Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 24. August 1867. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 1038, S. 409–411, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
- August 1867.
Dear Fred,
Seit den letzten 2 Reinabzügen, die ich Dir schickte, habe ich keine weiteren erhalten. Ich bin wütend über den Meißner. Er hat offenbar das ihm von Wigand Zugeschickte zurückgehalten, um alles auf einmal zu schicken — und 4 d. Porto zu sparen!
Selbiger Meißner schrieb mir vorige Woche, daß er einen gewissen Teil meiner Vorrede (und er hat in der Tat das Richtige gewählt) besonders abdruckt, um es den deutschen Zeitungen zuzuschicken. Ich schrieb ihm, er solle mir sofort Copies davon schicken. Ich rechnete darauf, daß Du die Sache englisch übersetzen wirst (ich gebe es dann dem Beehive, den Mill, Beesly, Harrison etc. halten), Lafargue mit Hilfe von Laura französisch für den Courrier Français, endlich hätte ich one copy meinen Korrespondenten in Amerika geschickt. Um die 4 d. zu sparen, hat Meißner nichts geschickt. Er wird es alles zusammen schicken. So geht aber viel Zeit verloren!
Das Beste an meinem Buch ist 1. (darauf beruht alles Verständnis der facts) der gleich im Ersten Kapitel hervorgehobne Doppelcharakter der Arbeit, je nachdem sie sich in Gebrauchswert oder Tauschwert ausdrückt; 2. die Behandlung des Mehrwerts unabhängig von seinen besondren Formen als Profit, Zins, Grundrente etc. Namentlich im zweiten Band wird sich dies zeigen. Die Behandlung der besondren Formen in der klassischen Ökonomie, die sie beständig mit der allgemeinen Form zusammenwirft, ist eine Olla Potrida.
Deine Desiderata, Aussetzungen, queries etc. bitte ich in die Reinabzüge hineinzuschreiben. Es ist dies sehr wichtig für mich, da ich auf 2. Auflage, früher oder später, rechne. Was chapter IV angeht, so hatte es viel Schweiß gekostet, die Sachen selbst zu finden, d. h. ihren Zusammenhang. Dann, nachdem das geschehn, stürzte ein blue Book nach dem andren bei der letzten Ausarbeitung dazwischen, und ich war entzückt, meine theoretischen Resultate durch die facts vollständig bestätigt zu sehn. Endlich geschrieben mit Carbuncles und täglichem Geldgläubigertritt!
Bei dem Schluß des 2. Buchs (Zirkulationsprozeß), den ich jetzt schreibe, muß ich Dich wieder, wie vor vielen Jahren, über einen Punkt angehn!
Das fixe Kapital ist erst in natura zu ersetzen nach sage z. B. 10 Jahren. In der Zwischenzeit retourniert sein Wert partiell und gradatim mit dem Verkauf der damit produzierten Waren. Dieser progressive return für das Kapital fixe ist zu seiner Ersetzung (von repairs und dergleichen abgesehn) erst nötig, sobald es in seiner stofflichen Form, z. B. als Maschine, tot ist. In der Zwischenzeit hat aber der Kapitalist in der Hand diese successive returns.
Ich schrieb Dir vor vielen Jahren, es scheine mir, daß sich so ein Akkumulationsfonds bilde, da der Kapitalist das retournierte Geld doch in der Zwischenzeit anwende, bevor er das Capital fixe damit ersetzt. Du sprachst Dich in einem Brief, somewhat superficially, gegen dies aus. Ich fand später, daß Mc Culloch diesen sinking fund als Akkumulationsfonds darstellt. In der Überzeugung, daß Mc C[ulloch] nie was Richtiges denken kann, ließ ich die Sache fallen. Seine apologetische Absicht dabei ist schon von Malthusianern widerlegt worden, aber auch sie geben den fact zu.
Du, als Fabrikant, mußt nun wissen, was Ihr mit den returns für Capital fixe vor der Zeit, wo es in natura zu ersetzen ist, macht. Und Du mußt mir diesen Punkt (ohne Theorie, rein praktisch) beantworten.
Salut.
Dein K. M.
(Salut to Mrs. Lizzy!)
Die Kinder noch in Royan bei Bordeaux.