Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 27. August 1860. Ort nach MEGA¹. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 690, S. 503, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
- August 1860.
Lieber Engels,
Mein langes Schweigen erkläre Dir aus meinem beständigen, scheußlichen Leberzustand, so daß ich alle freien Momente zur Arbeit benutzen muß.
An Siebel habe ich vor about zehn Tagen wegen Buchhändler geschrieben und erwarte Antwort. Die lange Verzögerung teils wegen meiner relativen Arbeitsunfähigkeit, teils weil ich erst seit kurzem alles zugängliche Material hatte. Ich glaube übrigens, daß mit Ausnahme der italienischen Affaire (Östreichs Interventionsgelüste waren eine bonapartistische Erfindung) nichts mehr in diesem Jahre geschehn wird (Schreibe something über Garibaldi. Was sagst Du von Bangyas Freund Türr?) und ein Zwischenzustand eintritt, worin solche Broschüre noch lesbar.
Einliegender Brief Schilys wird Dich sehr amüsieren. Schicke ihn zurück. Ich habe Schily Dein „Nizza, Savoyen, etc.“ heute überschickt.
Dr. Zimmermann (ehmaliger preußischer Stadtgerichtsdirektor) habe ich schriftlich auf den Prozeß bezügliche Fragen schon vor about zwei Wochen vorgelegt (Formfragen). Er fand es jedoch nötig, sich selbst mit Zunftverwandten in Berlin darüber zu vernehmen. Seine schriftliche Konsulation erhalte ich wohl im Laufe dieser Woche. Die Preußen sollen mir nicht so wohlfeil davonkommen.
Ich befinde mich in großer Geldklemme.
Herrn Weydemeyers Journal schon wieder am Ende: d.h. er ist von der Redaktion abgetreten und will nach New York als surveyer. Sein Kollege dagegen wird das Blatt rentierbar machen, indem er es an eine politische Partei verkauft. Weydemeyer sieht jetzt endlich ein, daß er zu ehrlich für amerikanischen Journalismus.
Salut.
Dein K. M.
Wie steht’s Geschäft in Manchester? Indien? Home-market?