Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 14. Juli 1869. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1288, S. 203–205, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
14 July 1869.
Dear Fred,
Vorigen Dienstag Abend in Paris angekommen, Montag (12. Juli) wieder abgereist. Es ist mir gelungen, mich gänzlich incognito zu halten; bei Landung zu Dieppe ging ich zuerst durch die Douaniers und Polizei ohne Intervention ihrer Seite, während sonderbarer Weise einige unschuldige Leute (u. a. ein Yankee mit sehr schwarzem Haar, den man für einen Italiener versah) nach Paß gefragt wurden, und die Herrn Franzosen hatten nach neustem Reglement ihre Namen zu geben. In Paris, Rue St. Placide, Maison meublée (nächste Straße bei Lafargue), als A. Williams logiert.
Laurachen hatte eine wirklich gefährliche Krankheit durchgemacht. Sie ist jetzt in Rekonvaleszenz, geht Morgen mit Paul etc. nach Dieppe, wo sie für einen Monat Seebad haben und vielleicht später nach England herüberkommen werden. Mein business in Paris war, mich in Folge eines Briefs des alten Lafargue nach dem status rerum umzusehn und dann (von Paris aus) an den Alten nach Rücksprache mit dem Jungen zu schreiben. Bei dem Gesundheitszustand Lauras war Lafargue natürlich ganz ins Häusliche absorbiert, hat jedoch feierlichst versprochen, die nötigen Schritte zu tun, sobald Laura wieder ganz hergestellt. Der Alte hatte auch Böcke geschossen in seinen Briefen nach Paris. Ich werde sehn, was er mir jetzt in Antwort schreibt.
Le petit hatte Paris (wo er bei all den Aufläufen etc. incognito zugegen) für Brüssel verlassen, und unter den Umständen war mir seine Abwesenheit keineswegs unangenehm. Dadurch auch das Blatt „aufgeschoben“.
Ich habe weder Schily noch anybody else gesehn, sondern mich rein auf die family beschränkt, mit der ich Paris mehr oder minder durchflaniert habe. Die Seite, wo sie wohnen (Faubourg St. Germain etc.), ist nicht sehr verändert und nicht hausmanisiert. Nach wie vor enge und stinkige Straßen. Dagegen sieht es sehr verändert aus auf der andern Seite der Seine, wo der change bereits mit der Front des Louvre beginnt.
Die Frauenzimmer scheinen viel häßlicher geworden zu sein. Die Hitze war unerträglich, namentlich auf der Eisenbahn.
Am meisten Aufsehn, zum großen Ärger der demokratischen Opposition (die irréconciliables eingerechnet) hat Raspails kurzer speech gemacht, worin er die Freilassung seines Wahlkomitees verlangt. Er sprach von der injustice de la justice. Darauf interruptions. Fuhr fort: Niez-vous les injustices commises contre moi par la Restauration? Par ce ridicule Louis Philippe? etc. Er wolle keine peines, sei bereit à brûler le code civil und le code pénal; einstweilen solle man die Strafen der Beamten in Geldstrafen (d. h. Gehaltsabzüge) verwandeln und beginnen mit M. le préfet de la police, nämlich wegen der „orgies infernales des casse-tête“. Die Sprache des Alten kontrastiert schreiend mit dem roundabout Geschwätz der faux jeunes hommes. Auch hat die Regierung am folgenden Tag sein Comité in Freiheit gesetzt.
Die Sitzungen im corps législatif waren relativ sehr stürmisch. Bonaparte hat deswegen prorogiert.
Tussychen muß mir schreiben auch über ihre Aufenthaltspläne zu Manchester. Schnaps, ein allerliebstes Kerlchen, läßt sie bestens grüßen.
Addio, old boy.
Il Moro.
My compliments to Mrs. Burns.