Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 3. Februar 1860. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 645, S. 463–465, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
- Februar 1860.
Lieber Engels,
Nach einer kleinen Änderung oder vielmehr Ausstreichung eines Satzes erklärte sich gestern C. D. Collet willig, sagte aber zugleich, da Urquhart der eigentliche Editor, müsse er ihm erst die Sache vorlegen, wodurch ein Aufschub von vierundzwanzig Stunden. Collet gab zu, daß ich — natürlich auch malgré eux die Erklärung drucken lassen könne, so aber to a certain degree später auf ihn und Urq[uhart] rekurrieren könne. Well. Ich gab darin nach und will sehn, was Vater U[rquhart] sagt. (Über das Weitre gleich unten.)
Übrigens ist es nichts mit Broschüre, auch nicht mit Erklärung in Zeitungen — für jetzt. Die Broschüre würde von derselben Presse be killed which now trumpets the grandeur of Vogt. Die Attacke des letztern gegen mich — er sucht mich offenbar als einen unbedeutenden bürgerlich schuftigen Lump darzustellen — (dies geht aus allem, was ich bisher vom Hörensagen weiß, hervor) soll der grand coup der bürgerlichen Vulgärdemokratie — zugleich des russisch-bonapartistischen Gesindels gegen die ganze Partei sein. Es muß also ebenfalls mit einem grand coup geantwortet werden. Ferner: Die Defensive paßt nicht für uns. Ich verklage die Nationalzeitung. Darüber bin ich nun entschieden. Sehr viel Geld kann dazu nicht vorläufig erheischt sein — ich meine die vorläufige Deposition bei Gericht. Advokaten aber werden außerordentlich willig sein, sich finden zu lassen, da es immer ein in ganz Deutschland Skandal machender Prozeß ist. Sobald ich Fischels Brief erhalten (ich denke, er kömmt morgen), mache ich eine kurze Erklärung in den verschiednen deutschen Zeitungen, worin ich anzeige, daß ich in Berlin Verleumdungsklage gegen die N[ational]z[eitung] anhängig mache. Ich habe schon in ihrem zweiten Artikel, den ich habe, Punkte der Anklage aufgefunden, woran sie juristisch sofort kaputt geht. An diesen Prozeß hängt man die ganze bürgerliche Replik an — vor dem Gericht. Später kann Sauvogt von uns in Arbeit genommen werden.
Wenn Du bedenkst, daß in ein paar Wochen, bei Gelegenheit des Stiebers, der ganze Kölner Kommunistenprozeß wieder vorkommt, so kann, geschickt benutzt, die Hundeattacke uns nützen, statt zu schaden, indem man at once bei der Arbeitermasse wieder auftrumpft.
Andrerseits, was kann V[ogt] oder die Nationalzeitung gegen uns beweisen? Daß Vogt, außer höchstens Klatsch von Techow und vielleicht (dies wäre the worst case) einige nicht ganz angenehme Notizen von Lüning, nichts weiß von den hiesigen Verhältnissen und die albernsten Verwechslungen macht, geht schon hervor aus seinem Artikel im Bieler Handelskurier.
Mein Plan ist also der: Sobald der Schund von Vogt kommt, gehe ich nächste Woche auf ein paar Tage zu Dir herüber, um alles abzusprechen. Bei den nötigen Prozeßkosten muß auch Dronke — der mir übrigens Geld schuldig ist — seinen Teil tragen. (Ostern mußt Du unter allen Umständen einige Tage her.)
Im übrigen (ich habe schon an Gott und die Welt geschrieben), außer der Herbeischaffung des nötigen Materials für den Prozeß, arbeite ich mein „Kapital“ aus. Setze ich mich determiniert dran, so ist es in sechs Wochen fertig, und nach dem Prozeß wird es ziehen.
Das wäre eine schöne Sache — jetzt, wo Krisis bevorsteht, wo king of Prussia bald stirbt usw., uns in dieser Weise von einem Reichsvogt et Co. abmurksen zu lassen und — autore Lassallo — sogar unsern Hals selbst abzuschneiden.
Aus einliegendem Zettel siehst Du, what Mr. Vogt is now about und wie Du, wenigstens in einer Randglosse, dem Mann einen verächtlichen Fußtritt in Deiner Broschüre geben kannst.
Die Operation gegen Blind geht, nach dem Inhalt meines Briefes siehst Du das, unabhängig von der deutschen Operation vor, wird aber für letztre benutzt werden.
Dein K. M.