Karl Marx an Ferdinand Lassalle in Berlin, [London,] 28. Januar 1861. Text nach: Gustav Mayer (Hrsg.), Ferdinand Lassalle. Nachgelassene Briefe und Schriften, Bd. III: Der Briefwechsel zwischen Lassalle und Marx (Stuttgart und Berlin 1922), Nr. 120, S. 351, nach dem Original, ohne die Anmerkungen des Herausgebers. Traducción al español
- Jan. 61.
Lieber Lassalle!
Ich schreibe Dir heut hier ganz flüchtig, nicht von meinem Hause, sondern von der City. In einigen wenigen Tagen erhältst Du ausführlichen Brief und Antwort auf alle Deine Anfragen. Zunächst meinen Dank für Deine Zusendung. Eine Copy der Petition habe ich Freiligrath übermacht, Nr. 2 erhielt Engels, Nr. 3 bleibt in meinen Händen. Es ist ein ganz famoses Aktenstück und gehört mit zur Geschichte der Jetztzeit.
Du bist wohl so gut, einliegenden Zettel umgehend Herrn Eichhoff zukommen zu lassen.
Bei Deinem jetzigen Gesundheitszustand verbietet mir die Freundschaftspflicht, Dich zu neuen Arbeiten anzuspornen. Otherwise würde ich ein Pamphlet gegen Zabel, wie Du es beabsichtigst, für eine politische Tat erklären.
Meine Frau läßt Dich und die Gräfin bestens grüßen. Ihre Rekonvaleszierung geht gut voran. Ich meinesteils denke alles Medizinieren (gestern habe ich die letzte bottle beendet) für einige Zeit suspendieren zu können.
Der Frau Gräfin empfiehl mich bestens. In meinem nächsten Brief an Dich nehme ich mir die Freiheit, einige Zeilen für sie beizulegen.
Tout à vous
K. Marx.