Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London,] 7. Mai 1865. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 924, S. 266–267, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.

  1. Mai 1865.

Dear Fred,

Mein Schwager reist heute nach dem Kap zurück. Ich muß ihn aufs Schiff begleiten. Daher keine Zeit und in aller Kürze nur folgendes:

  1. Ad vocem Bruhn. Ein Arbeiter von Paris erhielt von einem Arbeiter in Hamburg Brief, Bruhn verleumde uns in jeder Art. Erstens sei ich ihm 60 Taler schuldig, die ich nicht zurückgezahlt. Zweitens hättest Du und ich ein Manuskript über die Flüchtlinge an die preußische Regierung, resp. den „Polizeirat Stieber“ verkauft. Der Pariser sandte den Brief an Lessner, Lessner an mich. Ich antwortete Lessner umgehend, zur Mitteilung an den Pariser: Ich hätte nie (was ich damals glaubte) eine Geldtransaction mit B[ruhn] gehabt, halte es überhaupt für Münchhausiade, daß B[ruhn] je 60 Taler besessen. Ferner: Aufklärung über die Bangyaaffaire mit dem Manuskript, worüber unsre Erklärung vom Januar 1852 in der New Yorker Criminalzeitung und Bezug darauf in „Herr Vogt“ pag. so und soviel nachzusehn sei. Well! Darauf kam B[ruhn]s Brief. Ich habe nun meinen Hirnkasten durchwühlt und glaube mich folgendes zu erinnern: Frühling 1849 kam ich nach Hamburg, um dort Geld für die „N[eue] Rh[einische] Z[eitung]“ zu holen. Ich hatte grade genug im pocket, um nach Hamburg zu gehn. Logierte aber 14 Tage in einem firstrate Hotel. Baron Frisch, der uns später Subsidien schicken wollte, erklärte ich, ich brauche Geld, um die Hotelrechnung zu zahlen und zurückzureisen. Nun schwebelt mir so etwas vor, daß, da ich das Geld nicht als „present“ von ihm annehmen und er seinerseits es nicht zurückhaben wollte, abgemacht wurde, Bruhn, damals wie jetzt Lump, solle es erhalten. Ich hatte diese ganze Scheiße vergessen; Bruhn aber schrieb ich jetzt: Ich erinnere mich keiner Geldtransaction mit ihm. Da bei meiner Rückkehr von Hamburg nach Köln die N[eue] Rh[einische] Z[eitung] unterdrückt, ich selbst aus Preußen verjagt worden, könnte ich möglicher Weise vergessen haben im Wirbel der damaligen Ereignisse. Auffallend bleibe dann, daß er von 1849 bis 1865 gewartet, um mich zu erinnern. Indes sei die Sache einfach. Er solle schreiben, was er gutzuhaben glaube und mir Grübels Adresse schicken. Ich würde dann selbst an G[rübel] schreiben. Wenn dieser seine Aussage bestätige, solle seine Fordrung befriedigt werden. Dieser Weg durchaus nötig, da ich bis zu diesem Augenblick noch nicht der Sache sicher bin und in einer wahrhaft unerhörten Weise durch Fordrungen der Art ausgebeutelt worden bin.

  2. Aus der Einlage von Schily siehst Du, was in Paris vorging, wohin wir Le Lubez geschickt hatten, um die dort ausgebrochnen Streitigkeiten zu schlichten. (Schily hatte ditto, da wir L[e Lubez]’s Parteilichkeit für Lefort kannten, full power als Unterhändler von uns erhalten. Hier nebenbei zu bemerken, daß Beluze, der Präsident der Volksbank, welcher die paar Pariser Associations lenkt, und deren Organ „L’Association“, mit Lefort ist.) Das Weitere, was erst heut Abend, soweit unsre Action in Betracht, zum Abschluß kommt, im nächsten Brief.

  3. Die Sachen von Siebel zurück. Ich finde es sehr unpassend, daß er die in die Düsseldorfer Zeitung geschickte Notiz von London datiert; also mich als mutmaßlichen Verfasser bloßstellt.

  4. Einliegend Brief von Liebknecht.

  5. Einliegend eine Kopie vom Zirkular der Genfer Branch-Association.

  6. Einliegend der Brief von Meißner.

  7. Lange: Ihm nicht direkt vor den Kopf stoßen. Schreib ihm, er könne die Sache am besten per Post an Dich schicken, 2 Copies, wovon Du mir eine jedesmal zuschicken würdest. Wie er selbst richtig einsehe, müßten wir einstweilen, nach der letzten Erfahrung, uns der Mitarbeit an jedem deutschen Blatt erhalten. Er habe natürlich dasselbe Recht, wie jeder andre editor einer Zeitschrift, beliebige Auszüge aus Deinem Pamphlet zu geben.

Salut.

Dein K. M.

Die erste Nummer (2 Bogen) des Blindschen „Eidgenossen“ erschienen mit Beiträgen nur von Blind, Struve, Rasch. Trivialitäten. Auf der Vignette Hand mit Dolch, um den „Tyrannen“ zu töten.