Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 16. April 1860. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 659, S. 480–481, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
- April 1860.
Lieber Engels,
Von Lommel heute sehr wertvolles Material erhalten. Weitere cross examination jedoch, wozu er sich freiwillig erbietet, heute schon an ihn abgegangen. Auch ganz nötig. Ich, in dem Brief, worin ich ihn einseifte, hatte ihm auch gesagt, er solle die 300 Exemplare seines „Hinter den Coulissen“ hier an Petsch (Buchhändler) schicken. Ich würde für den Verkauf (in Arbeitervereinen etc.) sorgen. Nun verlangt er 150 fcs. Vorschuß. Meine Ansicht, daß Ihr unmittelbar untereinander ein paar Pfund in Manchester zusammenclubt, ich den Rest hier. Der Mann ist unbezahlbar für uns. Er hat deswegen auch an Siebel geschrieben. Ich schreibe deswegen heute auch ein paar Zeilen an Siebel. Siebel muß keinen Schritt tun, ohne mich vorher zu konsultieren.
Weydemeyers Brief lege ich ein.
Der verfluchte Advokat, an den ich deswegen letzten Freitag einen Trittbrief geschrieben, noch nichts von sich hören lassen. Indes er hat den Vorschuß und ich habe die Annahme seines Mandats. Also kann ich nicht denken, daß er sich einem Prozeß gegen sich selbst aussetzt.
Von Lassalle wieder ein längeres Gesalbader erhalten nebst einem gedruckten Aufsatz (über Fichtes politisches Vermächtnis) für Walesrodes Politisches, noch zu erscheinendes Taschenbuch. Aus L[assalle]s Brief folgt, daß er Deine Broschüre gelesen, sie also in Berlin heraus ist. Der Buchhändler wird sie wahrscheinlich erst jetzt mit den Ostereiern anzeigen. L[assalle]s Brief rein närrisch. Er war wieder krank. Er schreibt wieder ein „großes Werk“. Außer diesem großen Werk hat er drei andre große Werke, darunter die „Nationalökonomie“, klar umschrieben in seiner Seele, und außerdem studiert er sechs bis sieben unbenannte Wissenschaften mit „produktiven Absichten“. Die Gräfin, schreibt er, habe große Geldverluste, weswegen er nach Köln müsse. Wahrscheinlich falsche Eisenbahn- etc. Spekulationen.
Der Mont Sion existiert, wie ich aus der dem Blue Book über Savoyen beigelegten Karte sehe. (Im Genevois, dem ex-neutral.)
Apropos!
Frage lupus:
Ich finde in einem seiner Briefe aus Zürich, daß er den Braß kannte. Weiß er Näheres über ihn?
Hat das Rumpfparlament in Stuttgart einen Beschluß gefaßt, wonach den Ex-Reichsregenten das Recht zusteht, bei irgendeiner Gelegenheit das deutsche Parlament wieder zusammenzuberufen?
Ist Dir oder lupus irgend etwas darüber bekannt, daß 1849 die damalige Pfälzer provisorische Regierung ein Annexationsgesuch an die französische Nationalversammlung schickte?
Wann kommst Du her?
Dein Mohr.
Freiligrath noch nicht gesehn. Es ist mir „öklig“, mit dem Burschen zusammenzukommen, und doch muß in den Apfel gebissen werden. Schon aus Politik nach unsern wechselseitigen Freundschaftsversicherungen.
Auch hat er mir amiable geschrieben.