Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 2. August 1862. Ort nach MEGA¹. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 789, S. 86–91, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
- August 1862.
Lieber Frederick,
Besten Dank für die £ 10.
Es ist mir sehr unangenehm, daß Du durch mich in Deinen Geldaffären geniert bist, aber que faire? Wer kann solcher Krise, wie der amerikanischen, widerstehn? Dabei mein besondres Pech, mit einem solchen Lauseblatt wie der Wiener „Presse“ zu tun zu haben. Otherwise, hätten die Kerls mir wenigstens to some extent die „Tribune“ ersetzen können. Glaubst Du etwa, daß jetzt der Moment gekommen ist, mich z. B. an die „Evening Post“ (the Abolitionist Paper zu New York) wegen Korrespondenz zu wenden?
Ein wirkliches Wunder ist es, daß ich noch so, wie es der Fall ist, mit den theoretischen Arbeiten vorgehn konnte. Ich bezwecke nun doch, gleich in diesem Band als eingelegtes Kapitel die Renttheorie, i. e. als „Illustration“ eines früher aufgestellten Satzes, hereinzubringen. Ich will Dir in ein paar Worten die in der Ausführung weitläufige und verwickelte Geschichte vorlegen, damit Du mir Deine Ansicht mitteilst.
Du weißt, daß ich 2 Teile im Kapital unterscheide, konstantes Kapital (Rohmaterial, matières instrumentales, Maschinerie etc.), dessen Wert im Wert des Produkts nur wieder erscheint, und zweitens variables Kapital, d. h. in Arbeitslohn ausgelegtes Kapital, das weniger vergegenständlichte Arbeit enthält, als der Arbeiter dafür zurückgibt. Z. B. wenn der tägliche Arbeitslohn = 10 Stunden und der Arbeiter 12 arbeitet, so ersetzt er das variable Kapital + ⅕ desselben (2 Stunden). Diesen letztern Überschuß nenne ich Mehrwert (surplus value).
Nimm an, daß die Rate des Mehrwerts (also die Länge des Arbeitstags und der Überschuß der surplusarbeit über die notwendige Arbeit, die der Arbeiter zur Reproduktion des Salairs works gegeben sei, z. B. = 50 p. c. In diesem Fall würde der Arbeiter bei einem Arbeitstag von 12 Stunden z. B. 8 Stunden für sich arbeiten, 4 Stunden (8/2) für den employer. Und zwar nimm dies in allen trades an, so daß die etwaigen Verschiedenheiten in der average working time bloß Kompensation für größere oder geringere Schwierigkeit der Arbeit etc. seien.
Unter diesen Umständen, bei gleichmäßiger Exploitation des Arbeiters in den verschiednen trades, werden verschiedne Kapitalien in verschiednen Produktionssphären bei gleicher Größe sehr verschiedne amounts of surplus value liefern und daher sehr verschiedne Profitraten, since profit is nothing but the proportion of the surplus value to the total capital advanced. Es wird dies abhängen von der organischen Komposition des Kapitals; d. h. von seiner Division in konstantes und variables Kapital.
Nimm an, wie oben, daß die Surplusarbeit = 50 p. c. Wenn also z. B. 1 £ = 1 Arbeitstag (gleichgültig, ob Du Dir wochenlangen Tag etc. darunter denkst), der Arbeitstag = 12 Stunden, die notwendige (das Salair reproduzierende) Arbeit == 8 Stunden, so wäre der Lohn von 30 Arbeitern (oder Arbeitstagen) = 20 £ und der Wert ihrer Arbeit = 30 £, das variable Kapital für einen Arbeiter (täglich oder wöchentlich) == 2/3 £ und der Wert, den er schafft = 1 £. Der amount des surplus value, den ein Kapital von 100 £ in different trades produziert, wird sehr verschieden sein nach dem Verhältnis, worin das Kapital von 100 in konstantes und variables Kapital geteilt ist. Nenne das Capital in constant C, das variable V. Wenn z. B. in der cotton Industrie die Zusammensetzung wäre C 80, V 20, so wäre der Wert des Produkts = 110 (bei 50 p. c. Mehrwert oder surplus labour). Die Masse des Surpluswerts == 10 und der Profitrate = 10 p. c., da der Profit = dem Verhältnis von 10 (der surplus value): 100 (der Totalwert of the capital expended). Unterstelle, in der großen Schneiderei sei die Zusammensetzung: C 50, V 50, so das Produkt = 125, Mehrwert (bei Rate von 50 p. c. wie oben) = 25 und Profitrate = 25 p. c. Nimm eine andre Industrie, wo das Verhältnis C 70, V 30, so das Produkt = 115, Profitrate = 15 p. c. Endlich eine Industrie, wo die Zusammensetzung = C 90 V 10, so das Produkt = 105 und die Profitrate = 5 p. c.
Wir haben hier, bei gleicher Exploitation der Arbeit, für Kapitalien von gleicher Größe in different trades sehr different amounts of surplus value, and hence very different rates of profit.
Nehmen wir aber die obigen 4 Kapitalien zusammen, so haben wir:
| Wert des Produkts | |||
|---|---|---|---|
| 1. C 80 V 20 | 110 | Profitrate = 10 p. c. | Rate des Mehrwerts in allen Fällen = 50 p. c. |
| 2. C 50 V 50 | 125 | Profitrate = 25 p. c. | |
| 3. C 70 V 30 | 115 | Profitrate = 15 p. c. | |
| 4. C 90 V 10 | 105 | Profitrate = 5 p. c. | |
| Kapital | 400 | Profit = 55 p. c. |
Dies macht auf 100 eine Profitrate von 13¾ p. c.
Das Gesamtkapital (400) der Klasse betrachtet, wäre die Profitrate = 13¾ p. c.. Und die Kapitalisten sind Brüder. Die Konkurrenz (transfer of capital or withdrawal of capital from one trade to the other) bringt es fertig, daß Kapitalien von gleicher Größe in different trades, despite their different organic compositions, yield the same average rate of profit. In andern Worten: der average Profit, den ein capital of 100 £, for instance, in a certain trade macht, macht es nicht als dies besonders angewandte Kapital, also auch nicht im Verhältnis, wozu es selbst surplus value produziert, sondern als aliquoter Teil des Gesamtkapitals der Kapitalistenklasse. Es ist eine share, deren Dividende bezahlt wird proportionell zu ihrer Größe aus der Gesamtsumme der surplus value (oder unbezahlten Arbeit), die das gesamte variable (in Arbeitslohn ausgelegte) Kapital der Klasse produziert.
Damit nun in der obigen Illustration 1, 2, 3, 4 denselben average profit machen, müssen sie, jede Rubrik, ihre Waren verkaufen zu 113⅓ £. 1 und 4 verkaufen sie über ihrem Wert, 2 und 3 unter ihrem Wert.
Dieser so regulierte Preis = the expences of capital + the average profit, for instance, 10 p. c., ist das, was Smith den natural price, costprice usw. nennt. Es ist dies der average price, wozu die Konkurrenz zwischen den different trades (durch transfer of capital oder withdrawal of capital) die Preise in different trades reduziert. Die Konkurrenz reduziert also die Waren nicht auf ihren Wert, sondern auf Kostpreise, die je nach der organischen Komposition der Kapitalien über, unter oder = ihren Werten sind.
Ricardo verwechselt Werte und Kostpreise. Er glaubt also, wenn eine absolute Rente existiere (d. h. eine von der verschiednen Fruchtbarkeit der Bodenarten unabhängige Rente), so würde agricultural produce etc., weil über dem Kostenpreis (the advanced capital + the average profit) beständig über dem Wert verkauft werden. Das stieße das Grundgesetz um. Er leugnet also die absolute Rente und nimmt nur die Differentialrente an.
Aber seine Identifizierung von values of commodities und costprices of commodities grundfalsch und von A. Smith traditionell akzeptiert.
Der Fakt ist dies:
Nimm an, die average composition alles not agricultural capital sei C 80, V 20, so Produkt (bei 50 p. c. Rate des Mehrwerts) = 110 und Profitrate = 10 p. c.
Nimm ferner an, die average composition des agricultural capital sei = C 60, V 40 (diese Zahl statistisch in England ziemlich richtig; die Viehzuchtsrenten etc. gleichgültig bei dieser Frage, da sie nicht durch sich selbst, sondern durch die cornrent bestimmt). So Produkt, bei gleicher Exploitation der Arbeit wie oben = 120 und Profitrate = 20 p. c. Verkauft der Farmer das agricultural produce daher zu seinem Wert, so verkauft er es zu 120 und nicht zu 110, seinem Kostenpreis. Das Grundeigentum aber verhindert, daß der Farmer = den brother capitalists den Wert des Produkts dem Kostenpreis adäquiert. Die Konkurrenz der Kapitalien kann dies nicht erzwingen. Der Grundeigentümer kömmt dazwischen und fischt die Differenz zwischen Wert und Kostenpreis auf. Niedriges Verhältnis des konstanten Kapitals zum variablen ist überhaupt Ausdruck niedriger (oder relativ niedriger) Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit in besondrer Produktionssphäre. Ist also die average composition des agricultural capital z. B. C 60, V 40, während die des not agricultural capital C 80, V 20 ist, so beweist das, daß die Agrikultur noch nicht dieselbe Stufe der Entwicklung erreicht wie die Industrie. (Was sehr erklärlich, da, abgesehn von allem andern, Voraussetzung der Industrie die ältere Wissenschaft der Mechanik, Voraussetzung der Agrikultur die ganz neuen Wissenschaften der Chemie, Geologie und Physiologie.) Wird das Verhältnis in Agrikultur = C 80, V 20 (in obiger Voraussetzung), so fällt die absolute Rente weg. Es bleibt bloß die Differentialrente, die ich aber auch so entwickle, daß Ric[ardo]s Unterstellung beständiger Deterioration of agriculture most ridiculous and arbitrary erscheint.
Bei obiger Bestimmung des costprice im Unterschied von value noch zu bemerken, daß außer dem Unterschied von konstantem Kapital und variablem Kapital, der aus dem unmittelbaren Produktionsprozeß des Kapitals hervorgeht, noch der Unterschied zwischen fixem und zirkulierendem Kapital hinzukömmt, der aus dem Zirkulationsprozeß des Kapitals hervorgeht. Indes wäre die Formel zu verwickelt, wenn ich das oben noch einfügen wollte.
Hier hast Du — roughly, denn die Sache ist ziemlich kompliziert — die Kritik der R[icardo]schen Theorie. So viel wirst Du zugeben, daß durch Rücksicht auf die organic composition of capital eine Masse bisheriger scheinbarer Widersprüche und Probleme wegfallen.
Apropos! Zu gewissen Zwecken, die ich Dir im nächsten Brief mitteile, mir sehr lieb, wenn Du mir ausführlich militärisch (das Politische übernehme ich) den Lassalle-Rüstowschen Befreiungsblödsinn kritisierst.
Dein K. M.
Gruß an die Damen.
Imandt hat sich angekündigt. Itzig reist Montag ab.
Du wirst sehn, daß bei meiner Fassung der „absoluten Rente“ das Grundeigentum indeed (under certain historical circumstances) die Preise der Rohprodukte verteuert. Dies, kommunistisch, sehr brauchbar.
Die Richtigkeit der obigen Ansicht vorausgesetzt, ist es durchaus nicht notwendig, daß absolute Rente unter allen Umständen oder von jeder Bodenart gezahlt wird (selbst gesetzt, daß die vorausgesetzte Komposition des agricultural capital). Nicht wird sie gezahlt, wo das Grundeigentum — faktisch oder legal — nicht existiert. In diesem Fall bietet agriculture no peculiar resistance to the application of capital. Es bewegt sich dann in diesem Element so ungeniert wie in dem andern. Das Agrikulturprodukt wird dann, wie stets eine Masse Industrieprodukte, unter seinem Wert zum Kostenpreis verkauft. Faktisch kann das Grundeigentum wegfallen, auch wo Kapitalist und Grundeigentümer eine Person etc.
Doch überflüssig, auf diese Details einzugehn hier.
Die bloße Differentialrente — die nicht daraus entspringt, daß capital on land instead of any other field of employment angewandt wird — hat theoretisch keine Schwierigkeit. Es ist nichts als surplus profit, der auch in jeder industriellen Produktionssphäre für jedes Kapital existiert, das unter besseren als den average conditions arbeitet. Nur fixiert es sich in der Agrikultur, weil gegründet auf so solider und (relativ) fester Grundlage, wie die different degrees of natural fertility verschiedner Bodenarten.