Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London,] 27. November 1867. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 1074, S. 451–452, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.

  1. November 1867.

Lieber Engels,

Was die Privatangelegenheiten angeht (ich wollte Dir schon Samstag darüber schreiben, wurde aber an diesem und den folgenden Tagen verhindert, weil man mich von allen Ecken wegen der Fenian Affairs konsultierte usw., kurz, meine Zeit konfiszierte), so hat Herr Borkheim — ich glaube sicher trotz besten Willens — mich diesen ganzen Monat zwischen Würgen und Hängen gehalten. Aus seinem Letzten von gestern siehst Du, daß es sich wieder um neuen unabsehbaren Aufschub handelt. Das Allerschlimmste an der Sache, daß er mir positiv versprochen hatte, am 10. dieses Monats (im schlimmsten Fall) die ganze Summe auszuzahlen. Darauf hatte ich mit den Gläubigern arrangiert. Was er wirklich zahlte seit seiner Rückkehr, sind £ 5. Du begreifst daher den trouble, worin ich mich befinde. Mein Gesundheitszustand hat sich sehr verschlechtert, und von Arbeiten konnte kaum die Rede sein. Außerdem seh ich jeden Tag gerichtlichen Klagen entgegen und wissen wir nicht mehr, wie von Tag zu Tag uns helfen.

Was den Meißner angeht, so ist meine Ansicht, ihn in seiner Annonce gewähren zu lassen, denn alles andre bewirkt neuen Aufschub. Thimm sagte Borkheim, Meißner habe alle Buchhändler aufgefordert, die bis jetzt unverkauften Exemplare ihm (resp. seinem Kommissionär in Leipzig) zurückzuschicken. Auch weiß ich von York, dem Buchhändler des Arbeitervereins, daß es sehr schwer ist, in diesem Augenblick Exemplare von Meißner zu bekommen. Dies beweist mir weiter nichts, als 1. daß der stock in Meißners Hand sehr klein ist, 2. daß er wissen will, wieviel von dem nicht in seiner Hand befindlichen stock wirklich verkauft ist, 3. seine Geschäfts„freunde“ forcieren will, möglichst viel auf eigne Rechnung zu halten. Ich werde dem Meißner schreiben, daß im Fall er für bestimmte Zeitungen oder Zeitschriften (die er aber mir nennen muß) Anzeigen oder Kritiken brauche, könne er sie von Freunden wie Dir etc. erhalten. Solle mir das schreiben.

Der Dr. Contzen, Privatdozent der politischen Ökonomie in Leipzig, Roschers partisan und Schüler und Liebknechts Freund, hat durch letzteren bei mir Exemplar für Versprechen ausführlicher Revue verlangt. Du siehst, daß dies durch Meißner bereits besorgt ist. Dieser Anfang mit Contzen ist gut.

Liebknecht hat mir 50 seiner Pamphlets (wovon ich Dir heut eins schicke) zum hiesigen Verkauf gesandt, 3 d. pro Stück. Leßner sieht, was damit im Arbeiterverein zu tun.

Der Auszug, den derselbe Liebk[necht] aus seinem speech im Berliner Arbeiterverein über den Aufschub der „sozialen Frage“ beidruckt, gibt allerdings Anlaß zu Kugelmanns Rüge. Da Liebknecht Dich u. a. zur Mitarbeit an seinem zu erscheinenden Blättchen auffordert, kannst Du ihm privatim einige Winke darüber geben, wie die politische Opposition mit der sozialen Agitation zu verbinden.

Einliegend Brief von Liebknecht und Kugelmann.

Salut.

Dein K. M.

Wie steht es mit des Herrn Schorlemmer Chemie, die ich erhalten sollte?