Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London,] 28. September 1861. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 750, S. 40–41, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.

  1. September 1861.

Dear Frederick,

Unser Kleinstes hatte seit meiner Rückkehr Gelbsucht. Sein Zustand war schon seit lange nicht befriedigend. Seit gestern ist das Gelbe aus den Augen verschwunden und sind alle Zeichen der Wiedergenesung eingetreten.

Ich habe diese und vorvorige Woche je einen Artikel an die Tribune geschickt. In zwei Wochen wird sich zeigen (einstweilen fahre ich mit einem Artikel per Woche fort), ob die Sache in dieser Art vorangehn kann.

Die Wiener Presse, wie ich aus dem Times-Correspondent von gestern ersehe, hat endlich eine Schwenkung gegen Schmerling gemacht, und so wird es jetzt vielleicht möglich, mit dem Blatt anzubinden.

Kolatscheks „Stimmen der Zeit“, in der Nummer, die kommenden Montag in London ankommt (Kolatschek hat das nämlich dem Borkheim geschrieben), bringt eine eigne Beilage über „Herr Vogt“.

Besten Dank für die Manchester „Guardians“ (mir namentlich jetzt sehr nützlich) und die British Association publication.

Anfang dieser Woche kam hier an — in Garibaldi officer Uniform, von Schily empfohlen, ein junger Offizier Namens E. Oswald. War früher preußischer Leutnant, trat als Freiwilliger bei Garibaldi ein, wurde unter Medici zum Leutnant befördert. Nach der Auflösung der G[aribaldi]schen Armee ging er nach Paris, wo er, um sich durchzuhelfen, als Arbeiter in eine Fabrik eintrat. Jetzt hier, um nach Amerika zu gehn, dort an dem Kampf teilzunehmen. Was er braucht, sind die Speditionsgelder. Von hier geht wöchentlich ein Segelschiff nach New York, kostet nur 6 £ St. 5 £ will Borkheim für sich und ein paar Bekannte stellen. Es gälte also noch in Manchester durch einige liberale Philister (Borchardt etc.) eine kleine Summe zu Stande zu bringen, teils um das Überfahrtsgeld herauszubringen. In den 6 £ sind aber die Lebensmittel nicht eingeschlossen. Borkheim wandte sich d’abord an Kinkel, um von den Revolutionsgeldern die Reisemittel für Oswald aufzubringen. Aber Gottfried sagte: quod non. (Es war dem Borkheim von Zürich aus gelungen, auf diese Weise dem Anneke die Reisegelder nach Amerika zu schaffen.) Die Amerikanische Gesandtschaft gibt auch keinen farthing. Oswald scheint mir ein vorzüglicher junger Mann, dabei durchaus anspruchslos. Wäre er einmal in New York, so wird ihm meine Rekommandation an Dana sehr nützlich sein. Jedoch müßte die Sache rasch ins Werk gesetzt werden, da der Londoner Aufenthalt bloß faux frais de production.

Oswald sagte, daß Türr auch militärisch keinen Pfifferling wert sei. Reiner Intrigant. Es waren hauptsächlich Empfehlungen eines dem Garibaldi befreundeten Italieners, mit dem Türr früher zusammen, namentlich aber seine Rolle als „representative of Hungary“, wegen deren ihn G[aribaldi] hielt. Wo er ihn irgendwie selbständig militärisch verwendet, soll er unzufrieden mit ihm gewesen sein. Auch Rüstow soll sehr wenig oder gar keinen Anteil an der Sache gehabt haben. Er hatte offiziell die Charge als „Geschichtschreiber“ des Kriegs. Von Garibaldi, sagt O[swald], daß er wesentlich Guerillaführer, aber mit einer größern Armee und auf einem größern Terrain nicht zu wirtschaften wisse. Seine strategischen Ratgeber seien Cosenz und Medici.

Wann gehst Du nach Deutschland?

Besten Gruß von der ganzen Familie. Gruß an lupus, Gumpert etc.

Dein K. M.

Meyens Probenummer von der „Berliner Reform“ gesehn. Reine oder vielmehr schmutzige Scheiße.

Apropos! Soeben erhalte ich einen Brief meiner Nichte, wonach August Philips zu Amsterdam immer noch nicht den Lassalle erhalten hat. Willst Du nachsehn, ob er vom Büreau fortgeschickt worden ist?