Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, [Manchester,] 6. August 1868. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1162, S. 81–82, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
- August 1868.
Lieber Mohr,
Was ich bei der Hitze mache? Verschmachten und trinken. Heute regnet’s, die Luft ist schwül und mit Feuchtigkeit gesättigt, und daher doppelt eklig, der Schweiß verdunstet nicht und man ist überall feucht.
Lizzie und M. Ellen habe ich vorigen Freitag nach Bridlington Quay gebracht und kam Montag wieder; morgen gehe ich mit Moore wieder hin, ich würde meinen holiday nehmen und die Woche dableiben, aber Charles hat die Gicht und ist kaputt, und da muß ich noch seine Arbeit zu der meinigen tun, und von Weggehn ist keine Rede.
Eichhoffs Broschüre beweist, was ich ihm kaum zugetraut, daß er im Stande ist, Fakta objektiv zu rapportieren. Du hattest es ihm freilich auch leicht gemacht. Die Sache wird sehr gut wirken. Was nun die Verlegung nach Genf angeht, so erinnert sie mich an die der Zentralbehörde nach Köln. Ich würde diesen Coup sehr überlegen. Erstens, sind die paar Esel es wert, daß Ihr diesen Schritt ihretwegen tut und die Sache an Leute überantwortet, die zwar viel guten Willen und auch wohl Instinkt, aber doch nicht das Zeug haben, so eine Bewegung zu leiten? Zweitens, wer steht dafür, daß, wenn das Umziehen einmal anfängt und der heilige Respekt vor London, das doch immer das Medina der Emigration, durch einen sehr zweifelhaften Respekt vor Genf ersetzt ist, nicht die Proudhonisten es schon als Frage der internationalen Courtoisie durchsetzen, daß die Sache auch einmal nach Brüssel oder Paris verlegt wird? Endlich: Man soll dergleichen Zentren nie an Punkte legen, wo ausgewiesen werden kann, solange man einen davon freien Ort hat.
Je großartiger die Sache wird, desto wichtiger, daß Du sie in der Hand behältst, und wo die Sache jetzt auch in Deutschland zu ziehen beginnt, glaube ich nicht, daß Becker das Zeug hat, sie zu managen.
Das Biographische Freitag von York aus an Kugelmann geschickt. Daß jetzt auch gleichzeitig in französische Blätter was über Dein Buch kommt, ist sehr gut. Notabene, laß Dir doch von meinem Artikel in der Fortnightly mindestens 20—30 Separatabdrücke kommen (für die wir natürlich bezahlen, s’il le faut), die sind sehr gut zu verwenden. Anyhow, das Totschweigen ist jetzt vorbei, und wenn das Ding sich auch langsam Bahn bricht, so doch jetzt sicher.
Gravel ist Kies. Für die irischen Torfbodenabstufungen habe ich keine Ausdrücke, da mußt Du einen Ostfriesen fragen.
Borkheim hat mich bereits an den „Verfalltag“ erinnert.
Beste Grüße an die ganze seebadende Gesellschaft.
Dein F. E.