

Manchester, 17. November 1859.

Lieber Mohr,

Zu einem Russen, der mir auf dem Pelze hängt, kommt heute noch ein Genfer, und der Ermen fängt an, mir den lästigen Teil der Repräsentation der Firma mehr und mehr zuzuschieben. Ich dachte trotzdem heut morgen noch, Zeit zu einem Artikel zu finden, aber absolut unmöglich. Nächsten Dienstag erhältst Du indes einen über Marokko, das ist sicher. Möglichst bald folgen mehr über Rifle Volunteer Movement, preußische Armeereform und diverse andre Geschichten.

Die Assaults-Geschichte ist abgemacht. Dreißig £ Schadenersatz und fünfundzwanzig Kosten. Bezahlt ist’s — teilweise durch Pump. Die Sache war in London anhängig gemacht worden, und es wäre außer dem hiesigen Skandal ein ganz hübsches Fressen für Kinkel & Co. gewesen, diese Geschichte aus der Times in die deutschen Blätter zu bringen.

Schillerfest. Das Programm inliegend, ebenfalls die Originalpoesieprodukte, bestehend wie Du sehen wirst,

aus Prolog von Meißner,
Katalog von Samelson,
Epilog von Siebel.

Pro- und Epi- allein gerettet durch den Gegensatz des Katalogs.

Der erste Teil kam off mit eklatantem Durchfall. Herr Dr. Marcus (bankrotter Wollhändler und Erlanger Doktor à Taler 66, 20 Sgr.) las den Bericht des Komitees weinerlich vor, Siebel deklamierte den Prolog passabel, aber undeutlich, Theodores sprach blühenden Blödsinn ganz undeutlich, man hörte nichts als Rrrrrr — der Chor sang vortrefflich — Morell sprach englische Gemeinplätze, aber hörbar und fließend — die Kraniche des Ibykus schläferten das ganze Publikum ein. Darüber war es denn glücklicherweise so spät geworden, daß eine volle Durchführung des Programms bis 1 Uhr nachts gedauert hätte. Also Samelsons Stanzen flogen in die Rumpelkammer. Die Armada sehr gut deklamiert von einem gewissen Link, dann das Stück. Die Bühne sehr hübsch, aber unakustisch. Gruppierung vortrefflich, fortwährend viel, fast zu viel Leben auf dem Hintergrund. Die Jungen spielten im ganzen gut, waren schlecht zu verstehn wegen der viel zu kolossalen Bärte, die sie vorm Maule hatten, und weil sie nicht genug zum Publikum sprachen. Der Kapuziner gut (ein alter Korpsbursche Dolch, Verfasser einer Geschichte des deutschen Studententums, Esel und Narr). Epilog von Siebel vorgetragen von Link, mit viel Anstand und Wohllaut, machte Effekt. Kurz, der zweite Teil rettete die Geschichte, im zweiten und weggelassenen Stück des ersten herrschten die Jungen (indirekt auch ein gut Stück „underhand influence“ von mir, so war die Introduktion zu Wall[ensteins] Lager nach meinen Angaben komponiert und zwar sehr gut), im ersten hatten die Klugscheißer und sich vordrängenden Philister und Schulmeister geherrscht.

Jetzt wollen sie noch aus dem Überschuß eine Schilleranstalt gründen, aber der Überschuß ist ein Defizit von £ 150!

Samstag Festfressen, wobei ich nicht war. Viel Toaste und alle rejected adresses verlesen.

Freitag abend noch Kneiperei der Sänger und Schauspieler bis vier Uhr — war sehr fidel.

Dein F. E.

Wie war das mit der Keilerei im Kristallpalast?