Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Littlehampton, [London,] 24. September 1878. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1481, S. 483–484, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
- September 1878.
Dear Fred,
Einliegend ein Wisch von Liebknecht; ich habe den Brief eröffnet, weil ich glaubte, es handle sich um Parteinachricht, die vielleicht unmittelbare Aktion unsrerseits fordre.
Den Brief von Lawroff, der heute ankam und den ich noch nicht beantwortet, schick mir gefälligst umgehend zurück. Das einzig Interessante dran ist die auf Wroblewski bezügliche Stelle, wahrscheinlich richtig, da seinem Temperament als homme d’action entsprechend, und zudem plus ou moins vergewissert durch sein Schweigen uns gegenüber.
Ich erhielt nach Eröffnung des Reichstags den selbem von Regierung unterbreiteten Gesetzentwurf nebst Motiven; gestern kam ditto von selber Seite (Bracke) der stenographische Bericht der Reichstagssitzungen vom 16. und 17. September. Man hat keine Ahnung — immer noch nicht — von der Dummheit der average preußischen Minister und der „Genialität“ ihres Meisters wie von der Gemeinheit der an seinen Rockzipfeln hängenden Repräsentanten des teutschen Bürgertums — bevor man diese letzte Aufführung stereotypiert vor sich liegen hat. Ich bin halb und halb beschäftigt mit Auszug daraus für englische Presse, doch weiß ich noch nicht, ob’s mir schließlich für Daily News paßt.
Der Schachzug der Russen in Afghanistan wie die incidents in der Türkei — alles das interessiert mich jetzt nur noch so weit, als es argumentum ad hominem für die europäische Staatsweisheit liefert. Im übrigen steht mir fest, daß nichts, was Rußland und Preußen into the bargain jetzt tun können auf dem Welttheater, andre als ihrem Regime verderbliche Folgen haben, den Sturz desselben nicht aufhalten, sondern nur das Ende mit Schrecken beschleunigen kann. —
Meine Frau, Jennychen und Johnny kamen wohlbehalten Freitag Nachmittag bei uns an und quartierte alles in unsrem Haus bis gestern Abend, wo Jennychen zum Empfang des Longuet wieder mit Sack und Pack nach Leighton Grove auswanderte. Der Lange wird aber erst heute eintreffen. Das Kind ist viel besser, und wunderbarer Weise hat auch Jennychen sich noch etwas während der letzten Tage des Aufenthalts in Malvern erholt.
Gestern war old Petzler hier mit Brief eines Pfaffen, der ein Magazin herausgibt, auch dabbles in socialism und some information von mir wollte. Bismarck hat’s einstweilen erreicht, den Sozialismus wieder à l’ordre du jour zu setzen, so daß darüber plus ou moins selbst die haute politique vergessen wird.
In der Hoffnung, daß Du Dich erholst in der Mutter Natur, und mit besten Grüßen von Tussy, Jennychen und meiner Frau.
Dein Mohr.