Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in Ventnor (Isle of Wight), London, 6. November 1882. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1548, S. 564–565, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
London, 6. November 1882.
Lieber Mohr,
Laura schreibt mir heute zwei Zeilen, wonach das Schicksal der Egalité sich erst morgen entscheidet, Aussichten indes sehr günstig.
Hast Du den heutigen Standard gesehn? Telegramm aus Frankfurt: seit Ignatieffs Anwesenheit in Paris neue Versuche eines russisch-französischen Kompromisses, vorläufig scheinbar sehr milder Art: wenn Frankreich in Auslieferung von Dynamitern etwas mehr täte, wolle man russischerseits Frankreich in Tunis, Ägypten etc. kräftig unterstützen. Daher also die Polizeikampagne in Frankreich! Wollen sehn, ob den Kammern was Bezügliches vorgelegt wird.
Laf[argue] hat mir den Proletaire zugeschickt, worin der in St. Etienne verlesene Anklageakt gegen ihn, Guesde etc. steht. Ein echt bakunistisches, aber sonst schwaches Machwerk: stärkste Stützen sind die einander widersprechenden, Augenblickslaunen vertretenden Briefe Laf[argue]s an Malon, die dieser ruhig abdruckt, ohne, wie es scheint, den Abdruck seiner Briefe durch Laf[argue] zu fürchten. Er hat nicht unrecht, diese Herren verwerten ihr Material zur rechten Zeit, kommt nachher Laf[argue] mit Malons Briefen, so ist’s moutarde après dîner. Ich schick Dir das Ding morgen, Du mußt’s aber zurückschicken von wegen Bernsteins, gegen den ich’s wohl brauchen werde. Dieser wollte statt des Verlangten, oder daneben, eine halbe Bibliothek über Fabrikgesetzgebung schicken, was ich noch hoffentlich rechtzeitig gestoppt; das schweizerische Fabrikgesetz erwarte ich täglich, die deutsche neuste Gewerbeordnung, worin die Fabrikbestimmungen stehn, bestelle ich Dir.
Sonst nichts Neues hier.
Dein F. E.