Text nach der Marx-Engels-Gesamtausgabe, I. Abteilung, Band 1, 1. Halbband (Frankfurt am Main 1927, S. 3-56), nach der erhaltenen Abschrift mit Korrekturen von Marx' Hand; ohne den textkritischen Apparat der Herausgeber. Marx’ Anmerkungen zur Dissertation (ebd., S. 57-82) stehen als Fußnoten bei den Verweisziffern; die Anmerkungen zu den verlorenen Abschnitten (Erster Teil, Kap. IV; Anhang, Abschn. I) stehen an deren Stelle im Text. Traducción al español.
Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie nebst einem Anhange
von Karl Heinrich Marx, Doktor der Philosophie
Seinem teuren väterlichen Freunde, dem Geheimen Regierungsrate Herrn Ludwig von Westphalen zu Trier widmet diese Zeilen als ein Zeichen kindlicher Liebe der Verfasser
Sie verzeihen, mein teurer väterlicher Freund, wenn ich Ihren mir so lieben Namen einer unbedeutenden Broschüre vorsetze. Ich bin zu ungeduldig, eine andere Gelegenheit abzuwarten, um Ihnen einen kleinen Beweis meiner Liebe zu geben.
Möchten Alle, die an der Idee zweifeln, so glücklich sein, als ich, einen jugendstarken Greis zu bewundern, der jeden Fortschritt der Zeit mit dem Enthusiasmus und der Besonnenheit der Wahrheit begrüßt und mit jenem überzeugungstiefen, sonnenhellen Idealismus, der allein das wahre Wort kennt, vor dem alle Geister der Welt erscheinen, nie vor den Schlagschatten der retrograden Gespenster, vor dem oft finsteren Wolkenhimmel der Zeit zurückbebte, sondern mit göttlicher Energie und männlich sicherm Blick stets durch alle Verpuppungen hindurch das Empyreum schaute, das im Herzen der Welt brennt. Sie, mein väterlicher Freund, waren mir stets ein lebendiges argumentum ad oculos, daß der Idealismus keine Einbildung, sondern eine Wahrheit ist.
Körperliches Wohlsein brauche ich für Sie nicht zu erflehen. Der Geist ist der große zauberkundige Arzt, dem Sie sich anvertraut haben.
Vorrede
Die Form dieser Abhandlung würde einesteils streng wissenschaftlicher, andererseits in manchen Ausführungen minder pedantisch gehalten sein, wäre nicht ihre primitive Bestimmung die einer Doktordissertation gewesen. Sie dennoch in dieser Gestalt dem Druck zu übergeben, bin ich durch äußere Gründe bestimmt. Außerdem glaube ich in ihr ein bis jetzt ungelöstes Problem aus der Geschichte der griechischen Philosophie gelöst zu haben.
Sachverständige wissen, daß für den Gegenstand dieser Abhandlung keine irgendwie brauchbaren Vorarbeiten existieren. Was Cicero und Plutarch geschwatzt haben, ist bis auf die heutige Stunde nachgeschwatzt worden. Gassendi, der den Epikur aus dem Interdikt befreite, mit dem die Kirchenväter und das ganze Mittelalter, die Zeit der realisierten Unvernunft, ihn belegt hatten, bietet in seinen Darstellungen nur ein interessantes Moment dar. Er sucht sein katholisches Gewissen mit seinem heidnischen Wissen und den Epikur mit der Kirche zu akkommodieren, was freilich verlorene Mühe war. Es ist, als wollte man der griechischen Lais einen christlichen Nonnenkittel um den heiter blühenden Leib werfen. Gassendi lernt vielmehr aus dem Epikur Philosophie, als daß er uns über Epikurs Philosophie belehren könnte.
Man betrachte diese Abhandlung nur als Vorläufer einer größeren Schrift, in der ich ausführlich den Zyklus der epikureischen, stoischen und skeptischen Philosophie in ihrem Zusammenhange mit der ganzen griechischen Spekulation darstellen werde. Die Mängel dieser Abhandlung in Form und dergleichen werden dort wegfallen.
Hegel hat zwar das Allgemeine der genannten Systeme im Ganzen richtig bestimmt, allein bei dem bewunderungswürdig großen und kühnen Plane seiner Geschichte der Philosophie, von der überhaupt erst die Geschichte der Philosophie datiert werden kann, war es teils unmöglich, in das Einzelne einzugehen, teils hinderte den riesenhaften Denker seine Ansicht von dem, was er par excellence spekulativ nannte, in diesen Systemen die hohe Bedeutung zu erkennen, die sie für die Geschichte der griechischen Philosophie und den griechischen Geist überhaupt haben. Diese Systeme sind der Schlüssel zur wahren Geschichte der griechischen Philosophie. Über ihren Zusammenhang mit dem griechischen Leben findet sich eine tiefere Andeutung in der Schrift meines Freundes Köppen „Friedrich der Große und seine Widersacher“.
Wenn als Anhang eine Kritik der plutarchischen Polemik gegen Epikurs Theologie hinzugefügt ist, so geschah dies, weil diese Polemik nichts Einzelnes ist, sondern Repräsentant einer espece, indem sie das Verhältnis des theologisierenden Verstandes zur Philosophie sehr treffend an sich darstellt.
In der Kritik bleibt unter anderem auch das unberührt, wie falsch Plutarchs Standpunkt überhaupt ist, wenn er die Philosophie vor das Forum der Religion zieht. Darüber genüge, statt alles Räsonnements, eine Stelle aus David Hume:
„Es ist gewiß eine Art Beschimpfung für die Philosophie, wenn man sie, deren souveränes Ansehen allenthalben anerkannt werden sollte, zwingt, bei jeder Gelegenheit sich wegen ihrer Folgen zu verteidigen und sich bei jeder Kunst und Wissenschaft, die an ihr Anstoß nimmt, zu rechtfertigen. Es fällt einem dabei ein König ein, der des Hochverrats gegen seine eigenen Untertanen beschuldigt wird.“
Die Philosophie, solange noch ein Blutstropfen in ihrem weltbezwingenden, absolut freien Herzen pulsiert, wird stets den Gegnern mit Epikur zurufen: ἀσεβὴς δὲ οὐχ ὁ τοὺς τῶν πολλῶν θεοὺς ἀναιρῶν, ἀλλ’ ὁ τὰς τῶν πολλῶν δόξας θεοῖς προσάπτων.
Die Philosophie verheimlicht es nicht. Das Bekenntnis des Prometheus:
ἁπλῷ λόγῳ τοὺς πάντας ἐχθαίρω θεούς
ist ihr eigenes Bekenntnis, ihr eigener Spruch gegen alle himmlischen und irdischen Götter, die das menschliche Selbstbewußtsein nicht als die oberste Gottheit anerkennen. Es soll Keiner neben ihm sein.
Den tristen Märzhasen aber, die über die anscheinend verschlechterte bürgerliche Stellung der Philosophie frohlocken, entgegnet sie wieder, was Prometheus dem Götterbedienten Hermes:
τῆς σῆς λατρείας τὴν ἐμὴν δυσπραξίαν,
σαφῶς ἐπίστασ’, οὐκ ἂν ἀλλάξαιμ’ ἐγώ.
κρεῖσσον γὰρ οἶμαι τῇδε λατρεύειν πέτρᾳ
ἢ πατρὶ φῦναι Ζηνὶ πιστὸν ἄγγελον.
Prometheus ist der vornehmste Heilige und Märtyrer im philosophischen Kalender.
Berlin, im März 1841.
Inhalt
Vorrede.
Über die Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie
Erster Teil: Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie im Allgemeinen.
- I. Gegenstand der Abhandlung.
- II. Urteile über das Verhältnis der demokritischen und epikureischen Physik.
- III. Schwierigkeiten hinsichtlich der Identität demokritischer und epikureischer Naturphilosophie.
- IV. Allgemeine prinzipielle Differenz zwischen demokritischer und epikureischer Naturphilosophie.
- V. Resultat.
Zweiter Teil: Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie im Einzelnen.
- Erstes Kapitel. Die Deklination des Atoms von der geraden Linie.
- Zweites Kapitel. Die Qualitäten des Atoms.
- Drittes Kapitel. Ἄτομοι ἀρχαί und ἄτομα στοιχεῖα.
- Viertes Kapitel. Die Zeit.
- Fünftes Kapitel. Die Meteore.
Anhang: Kritik der Plutarchischen Polemik gegen Epikurs Theologie
- Vorbemerkung.
- I. Das Verhältnis des Menschen zu Gott.
- Die Furcht und das jenseitige Wesen.
- Der Kultus und das Individuum.
- Die Vorsehung und der degradierte Gott.
- II. Die individuelle Unsterblichkeit.
- Von dem religiösen Feudalismus. Die Hölle des Pöbels.
- Die Sehnsucht der Vielen.
- Der Hochmut der Auserwählten.
Erster Teil. Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie im Allgemeinen
I. Gegenstand der Abhandlung
Der griechischen Philosophie scheint zu begegnen, was einer guten Tragödie nicht begegnen darf, nämlich ein matter Schluß. Mit Aristoteles, dem mazedonischen Alexander der griechischen Philosophie, scheint die objektive Geschichte der Philosophie in Griechenland aufzuhören und selbst den männlichstarken Stoikern nicht zu gelingen, was den Spartanern in ihren Tempeln gelang, die Athene an den Herakles festzuketten, so daß sie nicht davonfliehen konnte.
Epikureer, Stoiker, Skeptiker werden als ein fast ungehöriger Nachtrag betrachtet, der in keinem Verhältnis stehe zu seinen gewaltigen Prämissen. Die epikureische Philosophie sei ein synkretistisches Aggregat aus demokritischer Physik und cyrenaischer Moral, der Stoizismus eine Verbindung heraklitischer Naturspekulation, cynisch-sittlicher Weltanschauung, etwa auch aristotelischer Logik, endlich der Skeptizismus das notwendige Übel, das diesen Dogmatismen entgegengetreten. Man verbindet diese Philosophien so unbewußt mit der alexandrinischen, indem man sie zu einem nur einseitigen und tendenziösen Eklektizismus macht. Die alexandrinische Philosophie endlich wird als gänzliche Schwärmerei und Zerrüttung betrachtet, — eine Verwirrung, in der höchstens die Universalität der Intention anzuerkennen sei.
Nun ist es zwar eine sehr triviale Wahrheit: Entstehen, Blühen und Vergehen sind der eherne Kreis, in den jedes Menschliche gebannt ist, den es durchlaufen muß. So hätte es nichts Auffallendes, wenn die griechische Philosophie, nachdem sie in Aristoteles die höchste Blüte erreicht, dann verwelkt wäre. Allein der Tod der Helden gleicht dem Untergang der Sonne, nicht dem Zerplatzen eines Frosches, der sich aufgeblasen hat.
Und dann: Entstehen, Blühen und Vergehen sind ganz allgemeine, ganze vage Vorstellungen, in die zwar Alles einrangiert werden kann, mit denen aber Nichts zu begreifen ist. Der Untergang selbst ist im Lebendigen präformiert; seine Gestalt wäre daher ebenso in spezifischer Eigentümlichkeit zu fassen wie die Gestalt des Lebens.
Endlich, wenn wir auf die Historie einen Blick werfen, sind Epikureismus, Stoizismus und Skeptizismus partikulare Erscheinungen? Sind sie nicht die Urtypen des römischen Geistes? Die Gestalt, in der Griechenland nach Rom wandert? Sind sie nicht so charaktervollen, intensiven und ewigen Wesens, daß die moderne Welt selbst ihnen volles geistiges Bürgerrecht einräumen mußte?
Ich hebe dies nur hervor, um die historische Wichtigkeit dieser Systeme ins Gedächtnis zu rufen; hier aber handelt es sich nicht um ihre allgemeine Bedeutung für die Bildung überhaupt, es handelt sich um ihren Zusammenhang mit der älteren griechischen Philosophie.
Hätte es nicht in Beziehung auf dies Verhältnis wenigstens zur Nachforschung anreizen müssen, die griechische Philosophie mit zwei verschiedenen Gruppen eklektischer Systeme, deren eine der Zyklus der epikureischen, stoischen und skeptischen Philosophie, die andere unter dem Namen der alexandrinischen Spekulation zusammengefaßt ist, enden zu sehen? Ist es ferner nicht ein merkwürdiges Phänomen, daß nach den platonischen und aristotelischen, zur Totalität sich ausdehnenden Philosophien neue Systeme auftreten, die nicht an diese reichen Geistesgestalten sich anlehnen, sondern, weiter rückblickend, zu den einfachsten Schulen — was die Physik angeht, zu den Naturphilosophen, was die Ethik betrifft, zu der sokratischen Schule — sich hinwenden? Worin ist es ferner begründet, daß die Systeme, die auf Aristoteles folgen, gleichsam ihre Fundamente fertig in der Vergangenheit vorfinden? Daß Demokrit mit den Cyrenaikern, Heraklit mit den Cynikern zusammengebracht wird? Ist es Zufall, daß in den Epikureern, Stoikern und Skeptikern alle Momente des Selbstbewußtseins vollständig, nur jedes Moment als eine besondere Existenz, repräsentiert sind? Daß diese Systeme zusammengenommen die vollständige Konstruktion des Selbstbewußtseins bilden? Endlich der Charakter, mit dem die griechische Philosophie mythisch in den sieben Weisen beginnt, der sich, gleichsam als ihr Mittelpunkt, in Sokrates verkörpert, als ihr Demiurg, ich sage, der Charakter des Weisen — des σοφός — wird er zufällig in jenen Systemen als die Wirklichkeit der wahren Wissenschaft behauptet?
Es scheint mir, daß, wenn die früheren Systeme für den Inhalt, die nacharistotelischen, und vorzugsweise der Zyklus der epikureischen, stoischen und skeptischen Schulen, für die subjektive Form, den Charakter der griechischen Philosophie bedeutsamer und interessanter sind. Allein eben die subjektive Form, der geistige Träger der philosophischen Systeme, ist bisher fast gänzlich über ihren metaphysischen Bestimmungen vergessen worden.
Ich behalte es einer ausführlicheren Betrachtung vor, die epikureische, stoische und skeptische Philosophie in ihrer Gesamtheit und ihrem totalen Verhältnis zur früheren und späteren griechischen Philosophie darzustellen.
Hier genüge es, an einem Beispiel gleichsam, und auch nur nach einer Seite hin, nämlich der Beziehung zur früheren Spekulation, dies Verhältnis zu entwickeln.
Als ein solches Beispiel wähle ich das Verhältnis der epikureischen zur demokritischen Naturphilosophie. Ich glaube nicht, daß es der bequemste Anknüpfungspunkt ist. Denn einerseits ist es ein altes eingebürgertes Vorurteil, demokritische und epikureische Physik zu identifizieren, so daß man in den Veränderungen Epikurs nur willkürliche Einfälle sieht; andererseits bin ich gezwungen, was das Einzelne betrifft, in scheinbare Mikrologien einzugehen. Allein eben weil jenes Vorurteil so alt ist als die Geschichte der Philosophie, weil die Unterschiede so versteckt sind, daß sie gleichsam nur dem Mikroskope sich entdecken, wird es um so wichtiger sein, wenn eine wesentliche, bis ins kleinste durchgehende Differenz der demokritischen und epikureischen Physik trotz ihres Zusammenhanges sich nachweisen läßt. Was sich im kleinen nachweisen läßt, ist noch leichter zu zeigen, wo die Verhältnisse in größeren Dimensionen gefaßt werden, während umgekehrt ganz allgemeine Betrachtungen den Zweifel zurücklassen, ob das Resultat im Einzelnen sich bestätigen werde.
II. Urteile über das Verhältnis der demokritischen und epikureischen Physik
Wie meine Ansicht sich im Allgemeinen zu den früheren verhält, wird in die Augen springen, wenn man die Urteile der Alten über das Verhältnis der demokritischen und epikureischen Physik flüchtig durchmustert.
Posidonius der Stoiker, Nikolaus und Sotion werfen dem Epikur vor, er habe die demokritische Lehre von den Atomen und die des Aristipp vom Vergnügen für sein Eigentum ausgegeben1. Cotta der Akademiker fragt bei Cicero: „Was wäre wohl in der Physik des Epikur, das nicht dem Demokrit gehörte? Er verändert zwar einiges, das meiste aber spricht er jenem nach2.“ So sagt Cicero selbst: „In der Physik, in der Epikur am meisten prahlt, ist er ein vollkommener Fremdling. Das meiste gehört dem Demokrit; wo er von ihm abweicht, wo er verbessern will, da verdirbt und verschlechtert er3.“ Obgleich aber von vielen Seiten dem Epikur Schmähungen gegen den Demokrit vorgeworfen werden, so behauptet dagegen Leonteus nach Plutarch, Epikur habe den Demokrit geehrt, weil dieser vor ihm zur wahren Lehre sich bekannt, weil er früher die Prinzipien der Natur entdeckt habe4. In der Schrift De placitis philosophorum wird Epikur ein nach Demokrit Philosophierender genannt5. Plutarch in seinem Kolotes geht weiter. Indem er den Epikur der Reihe nach mit Demokrit, Empedokles, Parmenides, Plato, Sokrates, Stilpo, den Cyrenaikern und Akademikern vergleicht, sucht er das Resultat zu gewinnen, „Epikur habe aus der ganzen griechischen Philosophie sich das Falsche zugeeignet, das Wahre nicht verstanden6“, wie auch die Abhandlung De eo, quod secundum Epicurum non beate vivi possit, von feindseligen Insinuationen ähnlicher Art angefüllt ist.
Diese ungünstige Ansicht der älteren Schriftsteller bleibt dieselbe bei den Kirchenvätern. Ich führe in der Anmerkung nur eine Stelle des Clemens Alexandrinus an7, eines Kirchenvaters, der in bezug auf Epikur vorzugsweise Erwähnung verdient, weil er die Warnung des Apostels Paulus vor der Philosophie überhaupt in eine Warnung vor epikureischer Philosophie umdeutet, als welche nicht einmal über Vorsehung und dergleichen phantasiert habe8. Wie geneigt man aber überhaupt war, dem Epikur Plagiate zur Last zu legen, zeigt am auffallendsten Sextus Empiricus, der einige ganz ungehörige Stellen aus Homer und Epicharmus zu Hauptquellen epikureischer Philosophie umstempeln will9.
Daß die neueren Schriftsteller im Ganzen ebenfalls den Epikur soweit er Naturphilosoph, zu einem bloßen Plagiarius des Demokrit machen, ist bekannt. Ihr Urteil im Allgemeinen repräsentiere hier ein Ausspruch von Leibniz:
„Nous ne savons presque de ce grand homme (Démocrite) que ce qu’Epicure en a emprunté, qui n’était pas capable d’en prendre toujours le meilleur10.“
Wenn also Cicero den Epikur die demokritische Lehre verschlechtern läßt, wobei ihm wenigstens der Wille bleibt, sie zu verbessern, und das Auge, ihre Mängel zu sehen, wenn Plutarch ihm Inkonsequenz11 und eine prädeterminierte Neigung für das Schlechtere zuschreibt, also auch seinen Willen verdächtigt, so spricht ihm Leibniz sogar die Fähigkeit ab, den Demokrit auch nur geschickt zu exzerpieren.
Alle aber kommen darin überein, daß Epikur seine Physik von Demokrit entlehnt habe.
III. Schwierigkeiten hinsichtlich der Identität demokritischer und epikureischer Naturphilosophie
Außer den historischen Zeugnissen spricht vieles für die Identität demokritischer und epikureischer Physik. Die Prinzipien — Atome und Leere — sind unstreitig dieselben. Nur in einzelnen Bestimmungen scheint willkürliche, daher unwesentliche Verschiedenheit zu herrschen.
Allein so bleibt ein sonderbares, nicht zu lösendes Rätsel. Zwei Philosophen lehren ganz dieselbe Wissenschaft, ganz auf dieselbe Weise, aber — wie inkonsequent! — in Allem stehen sie sich diametral entgegen, was Wahrheit, Gewißheit, Anwendung dieser Wissenschaft, was das Verhältnis von Gedanken und Wirklichkeit überhaupt betrifft. Ich sage, sie stehen sich diametral entgegen, und werde es jetzt zu beweisen suchen.
A) Das Urteil des Demokrit über Wahrheit und Gewißheit des menschlichen Wissens scheint schwer zu ermitteln. Es liegen widersprechende Stellen vor, oder vielmehr nicht die Stellen, sondern Demokrits Ansichten widersprechen sich. Denn Trendelenburgs Behauptung im Kommentar zur aristotelischen Psychologie, erst spätere Schriftsteller, nicht aber Aristoteles wisse von solchem Widerspruch, ist faktisch unrichtig. In der Psychologie des Aristoteles heißt es nämlich: „Demokrit setzt Seele und Verstand als ein und dasselbe, denn das Phänomen sei das Wahre12“, in der Metaphysik dagegen: „Demokrit behauptet, nichts sei wahr, oder uns sei es verborgen13.“ Widersprechen sich diese Stellen des Aristoteles nicht? Wenn das Phänomen das Wahre ist, wie kann das Wahre verborgen sein? Die Verborgenheit beginnt erst, wo sich Phänomen und Wahrheit trennen. Diogenes Laertius aber berichtet, man habe Demokrit zu den Skeptikern gezählt. Es wird sein Spruch angeführt: „In Wahrheit wissen wir nichts, denn im Abgrund des Brunnens liegt die Wahrheit14.“ Ähnliches findet sich bei Sextus Empiricus15.
Diese skeptische, unsichere und innerlich sich widersprechende Ansicht des Demokrit ist nur weiter entwickelt in der Weise, wie das Verhältnis des Atoms und der sinnlich erscheinenden Welt bestimmt wird.
Einerseits kommt die sinnliche Erscheinung nicht den Atomen selbst zu. Nicht objektive Erscheinung ist sie, sondern subjektiver Schein. „Die wahrhaften Prinzipien sind die Atome und das Leere; alles andere ist Meinung, Schein16.“ „Nur der Meinung nach ist das Kalte, der Meinung nach das Warme, in Wahrheit aber die Atome und das Leere17.“ Es wird daher in Wahrheit nicht eins aus den vielen Atomen, sondern „durch die Verbindung der Atome scheint jedes eins zu werden18.“ Durch die Vernunft zu schauen sind daher allein die Prinzipien, die schon wegen ihrer Kleinheit dem sinnlichen Auge unzugänglich sind, daher heißen sie sogar Ideen19. Allein andererseits ist die sinnliche Erscheinung das allein wahre Objekt, und die αἴσθησις ist die φρόνησις, dies Wahre aber ist wechselnd, unstät, Phänomen. Daß aber das Phänomen das Wahre sei, widerspricht sich20. Es wird also bald die eine Seite, bald die andere zum Subjektiven und zum Objektiven gemacht. So scheint der Widerspruch auseinander gehalten, indem er an zwei Welten verteilt wird. Demokrit macht daher die sinnliche Wirklichkeit zum subjektiven Schein; allein die Antinomie, aus der Welt der Objekte verbannt, existiert nun in seinem eigenen Selbstbewußtsein, in dem der Begriff des Atoms und die sinnliche Anschauung feindlich zusammentreffen.
Demokrit entrinnt also der Antinomie nicht. Sie zu erklären ist hier noch nicht der Ort. Genug, daß ihre Existenz nicht zu leugnen ist.
Hören wir dagegen Epikur. Der Weise, sagt er, verhält sich dogmatisch, nicht skeptisch21. Ja, eben das ist sein Vorzug vor Allen, daß er mit Überzeugung weiß22. „Alle Sinne sind Herolde des Wahren23.“ „Nichts kann die sinnliche Wahrnehmung widerlegen; weder die gleichartige die gleichartige wegen der gleichen Gültigkeit, noch die ungleichartige die ungleichartige, denn sie urteilen nicht über dasselbe, noch der Begriff, denn der Begriff hängt ab von den sinnlichen Wahrnehmungen24“, heißt es im Kanon. Während aber Demokrit die sinnliche Welt zum subjektiven Schein macht, macht sie Epikur zur objektiven Erscheinung. Und mit Bewußtsein unterscheidet er sich hierin, denn er behauptet, dieselben Prinzipien zu teilen, nicht aber die sinnlichen Qualitäten zum Nur-Gemeinten zu machen25.
War also einmal sinnliche Wahrnehmung das Kriterium des Epikur, entspricht ihr die objektive Erscheinung, so kann man nur als richtige Konsequenz betrachten, worüber Cicero die Achsel zuckt. „Die Sonne scheint dem Demokrit groß, weil er ein wissenschaftlicher und in der Geometrie vollendeter Mann ist; dem Epikur etwa von zwei Fuß Größe, denn er urteilt, sie sei so groß, als sie scheint26.“
B) Diese Differenz in den theoretischen Urteilen des Demokrit und des Epikur über Sicherheit der Wissenschaft und Wahrheit ihrer Objekte verwirklicht sich in der disparaten wissenschaftlichen Energie und Praxis dieser Männer.
Demokrit, dem das Prinzip nicht in die Erscheinung tritt, ohne Wirklichkeit und Existenz bleibt, hat dagegen als reale und inhaltsvolle Welt die Welt der sinnlichen Wahrnehmung sich gegenüber. Sie ist zwar subjektiver Schein, allein eben dadurch vom Prinzip losgerissen, in ihrer selbständigen Wirklichkeit belassen; zugleich einziges reales Objekt, hat sie als solche Wert und Bedeutung. Demokrit wird daher in empirische Beobachtung getrieben. In der Philosophie unbefriedigt, wirft er sich dem positiven Wissen in die Arme. Wir haben schon gehört, daß Cicero ihn einen vir eruditus nennt. In der Physik, Ethik, Mathematik, in den enzyklischen Disziplinen, in jeder Kunst ist er bewandert27. Schon der Bücherkatalog bei Diogenes Laertius zeugt für seine Gelehrsamkeit28. Wie es aber der Charakter der Gelehrsamkeit ist, in die Breite zu gehen und zu sammeln und von außen zu suchen: so sehen wir den Demokrit die halbe Welt durchwandern, um Erfahrungen, Kenntnisse, Beobachtungen einzutauschen. „Ich“, rühmt er von sich selbst, „habe von meinen Zeitgenossen den größten Teil der Erde durchirrt, das Entlegenste durchforschend; und die meisten Himmelsstriche und Lande sah ich, und die meisten gelehrten Männer hörte ich; und in der Linienkomposition mit Beweis übertraf mich Niemand, auch nicht der Ägypter sogenannte Arsepedonapten29.“
Demetrius in den ὁμωνύμοις und Antisthenes in den διαδοχαῖς erzählen, daß er gewandert sei nach Ägypten zu den Priestern, um Geometrie zu lernen, und zu den Chaldäern nach Persien, und daß er gekommen zum Roten Meere. Einige behaupten, er sei auch zusammengetroffen mit den Gymnosophisten in Indien und habe Äthiopien betreten30. Es ist einerseits die Wissenslust, die ihm keine Ruhe läßt; es ist aber zugleich die Nichtbefriedigung im wahren, das ist philosophischen Wissen, die ihn in die Weite treibt. Das Wissen, das er für wahr hält, ist inhaltlos; das Wissen, das ihm Inhalt gibt, ist ohne Wahrheit. Mag sie eine Fabel sein, aber eine wahre Fabel, weil sie das Widersprechende seines Wesens schildert, ist die Anekdote der Alten. Sich selbst habe Demokrit geblendet, damit das sinnliche Augenlicht nicht die Geistesschärfe verdunkle31. Es ist derselbe Mann, der, wie Cicero sagt, die halbe Welt durchwandert. Aber er hatte nicht gefunden, was er suchte.
Eine entgegengesetzte Gestalt erscheint uns in Epikur.
Epikur ist befriedigt und selig in der Philosophie. „Der Philosophie“, sagt er, „mußt du dienen, damit dir die wahre Freiheit zufalle. Nicht zu harren braucht der, der sich ihr unterwarf und übergab; sogleich wird er emanzipiert. Denn dies selbst, der Philosophie dienen, ist Freiheit32.“ „Weder der Jüngling“, lehrt er daher, „zögere zu philosophieren, noch lasse ab der Greis vom Philosophieren. Denn Keiner ist zu unreif, Keiner zu überreif, um an der Seele zu gesunden. Wer aber sagt, entweder noch nicht da sei die Zeit des Philosophierens, oder vorübergegangen sei sie, der ist ähnlich dem, der behauptet, zur Glückseligkeit sei noch nicht die Stunde, oder sie sei nicht mehr33.“ Während Demokrit, von der Philosophie unbefriedigt, sich dem empirischen Wissen in die Arme wirft, verachtet Epikur die positiven Wissenschaften; denn nichts trügen sie bei zur wahren Vollendung34. Ein Feind der Wissenschaft, ein Verächter der Grammatik wird er genannt35. Unwissenheit selbst wird ihm vorgeworfen; „aber“, sagt ein Epikureer bei Cicero, „nicht Epikur war ohne Erudition, sondern diejenigen [sind] ungelehrt, die glauben, was dem Knaben Schande macht, nicht zu wissen, sei noch vom Greise herzusagen36.“
Während aber Demokrit von ägyptischen Priestern, persischen Chaldäern und indischen Gymnosophisten zu lernen sucht, rühmt Epikur von sich, er habe keinen Lehrer gehabt, er sei Autodidakt37. Einige, sagt er nach Seneca, ringen nach Wahrheit ohne jegliche Beihilfe. Unter diesen habe er sich selbst den Weg gebahnt. Und sie, die Autodidakten, lobt er am meisten. Die anderen seien Köpfe zweiten Ranges38. Während es den Demokrit in alle Weltgegenden treibt, verläßt Epikur kaum zwei- oder dreimal seinen Garten zu Athen und reist nach Jonien, nicht um Forschungen anzustellen, sondern um Freunde zu besuchen39. Während endlich Demokrit, am Wissen verzweifelnd, sich selbst blendet, steigt Epikur, als er die Stunde des Todes nahen fühlt, in ein warmes Bad und begehrt reinen Wein und empfiehlt seinen Freunden, der Philosophie treu zu sein40.
C) Die eben entwickelten Unterschiede sind nicht der zufälligen Individualität beider Philosophen zuzuschreiben; es sind zwei entgegengesetzte Richtungen, die sich verkörpern. Wir sehen als Differenz der praktischen Energie, was oben als Unterschied des theoretischen Bewußtseins sich ausdrückt.
Wir betrachten endlich die Reflexionsform, die die Beziehung des Gedankens auf das Sein, das Verhältnis derselben darstellt. In dem allgemeinen Verhältnis, das der Philosoph der Welt und dem Gedanken zueinander gibt, verobjektiviert er sich nur, wie sein besonderes Bewußtsein sich zur realen Welt verhält.
Demokrit nun wendet als Reflexionsform der Wirklichkeit die Notwendigkeit an41. Aristoteles sagt von ihm, er führe Alles auf Notwendigkeit zurück42. Diogenes Laertius berichtet, der Wirbel der Atome, aus dem Alles entstehe, sei die demokritische Notwendigkeit43. Genügender spricht hierüber der Autor De placitis philosophorum: die Notwendigkeit sei nach Demokrit das Schicksal und das Recht und die Vorsehung und Weltschöpferin. Die Substanz aber dieser Notwendigkeit sei die Antitypie und die Bewegung und der Schlag der Materie44. Eine ähnliche Stelle findet sich in den physischen Eklogen des Stobäus45 und im sechsten Buch der Praeparatio evangelica des Eusebius46. In den ethischen Eklogen des Stobäus ist folgende Sentenz des Demokrit aufbewahrt47, die im vierzehnten Buch des Eusebius fast ebenso wiederholt wird48, nämlich: die Menschen fingierten sich das Scheinbild des Zufalls, — eine Manifestation ihrer eigenen Ratlosigkeit; denn mit einem starken Denken kämpfe der Zufall. Ebenso deutet Simplicius eine Stelle, in der Aristoteles von der alten Lehre spricht, die den Zufall aufhebt, auf den Demokrit49.
Dagegen Epikur: „Die Notwendigkeit, die von einigen als die Allherrscherin eingeführt ist, ist nicht, sondern Einiges ist zufällig, Anderes hängt von unserer Willkür ab. Die Notwendigkeit ist nicht zu überreden, der Zufall dagegen unstet. Es wäre besser, dem Mythos über die Götter zu folgen, als Knecht zu sein der εἱμαρμένη der Physiker. Denn jener läßt Hoffnung der Erbarmung wegen der Ehre der Götter, diese aber die unerbittliche Notwendigkeit. Der Zufall aber, nicht Gott, wie die Menge glaubt, ist anzunehmen50. Es ist ein Unglück, in der Notwendigkeit zu leben, aber in der Notwendigkeit zu leben, ist keine Notwendigkeit. Offen stehen überall zur Freiheit die Wege, viele, kurze, leichte. Danken wir daher Gott, daß niemand im Leben festgehalten werden kann. Zu bändigen die Notwendigkeit selbst, ist gestattet51.“
Ähnliches spricht der Epikureer Vellejus bei Cicero über die stoische Philosophie: „Was soll man von einer Philosophie halten, welcher, wie alten und zwar ungelehrten Vetteln, Alles durch das Fatum zu geschehen scheint? ... vom Epikur sind wir erlöst, in Freiheit gesetzt worden52.“
So leugnet Epikur selbst das disjunktive Urteil, um keine Notwendigkeit anerkennen zu müssen53.
Es wird zwar auch von Demokrit behauptet, er habe den Zufall angewandt; allein von den beiden Stellen, die sich hierüber beim Simplicius finden54, macht die eine die andere verdächtig, denn sie zeigt offenbar, daß nicht Demokrit die Kategorien des Zufalls gebraucht, sondern Simplicius sie ihm als Konsequenz beigelegt. Er sagt nämlich: Demokrit gebe von der Weltschöpfung im Allgemeinen keinen Grund an; er scheine also den Zufall zum Grunde zu machen. Hier handelt es sich aber nicht um die Inhaltsbestimmung, sondern um die Form, die Demokrit mit Bewußtsein angewandt hat. Ähnlich verhält es sich mit dem Bericht des Eusebius: Demokrit habe den Zufall zum Herrscher des Allgemeinen und Göttlichen gemacht und behauptet, hier geschehe Alles durch ihn, während er ihn vom menschlichen Leben und der empirischen Natur ferngehalten, seine Verkünder aber sinnlos gescholten habe55.
Teils sehen wir hierin eine bloße Konsequenzmacherei des christlichen Bischofs Dionysius, teils wo das Allgemeine und Göttliche anfängt, hört der demokritische Begriff der Notwendigkeit auf, vom Zufall verschieden zu sein.
Soviel ist also historisch sicher: Demokrit wendet die Notwendigkeit, Epikur den Zufall an; und zwar verwirft jeder die entgegengesetzte Ansicht mit polemischer Gereiztheit.
Die Hauptkonsequenz dieses Unterschiedes erscheint in der Erklärungsweise der einzelnen physischen Phänomene.
Die Notwendigkeit erscheint nämlich in der endlichen Natur als relative Notwendigkeit, als Determinismus. Die relative Notwendigkeit kann nur deduziert werden aus der realen Möglichkeit, das heißt, es ist ein Umkreis von Bedingungen, Ursachen, Gründen usw., durch welche sich jene Notwendigkeit vermittelt. Die reale Möglichkeit ist die Explikation der relativen Notwendigkeit. Und sie finden wir vom Demokrit angewandt. Wir führen einige Belege aus Simplicius an.
Wenn einer dürstet und trinkt und gesund wird: so wird Demokrit nicht den Zufall als die Ursache angeben, sondern das Dürsten. Denn wenn er auch bei der Weltschöpfung den Zufall zu gebrauchen schien: so behauptet er doch, daß dieser im Einzelnen von Nichts die Ursache sei, sondern führt auf andere Ursachen zurück. So sei zum Beispiel das Graben die Ursache des Schatzfindens oder das Wachsen des Ölbaums56.
Die Begeisterung und der Ernst, mit dem Demokrit jene Erklärungsweise in die Betrachtung der Natur einführt, die Wichtigkeit, die er der Begründungstendenz beilegt, spricht sich naiv in dem Bekenntnis aus: „Ich will lieber eine neue Ätiologie finden als die persische Königswürde erlangen57!“
Epikur steht dem Demokrit wiederum direkt gegenüber. Der Zufall ist eine Wirklichkeit, welche nur den Wert der Möglichkeit hat, die abstrakte Möglichkeit aber ist gerade der Antipode der realen. Die letztere ist beschränkt in scharfen Grenzen, wie der Verstand; die erstere schrankenlos, wie die Phantasie. Die reale Möglichkeit sucht die Notwendigkeit und Wirklichkeit ihres Objektes zu begründen; der abstrakten ist es nicht um das Objekt zu tun, das erklärt wird, sondern um das Subjekt, das erklärt. Es soll der Gegenstand nur möglich, denkbar sein. Was abstrakt möglich ist, was gedacht werden kann, das steht dem denkenden Subjekt nicht im Wege, ist ihm keine Grenze, kein Stein des Anstoßes. Ob diese Möglichkeit nun auch wirklich sei, ist gleichgültig, denn das Interesse erstreckt sich hier nicht auf den Gegenstand als Gegenstand.
Epikur verfährt daher mit einer grenzenlosen Nonchalance in der Erklärung der einzelnen physischen Phänomene.
Näher wird dies aus dem Briefe an den Pythokles erhellen, den wir später zu betrachten haben. Hier genüge es, auf sein Verhältnis zu den Meinungen früherer Physiker aufmerksam zu machen. Wo der Autor De placitis philosophorum und Stobäus die verschiedenen Ansichten der Philosophen über die Substanz der Sterne, die Größe und Figur der Sonne und ähnliches anführen, heißt es immer vom Epikur: Er verwirft keine dieser Meinungen, alle könnten richtig sein, er halte sich am Möglichen58. Ja, Epikur polemisiert sogar gegen die verständig bestimmende und eben daher einseitige Erklärungsweise aus realer Möglichkeit.
So sagt Seneca in seinen Quaestiones naturales: Epikur behauptet, alle jene Ursachen könnten sein, und versucht dazu noch mehrere andere Erklärungen und tadelt diejenigen, die behaupten, irgendeine bestimmte von diesen finde statt, da es gewagt sei, über das, was nur aus Konjekturen zu folgern, apodiktisch zu urteilen59.
Man sieht, es ist kein Interesse vorhanden, die Realgründe der Objekte zu untersuchen. Es handelt sich bloß um eine Beruhigung des erklärenden Subjekts. Indem alles Mögliche als möglich zugelassen wird, was dem Charakter der abstrakten Möglichkeit entspricht, wird offenbar der Zufall des Seins nur in den Zufall des Denkens übersetzt. Die einzige Regel, die Epikur vorschreibt, „nicht widersprechen dürfe die Erklärung der sinnlichen Wahrnehmung“, versteht sich von selbst; denn das Abstrakt-Mögliche besteht eben darin, frei von Widerspruch zu sein, der also zu verhüten ist60. Endlich gesteht Epikur, daß seine Erklärungsweise nur die Ataraxie des Selbstbewußtseins bezwecke, nicht die Naturerkenntnis an und für sich61.
Wie ganz entgegengesetzt er sich also auch hier zu Demokrit verhalte, bedarf wohl keiner Ausführung mehr.
Wir sehen also beide Männer sich Schritt für Schritt entgegenstehen. Der eine ist Skeptiker, der andere Dogmatiker; der eine hält die sinnliche Welt für subjektiven Schein, der andere für objektive Erscheinung. Derjenige, der die sinnliche Welt für subjektiven Schein hält, legt sich auf empirische Naturwissenschaft und positive Kenntnisse und stellt die Unruhe der experimentierenden, überall lernenden, in die Weite schweifenden Beobachtung dar. Der andere, der die erscheinende Welt für real hält, verachtet die Empirie; die Ruhe des in sich befriedigten Denkens, die Selbständigkeit, die ex principio interno ihr Wissen schöpft, sind in ihm verkörpert. Aber noch höher steigt der Widerspruch. Der Skeptiker und Empiriker, der die sinnliche Natur für subjektiven Schein hält, betrachtet sie unter dem Gesichtspunkte der Notwendigkeit und sucht die reale Existenz der Dinge zu erklären und zu fassen. Der Philosoph und Dogmatiker dagegen, der die Erscheinung für real hält, sieht überall nur Zufall, und seine Erklärungsweise geht vielmehr dahin, alle objektive Realität der Natur aufzuheben. Es scheint eine gewisse Verkehrtheit in diesen Gegensätzen zu liegen.
Kaum aber kann man noch vermuten, daß diese Männer, in allem sich widersprechend, einer und derselben Lehre anhangen werden. Und doch scheinen sie aneinander gekettet.
Ihr Verhältnis im Allgemeinen zu fassen, ist die Aufgabe des nächsten Abschnittes.
[IV. Allgemeine prinzipielle Differenz zwischen demokritischer und epikureischer Naturphilosophie]
[Der Text des IV. und V. Kapitels ist nicht erhalten. Erhalten sind Marx’ Anmerkungen zum IV. Kapitel:]
(1) Wie diese moralische Manier alle theoretische und praktische Uneigennützigkeit vernichtet, dazu liefert einen abschreckenden historischen Beleg Plutarch in seiner Biographie des Marius. Nachdem er den schrecklichen Untergang der Cimbern beschrieben: wird erzählt, so viele Leichen seien gewesen, daß die Massalioten ihre Weinberge damit düngen konnten. Darauf sei Regen gekommen, und dies sei das fruchtbarste Wein- und Obstjahr geworden. Welche Reflexionen stellt nun der edle Historiker bei dem tragischen Untergange jenes Volkes an? Plutarch findet es moralisch von Gott, daß er ein ganzes, großes, edles Volk umkommen und verfaulen ließ, um den Marseiller Philistern eine fette Obsternte zu verschaffen. Also selbst die Verwandlung eines Volkes in einen Misthaufen gibt erwünschte Gelegenheit zu moralischem Schwärmereivergnügen!
(2) Auch in betreff Hegels ist es bloße Ignoranz seiner Schüler, wenn sie diese oder jene Bestimmung seines Systems aus Akkommodation und dergleichen, mit einem Worte moralisch erklären. Sie vergessen, daß sie vor einer kaum abgelaufenen Zeitspanne, wie man ihnen aus ihren eigenen Schriften evident beweisen kann, allen seinen Einseitigkeiten begeistert anhingen.
Waren sie wirklich so affiziert von der fertig empfangenen Wissenschaft, daß sie derselben mit naivem, unkritischem Vertrauen sich hingaben: wie gewissenlos ist es, dem Meister eine versteckte Absicht hinter seiner Einsicht vorzuwerfen, dem die Wissenschaft keine empfangene, sondern eine werdende war, bis an deren äußerste Peripherie sein eigenstes geistiges Herzblut hinpulsierte. Vielmehr verdächtigen sie damit sich selbst, als sei es ihnen früher nicht Ernst gewesen, und diesen ihren eigenen früheren Zustand bekämpfen sie unter der Form, daß sie ihn Hegel zuschreiben, vergessen aber dabei, daß er in unmittelbarem, substanzialem, sie in reflektiertem Verhältnis zu seinem System standen.
Daß ein Philosoph diese oder jene scheinbare Inkonsequenz aus dieser oder jener Akkommodation begeht, ist denkbar; er selbst mag dieses in seinem Bewußtsein haben. Allein was er nicht in seinem Bewußtsein hat, daß die Möglichkeit dieser scheinbaren Akkommodation in einer Unzulänglichkeit oder unzulänglichen Fassung seines Prinzips selber ihre innerste Wurzel hat. Hätte also wirklich ein Philosoph sich akkommodiert, so haben seine Schüler aus seinem inneren wesentlichen Bewußtsein das zu erklären, was für ihn selbst die Form eines exoterischen Bewußtseins hatte. Auf diese Weise ist, was als Fortschritt des Gewissens erscheint, zugleich ein Fortschritt des Wissens. Es wird nicht das partikulare Gewissen des Philosophen verdächtigt, sondern seine wesentliche Bewußtseinsform konstruiert, in eine bestimmte Gestalt und Bedeutung erhoben und damit zugleich darüber hinausgegangen.
Ich betrachte übrigens diese unphilosophische Wendung eines großen Teiles der Hegelschen Schule als eine Erscheinung, die immer den Übergang aus der Disziplin in die Freiheit begleiten wird.
Es ist ein psychologisches Gesetz, daß der in sich frei gewordene theoretische Geist zur praktischen Energie wird, als Wille aus dem Schattenreiche des Amenthes hervortretend, sich gegen die weltliche, ohne ihn vorhandene Wirklichkeit kehrt. (Wichtig aber ist es in philosophischer Hinsicht, diese Seiten mehr zu spezifizieren, weil aus der bestimmten Weise dieses Umschlagens rückgeschlossen werden kann auf die immanente Bestimmtheit und den weltgeschichtlichen Charakter einer Philosophie. Wir sehen hier gleichsam ihr curriculum vitae aufs Enge, auf die subjektive Pointe gebracht.) Allein die Praxis der Philosophie ist selbst theoretisch. Es ist die Kritik, die die einzelne Existenz am Wesen, die besondere Wirklichkeit an der Idee mißt. Allein diese unmittelbare Realisierung der Philosophie ist ihrem innersten Wesen nach mit Widersprüchen behaftet, und dieses ihr Wesen gestaltet sich in der Erscheinung und prägt ihr sein Siegel auf.
Indem die Philosophie als Wille sich gegen die erscheinende Welt herauskehrt, ist das System zu einer abstrakten Totalität herabgesetzt, das heißt, es ist zu einer Seite der Welt geworden, der eine andere gegenübersteht. Sein Verhältnis zur Welt ist ein Reflexionsverhältnis. Begeistert mit dem Trieb, sich zu verwirklichen, tritt es in Spannung gegen Anderes. Die innere Selbstgenügsamkeit und Abrundung ist gebrochen. Was innerliches Licht war, wird zur verzehrenden Flamme, die sich nach außen wendet. So ergibt sich die Konsequenz, daß das Philosophisch-Werden der Welt zugleich ein Weltlich-Werden der Philosophie, daß ihre Verwirklichung zugleich ihr Verlust, daß, was sie nach außen bekämpft, ihr eigener innerer Mangel ist, daß gerade im Kampfe sie selbst in die Schäden verfällt, die sie am Gegenteil als Schäden bekämpft, und daß sie diese Schäden erst aufhebt, indem sie in dieselben verfällt. Was ihr entgegentritt und was sie bekämpft, ist immer dasselbe, was sie ist, nur mit umgekehrten Faktoren.
Dies ist die eine Seite, wenn wir die Sache rein objektiv als unmittelbare Realisierung der Philosophie betrachten. Allein sie hat, was nur eine andere Form davon ist, auch eine subjektive Seite. Dies ist das Verhältnis des philosophischen Systems, das verwirklicht wird, zu seinen geistigen Trägern, zu den einzelnen Selbstbewußtsein, an denen ihr Fortschritt erscheint. Es ergibt sich aus dem Verhältnis, das in der Realisierung der Philosophie selbst der Welt gegenüberliegt, daß diese einzelnen Selbstbewußtsein immer eine zweischneidige Forderung haben, deren die eine sich gegen die Welt, die andere gegen die Philosophie selbst kehrt. Denn, was als ein in sich selbst verkehrtes Verhältnis an der Sache, erscheint an ihnen als eine doppelte, sich selbst widersprechende Forderung und Handlung. Ihre Freimachung der Welt von der Unphilosophie ist zugleich ihre eigene Befreiung von der Philosophie, die sie als ein bestimmtes System in Fesseln schlug. Weil sie selbst erst im Akt und der unmittelbaren Energie der Entwicklung begriffen, also in theoretischer Hinsicht noch nicht über jenes System hinausgekommen sind: empfinden sie nur den Widerspruch mit der plastischen Sichselbstgleichheit des Systems und wissen nicht, daß, indem sie sich gegen dasselbe wenden, sie nur seine einzelnen Momente verwirklichen.
Endlich tritt diese Gedoppeltheit des philosophischen Selbstbewußtseins als eine doppelte, sich auf das extremste gegenüberstehende Richtung auf, deren eine, die liberale Partei, wie wir sie im Allgemeinen bezeichnen können, den Begriff und das Prinzip der Philosophie, die andere ihren Nichtbegriff, das Moment der Realität, als Hauptbestimmung festhält. Diese zweite Richtung ist die positive Philosophie. Die Tat der ersten ist die Kritik, also gerade das Sich-nach-außen-wenden der Philosophie, die Tat der zweiten der Versuch zu philosophieren, also das In-sich-wenden der Philosophie, indem sie den Mangel als der Philosophie immanent weiß, während die erste ihn als Mangel der Welt, die philosophisch zu machen, begreift. Jede dieser Parteien tut gerade das, was die andere tun will und was sie selbst nicht tun will. Die erste aber ist sich bei ihrem inneren Widerspruch des Prinzips im Allgemeinen bewußt und ihres Zwecks. In der zweiten erscheint die Verkehrtheit, sozusagen die Verrücktheit, als solche. Im Inhalt bringt es nur die liberale Partei, weil die Partei des Begriffs, zu realen Fortschritten, während die positive Philosophie es nur zu Forderungen und Tendenzen, deren Form ihrer Bedeutung widerspricht, zu bringen imstande ist.
Was also erstens als ein verkehrtes Verhältnis und feindliche Diremption der Philosophie mit der Welt erscheint, wird zweitens zu einer Diremption des einzelnen philosophischen Selbstbewußtseins in sich selbst und erscheint endlich als eine äußere Trennung und Gedoppeltheit der Philosophie, als zwei entgegengesetzte philosophische Richtungen.
Es versteht sich, daß außerdem noch eine Menge untergeordneter, quengelnder, individualitätsloser Gestaltungen auftauchen, die sich entweder hinter eine philosophische Riesengestalt der Vergangenheit stellen, — aber bald bemerkt man den Esel unter der Löwenhaut, die weinerliche Stimme eines Mannequin von heute und gestern greint komisch kontrastierend hervor hinter der gewaltigen, Jahrhunderte durchtönenden Stimme, etwa des Aristoteles, zu deren unwillkommenem Organe sie sich gemacht; es ist, als wenn ein Stummer sich durch ein Sprachrohr von enormer Größe zu Stimme verhelfen wollte — oder aber, mit doppelter Brille bewaffnet, steht irgendein Liliputaner, auf einem Minimum vom posterius des Riesen, verkündet der Welt nun ganz verwundert, welche überraschend neue Aussicht von seinem punctum visus aus sich darbiete, und müht sich lächerlich ab, darzutun, nicht im flutenden Herzen, sondern im soliden kernigen Revier, auf dem er steht, sei der Punkt des Archimedes gefunden, ποῦ στῶ, an dem die Welt in Angeln hängt. So entstehen Haar-, Nägel-, Zehen-, Exkrementenphilosophen und andere, die einen noch schlimmeren Posten im mystischen Weltmenschen des Swedenborg zu repräsentieren haben. Allein ihrem Wesen nach fallen alle diese Schleimtierchen den beiden Richtungen, als ihrem Element, anheim, die angegeben sind. Was diese selbst betrifft, werde ich an einem anderen Orte ihr Verhältnis teils zueinander, teils zur Hegelschen Philosophie und die einzelnen historischen Momente, in denen diese Entwicklung sich darstellt, vollständig explizieren.
(3) Diogen. Laert. IX, 44. … μηδέν τ’ ἐκ τοῦ μὴ ὄντος γίνεσθαι μηδ’ εἰς τὸ μὴ ὂν φθείρεσθαι (Democritus).
Id. X, 38. πρῶτον μὲν ὅτι οὐδὲν γίνεται ἐκ τοῦ μὴ ὄντος· πᾶν γὰρ ἐκ παντὸς ἐγένετ’ ἂν … 39. καὶ εἰ ἐφθείρετο δὲ τὸ ἀφανιζόμενον εἰς τὸ μὴ ὄν, πάντ’ ἂν ἀπολώλει τὰ πράγματα, οὐκ ὄντων τῶν εἰς ἃ διελύετο. καὶ μὴν καὶ τὸ πᾶν ἀεὶ τοιοῦτον ἦν οἷον καὶ νῦν ἐστι καὶ ἀεὶ τοιοῦτον ἔσται. οὐδὲν γάρ ἐστιν εἰς ὃ μεταβάλλει (Epicurus).
(4) Aristot. Phys. I, 4. εἰ γὰρ πᾶν μὲν τὸ γιγνόμενον ἀνάγκη γίνεσθαι ἢ ἐξ ὄντων ἢ ἐκ μὴ ὄντων γίνεσθαι ἀδύνατον (περὶ γὰρ ταύτης ὁμογνωμονοῦσι τῆς δόξης ἅπαντες …).
(5) Themist. Schol. ad Aristot. (coll. Brandis.) c. 42. p. 383. ὥςπερ γὰρ τοῦ μηδενὸς οὐδεμία ἐστὶ διαφορά, οὕτω καὶ τοῦ κενοῦ. τὸ γὰρ κενὸν μὴ ὄν τι καὶ στέρησιν λέγει κ. τ. λ.
(6) Aristot. Metaphys. I, 4. Λεύκιππος δὲ καὶ ὁ ἑταῖρος αὐτοῦ Δημόκριτος στοιχεῖα μὲν τὸ πλῆρες καὶ τὸ κενὸν εἶναί φασι, λέγοντες οἷον τὸ μὲν ὂν τὸ δὲ μὴ ὄν, τούτων δὲ τὸ πλῆρες καὶ τὸ στερεὸν τὸ ὄν, τὸ δὲ κενόν γε καὶ μανὸν τὸ μὴ ὄν. διὸ καὶ οὐδὲν μᾶλλον τὸ ὂν τοῦ μὴ ὄντος εἶναί φασι, ὅτι οὐδὲ τὸ κενὸν τοῦ σώματος.
(7) Themist. l. c. 326. καὶ Δημόκριτος τὸ πλῆρες καὶ τὸ κενόν, ὧν τὸ μὲν ὡς ὂν τὸ δὲ ὡς οὐκ ὂν εἶναί φησιν.
(8) Simplic. l. c. p. 488. Δημόκριτος ἡγεῖται τὴν τῶν ἀϊδίων φύσιν εἶναι μικρὰς οὐσίας, πλῆθος ἀπείρους, ταύταις δὲ τόπον ἄλλον ὑποτίθησιν ἄπειρον τῷ μεγέθει, προσαγορεύει δὲ τὸν μὲν τόπον τοῖς δὲ ὀνόμασι, τῷ δὲ κενῷ καὶ τῷ οὐδενὶ καὶ τῷ ἀπείρῳ, τῶν δὲ οὐσιῶν ἑκάστην τῷ τῷδε καὶ τῷ ναστῷ καὶ τῷ ὄντι.
(9) Vgl. Simplic. l. c. p. 514. ἓν καὶ πολλά.
(10) Diogen. Laert. l. c. 40. εἰ μὴ ἦν ὃ κενὸν καὶ χώραν καὶ ἀναφῆ φύσιν ὀνομάζομεν.
Stob. Ecl. phys. I p. 39. Ἐπίκουρος ὀνόμασι πᾶσι παραλλάττειν κενόν, τόπον, χώραν.
(11) Stob. Ecl. phys. X, p. 27. εἴρηται δὲ ἄτομος, οὐχ ὅτι ἐστὶν ἐλαχίστη.
(12) Simpl. l. c. p. 405. οἱ δὲ τῆς ἐπ’ ἄπειρον τομῆς ἀπεγνωκότες, ὡς οὐ δυναμένου ἡμῶν ἐπ’ ἄπειρον τέμνειν, καὶ ἐκ τούτου πιστώσασθαι τὸ ἀκατάληκτον τῆς τομῆς, ἐξ ἀδιαιρέτων ἔλεγον ὑφίστασθαι τὰ σώματα καὶ εἰς ἀδιαίρετα διαιρεῖσθαι. πλὴν ὅτι Λεύκιππος καὶ Δημόκριτος οὐ μόνον τὴν ἀλήθειαν αἰτίαν τοῖς πρώτοις σώμασι τοῦ μὴ διαιρεῖσθαι νομίζουσιν, ἀλλὰ καὶ τὸ σμικρὸν καὶ τὸ ἀμερές, Ἐπίκουρος δὲ ὕστερον ἀμερῆ οὐχ ἡγεῖται, ἄτομα δὲ αὐτὰ διὰ τὴν ἀπάθειαν εἶναί φησιν. καὶ πολλαχοῦ μὲν τὴν Δημοκρίτου δόξαν καὶ Λευκίππου ὁ Ἀριστοτέλης διήλεγξεν, καὶ δι’ ἐκείνους ἴσως τοὺς ἐλέγχους πρὸς τὸ ἀμερὲς ἐνισταμένους ὁ Ἐπίκουρος ὕστερον γενόμενος, συμπαθῶν δὲ τῇ Δημοκρίτου καὶ Λευκίππου δόξῃ περὶ τῶν πρώτων σωμάτων, ἀπαθῆ μὲν ἐφύλαξεν αὐτά …
(13) Aristot. de Gener. et Corrupt. I, 2. αἴτιον δὲ τοῦ ἐπ’ ἔλαττον δύνασθαι τὰ ὁμολογούμενα συνορᾶν ἡ ἀπειρία. διό, ὅσοι συνῳκήκασι μᾶλλον ἐν τοῖς φυσικοῖς, μᾶλλον δύνανται ὑποτίθεσθαι τοιαύτας ἀρχάς, αἳ ἐπὶ πολὺ δύνανται συνείρειν· οἱ δ’ ἐκ τῶν πολλῶν λόγων ἀθεώρητοι τῶν ὑπαρχόντων ὄντες, πρὸς ὀλίγα ἐπιβλέψαντες, ἀποφαίνονται ῥᾶον. ἴδοι δ’ ἄν τις καὶ ἐκ τούτων ὅσον διαφέρουσιν οἱ φυσικῶς καὶ λογικῶς σκοποῦντες· περὶ γὰρ τοῦ ἄτομα εἶναι μεγέθη οἱ μέν φασιν, ὅτι τὸ αὐτοτρίγωνον πολλὰ ἔσται. Δημόκριτος δ’ ἂν φανείη οἰκείοις καὶ φυσικοῖς λόγοις πεπεῖσθαι.
(14) Diogen. Laert. IX, 40. Ἀριστόξενος δ’ ἐν τοῖς ἱστορικοῖς ὑπομνήμασί φησι, Πλάτωνα θελῆσαι συμφλέξαι τὰ Δημοκρίτου συγγράμματα ὁπόσα ἠδυνήθη συναγαγεῖν, Ἀμύκλαν δὲ καὶ Κλεινίαν τοὺς Πυθαγορικοὺς κωλῦσαι αὐτόν, ὡς οὐδὲν ὄφελος· παρὰ πολλοῖς γὰρ εἶναι βιβλία ἤδη. καὶ δῆλον δέ· πάντων γὰρ σχεδὸν τῶν ἀρχαίων μεμνημένος ὁ Πλάτων οὐδαμοῦ Δημοκρίτου διαμνημονεύει, ἀλλ’ οὐδ’ ἔνθα ἀντειπεῖν τι αὐτῷ δέοι, δῆλον ὅτι εἰδὼς ὡς πρὸς τὸν ἄριστον οὕτω τῶν φιλοσόφων ἔσοιτο.
Zweiter Teil. Über die Differenz der demokritischen und epikureischen Physik im Einzelnen
Erstes Kapitel. Die Deklination des Atoms von der geraden Linie
Epikur nimmt eine dreifache Bewegung der Atome im Leeren an62. Die eine Bewegung ist die des Falles in gerader Linie; die andere entsteht dadurch, daß das Atom von der geraden Linie abweicht; und die dritte wird gesetzt durch die Repulsion der vielen Atome. Die Annahme der ersten und letzten Bewegung hat Demokrit mit dem Epikur gemein, die Deklination des Atoms von der geraden Linie unterscheidet ihn von demselben63.
Über diese deklinierende Bewegung ist viel gescherzt worden. Cicero vor Allen ist unerschöpflich, wenn er dies Thema berührt. So heißt es unter anderem bei ihm: „Epikur behauptet, die Atome würden durch ihr Gewicht abwärts getrieben in gerader Linie; diese Bewegung sei die natürliche der Körper. Dann aber fiel es auf, daß, wenn alle von oben nach unten getrieben würden, nie ein Atom das andere treffen könne. Der Mann nahm daher zu einer Lüge seine Zuflucht. Er sagte, das Atom weiche ganz wenig aus, was aber durchaus unmöglich ist. Daher entständen Komplexionen, Kopulationen und Adhäsionen der Atome unter sich, und aus diesen die Welt und alle Teile der Welt und, was in ihr ist. Außerdem, daß die Sache knabenhaft fingiert ist, erreicht er nicht einmal, was er will64.“ Eine andere Wendung finden wir bei Cicero im ersten Buche der Schrift »Über die Natur der Götter«. „Da Epikur einsah, daß, wenn die Atome durch ihr eigenes Gewicht abwärts getrieben würden, nichts in unserer Gewalt stände, weil ihre Bewegung bestimmt und notwendig ist: erfand er ein Mittel, der Notwendigkeit zu entgehen, was dem Demokrit entgangen war. Er sagt, das Atom, obgleich es durch Gewicht und Schwere von oben nach unten getrieben wird, weiche ein klein wenig aus. Dies zu behaupten, ist schmählicher, als das, was er will, nicht verteidigen zu können65.“
Ähnlich urteilt Pierre Bayle.
„Avant lui (c.-à-d. Epicure) on n’avait admis dans les atomes que le mouvement de pesanteur et celui de réflexion. Epicure supposa, que même au milieu du vide les atomes déclinaient un peu de la ligne droite; et de là venait la liberté, disait-il … Remarquons en passant que ce ne fut le seul motif, qui le porta à inventer ce mouvement de déclinaison; il le fit servir aussi à expliquer le rencontre des atomes, car il vit bien, qu’en supposant, qu’ils se mouvaient avec une égale vitesse par des lignes droites, qui tendaient toutes de haut en bas, il ne ferait jamais comprendre qu’ils eussent pu se rencontrer, et qu’aussi la production du monde aurait été impossible. Il fallut donc, qu’ils s’écartaient de la ligne droite66.“
Ich lasse einstweilen die Bündigkeit dieser Reflexionen dahingestellt. Soviel wird jeder im Vorbeigehen bemerken können, daß der neueste Kritiker des Epikur, Schaubach, den Cicero falsch aufgefaßt hat, wenn er sagt: „Die Atome würden alle durch die Schwere abwärts, also nach physischen Gründen parallel getrieben, bekämen aber durch gegenseitiges Abstoßen eine andere Richtung, nach Cicero (de Nat. Deor. I, 25) eine schräge Bewegung durch zufällige Ursachen, und zwar von Ewigkeit her67.“ Cicero macht in der angeführten Stelle erstens nicht das Abstoßen zum Grunde der schrägen Richtung, sondern vielmehr die schräge Richtung zum Grunde des Abstoßens. Zweitens spricht er nicht von zufälligen Ursachen, sondern tadelt vielmehr, daß gar keine Ursachen angegeben werden, wie es denn an und für sich widersprechend wäre, zugleich das Abstoßen und nichtsdestoweniger zufällige Ursachen als Grund der schrägen Richtung anzunehmen. Höchstens könnte dann noch von zufälligen Ursachen des Abstoßens, nicht aber der schrägen Richtung die Rede sein.
Eine Sonderbarkeit in Ciceros und Bayles Reflexionen ist übrigens zu augenfällig, um sie nicht sogleich hervorzuheben. Sie schieben nämlich dem Epikur Beweggründe unter, von denen der eine den anderen aufhebt. Einmal soll Epikur die Deklination der Atome annehmen, um die Repulsion, das andere Mal, um die Freiheit zu erklären. Treffen sich aber die Atome nicht ohne Deklination: so ist die Deklination zur Begründung der Freiheit überflüssig; denn das Gegenteil der Freiheit beginnt, wie wir aus Lukrez68 ersehen, erst mit dem deterministischen und gewaltsamen Sich-Treffen der Atome. Treffen sich aber die Atome ohne Deklination, so ist sie zur Begründung der Repulsion überflüssig. Ich sage, dieser Widerspruch entsteht, wenn die Gründe der Deklination des Atoms von der geraden Linie so äußerlich und zusammenhanglos aufgefaßt werden, wie es von Cicero und Bayle geschieht. Wir werden bei Lukrez, der überhaupt von allen Alten die epikureische Physik allein begriffen hat, eine tiefere Darstellung finden.
Wir wenden uns jetzt zur Betrachtung der Deklination selbst.
Wie der Punkt in der Linie aufgehoben ist: so ist jeder fallende Körper in der geraden Linie aufgehoben, die er beschreibt. Hier kommt es gar nicht auf seine spezifische Qualität an. Ein Apfel beschreibt beim Falle so gut eine senkrechte Linie als ein Stück Eisen. Jeder Körper, sofern er in der Bewegung des Falles aufgefaßt wird, ist also nichts als ein sich bewegender Punkt, und zwar ist er ein unselbständiger Punkt, der in einem gewissen Dasein — der geraden Linie, die er beschreibt — seine Einzelheit aufgibt. Aristoteles bemerkt daher mit Recht gegen die Pythagoreer: „Ihr sagt, die Bewegung der Linie sei die Fläche, die des Punktes die Linie; also werden auch die Bewegungen der Monaden Linien sein69.“ Die Konsequenz hiervon sowohl bei den Monaden als den Atomen wäre also, da sie in steter Bewegung sind70, daß weder Monade noch Atom existieren, sondern vielmehr in der geraden Linie untergehen; denn die Solidität des Atoms ist noch gar nicht vorhanden, sofern es nur als in gerader Linie fallend aufgefaßt wird. Zunächst, wenn die Leere als räumliche Leere vorgestellt wird, ist das Atom die unmittelbare Negation des abstrakten Raumes, also ein räumlicher Punkt. Die Solidität, die Intensivität, die sich gegen das Außereinander des Raumes in sich behauptet, kann nur durch ein Prinzip hinzukommen, das den Raum seiner ganzen Sphäre nach negiert, wie es in der wirklichen Natur die Zeit ist. Außerdem, wollte man dies selbst nicht zugeben, ist das Atom, soweit seine Bewegung gerade Linie ist, rein durch den Raum bestimmt, ihm ein relatives Dasein vorgeschrieben und seine Existenz eine rein materielle. Aber wir haben gesehen, das eine Moment im Begriff des Atoms ist, reine Form, Negation aller Relativität, aller Beziehung auf ein anderes Dasein zu sein. Wir haben zugleich bemerkt, daß Epikur beide Momente, die sich zwar widersprechen, die aber im Begriff des Atoms liegen, sich verobjektiviert.
Wie kann Epikur nun die reine Formbestimmung des Atoms, den Begriff der reinen Einzelheit, der jedes durch Anderes bestimmte Dasein negiert, verwirklichen?
Da er sich im Felde des unmittelbaren Seins bewegt, so sind alle Bestimmungen unmittelbare. Also werden die entgegengesetzten Bestimmungen als unmittelbare Wirklichkeiten sich entgegengesetzt.
Die relative Existenz aber, die dem Atom gegenübertritt, das Dasein, das es zu negieren hat, ist die gerade Linie. Die unmittelbare Negation dieser Bewegung ist eine andere Bewegung, also, selbst räumlich vorgestellt, die Deklination von der geraden Linie.
Die Atome sind rein selbständige Körper, oder vielmehr der Körper, in absoluter Selbständigkeit gedacht, wie die Himmelskörper. Sie bewegen sich daher auch, wie diese, nicht in geraden, sondern in schrägen Linien. Die Bewegung des Falles ist die Bewegung der Unselbständigkeit.
Wenn also Epikur in der Bewegung des Atoms nach gerader Linie die Materialität desselben darstellt, so hat er in der Deklination von der geraden Linie seine Formbestimmung realisiert; und diese entgegengesetzten Bestimmungen werden als unmittelbar entgegengesetzte Bewegungen vorgestellt.
Lukrez behauptet daher mit Recht, daß die Deklination die fati foedera durchbricht71; und, wie er dies sogleich auf das Bewußtsein anwendet72, so kann vom Atom gesagt werden, die Deklination sei das Etwas in seiner Brust, was entgegenkämpfen und widerstehen kann.
Wenn Cicero aber dem Epikur vorwirft,
„er erreiche nicht einmal das, weswegen er dies erdichtet habe; denn deklinierten alle Atome, so würden sich nie welche verbinden, oder einige würden ausweichen, andere würden durch ihre Bewegung geradeaus getrieben werden. Man müßte also gleichsam den Atomen bestimmte Posten zuweisen, welche geradeaus und welche schräg sich bewegen sollten73“,
so hat dieser Einwurf darin seine Berechtigung, daß beide Momente, die im Begriff des Atoms liegen, als unmittelbar verschiedene Bewegungen vorgestellt werden, also auch verschiedenen Individuen zufallen müßten; — eine Inkonsequenz, die aber konsequent ist, denn des Atoms Sphäre ist die Unmittelbarkeit.
Epikur fühlt recht gut den Widerspruch, der darin liegt. Er sucht daher die Deklination soviel als möglich unsinnlich darzustellen. Sie ist
nec regione loci certa nec tempore certo74
sie geschieht im möglichst kleinsten Raume75.
Ferner tadelt Cicero76 und, nach Plutarch, mehrere Alten77, daß die Deklination des Atoms ohne Ursache geschehe; und etwas Schmählicheres, sagt Cicero, kann einem Physiker nicht passieren78. Allein erstens würde eine physische Ursache, wie sie Cicero will, die Deklination des Atoms in die Reihe des Determinismus zurückwerfen, aus dem sie gerade erheben soll. Dann aber ist das Atom noch gar nicht vollendet, ehe es in der Bestimmung der Deklination gesetzt ist. Nach der Ursache dieser Bestimmung fragen heißt also, nach der Ursache fragen, die das Atom zum Prinzip macht, — eine Frage, die offenbar für den sinnlos ist, dem das Atom Ursache von Allem, also selbst ohne Ursache ist.
Wenn endlich Bayle79, auf die Autorität des Augustinus gestützt80, nach dem Demokrit den Atomen ein spirituelles Prinzip zugeschrieben hat — eine Autorität, die übrigens bei dem Gegensatz zu Aristoteles und den anderen Alten gänzlich unbedeutend ist —, dem Epikur vorwirft, statt dieses spirituellen Prinzips die Deklination ersonnen zu haben: so wäre im Gegenteil mit der Seele des Atoms bloß ein Wort gewonnen, während in der Deklination die wirkliche Seele des Atoms, der Begriff der abstrakten Einzelheit, dargestellt ist.
Ehe wir die Konsequenz der Deklination des Atoms von der geraden Linie betrachten, ist noch ein höchst wichtiges, bis jetzt gänzlich übersehenes Moment hervorzuheben.
Die Deklination des Atoms von der geraden Linie ist nämlich keine besondere, zufällig in der epikureischen Physik vorkommende Bestimmung. Das Gesetz, das sie ausdrückt, geht vielmehr durch die ganze epikureische Philosophie hindurch, so allerdings, wie sich von selbst versteht, daß die Bestimmtheit seiner Erscheinung von der Sphäre abhängig ist, in der es angewandt wird.
Die abstrakte Einzelheit kann nämlich ihren Begriff, ihre Formbestimmung, das reine Fürsichsein, die Unabhängigkeit von dem unmittelbaren Dasein, das Aufgehobensein aller Relativität, nur so betätigen, daß sie von dem Dasein, das ihr gegenübertritt, abstrahiert; denn um es wahrhaft zu überwinden, müßte sie es idealisieren, was nur die Allgemeinheit vermag.
Wie also das Atom von seiner relativen Existenz, der geraden Linie, sich befreit, indem es von ihr abstrahiert, von ihr ausbeugt: so beugt die ganze epikureische Philosophie überall da dem beschränkenden Dasein aus, wo der Begriff der abstrakten Einzelheit, die Selbständigkeit und Negation aller Beziehung auf Anderes, in seiner Existenz dargestellt werden soll.
So ist der Zweck des Tuns das Abstrahieren, das Ausbeugen vor dem Schmerz und der Verwirrung, die Ataraxie81. So ist das Gute die Flucht vor dem Schlechten82, so ist die Lust das Ausbeugen vor der Pein83. Endlich, wo die abstrakte Einzelheit in ihrer höchsten Freiheit und Selbständigkeit, in ihrer Totalität erscheint, da ist konsequenterweise das Dasein, dem ausgebeugt wird, alles Dasein; und daher beugen die Götter der Welt aus, und bekümmern sich nicht um dieselbe, und wohnen außerhalb derselben84.
Man hat gespottet über diese Götter des Epikur, die, Menschen ähnlich, in den Intermundien der wirklichen Welt wohnen, keinen Körper, sondern einen Quasikörper, kein Blut85, sondern Quasiblut haben und, in seliger Ruhe verharrend, kein Flehen erhören, unbekümmert um uns und die Welt, wegen ihrer Schönheit, ihrer Majestät und ihrer vorzüglichen Natur, keines Gewinnes wegen, verehrt werden.
Und doch sind diese Götter nicht Fiktion des Epikur. Sie haben existiert. Es sind die plastischen Götter der griechischen Kunst. Cicero, der Römer, persifliert sie mit Recht86; aber Plutarch, der Grieche, hat alle griechische Anschauung vergessen, wenn er meint, Furcht und Aberglaube hebe diese Lehre von den Göttern auf, Freude und Gunst der Götter gebe sie nicht, sondern sie leihe uns zu ihnen das Verhältnis, das wir zu den hyrkanischen Fischen haben, von denen wir weder Schaden noch Nutzen erwarten87. Die theoretische Ruhe ist ein Hauptmoment des griechischen Göttercharakters, wie auch Aristoteles sagt: „Was das Beste ist, bedarf keiner Handlung, denn es selbst ist der Zweck88.“
Wir betrachten jetzt die Konsequenz, die aus der Deklination des Atoms unmittelbar hervorgeht. Es ist in ihr ausgedrückt, daß das Atom alle Bewegung und Beziehung negiert, worin es als ein besonderes Dasein von einem anderen bestimmt wird. Es ist dies so dargestellt, daß das Atom abstrahiert von dem Dasein, das ihm gegenübertritt, und sich demselben entzieht. Was aber hierin enthalten ist, seine Negation aller Beziehung auf Anderes, muß verwirklicht, positiv gesetzt werden. Dies kann nur geschehen, indem das Dasein, auf das es sich bezieht, kein anderes als es selbst ist, also ebenfalls ein Atom und, da es selbst unmittelbar bestimmt ist, viele Atome. So ist die Repulsion der vielen Atome die notwendige Verwirklichung der lex atomi, wie Lukrez die Deklination nennt. Weil hier aber jede Bestimmung als ein besonderes Dasein gesetzt wird: so kommt die Repulsion als dritte Bewegung zu den früheren hinzu. Mit Recht sagt Lukrez, wenn die Atome nicht zu deklinieren pflegten, wäre weder Gegenschlag noch Treffen derselben entstanden, und niemals die Welt erschaffen worden89. Denn die Atome sind sich selbst ihr einziges Objekt, können sich nur auf sich selbst beziehen, also, räumlich ausgedrückt, sich treffen, indem jede relative Existenz derselben, in der sie auf Anderes sich bezögen, negiert ist; und diese relative Existenz ist, wie wir gesehen haben, ihre ursprüngliche Bewegung, die des Falles in gerader Linie. Also treffen sie sich erst durch Deklination von derselben. Um die bloß materielle Zersplitterung ist es nicht zu tun90.
Und in Wahrheit: die unmittelbar seiende Einzelheit ist erst ihrem Begriff nach verwirklicht, insofern sie sich auf ein Anderes bezieht, das sie selbst ist, wenn auch das Andere in der Form unmittelbarer Existenz gegenübertritt. So hört der Mensch erst auf, Naturprodukt zu sein, wenn das Andere, auf das er sich bezieht, keine verschiedene Existenz, sondern selbst ein einzelner Mensch ist, ob auch noch nicht der Geist. Daß der Mensch als Mensch sich aber sein einziges wirkliches Objekt werde, dazu muß er sein relatives Dasein, die Macht der Begierde und der bloßen Natur, in sich gebrochen haben. Die Repulsion ist die erste Form des Selbstbewußtseins; sie entspricht daher dem Selbstbewußtsein, das sich als Unmittelbar-Seiendes, Abstrakt-Einzelnes erfaßt.
In der Repulsion ist also der Begriff des Atoms verwirklicht, wonach es die abstrakte Form, aber nicht minder das Gegenteil, wonach es abstrakte Materie ist; denn das, auf das es sich bezieht, sind zwar Atome, aber andere Atome. Verhalte ich mich aber zu mir selbst als zu einem Unmittelbar-Anderen, so ist mein Verhalten ein materielles. Es ist die höchste Äußerlichkeit, die gedacht werden kann. In der Repulsion der Atome ist also die Materialität derselben, die im Falle nach gerader Linie, und die Formbestimmung derselben, die in der Deklination poniert war, synthetisch vereinigt.
Demokrit im Gegensatz zu Epikur macht zu einer gewaltsamen Bewegung, zu einer Tat der blinden Notwendigkeit, was jenem Verwirklichung des Begriffs des Atoms ist. Schon oben haben wir gehört, als Substanz der Notwendigkeit gebe er den Wirbel (δίνη) an, der aus dem Repellieren und Aneinanderstoßen der Atome entsteht. Er faßt also in der Repulsion nur die materielle Seite, die Zersplitterung, die Veränderung, nicht die ideelle, wonach darin alle Beziehung auf Anderes negiert und die Bewegung als Selbstbestimmung gesetzt ist. Dies sieht man klar daraus, daß er sich ganz sinnlich einen und denselben Körper durch den leeren Raum in viele geteilt denkt, wie Gold, das in Stücke gebrochen ist91. Er faßt also kaum das Eins als Begriff des Atoms.
Mit Recht polemisiert Aristoteles gegen ihn: „Deswegen wäre dem Leukipp und Demokrit, die behaupten, immer bewegten sich die ersten Körper im Leeren und im Unendlichen, zu sagen, welcher Art die Bewegung sei, und welche die ihrer Natur adäquate Bewegung. Denn wenn jedes der Elemente von dem anderen durch Gewalt bewegt wird, so ist es doch notwendig, daß jedes auch eine natürliche Bewegung habe, außer welcher die gewaltsame ist; und diese erste Bewegung muß nicht gewaltsam, sondern natürlich sein. Sonst findet der Progreß ins Unendliche statt92.“
Die epikureische Deklination des Atoms hat also die ganze innere Konstruktion des Reiches der Atome verändert, indem durch sie die Bestimmung der Form geltend gemacht und der Widerspruch, der im Begriff des Atoms liegt, verwirklicht ist. Epikur hat daher zuerst, wenn auch in sinnlicher Gestalt, das Wesen der Repulsion erfaßt, während Demokrit nur ihre materielle Existenz gekannt hat.
Wir finden daher auch konkretere Formen der Repulsion von Epikur angewandt; im Politischen ist es der Vertrag93, im Sozialen die Freundschaft94, die als das Höchste gepriesen wird.
Zweites Kapitel. Die Qualitäten des Atoms
Es widerspricht dem Begriffe des Atoms, Eigenschaften zu haben; denn, wie Epikur sagt, jede Eigenschaft ist veränderlich, die Atome aber verändern sich nicht95. Allein es ist nichtsdestoweniger eine notwendige Konsequenz, ihnen dieselben beizulegen. Denn die vielen Atome der Repulsion, die durch den sinnlichen Raum getrennt sind, müssen notwendig unmittelbar voneinander und von ihrem reinen Wesen verschieden sein, das heißt Qualitäten besitzen.
Ich nehme daher in der folgenden Entwicklung gar keine Rücksicht auf Schneiders und Nürnbergers Behauptung, Epikur habe den Atomen keine Qualitäten beigelegt, die §§ 44 und 54 in dem Brief an Herodot bei Diogenes Laertius seien untergeschoben. Wäre wirklich an dem, wie wollte man die Zeugnisse des Lukrez, des Plutarch, ja aller Schriftsteller, die über Epikur berichten, entkräften? Dazu erwähnt Diogenes Laertius die Qualitäten des Atoms nicht in zwei, sondern in zehn Paragraphen, nämlich den §§ 42, 43, 44, 54, 55, 56, 57, 58, 59 und 61. Der Grund, den jene Kritiker angeben, „sie wüßten die Qualitäten des Atoms mit seinem Begriffe nicht zu vereinigen“, ist sehr seicht. Spinoza sagt, die Ignoranz sei kein Argument. Wollte jeder die Stellen in den Alten, die er nicht versteht, ausstreichen, wie bald hätte man tabula rasa!
Durch die Qualitäten erhält das Atom eine Existenz, die seinem Begriffe widerspricht, wird es als entäußertes, von seinem Wesen unterschiedenes Dasein gesetzt. Dieser Widerspruch ist es, der das Hauptinteresse des Epikur bildet. Sobald er daher eine Eigenschaft poniert und so die Konsequenz der materiellen Natur des Atoms gezogen hat: kontraponiert er zugleich Bestimmungen, welche diese Eigenschaft in ihrer eigenen Sphäre wieder vernichten, und dagegen den Begriff des Atoms geltend machen. Er bestimmt daher alle Eigenschaften so, daß sie sich selbst widersprechen. Demokrit dagegen betrachtet nirgends die Eigenschaften in bezug auf das Atom selbst, noch verobjektiviert er den Widerspruch zwischen Begriff und Existenz, der in ihnen liegt. Vielmehr geht sein ganzes Interesse darauf, die Qualitäten in bezug auf die konkrete Natur, die aus ihnen gebildet werden soll, darzustellen. Sie sind ihm bloß Hypothesen zur Erklärung der erscheinenden Mannigfaltigkeit. Der Begriff des Atoms hat daher nichts mit ihnen zu schaffen.
Um unsere Behauptung zu erweisen, ist es zuvörderst nötig, uns mit den Quellen zu verständigen, die sich hier zu widersprechen scheinen.
In der Schrift De placitis philosophorum heißt es: „Epikur behauptet, den Atomen komme dies Dreifache zu: Größe, Gestalt, Schwere. Demokrit nahm nur zweierlei an: Größe und Gestalt; Epikur setzte diesen als Drittes die Schwere hinzu96.“ Dieselbe Stelle findet sich, wörtlich wiederholt, in der Praeparatio evangelica des Eusebius97.
Sie wird bestätigt durch das Zeugnis des Simplicius98 und Philoponus99, nach dem Demokrit den Atomen nur den Unterschied der Größe und der Gestalt zugeteilt hat. Direkt entgegen steht Aristoteles, der im ersten Buche De generatione et corruptione den Atomen des Demokrit verschiedenes Gewicht beilegt100. An einer anderen Stelle (im ersten Buche De caelo) läßt Aristoteles unentschieden, ob Demokrit den Atomen Schwere beigelegt habe oder nicht; denn er sagt: „So wird keiner der Körper absolut leicht sein101, wenn alle Schwere haben; wenn aber alle Leichtigkeit haben, wird keiner schwer sein.“ Ritter in seiner „Geschichte der alten Philosophie“ verwirft, auf das Ansehen des Aristoteles sich stützend, die Angaben bei Plutarch, Eusebius und Stobäus102; die Zeugnisse des Simplicius und Philoponus berücksichtigt er nicht.
Wir wollen zusehen, ob sich jene Stellen wirklich so sehr widersprechen. In den angeführten Zitaten spricht Aristoteles von den Qualitäten des Atoms nicht ex professo. Dagegen heißt es im siebenten Buch der Metaphysik: „Demokrit setzt drei Unterschiede der Atome. Denn der zugrundeliegende Körper sei der Materie nach einer und derselbe; er sei aber unterschieden durch den ῥυσμός, das die Gestalt, durch die τροπή, das die Lage, oder durch die διαθιγή, das die Ordnung bedeutet103.“ Soviel folgt sogleich aus dieser Stelle: die Schwere wird nicht als eine Eigenschaft der demokritischen Atome erwähnt. Die zersplitterten, durch die Leere auseinandergehaltenen Stücke der Materie müssen besondere Formen haben, und diese werden ganz äußerlich aus der Betrachtung des Raumes aufgenommen. Noch deutlicher geht dies aus folgender Stelle des Aristoteles hervor: „Leukipp und sein Genosse Demokrit sagen, die Elemente seien das Volle und das Leere. … Diese seien Grund des Seienden als Materie. Wie nun diejenigen, die eine einzige Grundsubstanz setzen, das Andere aus deren Affektionen erzeugen, indem sie das Dünne und das Dichte als Prinzipien der Qualitäten unterstellen: auf dieselbe Weise lehren auch jene, daß die Unterschiede der Atome Ursachen des Anderen seien; denn das zum Grunde liegende Sein unterscheide sich allein durch ῥυσμός, διαθιγή und τροπή … Es unterscheide sich nämlich A von N durch die Gestalt, AN von NA durch die Ordnung, Z von N durch die Lage104.“
Es folgt aus dieser Stelle evident, daß Demokrit die Eigenschaften der Atome nur in bezug auf die Bildung der Unterschiede der Erscheinungswelt, nicht in bezug auf das Atom selbst betrachtet. Es folgt ferner, daß Demokrit die Schwere nicht als eine wesentliche Eigenschaft der Atome hervorhebt. Sie versteht sich ihm von selbst, weil alles Körperliche schwer ist. Ebenso ist selbst die Größe nach ihm keine Grundqualität. Sie ist eine akzidentielle Bestimmung, die den Atomen schon mit der Figur gegeben ist. Nur die Verschiedenheit der Figuren — denn weiter ist in Gestalt, Lage, Stellung nichts enthalten — interessieren den Demokrit. Größe, Gestalt, Schwere, indem sie zusammengestellt werden, wie es vom Epikur geschieht, sind Differenzen, welche das Atom an sich selbst hat; Gestalt, Lage, Ordnung, Unterschiede, die ihm in bezug auf ein Anderes zukommen. Während wir also bei Demokrit bloße hypothetische Bestimmungen zur Erklärung der Erscheinungswelt finden, wird sich uns bei Epikur die Konsequenz des Prinzips selbst darstellen. Wir betrachten daher seine Bestimmungen der Eigenschaften des Atoms im Einzelnen.
Erstens haben die Atome Größe105. Anderseits wird auch die Größe negiert. Sie haben nämlich nicht jede Größe106, sondern es sind nur einige Größenwechsel unter ihnen anzunehmen107. Ja es ist nur die Negation des Großen ihnen zuzuschreiben, das Kleine108 und auch nicht das Minimum, denn dies wäre eine rein räumliche Bestimmung, sondern das Unendlichkleine, das den Widerspruch ausdrückt109. Rosinius in seinen Adnotationen zu den Fragmenten des Epikur übersetzt daher eine Stelle falsch und übersieht die andere gänzlich, wenn er sagt:
„huius modi autem tenuitatem atomorum incredibili parvitate arguebat Epicurus, utpote quas nulla magnitudine praeditas aiebat teste Laertio X, 44110.“
Ich will nun keine Rücksicht darauf nehmen, daß nach Eusebius erst Epikur unendliche Kleinheit den Atomen zugeschrieben111, Demokrit aber auch die größten Atome — Stobäus sagt sogar112, von Weltgröße — angenommen habe.
Einerseits widerspricht dies dem Zeugnis des Aristoteles113, anderseits widerspricht Eusebius oder vielmehr der alexandrinische Bischof Dionysius, den er exzerpiert, sich selbst; denn in demselben Buche heißt es, Demokrit habe als Prinzipien der Natur unteilbare, durch die Vernunft anschaubare Körper unterstellt114. Allein soviel ist klar, Demokrit bringt sich den Widerspruch nicht zum Bewußtsein; er beschäftigt ihn nicht, während er das Hauptinteresse Epikurs bildet.
Die zweite Eigenschaft der epikureischen Atome ist die Gestalt115. Allein auch diese Bestimmung widerspricht dem Begriffe des Atoms, und es muß ihr Gegenteil gesetzt werden. Die abstrakte Einzelheit ist das Abstrakt-Sich-Gleiche und daher gestaltlos. Die Unterschiede der Gestalt der Atome sind daher zwar unbestimmbar116, allein sie sind nicht absolut unendlich117. Vielmehr ist es eine bestimmte und endliche Anzahl von Gestalten, durch die die Atome unterschieden werden118. Es ergibt sich hieraus von selbst, daß es nicht so viel verschiedene Figuren als Atome gibt119, während Demokrit unendlich viele Figuren setzt120. Hätte jedes Atom eine besondere Gestalt, so müßte es Atome von unendlicher Größe geben121, denn sie hätten einen unendlichen Unterschied, den Unterschied von allen übrigen an sich, wie die Leibnizischen Monaden. Die Behauptung von Leibniz, daß nicht zwei Dinge sich gleich seien, wird daher umgekehrt, und es gibt unendlich viele Atome von derselben Gestalt122, womit offenbar die Bestimmung der Gestalt wieder negiert ist, denn eine Gestalt, die [sich] nicht mehr von anderen unterscheidet, ist nicht Gestalt.
Höchst wichtig ist es endlich, daß Epikur als dritte Qualität die Schwere anführt123; denn im Schwerpunkt besitzt die Materie die ideale Einzelheit, die eine Hauptbestimmung des Atoms bildet. Sind also die Atome einmal in das Reich der Vorstellung versetzt, so müssen sie auch schwer sein.
Allein die Schwere widerspricht auch direkt dem Begriffe des Atoms; denn sie ist die Einzelheit der Materie als ein idealer Punkt, der außerhalb derselben liegt. Das Atom ist aber selbst diese Einzelheit, gleichsam der Schwerpunkt, als eine einzelne Existenz vorgestellt. Die Schwere existiert daher für den Epikur nur als verschiedenes Gewicht, und die Atome sind selbst substanziale Schwerpunkte, wie die Himmelskörper. Wendet man dies auf das Konkrete an, so ergibt sich von selbst, was der alte Brucker so wunderbar findet124 und was uns Lukrez versichert125, nämlich daß die Erde kein Zentrum hat, nach dem alles strebt, und daß es keine Antipoden gibt. Da die Schwere ferner nur dem von anderen unterschiedenen, also entäußerten und mit Eigenschaften begabten Atome zukommt: so versteht es sich, daß, wo die Atome nicht als viele in ihrer Differenz voneinander, sondern nur in Beziehung zur Leere gedacht werden, die Bestimmung des Gewichtes fortfällt. Die Atome, so verschieden sie an Masse und Form sein mögen, bewegen sich daher gleich schnell im leeren Raum126. Epikur wendet daher die Schwere auch nur in der Repulsion und den Kompositionen an, die aus der Repulsion hervorgehen, was Veranlassung gegeben hat, zu behaupten, nur die Konglomerationen der Atome, nicht aber sie selbst, seien mit Schwere begabt127.
Gassendi lobt schon den Epikur, daß er, rein durch Vernunft geleitet, die Erfahrung antizipiert habe, wonach alle Körper, obgleich an Gewicht und Last höchst verschieden, dennoch gleich schnell sind, wenn sie von oben nach unten fallen128.
Die Betrachtung der Eigenschaften der Atome liefert uns also dasselbe Resultat wie die Betrachtung der Deklination, nämlich, daß Epikur den Widerspruch im Begriff des Atoms zwischen Wesen und Existenz verobjektiviert und so die Wissenschaft der Atomistik geliefert hat, während beim Demokrit keine Realisierung des Prinzips selber stattfindet, sondern nur die materielle Seite festgehalten und Hypothesen zum Behufe der Empirie beigebracht werden.
Drittes Kapitel. Ἄτομοι ἀρχαί und ἄτομα στοιχεῖα
Schaubach behauptet in seiner schon oben angeführten Abhandlung über die astronomischen Begriffe des Epikur: „Epikur habe mit Aristoteles einen Unterschied gemacht zwischen Anfängen (ἄτομοι ἀρχαί, Diogen. Laert. X, 41) und Elementen (ἄτομα στοιχεῖα, Diogen. Laert. X, 86). Jene sind die nur durch den Verstand erkennbaren Atome, erfüllen keinen Raum129 … Dieselben heißen Atome, nicht als die kleinsten Körper, sondern weil sie im Raume nicht geteilt werden können. Nach diesen Vorstellungen sollte man also glauben, daß Epikur den Atomen keine Eigenschaften, welche sich auf den Raum beziehen, beigelegt habe130. In dem Briefe an den Herodot aber (Diogen. Laert. X, 44, 54) gibt er den Atomen nicht nur Schwere, sondern auch Gestalt und Größe. … Ich rechne daher diese Atome zu der zweiten Gattung, welche aus jenen entstanden sind, aber doch wieder als Elementarteilchen der Körper angesehen werden131.“
Betrachten wir uns die Stelle, die Schaubach aus dem Diogenes Laertius zitiert, genauer. Sie heißt: οἷον ὅτι τὸ πᾶν σῶμα καὶ ἀναφὴς φύσις ἐστὶν ἢ ὅτι ἄτομα στοιχεῖα καὶ πάντα τὰ τοιαῦτα. Epikur belehrt hier den Pythokles, an den er schreibt, die Lehre von den Meteoren unterscheide sich von allen übrigen physischen Doktrinen, zum Beispiel, daß Alles Körper und Leeres sei, daß es unteilbare Grundstoffe gebe. Man sieht, es ist hier durchaus kein Grund vorhanden, anzunehmen, es sei von einer sekundären Gattung Atome die Rede132. Vielleicht scheint es, daß die Disjunktion zwischen τὸ πᾶν σῶμα καὶ ἀναφὴς φύσις und ὅτι τὰ ἄτομα στοιχεῖα einen Unterschied zwischen σῶμα und ἄτομα στοιχεῖα poniere, wo dann etwa σῶμα die Atome der ersten Art im Gegensatz zu den ἄτομα στοιχεῖα bedeute. Allein daran ist gar nicht zu denken. Σῶμα bedeutet das Körperliche im Gegensatz zum Leeren, das daher auch ἀσώματον heißt133. In σῶμα sind daher ebensowohl die Atome als die zusammengesetzten Körper einbegriffen. So wird z. B. in dem Briefe an den Herodot gesagt: τὸ πᾶν ἐστι σῶμα … εἰ μὴ ἦν ὃ κενὸν καὶ χώραν καὶ ἀναφῆ φύσιν ὀνομάζομεν … Τῶν σωμάτων τὰ μέν ἐστι συγκρίσεις, τὰ δ’ ἐξ ὧν αἱ συγκρίσεις πεποίηνται. ταῦτα δέ ἐστιν ἄτομα καὶ ἀμετάβλητα … ὥστε τὰς ἀρχὰς ἀτόμους ἀναγκαῖον εἶναι σωμάτων φύσεις134. Epikur spricht also in der oben erwähnten Stelle zuerst vom Körperlichen überhaupt im Unterschiede vom Leeren, dann von dem besonderen Körperlichen, den Atomen.
Schaubachs Berufung auf den Aristoteles beweist ebensowenig. Der Unterschied zwischen ἀρχή und στοιχεῖον, den vorzugsweise die Stoiker urgieren135, findet sich zwar auch bei Aristoteles136, allein nicht minder gibt er auch die Identität beider Ausdrücke an137. Er lehrt sogar ausdrücklich, στοιχεῖον bezeichne vorzugsweise das Atom138. Ebenso nennen auch Leukipp und Demokrit das πλῆρες καὶ κενὸν „στοιχεῖον“139.
Bei Lukrez, in den Briefen des Epikur bei Diogenes Laertius, im Kolotes des Plutarch140, vom Sextus Empiricus141 werden die Eigenschaften den Atomen selbst beigelegt, weshalb sie eben als sich selbst aufhebend bestimmt wurden.
Wenn es aber für eine Antinomie gilt, daß bloß durch die Vernunft wahrnehmbare Körper mit räumlichen Qualitäten begabt sind: so ist es eine viel größere Antinomie, daß die räumlichen Qualitäten selbst nur durch den Verstand perzipiert werden können142.
Endlich führt Schaubach zur weiteren Begründung seiner Ansicht folgende Stelle des Stobäus an: Ἐπίκουρος … τὰ πρῶτα (sc. σώματα) μὲν ἁπλᾶ, τὰ δὲ ἐξ ἐκείνων συγκρίματα πάντα βάρος ἔχειν. Dieser Stelle bei Stobäus könnten noch folgende hinzugefügt werden, in denen ἄτομα στοιχεῖα als eine besondere Art Atome erwähnt werden: (Plutarch) De placitis philosophorum I, 246 und 249, und Stob. Eclog. phys. I, p. 5143. Übrigens wird keineswegs in diesen Stellen behauptet, die ursprünglichen Atome seien ohne Größe, Gestalt und Schwere. Es wird vielmehr nur von der Schwere als einem differenten Merkmale der ἄτομοι ἀρχαί und ἄτομα στοιχεῖα gesprochen. Wir bemerkten aber schon im vorigen Kapitel, daß diese nur bei der Repulsion und den aus ihr entstehenden Konglomerationen angewandt wird.
Mit der Erdichtung der ἄτομα στοιχεῖα wird auch nichts gewonnen. Es ist ebenso schwierig, aus den ἄτομοι ἀρχαί zu den ἄτομα στοιχεῖα überzugehen, als ihnen direkt Eigenschaften beizulegen. Nichtsdestoweniger leugne ich nicht durchaus jene Unterscheidung. Ich leugne nur zwei verschiedene fixe Arten von Atomen. Es sind vielmehr unterschiedene Bestimmungen einer und derselben Art.
Ehe ich diesen Unterschied auseinandersetze, mache ich noch aufmerksam auf eine Manier des Epikur. Er setzt nämlich die verschiedenen Bestimmungen eines Begriffes gern als verschiedene selbständige Existenzen. Wie sein Prinzip das Atom ist, so ist die Weise seines Wissens selbst atomistisch. Jedes Moment der Entwicklung verwandelt sich ihm unter der Hand sogleich in eine fixe, von ihrem Zusammenhange gleichsam durch den leeren Raum getrennte Wirklichkeit; alle Bestimmung nimmt die Gestalt der isolierten Einzelheit an.
Aus folgendem Beispiel wird diese Manier klar werden.
Das Unendliche, τὸ ἄπειρον, oder die infinitio, wie Cicero übersetzt, wird zuweilen als eine besondere Natur vom Epikur gebraucht; ja gerade in denselben Stellen, in denen wir die στοιχεῖα als eine fix zugrunde liegende Substanz bestimmt finden, finden wir auch das ἄπειρον verselbständigt144.
Nun ist aber das Unendliche nach den eigenen Bestimmungen des Epikur weder eine besondere Substanz noch etwas außer den Atomen und dem Leeren, sondern vielmehr eine akzidentielle Bestimmung derselben. Wir finden nämlich drei Bedeutungen des ἄπειρον.
Erstens drückt das ἄπειρον dem Epikur eine Qualität aus, die den Atomen und dem Leeren gemein ist. So bedeutet es die Unendlichkeit des Alls, das unendlich ist durch die unendliche Vielheit der Atome, durch die unendliche Größe des Leeren145.
Das andere Mal ist ἀπειρία die Vielheit der Atome, so daß nicht das Atom, sondern die unendlich vielen Atome dem Leeren entgegengesetzt werden146.
Endlich, wenn wir vom Demokrit auf den Epikur schließen dürfen, bedeutet ἄπειρον auch gerade das Gegenteil, die unbegrenzte Leere, die dem in sich bestimmten und durch sich selbst begrenzten Atom opponiert wird147.
In allen diesen Bedeutungen — und sie sind die einzigen, sogar die einzig möglichen für die Atomistik — ist das Unendliche eine bloße Bestimmung der Atome und des Leeren. Nichtsdestoweniger wird es zu einer besonderen Existenz verselbständigt, sogar als eine spezifische Natur neben die Prinzipien gestellt, deren Bestimmtheit es ausdrückt.
Mag daher Epikur selbst die Bestimmung, in der das Atom στοιχεῖον wird, als eine selbständige, ursprüngliche Art Atom fixiert haben, was übrigens, nach der historischen Prävalenz der einen Quelle vor der anderen zu schließen, nicht der Fall ist; oder mag Metrodor, der Schüler des Epikur, was uns wahrscheinlicher dünkt, erst die unterschiedene Bestimmung in eine unterschiedene Existenz verwandelt haben148: wir müssen der subjektiven Weise des atomistischen Bewußtseins die Verselbständigung der einzelnen Momente zuschreiben. Dadurch, daß man verschiedenen Bestimmungen die Form verschiedener Existenz verleiht, hat man ihren Unterschied nicht begriffen.
Das Atom hat dem Demokrit nur die Bedeutung eines στοιχεῖον, eines materiellen Substrats. Die Unterscheidung zwischen dem Atom als ἀρχή und στοιχεῖον, als Prinzip und Grundlage, gehört dem Epikur. Ihre Wichtigkeit wird aus folgendem erhellen.
Der Widerspruch zwischen Existenz und Wesen, zwischen Materie und Form, der im Begriff des Atoms liegt, ist am einzelnen Atom selbst gesetzt, indem es mit Qualitäten begabt wird. Durch die Qualität ist das Atom seinem Begriff entfremdet, zugleich aber in seiner Konstruktion vollendet. Aus der Repulsion und den damit zusammenhängenden Konglomerationen der qualifizierten Atome entsteht nun die erscheinende Welt.
Bei diesem Übergange aus der Welt des Wesens in die Welt der Erscheinung erreicht offenbar der Widerspruch im Begriff des Atoms seine grellste Verwirklichung. Denn das Atom ist seinem Begriff nach die absolute, wesentliche Form der Natur. Diese absolute Form ist jetzt zur absoluten Materie, zum formlosen Substrat der erscheinenden Welt degradiert.
Die Atome sind zwar Substanz der Natur149, aus der Alles sich erhebt, in die Alles sich auflöst150; aber die stete Vernichtung der erscheinenden Welt kommt zu keinem Resultat. Es bilden sich neue Erscheinungen; das Atom selbst aber bleibt immer als Bodensatz zu Grunde liegen151. Soweit also das Atom seinem reinen Begriff nach gedacht wird, ist der leere Raum, die vernichtete Natur, seine Existenz; soweit es zur Wirklichkeit fortgeht, sinkt es zur materiellen Basis herab, die, Träger einer Welt von mannigfaltigen Beziehungen, nie anders als in ihr gleichgültigen und äußerlichen Formen existiert. Es ist dies eine notwendige Konsequenz, weil das Atom, als Abstrakt-Einzelnes und Fertiges vorausgesetzt, nicht als idealisierende und übergreifende Macht jener Mannigfaltigkeit sich zu betätigen vermag.
Die abstrakte Einzelheit ist die Freiheit vom Dasein, nicht die Freiheit im Dasein. Sie vermag nicht, im Licht des Daseins zu leuchten. Es ist dies ein Element, in welchem sie ihren Charakter verliert und materiell wird. Daher tritt das Atom nicht in den Tag der Erscheinung152 oder sinkt zur materiellen Basis herab, wo es in sie tritt. Das Atom als solches existiert nur in der Leere.
So ist der Tod der Natur ihre unsterbliche Substanz geworden; und mit Recht ruft Lukrez aus:
mortalem vitam mors [quum] immortalis ademit.
Daß aber Epikur den Widerspruch in dieser seiner höchsten Spitze faßt und vergegenständlicht, also das Atom, wo es zur Basis der Erscheinung wird, als στοιχεῖον vom Atom, wie es im Leeren existiert, als ἀρχή unterscheidet, ist sein philosophischer Unterschied vom Demokrit, der nur das eine Moment vergegenständlicht. Es ist dies derselbe Unterschied, der in der Welt des Wesens, dem Reiche der Atome und des Leeren, den Epikur vom Demokrit trennt. Da aber erst das qualifizierte Atom das vollendete ist, da erst aus dem vollendeten und seinem Begriff entfremdeten Atom die erscheinende Welt hervorgehen kann: so drückt dies Epikur so aus, daß erst das qualifizierte Atom στοιχεῖον werde oder erst das ἄτομον στοιχεῖον mit Qualitäten begabt sei.
Viertes Kapitel. Die Zeit
Da im Atom die Materie als reine Beziehung auf sich aller Veränderlichkeit und Relativität enthoben ist: so folgt unmittelbar, daß die Zeit aus dem Begriffe des Atoms, der Welt des Wesens, auszuschließen ist. Denn die Materie ist nur ewig und selbständig, insofern von dem zeitlichen Moment in ihr abstrahiert wird. Hierin stimmen auch Demokrit und Epikur überein. Sie differieren aber in der Art und Weise, wie die Zeit, die aus der Welt der Atome entfernt ist, nun bestimmt, wohin sie verlegt wird.
Dem Demokrit hat die Zeit keine Bedeutung, keine Notwendigkeit für das System. Er erklärt sie, um sie aufzuheben. Als ewig wird sie bestimmt, damit, wie Aristoteles153 und Simplicius154 sagen, Entstehen und Vergehen, also das Zeitliche, von den Atomen entfernt werde. Sie selbst, die Zeit, biete den Beweis dar, daß nicht Alles einen Ursprung, einen Moment des Anfangs haben müsse.
Es ist hierin ein Tieferes anzuerkennen. Der imaginierende Verstand, der die Selbständigkeit der Substanz nicht begreift, fragt nach ihrem zeitlichen Werden. Es entgeht ihm dabei, daß, indem er die Substanz zu einem Zeitlichen, er zugleich die Zeit zu einem Substanziellen macht und damit ihren Begriff aufhebt; denn die absolut gemachte Zeit ist nicht mehr zeitlich.
Allein andererseits ist diese Lösung unbefriedigend. Die Zeit, aus der Welt des Wesens ausgeschlossen, wird in das Selbstbewußtsein des philosophierenden Subjekts verlegt, berührt aber nicht die Welt selbst.
Anders Epikur. Aus der Welt des Wesens ausgeschlossen, wird ihm die Zeit zur absoluten Form der Erscheinung. Sie wird nämlich bestimmt als Akzidens des Akzidens. Das Akzidens ist die Veränderung der Substanz überhaupt. Das Akzidens des Akzidens ist die Veränderung als in sich reflektierende, der Wechsel als Wechsel. Diese reine Form der erscheinenden Welt ist nun die Zeit155.
Die Zusammensetzung ist die bloß passive Form der konkreten Natur, die Zeit ihre aktuose Form. Betrachte ich die Zusammensetzung ihrem Dasein nach: so existiert das Atom hinter ihr, im Leeren, in der Einbildung; betrachte ich das Atom seinem Begriffe nach: so existiert die Zusammensetzung entweder gar nicht oder nur in der subjektiven Vorstellung; denn sie ist eine Beziehung, in welcher die selbständigen, in sich verschlossenen, gegeneinander gleichsam interesselosen Atome ebenso sehr nicht aufeinander bezogen sind. Die Zeit dagegen, der Wechsel des Endlichen, indem er als Wechsel gesetzt wird, ist ebenso sehr die wirkliche Form, die die Erscheinung vom Wesen trennt, sie als Erscheinung setzt, als sie in das Wesen zurückführt. Die Zusammensetzung drückt nun die Materialität sowohl der Atome aus, als der Natur, die aus ihnen sich erhebt. Die Zeit dagegen ist in der Welt der Erscheinung, was der Begriff des Atoms in der Welt des Wesens ist, nämlich die Abstraktion, Vernichtung und Zurückführung alles bestimmten Daseins in das Fürsichsein.
Aus diesen Betrachtungen ergeben sich folgende Konsequenzen. Erstens macht Epikur den Widerspruch zwischen Materie und Form zum Charakter der erscheinenden Natur, die so das Gegenbild der wesentlichen, des Atoms, wird. Dies geschieht, indem dem Raume die Zeit, der passiven Form der Erscheinung die aktive entgegengesetzt wird. Zweitens wird erst bei Epikur die Erscheinung als Erscheinung aufgefaßt, das heißt als eine Entfremdung des Wesens, die sich selbst in ihrer Wirklichkeit als solche Entfremdung betätigt. Bei Demokrit dagegen, dem die Zusammensetzung die einzige Form der erscheinenden Natur ist, zeigt die Erscheinung nicht an sich selbst, daß sie Erscheinung, ein vom Wesen Unterschiedenes ist. Also ihrer Existenz nach betrachtet, wird das Wesen gänzlich mit ihr konfundiert, ihrem Begriff nach gänzlich von ihr getrennt, so daß sie zum subjektiven Schein herabsinkt. Die Zusammensetzung verhält sich gleichgültig und materiell gegen ihre wesentlichen Grundlagen. Die Zeit dagegen ist das Feuer des Wesens, das die Erscheinung ewig verzehrt und ihr den Stempel der Abhängigkeit und Wesenlosigkeit aufdrückt. Endlich, indem nach Epikur die Zeit der Wechsel als Wechsel, die Reflexion der Erscheinung in sich ist, wird mit Recht die erscheinende Natur als objektiv gesetzt, mit Recht die sinnliche Wahrnehmung zum realen Kriterium der konkreten Natur gemacht, obgleich das Atom, ihr Fundament, nur durch die Vernunft geschaut wird.
Weil nämlich die Zeit die abstrakte Form der sinnlichen Wahrnehmung ist: so ist nach der atomistischen Weise des epikureischen Bewußtseins die Notwendigkeit vorhanden, daß sie als eine besonders existierende Natur in der Natur fixiert werde. Die Veränderlichkeit der sinnlichen Welt nun als Veränderlichkeit, ihr Wechsel als Wechsel, diese Reflexion der Erscheinung in sich, die den Begriff der Zeit bildet, hat ihre gesonderte Existenz in der bewußten Sinnlichkeit. Die Sinnlichkeit des Menschen ist also die verkörperte Zeit, die existierende Reflexion der Sinnenwelt in sich.
Wie dies aus der Begriffsbestimmung der Zeit bei Epikur unmittelbar sich ergibt, so läßt es sich auch ganz bestimmt im Einzelnen nachweisen. In dem Briefe des Epikur an den Herodot156 wird die Zeit so bestimmt, daß sie entstehe, wenn die von den Sinnen perzipierten Akzidenzen der Körper als Akzidenzen gedacht werden. Die in sich reflektierte Sinnenperzeption ist hier also die Quelle der Zeit und die Zeit selbst. Daher ist nicht nach Analogie die Zeit zu bestimmen noch ein Anderes von ihr auszusagen, sondern die Enargie selbst festzuhalten; denn, weil die in sich reflektierte Sinnenperzeption die Zeit selbst ist, ist nicht über sie hinauszugehen.
Dagegen bei Lukrez, Sextus Empiricus und Stobäus157 wird das Akzidens des Akzidens, die in sich reflektierte Veränderung, als Zeit bestimmt. Die Reflexion der Akzidenzen in der Sinnenperzeption und ihre Reflexion in sich selbst werden daher als Eines und Dasselbe gesetzt.
Durch diesen Zusammenhang zwischen der Zeit und der Sinnlichkeit erhalten auch die εἴδωλα, die ebenso bei Demokrit sich finden, eine konsequentere Stellung.
Die εἴδωλα sind die Formen der Naturkörper, die sich als Oberflächen gleichsam von ihnen abhäuten und sie in die Erscheinung tragen158. Diese Formen der Dinge strömen beständig von ihnen aus und dringen in die Sinne und lassen eben dadurch die Objekte erscheinen. Im Hören hört daher die Natur sich selbst, im Riechen riecht sie sich selbst, im Sehen sieht sie sich selbst159. Die menschliche Sinnlichkeit ist so das Medium, in dem, als in einem Fokus, die Naturprozesse sich reflektieren und zum Lichte der Erscheinung entzünden.
Bei Demokrit ist dies eine Inkonsequenz, da die Erscheinung nur subjektiv ist; bei Epikur eine notwendige Folge, da die Sinnlichkeit die Reflexion der erscheinenden Welt in sich, ihre verkörperte Zeit ist.
Endlich zeigt sich der Zusammenhang der Sinnlichkeit und der Zeit so, daß die Zeitlichkeit der Dinge und ihre Erscheinung für die Sinne als eins an ihnen selbst gesetzt wird. Denn eben dadurch, daß die Körper den Sinnen erscheinen, vergehen sie160. Indem nämlich die εἴδωλα sich beständig von den Körpern abtrennen und in die Sinne strömen, indem sie ihre Sinnlichkeit außer sich als eine andere Natur haben, nicht an sich selbst, also nicht aus der Diremtion zurückkehren: lösen sie sich auf und vergehen.
Wie also das Atom nichts als die Naturform des abstrakten, einzelnen Selbstbewußtseins ist: so ist die sinnliche Natur nur das vergegenständlichte empirische, einzelne Selbstbewußtsein, und dies ist das sinnliche. Die Sinne sind daher die einzigen Kriterien in der konkreten Natur, wie die abstrakte Vernunft in der Welt der Atome.
Fünftes Kapitel. Die Meteore
Demokrits astronomische Ansichten mögen scharfsinnig sein für den Standpunkt seiner Zeit. Philosophisches Interesse ist ihnen nicht abzugewinnen. Weder verlassen sie den Kreis empirischer Reflexion, noch stehen sie in bestimmterem inneren Zusammenhang mit der Atomenlehre.
Dagegen Epikurs Theorie von den Himmelskörpern und den mit ihnen zusammenhängenden Prozessen oder von den Meteoren (in welchem einen Ausdruck er dies zusammenfaßt) steht im Gegensatz nicht nur zur Meinung Demokrits, sondern zur Meinung der griechischen Philosophie. Die Verehrung der Himmelskörper ist ein Kultus, den alle griechischen Philosophen feiern. Das System der Himmelskörper ist die erste naive und naturbestimmte Existenz der wirklichen Vernunft. Dieselbe Stellung hat das griechische Selbstbewußtsein im Reich des Geistes. Es ist das geistige Sonnensystem. Die griechischen Philosophen beteten daher in den Himmelskörpern ihren eigenen Geist an.
Anaxagoras selbst, der zuerst den Himmel physisch erklärte und ihn so in einem anderen Sinne, als Sokrates, auf die Erde herabzog, antwortete, als man ihn fragte, wozu er geboren sei: εἰς θεωρίαν ἡλίου καὶ σελήνης καὶ οὐρανοῦ161. Xenophanes aber schaute zum Himmel und sagte: Das Eine sei der Gott162. Von den Pythagoreern und Plato, von Aristoteles ist die religiöse Beziehung zu den Himmelskörpern bekannt.
Ja, der Anschauung des ganzen griechischen Volkes tritt Epikur entgegen.
Es scheint manchmal, sagt Aristoteles, der Begriff für die Phänomene zu zeugen, und die Phänomene für den Begriff. So haben alle Menschen eine Vorstellung von den Göttern und schreiben dem Göttlichen den obersten Sitz zu, sowohl Barbaren als Hellenen, überhaupt alle, so viele an das Dasein der Götter glauben, offenbar das Unsterbliche dem Unsterblichen verknüpfend; denn anders ist es unmöglich. Wenn also ein Göttliches ist — wie es denn wirklich ist: so ist auch unsere Behauptung über die Substanz der Himmelskörper richtig. Es entspricht dies aber auch der sinnlichen Wahrnehmung, um für menschliche Überzeugung zu sprechen. Denn in der ganzen vergangenen Zeit scheint, nach der wechselseitig überlieferten Erinnerung, sich nichts verändert zu haben, weder an dem ganzen Himmel noch an irgendeinem seiner Teile. Auch der Name scheint von den Alten überliefert zu sein bis zur Jetztwelt, indem sie dasselbe annahmen, was auch wir sagen. Denn nicht einmal, nicht zweimal, sondern unendlichmal sind dieselben Ansichten zu uns gelangt. Weil nämlich der erste Körper etwas anderes ist, außer der Erde und dem Feuer und der Luft und dem Wasser: benannten sie den obersten Ort „Äther“ von θεῖν ἀεί, die ewige Zeit ihm als Beinamen gebend163. Den Himmel aber und den oberen Ort teilten die Alten den Göttern zu, weil er allein unsterblich ist. Die jetzige Lehre bezeugt aber, daß er unzerstörbar, unentstanden, unteilhaft ist alles sterblichen Mißgeschicks. Auf diese Weise entsprechen zugleich unsere Begriffe der Wahrsagung über den Gott164. Daß aber ein Himmel ist, ist offenbar. Überliefert ist von den Vorfahren und Alten, zurückgeblieben in der Gestalt des Mythos der Späteren, daß die Himmelskörper Götter sind und daß das Göttliche die ganze Natur umfängt. Das Andere wurde mythisch hinzugetan für den Glauben der Vielen, als nützlich für die Gesetze und das Leben. Denn menschenähnlich und einigen der anderen Lebendigen ähnlich machen sie die Götter, und erdichten dergleichen hiermit Zusammenhängendes und Verwandtes. Wenn jemand hiervon das Übrige abtrennt und nur das Erste festhält, ihren Glauben, daß die ersten Substanzen Götter seien: so muß er es für göttlich gesagt halten, und daß, nachdem, wie es sich traf, jede mögliche Kunst und Philosophie erfunden und wieder verlorengegangen war, diese Meinungen, Reliquien gleich, auf die Jetztwelt gelangt seien165.
Epikur dagegen: Zu diesem allen ist das hinzuzudenken, daß die größte Verwirrung der menschlichen Seele dadurch entsteht, daß sie die Himmelskörper für selig und unzerstörbar halten und ihnen entgegengesetzte Wünsche und Handlungen haben, und Verdacht schöpfen nach den Mythen166. Was die Meteore betrifft, muß man glauben, daß in ihnen Bewegung und Lage und Eklipsis und Aufgang und Niedergang und diesen Verwandtes nicht entsteht, indem Einer regiert und anordnet oder angeordnet hat, der zugleich alle Seligkeit neben der Unzerstörbarkeit besäße. Denn nicht stimmen Handlungen mit der Seligkeit überein, sondern, der Schwäche, der Furcht und dem Bedürfnis am meisten verwandt, geschehen sie. Noch ist zu meinen, daß einige feuerartige Körper, die Seligkeit besitzen, willkürlich diesen Bewegungen sich unterziehen. Stimmt man nun hiermit nicht überein: so bereitet dieser Gegensatz selbst die größte Verwirrung den Seelen167.
Wenn Aristoteles daher den Alten vorgeworfen hat, sie glaubten, der Himmel bedürfe zu seiner Stütze des Atlas168, der
πρὸς ἑσπέρους τόπους
ἕστηκε κίον’ οὐρανοῦ τε καὶ χθονὸς
ὤμοιν ἐρείδων (Aischyl. Prometh. 348 sq.)
so tadelt Epikur dagegen die, die glauben, der Mensch bedürfe des Himmels; und den Atlas selbst, auf den sich der Himmel stützt, findet er in der menschlichen Dummheit und dem Aberglauben. Auch die Dummheit und der Aberglaube sind Titanen.
Der ganze Brief des Epikur an den Pythokles handelt von der Theorie der Himmelskörper, die letzte Sektion ausgenommen. Sie beschließt die Epistel mit ethischen Sentenzen. Und passend werden der Lehre von den Meteoren sittliche Maximen angehängt. Diese Lehre ist dem Epikur eine Gewissensangelegenheit. Unsere Betrachtung wird sich daher hauptsächlich auf dies Schreiben an den Pythokles stützen. Wir werden es ergänzen aus dem Brief an den Herodot, auf den sich Epikur selbst beim Pythokles beruft169.
Erstens ist nicht zu glauben, daß ein ander Ziel aus der Erkenntnis der Meteore, werde sie im Ganzen oder im Besonderen gefaßt, sich erreichen lasse als die Ataraxie und feste Zuversicht, wie aus der übrigen Naturwissenschaft170. Nicht der Ideologie und der leeren Hypothesen hat unser Leben not, sondern des, daß wir ohne Verwirrung leben. Wie es das Geschäft der Physiologie überhaupt ist, die Gründe des Hauptsächlichsten zu erforschen: so beruht auch hierin die Glückseligkeit in der Erkenntnis der Meteore. An und für sich enthält die Theorie vom Untergang und Aufgang, von der Lage und Eklipsis keinen besonderen Grund der Glückseligkeit; nur daß Schrecken die innehat, die dies sehen, ohne seine Natur zu erkennen und seine Hauptursachen171. Bis hierher wird nur der Vorrang verneint, den die Theorie der Meteore vor den anderen Wissenschaften haben sollte, und sie in dasselbe Niveau gestellt.
Allein die Theorie der Meteore unterscheidet sich auch spezifisch, sowohl von der Weise der Ethik als den übrigen physischen Problemen, zum Beispiel, daß es unteilbare Elemente gibt und dergleichen, wo nur eine einzige Erklärung den Phänomenen entspricht. Denn dies findet bei den Meteoren nicht statt172. Diese haben keine einfache Ursache der Entstehung und mehr als eine Kategorie des Wesens, welche den Phänomenen entspricht. Denn nicht nach leeren Axiomen und Gesetzen ist die Physiologie zu betreiben173. Es wird stets wiederholt, daß nicht ἁπλῶς (einfach, absolut), sondern πολλαχῶς (vielfach) die Meteore zu erklären seien. So über Aufgang und Untergang von Sonne und Mond174, über das Wachsen und Abnehmen des Mondes175, über den Schein des Gesichts im Monde176, über den Wechsel der Tag- und Nachtlänge177 und die übrigen zölestischen Erscheinungen.
Wie soll denn nun erklärt werden?
Jede Erklärung genügt. Nur der Mythos sei entfernt. Er wird aber entfernt sein, wenn man, den Phänomenen folgend, von ihnen auf das Unsichtbare schließt178. An die Erscheinung ist sich festzuhalten, an die sinnliche Wahrnehmung. Die Analogie ist daher anzuwenden. So kann man sich die Furcht wegerklären und sich von derselben befreien, Gründe angebend über die Meteore und das Übrige, was immer zutrifft und die anderen Menschen am meisten bestürzt179.
Die Masse der Erklärungen, die Vielheit der Möglichkeiten soll nicht nur das Bewußtsein beruhigen und die Gründe der Angst entfernen, sondern zugleich die Einheit, das sich gleiche und absolute Gesetz in den Himmelskörpern selbst negieren. Bald so, bald anders könnten sie sich verhalten; diese gesetzlose Möglichkeit sei der Charakter ihrer Wirklichkeit; alles in ihnen sei unbeständig und unstät180. Die Vielheit der Erklärungen soll zugleich die Einheit des Objektes aufheben.
Während also Aristoteles in Übereinstimmung mit den anderen griechischen Philosophen die Himmelskörper ewig und unsterblich macht, weil sie immer auf dieselbe Weise sich verhalten; während er ihnen selbst ein eigenes, höheres, der Macht der Schwere nicht unterworfenes Element zuschreibt: behauptet Epikur im direkten Gegensatz, gerade umgekehrt verhalte es sich. Dadurch sei die Theorie der Meteore spezifisch unterschieden von aller übrigen physischen Doktrin, daß in ihnen alles mehrfach und ungeregelt geschehe, daß alles in ihnen durch mannigfaltige, unbestimmt viele Gründe zu erklären sei. Ja, erzürnt und heftig eifernd, verwirft er die Gegenmeinung: die sich an einer Erklärungsweise halten und alle anderen ausschließen, die ein Einiges, daher Ewiges und Göttliches in den Meteoren annehmen, verfallen in eitle Erklärerei und den sklavischen Kunststücken der Astrologen; sie überschreiten die Grenzen der Physiologie und werfen sich dem Mythos in die Arme; Unmögliches suchen sie zu vollbringen, und mit Sinnlosem mühen sie sich ab; nicht einmal wissen sie, wo die Ataraxie selbst in Gefahr kommt. Ihr Geschwätz ist zu verachten181. Fern muß man sich halten von dem Vorurteil, als sei die Forschung über jene Gegenstände nicht gründlich und subtil genug, soweit sie nur auf unsere Ataraxie und Glückseligkeit hinzielt182. Absolute Norm dagegen ist, daß nichts einer unzerstörbaren und ewigen Natur zukommen kann, was die Ataraxie störe, was Gefahr hervorbringe. Das Bewußtsein muß fassen, daß dies ein absolutes Gesetz ist183.
Epikur schließt also: Weil die Ewigkeit der Himmelskörper die Ataraxie des Selbstbewußtseins stören würde, ist es eine notwendige, stringente Konsequenz, daß sie nicht ewig sind.
Wie ist nun diese eigentümliche Ansicht des Epikur zu begreifen?
Alle Autoren, die über epikureische Philosophie geschrieben, haben diese Lehre als inkohärent mit der übrigen Physik, mit der Atomenlehre, dargestellt. Der Kampf gegen die Stoiker, den Aberglauben, die Astrologie seien zureichende Gründe.
Und wir haben gehört, Epikur selbst unterscheidet die Methode, die in der Theorie der Meteore angewandt wird, von der Methode der übrigen Physik. Allein in welcher Bestimmung seines Prinzips liegt die Notwendigkeit dieser Unterscheidung? Wie kommt er auf den Einfall?
Und nicht nur gegen die Astrologie, gegen die Astronomie selbst, gegen das ewige Gesetz und die Vernunft im Himmelssystem kämpft er an. Endlich der Gegensatz gegen die Stoiker erklärt nichts. Ihr Aberglaube und ihre ganze Ansicht war schon widerlegt, wenn die zölestischen Körper als zufällige Komplexionen der Atome, ihre Prozesse als zufällige Bewegungen derselben ausgesprochen wurden. Ihre ewige Natur war damit vernichtet — eine Konsequenz, die aus jener Prämisse zu ziehen Demokrit sich begnügte184. Ja, ihr Dasein selbst war damit aufgehoben185. Es bedurfte also für den Atomistiker keiner neuen Methode.
Dies ist noch nicht die ganze Schwierigkeit. Eine rätselvollere Antinomie erhebt sich.
Das Atom ist die Materie in der Form der Selbständigkeit, der Einzelheit, gleichsam die vorgestellte Schwere. Die höchste Wirklichkeit aber der Schwere sind die Himmelskörper. In ihnen sind alle Antinomien zwischen Form und Materie, zwischen Begriff und Existenz, die die Entwicklung des Atoms bildeten, gelöst, in ihnen alle Bestimmungen, die gefordert wurden, verwirklicht. Die zölestischen Körper sind ewig und unveränderlich; ihren Schwerpunkt haben sie in sich, nicht außer sich; ihr einziger Akt ist die Bewegung, und, getrennt durch den leeren Raum, beugen sie aus von der geraden Linie, bilden ein System der Repulsion und Attraktion, in dem sie ebenso sehr ihre Selbständigkeit bewahren, und erzeugen endlich die Zeit, als die Form ihrer Erscheinung, aus sich selbst. Die Himmelskörper sind also die wirklich gewordenen Atome. In ihnen hat die Materie in sich selbst die Einzelheit empfangen. Hier also mußte Epikur die höchste Existenz seines Prinzips, den Gipfel und Schlußpunkt seines Systems erblicken. Er gab vor, die Atome zu unterstellen, damit unsterbliche Fundamente der Natur zugrunde lägen. Er gab vor, daß es ihm um die substanziale Einzelheit der Materie zu tun sei. Wo er aber die Realität seiner Natur — denn er kennt keine andere als die mechanische — vorfindet, die selbständige, unzerstörbare Materie, in den Himmelskörpern, deren Ewigkeit und Unveränderlichkeit der Glaube der Menge, das Urteil der Philosophie, das Zeugnis der Sinne bewies: da ist es sein einziges Streben, in die irdische Vergänglichkeit sie hinabzuziehen; da wendet er sich eifernd gegen die Verehrer der selbständigen, den Punkt der Einzelheit in sich besitzenden Natur. Dies ist sein größter Widerspruch.
Epikur fühlt daher, daß seine früheren Kategorien hier zusammenbrechen, daß die Methode seiner Theorie eine andere wird. Und es ist die tiefste Erkenntnis seines Systems, die durchgedrungenste Konsequenz, daß er dies fühlt und bewußt ausspricht.
Wir haben nämlich gesehen, wie die ganze epikureische Naturphilosophie durchströmt ist von dem Widerspruch zwischen Wesen und Existenz, zwischen Form und Materie. In den Himmelskörpern aber ist dieser Widerspruch ausgelöscht, sind die widerstreitenden Momente versöhnt. In dem zölestischen System hat die Materie die Form in sich empfangen, die Einzelheit in sich aufgenommen und so ihre Selbständigkeit erreicht. Auf diesem Punkt aber hört sie auf, Affirmation des abstrakten Selbstbewußtseins zu sein. In der Welt der Atome wie in der Welt der Erscheinung kämpfte die Form mit der Materie; die eine Bestimmung hob die andere auf, und gerade in diesem Widerspruch fühlte das abstrakt-einzelne Selbstbewußtsein seine Natur vergegenständlicht. Die abstrakte Form, die mit der abstrakten Materie unter der Gestalt der Materie kämpfte, war es selbst. Jetzt aber, wo die Materie sich mit der Form versöhnt hat und verselbständigt ist, tritt das einzelne Selbstbewußtsein aus seiner Verpuppung heraus und ruft sich als das wahre Prinzip aus und befeindet die selbständig gewordene Natur.
Nach einer anderen Seite hin drückt sich dies so aus: Indem die Materie die Einzelheit, die Form, in sich empfangen, wie es in den zölestischen Körpern der Fall ist, hat sie aufgehört, abstrakte Einzelheit zu sein. Sie ist konkrete Einzelheit, Allgemeinheit, geworden. In den Meteoren glänzt also dem abstrakt-einzelnen Selbstbewußtsein seine sachlich gewordene Widerlegung entgegen — das Existenz und Natur gewordene Allgemeine. Es erkennt daher in ihnen seinen tödlichen Feind. Ihnen schreibt es also, wie Epikur es tut, alle Angst und Verwirrung der Menschen zu; denn die Angst und Auflösung des Abstrakt-Einzelnen ist das Allgemeine. Hier verbirgt sich also das wahre Prinzip des Epikur, das abstrakt-einzelne Selbstbewußtsein, nicht länger. Es tritt hervor aus seinem Versteck, und, befreit von materieller Vermummung, sucht es, durch die Erklärung nach abstrakter Möglichkeit — was möglich ist, kann auch anders sein; von dem Möglichen ist auch das Gegenteil möglich — die Wirklichkeit der selbständig gewordenen Natur zu vernichten. Daher die Polemik gegen die, die ἁπλῶς, das ist auf eine bestimmte Weise, die Himmelskörper erklären; denn das Eine ist das Notwendige und In-sich-Selbständige.
Solange also die Natur als Atom und Erscheinung das einzelne Selbstbewußtsein und seinen Widerspruch ausdrückt, tritt die Subjektivität des letzteren nur unter der Form der Materie selbst hervor; wo sie dagegen selbständig wird, reflektiert es sich in sich, tritt es ihr in seiner eigenen Gestalt als selbständige Form gegenüber.
Es war von vornherein zu sagen, daß, wo das Prinzip des Epikur sich verwirklicht, es aufhören werde, Wirklichkeit für ihn zu haben. Denn würde das einzelne Selbstbewußtsein realiter unter der Bestimmtheit der Natur oder die Natur unter seiner Bestimmtheit gesetzt: so hätte seine Bestimmtheit, das heißt seine Existenz aufgehört, da nur das Allgemeine im freien Unterschiede von sich zugleich seine Affirmation wissen kann.
In der Theorie der Meteore erscheint also die Seele der epikureischen Naturphilosophie. Nichts sei ewig, was die Ataraxie des einzelnen Selbstbewußtseins vernichtet. Die Himmelskörper stören seine Ataraxie, seine Gleichheit mit sich, weil sie die existierende Allgemeinheit sind, weil in ihnen die Natur selbständig geworden ist.
Nicht also die Gastrologie des Archestratus, wie Chrysippus meint186, sondern die Absolutheit und Freiheit des Selbstbewußtseins ist das Prinzip der epikureischen Philosophie, wenn auch das Selbstbewußtsein nur unter der Form der Einzelheit gefaßt wird.
Wird das abstrakt-einzelne Selbstbewußtsein als absolutes Prinzip gesetzt: so ist zwar alle wahre und wirkliche Wissenschaft insoweit aufgehoben, als nicht die Einzelheit in der Natur der Dinge selbst herrscht. Allein zusammenstürzt auch alles, was gegen das menschliche Bewußtsein sich transzendent verhält, also dem imaginierenden Verstande angehört. Wird dagegen das Selbstbewußtsein, das sich nur unter der Form der abstrakten Allgemeinheit weiß, zum absoluten Prinzip erhoben: so ist der abergläubischen und unfreien Mystik Tür und Tor geöffnet. Der historische Beweis davon findet sich in der stoischen Philosophie. Das abstrakt-allgemeine Selbstbewußtsein hat nämlich den Trieb in sich, in den Dingen selbst sich zu affirmieren, in denen es nur affirmiert wird, indem es sie negiert.
Epikur ist daher der größte griechische Aufklärer, und ihm gebührt das Lob des Lukrez187:
humana ante oculos foede quam vita iaceret,
in terris oppressa gravi sub religione,
quae caput a caeli regionibus ostendebat,
horribili super aspectu mortalibus instans,
primum Graius homo mortalis tollere contra
est oculos ausus primusque obsistere contra;
quem nec fama Deum nec fulmina nec minitanti
murmure compressit caelum …
quare religio pedibus subiecta vicissim
opteritur, nos exaequat victoria caelo.
Der Unterschied zwischen demokritischer und epikureischer Naturphilosophie, den wir am Schlusse des allgemeinen Teils aufgestellt, hat sich in allen Sphären der Natur weiter entwickelt und bestätigt gefunden. Bei Epikur ist daher die Atomistik mit allen ihren Widersprüchen als die Naturwissenschaft des Selbstbewußtseins, das sich unter der Form der abstrakten Einzelheit absolutes Prinzip ist, bis zur höchsten Konsequenz, welches ihre Auflösung und bewußter Gegensatz gegen das Allgemeine ist, durchgeführt und vollendet. Dem Demokrit dagegen ist das Atom nur der allgemein objektive Ausdruck der empirischen Naturforschung überhaupt. Das Atom bleibt ihm daher reine und abstrakte Kategorie, eine Hypothese, die das Resultat der Erfahrung, nicht ihr energisches Prinzip ist, die daher ebensowohl ohne Realisierung bleibt, wie die reale Naturforschung nicht weiter von ihr bestimmt wird.
[Fragment aus dem Anhang:] [Kritik der plutarchischen Polemik gegen Epikurs Theologie]
[I. Das Verhältnis des Menschen zu Gott]
[Der Text dieses Abschnitts ist nicht erhalten. Erhalten sind Marx’ Anmerkungen dazu:]
1. Die Furcht und das jenseitige Wesen.
(1) Plutarch. De eo, quod sec. Epic. non beate vivi possit (ed. Xyl.). T. II. p. 1101. ἀλλὰ περὶ ἡδονῆς μὲν εἴρηται (sc. ὑπὸ τοῦ Ἐπικούρου) σχεδόν, ὡς … ὁ λόγος αὐτῶν φόβον ἀφαιρεῖ τινα καὶ δεισιδαιμονίαν, εὐφροσύνην δὲ καὶ χαρὰν ἀπὸ τῶν θεῶν οὐκ ἐνδίδωσιν.
(2) Système de la nature (Londres 1770) II. Part. p. 9. L’idée de ces agents si puissants fut toujours associée à celle de la terreur, leur nom rappela toujours à l’homme ses propres calamités ou celles de ses pères; nous tremblons aujourd’hui, parce que nos aïeux ont tremblé il y a des milliers d’années. L’idée de la Divinité réveille toujours en nous des idées affligeantes … nos craintes actuelles et des pensées lugubres s’élèvent dans notre esprit toutes les fois, que nous entendons prononcer son nom. Vgl. p. 78. En fondant la morale sur le caractère peu moral d’un Dieu qui change de conduite, l’homme ne peut jamais savoir à quoi s’en tenir ni sur ce qu’il doit à Dieu, ni sur ce qu’il se doit à lui même, ni sur ce qu’il doit aux autres. Rien ne fut donc plus dangereux que de lui persuader, qu’il existait un être supérieur à la nature devant qui la raison devait se taire, à qui, pour être heureux, l’on devait tout sacrifier ici bas.
(3) Plutarch. l. c. p. 1101. δεδιότες γὰρ ὥςπερ ἄρχοντα χρηστοῖς ἤπιον, ἀπεχθῆ δὲ φαύλοις, ἑνὶ φόβῳ, δι’ ὃν οὐ δέουσι πολλῶν, ἐλευθερούντων ἐπὶ τὸ ἀδικεῖν, καὶ παρ’ αὐτοῖς ἀτρέμα τὴν κακίαν ἔχοντες οἷον ἀπομαραινομένην, ἧττον ταράττονται τῶν χρωμένων αὐτῇ καὶ τολμώντων, εἶτ’ εὐθὺς δεδιότων καὶ μεταμελομένων.
2. Der Kultus und das Individuum.
(4) Plutarch. l. c. p. 1101. ἀλλ’ ὅπου μάλιστα δοξάζει καὶ διανοεῖται παρεῖναι τὸν θεόν, ἐκεῖ μάλιστα λύπας καὶ φόβους καὶ τὸ φροντίζειν ἀπωσαμένη (sc. ἡ ψυχή) τῷ ἡδομένῳ μέχρι μέθης καὶ παιδιᾶς καὶ γέλωτος ἀφίησιν ἑαυτήν· ἐν τοῖς ἐρωτικοῖς …
(5) Plutarch. l. c.
(6) Plutarch. l. c. p. 1102. οὐ γὰρ οἴνου πλῆθος οὐδ’ ὄπτησις κρεῶν τὸ εὐφραῖνόν ἐστιν ἐν ταῖς ἑορταῖς, ἀλλὰ καὶ ἐλπὶς ἀγαθὴ καὶ δόξα τοῦ παρεῖναι τὸν θεὸν εὐμενῆ, καὶ δέχεσθαι τὰ γινόμενα κεχαρισμένως.
3. Die Vorsehung und der degradierte Gott.
(7) Plutarch. ib. p. 1102. ἐν ἡλίκαις ἡδοναῖς, καθαραῖς περὶ θεοῦ δόξης συνόντες, ὡς πάντων μὲν ἡγεμὼν ἀγαθῶν, πάντων δὲ πατὴρ καλῶν ἐκεῖνός ἐστι καὶ φαῦλον οὐδὲν ποιεῖν αὐτῷ θέμις, ὥςπερ οὐδὲ πάσχειν· ἀγαθὸς γάρ ἐστιν, ἀγαθῷ δὲ περὶ οὐδενὸς ἐγγίγνεται φθόνος, οὔτε φόβος, οὔτ’ ὀργή, οὔτε μῖσος· οὔτε γὰρ θερμοῦ τὸ ψύχειν, ἀλλὰ τὸ θερμαίνειν, ὥςπερ οὐδ’ ἀγαθοῦ τὸ βλάπτειν· ὀργὴ δὲ χάριτος, καὶ χόλος εὐμενείας, καὶ τοῦ φιλανθρώπου καὶ φιλόφρονος τὸ δυςμενὲς καὶ ταρακτικὸν ἀπωτάτω τῇ φύσει τέτακται· τὰ μὲν γὰρ ἀρετῆς καὶ δυνάμεως, τὰ δ’ ἀσθενείας ἐστὶ καὶ φαυλότητος· οὐ τοίνυν ὀργαῖς καὶ χάρισι συνάγεται τὸ θεῖον, ἀλλ’ ὅτε μὲν χαρίζεσθαι καὶ βοηθεῖν πέφυκεν, ὀργίζεσθαι δὲ καὶ κακῶς ποιεῖν οὐ πέφυκεν.
(8) Ib. ἆρα γε δίκης ἑτέρας οἴεσθε τοὺς ἀναιροῦντας τὴν πρόνοιαν; καὶ οὐχ ἱκανὴν ἔχειν, ἐκκόπτοντας ἑαυτῶν ἡδονὴν καὶ χαρὰν τοσαύτην.
(9) „Schwache Vernunft aber ist nicht die, die keinen objektiven Gott erkennt, sondern die einen erkennen will.“ Schelling, Phil. Briefe über Dogmatismus und Kritizismus in den Philosophischen Schriften, Erster Band, Landshut 1809, p. 127, Brief II. Es wäre dem Herrn Schelling überhaupt zu raten, seiner ersten Schriften sich wieder zu besinnen. So heißt es z. B. in der Schrift über das Ich als Prinzip der Philosophie: „Man nehme z. B. an, daß Gott, insofern er als Objekt bestimmt ist, Realgrund unseres Wesens sei, so fällt er ja, insofern er Objekt ist, selbst in die Sphäre unseres Wissens, kann also für uns nicht der letzte Punkt sein, an dem diese ganze Sphäre hängt.“ p. 5, l. c. Wir erinnern Herrn Schelling schließlich an die Schlußworte seines oben zitierten Briefes: „Es ist Zeit, der besseren Menschheit die Freiheit der Geister zu verkünden und nicht länger zu dulden, daß sie den Verlust ihrer Fesseln beweine.“ p. 129 l. c. Wenn es schon anno 1795 Zeit war, wie im Jahre 1841?
Um hier bei Gelegenheit eines fast berüchtigt gewordenen Themas zu gedenken, der Beweise für das Dasein Gottes, so hat Hegel diese theologischen Beweise sämtlich umgedreht, das heißt verworfen, um sie zu rechtfertigen. Was müssen das für Klienten sein, die der Advokat nicht anders der Verurteilung entziehen kann, als indem er selbst sie totschlägt? Hegel interpretiert z. B. den Schluß von der Welt auf Gott in die Gestalt: „Weil das Zufällige nicht ist, ist Gott oder das Absolute.“ Allein der theologische Beweis heißt umgekehrt: „Weil das Zufällige wahres Sein hat, ist Gott.“ Gott ist die Garantie für die zufällige Welt. Es versteht sich, daß damit auch das Umgekehrte gesagt ist.
Die Beweise für das Dasein Gottes sind entweder nichts als hohle Tautologien — z. B. der ontologische Beweis heißt nichts als: „was ich mir wirklich (realiter) vorstelle, ist eine wirkliche Vorstellung für mich“, das wirkt auf mich, und in diesem Sinne haben alle Götter, sowohl die heidnischen als christlichen, eine reelle Existenz besessen. Hat nicht der alte Moloch geherrscht? War nicht der delphische Apollo eine wirkliche Macht im Leben der Griechen? Hier heißt auch Kants Kritik nichts. Wenn jemand sich vorstellt, hundert Taler zu besitzen, wenn diese Vorstellung ihm keine beliebige, subjektive ist, wenn er an sie glaubt, so haben ihm die hundert eingebildeten Taler denselben Wert wie hundert wirkliche. Er wird z. B. Schulden auf seine Einbildung machen, sie wird wirken, wie die ganze Menschheit Schulden auf ihre Götter gemacht hat. Im Gegenteil. Kants Beispiel hätte den ontologischen Beweis bekräftigen können. Wirkliche Taler haben dieselbe Existenz, die eingebildete Götter. Hat ein wirklicher Taler anderswo Existenz als in der Vorstellung, wenn auch in einer allgemeinen oder vielmehr gemeinschaftlichen Vorstellung der Menschen? Bringe Papiergeld in ein Land, wo man diesen Gebrauch des Papiers nicht kennt, und jeder wird lachen über deine subjektive Vorstellung. Komme mit deinen Göttern in ein Land, wo andere Götter gelten, und man wird dir beweisen, daß du an Einbildungen und Abstraktionen leidest. Mit Recht. Wer einen Wendengott den alten Griechen gebracht, hätte den Beweis von der Nichtexistenz dieses Gottes gefunden. Denn für die Griechen existierte er nicht. Was ein bestimmtes Land für bestimmte Götter aus der Fremde, das ist das Land der Vernunft für Gott überhaupt, eine Gegend, in der seine Existenz aufhört. —
Oder die Beweise für das Dasein Gottes sind nichts als Beweise für das Dasein des wesentlichen menschlichen Selbstbewußtseins, logische Explikationen desselben. Zum Beispiel der ontologische Beweis. Welches Sein ist unmittelbar, indem es gedacht wird? Das Selbstbewußtsein.
In diesem Sinne sind alle Beweise für das Dasein Gottes Beweise für sein Nichtdasein, Widerlegungen aller Vorstellungen von einem Gott. Die wirklichen Beweise müßten umgekehrt lauten: „Weil die Natur schlecht eingerichtet ist, ist Gott.“ „Weil eine unvernünftige Welt ist, ist Gott.“ „Weil der Gedanke nicht ist, ist Gott.“ Was besagt dies aber, als, wem die Welt unvernünftig, wer daher selbst unvernünftig ist, dem ist Gott? Oder die Unvernunft ist das Dasein Gottes.
„Wenn ihr die Idee eines objektiven Gottes voraussetzt, wie könnt ihr von Gesetzen sprechen, die die Vernunft aus sich selbst hervorbringt, da doch Autonomie allein einem absolut freien Wesen zukommen kann?“ Schelling l. c. p. 198.
„Es ist Verbrechen an der Menschheit, Grundsätze zu verbergen, die allgemein mitteilbar sind.“ Derselbe l. c. p. 199.
[II. Die individuelle Unsterblichkeit]
[1. Von dem religiösen Feudalismus. Die Hölle des Pöbels]
Die Betrachtung wird wieder eingeteilt in das Verhältnis τῶν ἀδίκων καὶ πονηρῶν, dann der πολλῶν καὶ ἰδιωτῶν und endlich der ἐπιεικῶν καὶ νοῦν ἐχόντων (S. 1104 l. c.) zu der Lehre von der Fortdauer der Seele. Schon diese Einteilung in feste, qualitative Unterschiede zeigt, wie wenig Plutarch den Epikur versteht, der als Philosoph das wesentliche Verhältnis der menschlichen Seele überhaupt betrachtet.
Für die Ungerechten wird nun wieder die Furcht als Besserungsmittel angeführt, und ist der Schrecken der Unterwelt für das sinnliche Bewußtsein gerechtfertigt. Wir haben diesen Einwurf schon betrachtet. Indem in der Furcht, und zwar einer inneren, nicht zu erlöschenden Furcht der Mensch als Tier bestimmt ist, so ist es bei einem Tiere überhaupt gleichgültig, wie es in Schranken gehalten wird.
Wir kommen jetzt zur Ansicht der πολλοί, obgleich es sich am Ende zeigt, daß wenige davon ausgenommen sind, ja um eigentlich zu reden alle, δέω λέγειν πάντας, zu dieser Fahne schwören.
τοῖς δὲ πολλοῖς καὶ ἄνευ φόβου περὶ τῶν ἐν ᾅδου ἡ παρὰ τὸ μυθῶδες τῆς ἀϊδιότητος ἐλπίς, καὶ ὁ πόθος τοῦ εἶναι, πάντων ἐρώτων πρεσβύτατος ὢν καὶ μέγιστος, ἡδονῇ ὑπερβάλλει καὶ γλυκυθυμίᾳ τὸ παιδικὸν ἐκεῖνο δέος. ἢ καὶ τέκνα καὶ γυναῖκας καὶ φίλους ἀποβάλλοντες, εἶναί που μᾶλλον ἐθέλουσι καὶ διαμένειν κακοπαθοῦντας, ἢ παντάπασιν ἐξῃρῆσθαι καὶ διεφθάρθαι καὶ γεγονέναι τὸ μηδέν· ἡδέως δὲ τῶν ὀνομάτων τοῦ μεθίστασθαι τὸν θνήσκοντα καὶ μεταλλάττειν, καὶ ὅσα δηλοῖ μεταβολὴν ὄντα τῆς ψυχῆς, οὐ φθοράν, τὸν θάνατον, ἀκροῶνται. καὶ πρὸς τὸ ἀπόλωλε, καὶ τὸ ἀνῄρηται, καὶ τὸ οὐκ ἔστι, ταράσσονται … XXVII. ἢ καὶ προσεπισφάττουσιν οἱ ταυτὶ λέγοντες, ἅπαξ ἄνθρωποι γεγόναμεν, δὶς δ’ οὐκ ἔστι γενέσθαι … καὶ γὰρ τὸ παρόν, ὡς μικρόν, μᾶλλον δὲ μηδοτιοῦν πρὸς τὰ σύμπαντα ἀτιμήσαντες ἀναπόλαυστον προΐενται, καὶ ὀλιγωροῦσιν ἀρετῆς καὶ πράξεως, οἷον ἐξαθυμοῦντες, καὶ καταφρονοῦντες ἑαυτῶν, ὡς ἐφημέρων καὶ ἀβεβαίων καὶ πρὸς οὐδὲν ἀξιόλογον γεγονότων. τὸ γὰρ «ἀναισθητεῖν τὸ λυθὲν καὶ μηδὲν εἶναι πρὸς ἡμᾶς τὸ ἀναισθητοῦν», οὐκ ἀναιρεῖ τὸ τοῦ θανάτου δέος, ἀλλ’ ὥσπερ ἀπόδειξιν αὐτοῦ προστίθησιν· αὐτὸ γὰρ τοῦτό ἐστιν, ὃ δέδοικεν ἡ φύσις … τὴν εἰς τὸ μὴ φρονοῦν μηδ’ αἰσθανόμενον διάλυσιν τῆς ψυχῆς· ἣν Ἐπίκουρος εἰς κενὸν καὶ ἀτόμους διασπορὰν ποιῶν, ἔτι μᾶλλον ἐκκόπτει τὴν ἐλπίδα τῆς ἀφθαρσίας· δι’ ἣν ὀλίγου δέω λέγειν πάντας εἶναι καὶ πάσας προθύμους τῷ Κερβέρῳ διαδάκνεσθαι, καὶ φορεῖν εἰς τὸν τρητόν, ὅπως ἐν τῷ εἶναι [μόνον] διαμένωσι, μηδ’ ἀναιρεθῶσι.
Der qualitative Unterschied von der vorhergehenden Stufe existiert eigentlich nicht, sondern was früher in der Gestalt der tierischen Furcht erschien, erscheint hier in der Gestalt der menschlichen Furcht, der Gefühlsform. Der Inhalt bleibt derselbe.
Es wird uns gesagt, daß der Wunsch des Seins die älteste Liebe ist; allerdings, die abstrakteste und daher älteste Liebe ist die Selbstliebe, die Liebe seines partikularen Seins. Doch das war eigentlich die Sache zu sehr herausgesagt, sie wird wieder zurückgenommen und ein veredlender Glanz um sie geworfen durch den Schein des Gefühls.
Also, wer Weib und Kinder verliert, wünscht eher, daß sie irgendwo seien, wenn es ihnen auch schlecht geht, als daß sie gänzlich aufgehört haben. Wenn es sich bloß um Liebe handelte, so ist das Weib und das Kind des Individuums am reinsten aufbewahrt in seinem Herzen, ein viel höheres Sein als das der empirischen Existenz. Allein die Sache steht anders. Weib und Kind sind als solche bloß in empirischer Existenz, insofern das Individuum, dem sie angehören, selbst empirisch existiert. Daß es sie also lieber irgendwo, in räumlicher Sinnlichkeit, gehe es ihnen auch schlecht, wissen will, als nirgends, heißt weiter nichts, als daß das Individuum das Bewußtsein seiner eigenen empirischen Existenz haben will. Der Mantel der Liebe war bloß ein Schatten, das nude empirische Ich, die Selbstliebe, die älteste Liebe ist der Kern, hat in keine konkretere, idealere Gestalt sich verjüngt.
Angenehmer, meint Plutarch, klingt der Name der Veränderung als des gänzlichen Aufhörens. Allein die Veränderung soll keine qualitative sein, das einzelne Ich in seinem einzelnen Sein soll verharren, der Name ist also bloß die sinnliche Vorstellung dessen, was er ist, und soll das Gegenteil bedeuten. Die Sache soll nicht verändert, sondern nur in einen dunkeln Ort gestellt werden, das Zwischenschieben phantastischer Ferne soll den qualitativen Sprung, und jeder qualitative Unterschied ist ein Sprung, ohne dies Springen keine Idealität, soll ihn verhüllen.
Ferner meint Plutarch, dies Bewußtsein …
Diogen. Laert. X, 2. ἀλλὰ καὶ οἱ περὶ Ποσειδώνιον τὸν Στωϊκὸν κα Νικόλαος καὶ Σωτίων … τὰ δὲ Δημοκρίτου περὶ ἀτόμων καὶ Ἀριστίππου περὶ ἡδονῆς, ὡς ἴδια λέγειν (Ἐπίκουρον). ↩
Cic. de Nat. Deor. I, 26. quid est in physicis Epicuri non a Democrito? nam et si quaedam commutavit … tamen pleraque dicit eadem. ↩
Id. de Fin. I, 6. ita, quae mutat, ea corrumpit, quae sequitur, sunt tota Democriti.
Ib. … in physicis, quibus maxime gloriatur, primum totus est alienus. Democrito adicit, perpauca mutans, sed ita, ut ea, quae corrigere vult, mihi quidem depravare videatur … in quibus sequitur Democritum, non fere labitur. ↩Plutarch. Colot. (ed. Xyl.) p. 1108. Λεοντεὺς … τιμᾶσθαί φησι τὸν Δημόκριτον ὑπὸ Ἐπικούρου διὰ τὸ πρότερον ἅψασθαι τῆς ὀρθῆς γνώσεως … διὰ τὸ περιπεσεῖν αὐτὸν πρότερον ταῖς ἀρχαῖς περὶ φύσεως. Cf. ib. p. 1111. ↩
Id. de Placit. Philos. T. V. p. 235. ed. Tauchn. Ἐπίκουρος, Νεοκλέους, Ἀθηναῖος, κατὰ Δημόκριτον φιλοσοφήσας. ↩
Id. Colot. p. 1111, 1112, 1114, 1115, 1117, 1119, 1120 sqq. ↩
Clemens Alex. Strom. VI. p. 629. ed. Col. ἀλλὰ καὶ Ἐπίκουρος παρὰ Δημοκρίτου τὰ προηγούμενα ἐσκευώρηται δόγματα. ↩
Id. p. 295. βλέπετε οὖν μή τις ἔσται ὑμᾶς συλαγωγῶν διὰ τῆς φιλοσοφίας καὶ κενῆς ἀπάτης, κατὰ τὴν παράδοσιν τῶν ἀνθρώπων, κατὰ τὰ στοιχεῖα τοῦ κόσμου, καὶ οὐ κατὰ Χριστόν· φιλοσοφίαν μὲν οὐ πᾶσαν, ἀλλὰ τὴν Ἐπικούρειον, ἧς καὶ μέμνηται ἐν ταῖς πράξεσι τῶν Ἀποστόλων ὁ Παῦλος, διαβάλλων πρόνοιαν ἀναιροῦσαν … καὶ εἰ δή τις ἄλλη στοιχεῖα ἐκτετίμηκεν, μὴ ἐπιστήσασα τὴν ποιητικὴν αἰτίαν τούτοις, μηδὲ ἐφαντάσθη τὸν δημιουργόν. ↩
Sext. Empir. adv. Math. (ed. Col. Allobrog.) ὁ δὲ Ἐπίκουρος φωρᾶται τὰ κράτιστα τῶν δογμάτων παρὰ ποιητῶν ἀνηρπακώς. τόν τε γὰρ ὅρον τοῦ μεγέθους τῶν ἡδονῶν, ὅτι ἡ παντός ἐστι τοῦ ἀλγοῦντος ὑπεξαίρεσις, ἐξ ἑνὸς στίχου δέδεικται λαβών·
αὐτὰρ ἐπεὶ πόσιος καὶ ἐδητύος ἐξ ἔρον ἕντο τὸν δὲ θάνατον, ὅτι οὐδέν ἐστι πρὸς ἡμᾶς Ἐπίχαρμος, αὐτῷ προσμεμήνυκεν, εἰπών·
ἀποθανεῖν ἢ τεθνάναι οὔ μοι διαφέρει. ὡςαύτως δὲ καὶ τὰ νεκρὰ τῶν σωμάτων ἀναισθητεῖν, παρ’ Ὁμήρου κέκλοφε, γράφοντος· κωφὴν γὰρ δὴ γαῖαν ἀεικίζει μενεαίνων. ↩Lettres de Leibnitz à Mr. des Maizeaux, contenant éclaircissements sur l’explication etc. v. 2. p. 66 éd. Dutens. ↩
Plutarch. Colot. p. 1111. ἐγκλητέος ὁ Δημόκριτος, οὐχὶ τὰ συμβαίνοντα ταῖς ἀρχαῖς ὁμολογῶν, ἀλλὰ λαμβάνων ἀρχὰς αἷς ταῦτα συμβέβηκεν … εἰ μὲν οὖν τούτῳ οὐ λέγειν τοιοῦτόν ἐστιν, οὐχ ὁμολογεῖ (Ἐπίκουρος) τῶν εἰθισμένων τι ποιεῖ· καὶ γὰρ τὴν πρόνοιαν ἀναιρῶν, εὐσέβειαν ἀπολιπεῖν λέγει· καὶ τῆς ἡδονῆς ἕνεκα τὴν φιλίαν ἀναιρούμενος, ὑπὲρ τῶν φίλων τὰς μεγίστας ἀλγηδόνας ἀναδέχεσθαι καὶ τὸ μὲν πᾶν ἄπειρον ὑποτίθεσθαι, τὸ δ’ ἄνω καὶ κάτω μὴ ἀναιρεῖν. ↩
Aristot. de Anima. I, p. 8 (ed. Trendel.) ἐκεῖνος (sc. Δημόκριτος) μὲν γὰρ ἁπλῶς ταὐτὸ ψυχὴν καὶ νοῦν· τὸ γὰρ ἀληθὲς εἶναι τὸ φαινόμενον. ↩
Id. Metaph. IV, 5. διὸ Δημόκριτός γέ φησιν, ἤτοι οὐδὲν εἶναι ἀληθές, ἢ ἡμῖν ἄδηλον. ὅλως δὲ διὰ τὸ ὑπολαμβάνειν φρόνησιν μὲν τὴν αἴσθησιν, ταύτην δ’ εἶναι ἀλλοίωσιν, τὸ φαινόμενον κατὰ τὴν αἴσθησιν, κατ’ ἀνάγκης, ἀληθὲς εἶναί φασιν. ἐκ τούτων γὰρ καὶ Ἐμπεδοκλῆς μεταβάλλοντας τὴν ἕξιν μεταβάλλειν φησὶ τὴν φρόνησιν, καὶ Δημόκριτος, καὶ τῶν ἄλλων, ὡς ἔπος εἰπεῖν ἕκαστος τοιαύταις δόξαις γεγένηνται ἔνοχοι. Übrigens ist in dieser Stelle der Metaphysik selbst der Widerspruch ausgesprochen. ↩
Diogen. Laert. IX, 72. οὐ μὴν ἀλλὰ καὶ Ξενοφάνης καὶ Ζήνων ὁ Ἐλεάτης καὶ Δημόκριτος κατ’ αὐτοὺς σκεπτικοὶ τυγχάνουσιν … Δημόκριτος … καὶ πάλιν, αἰτίη δὲ οὐδὲν ἴδμεν· ἐν βυθῷ γὰρ ἡ ἀλήθεια. ↩
Cf. Ritter’s Gesch. d. alt. Philos. I. Th. S. 571. ↩
Diogen. Laert. IX, 44. δοκεῖ δ’ αὐτῷ (sc. Δημοκρίτῳ) τάδε· ἀρχὰς εἶναι τῶν ὅλων ἀτόμους καὶ κενόν, τὰ δ’ ἄλλα πάντα νενομίσθαι, δοξάζεσθαι. ↩
Id. ib. 72. Δημόκριτος δὲ τὰς ποιότητας ἐκβάλλων, ἵνα φησί, νόμῳ ψυχρόν, νόμῳ θερμόν· αἰτίη δὲ ἄτομα καὶ κενόν. ↩
Simplic. in Schol. ad Aristot. (coll. Brandis) p. 488. φύσιν μέντοι μίαν ἐξ ἐκείνων κατ’ ἀλήθειαν, οὐδ’ ἡντιναοῦν γεννᾷ (sc. Δημόκριτος)· κομιδῇ γὰρ εὔηθες εἶναι τὸ δύο ἢ τὰ πλείονα γίνεσθαι ἄν ποτε ἕν.
P. 514. καὶ διὰ τοῦτο οὐδ’ ἐξ ἑνὸς πολλὰ γίνεσθαι ἔλεγον (sc. Δημόκριτος καὶ Λεύκιππος) … οὔτε ἐκ πολλῶν ἓν κατ’ ἀλήθειαν συνεχές, ἀλλὰ τῇ συμπλοκῇ τῶν ἀτόμων ἕκαστον ἓν δοκεῖ γίνεσθαι. ↩Plutarch. Colot. p. 1111. τὰς ἀτόμους ἰδέας ὑπ’ αὐτοῦ (sc. Δημοκρίτου) καλουμένας. ↩
Cf. Aristot. l. c. ↩
Diogen. Laert. X, 121. δογματιεῖν τε (sc. σοφόν), καὶ οὐκ ἀπορήσειν ↩
Plutarch. Colot. p. 1117. ἓν γάρ ἐστι τῶν Ἐπικούρου δογμάτων τὸ μηδὲν ἀμεταπείστως πεπεῖσθαι μηδένα, πλὴν τὸν σοφόν. ↩
Cic. de Nat. Deor. I, 25. omnes sensus veri nuntios dixit (sc. Epicurus) esse.
Cf. Id. de Fin. I, 4.
(Plutarch.) de Placit. Philos. IV, p. 287. Ἐπίκουρος πᾶσαν αἴσθησιν καὶ πᾶσαν φαντασίαν ἀληθῆ. ↩Diogen. Laert. X, 31. ἐν τοίνυν τῷ κανόνι λέγει ὁ Ἐπίκουρος, κριτήρια τῆς ἀληθείας εἶναι τὰς αἰσθήσεις καὶ τὰς προλήψεις καὶ τὰ πάθη … οὐδ’ ἔστι τὸ δυνάμενον αὐτὰς διελέγξαι. 32. οὔτε γὰρ ἡ ὁμοιογενὴς αἴσθησις τὴν ὁμοιογενῆ διὰ τὴν ἰσοσθένειαν· οὔθ’ ἡ ἀνομοιογενὴς τὴν ἀνομοιογενῆ. οὐ γὰρ τῶν αὐτῶν εἰσι κριτικαί. οὔθ’ ἡ ἑτέρα τὴν ἑτέραν· πάσαις γὰρ προσέχομεν. οὔτε μὴν λόγος· πᾶς γὰρ λόγος ἀπὸ τῶν αἰσθήσεων ἤρτηται. ↩
Plutarch. Colot. l. c. τὸ γὰρ νόμῳ χροιὴν εἶναι καὶ νόμῳ γλυκὺ καὶ νόμῳ σύγκρισιν … τὰς ἀτόμους εἰρημένον φησὶν ὑπὸ Δημοκρίτου ταῖς αἰσθήσεσι … πρὸς τοῦτον ἀντειπεῖν μὲν οὐδὲν ἔχω τὸν λόγον, εἰπεῖν δέ, ὅτι ταῦτα τῶν Ἐπικούρου δογμάτων οὕτως ἀχώριστά ἐστιν, ὡς τὸ σχῆμα καὶ τὸ βάρος αὐτοὶ τῆς ἀτόμου λέγουσιν. τί γὰρ λέγει Δημόκριτος; οὐσίας ἀπείρους τὸ πλῆθος, ἀτόμους δὲ καὶ ἀδιαφόρους, ἔτι δ’ ἀποίους καὶ ἀπαθεῖς ἐν τῷ κενῷ φέρεσθαι διεσπαρμένας· ὅταν δὲ πελάσωσιν ἀλλήλαις, ἢ συμπέσωσιν, ἢ περιπλακῶσι φαίνεσθαι τῶν ἀθροιζομένων τὸ μὲν πῦρ, τὸ δὲ ὕδωρ, τὸ δὲ φυτόν, τὸ δ’ ἄνθρωπον· εἶναι δὲ πάντα τὰς ἀτόμους ἰδέας ὑπ’ αὐτοῦ καλουμένας, ἕτερον δὲ μηδέν, ἐκ μὲν γὰρ τοῦ μὴ ὄντος οὐκ εἶναι γένησιν· ἐκ δὲ τῶν ὄντων μηδὲν ἂν γενέσθαι τῷ μήτε πάσχειν μήτε μεταβάλλειν τὰς ἀτόμους ὑπὸ στεῤῥότητος· ὅθεν οὔτε χρόαν ἐξ ἀχρώστων, οὔτε φύσιν ἢ ψυχὴν ἐξ ἀποίων … ὑπάρχειν. ἐγκλητέος οὖν ὁ Δημόκριτος, οὐχὶ τὰ συμβαίνοντα ταῖς ἀρχαῖς ὁμολογῶν, ἀλλὰ λαμβάνων ἀρχάς, αἷς ταῦτα συμβέβηκεν … ὃ Ἐπίκουρόν φησιν, ἀρχὰς μὲν ὑποτίθεσθαι τὰς αὐτάς, οὐ λέγειν δὲ νόμῳ. χροιὴν … καὶ τὰς ἄλλας ποιότητας. ↩
Cic. de Fin. I, 6. sol Democrito magnus videtur, quippe homini erudito in geometriaque perfecto; huic (sc. Epicuro) bipedalis fortasse; tantum enim esse censet, quantus videtur. Cf. (Plutarch.) de Placit. Philos. II, p. 265. ↩
Diogen. Laert. IX, 37. τὰ γὰρ φυσικὰ καὶ τὰ ἠθικά, ἀλλὰ καὶ τὰ μαθηματικὰ καὶ τοὺς ἐγκυκλίους λόγους καὶ περὶ τεχνῶν πᾶσαν εἶχεν (sc. Δημόκριτος) ἐμπειρίαν. ↩
Cf. Diogen. Laert. IX, § 46 seq. ↩
Euseb. Praepar. evang. X, p. 472. καί που σεμνυνόμενος περὶ τούτου φησὶν (sc. Δημόκριτος)· … ἐγὼ δὲ τῶν κατ’ ἐμαυτὸν ἀνθρώπων πλείστην γῆν διεπλανησάμην, ἱστορέων τὰ μήκιστα, καὶ ἀέρας καὶ γαίας πλείστας εἶδον, καὶ λογίων ἀνθρώπων πλείστων ἐπήκουσα· καὶ γραμμέων συνθέσιος μετ’ ἀποδείξεως οὐδείς κώ με παρήλλαξεν, οὔτε Αἰγυπτίων οἱ καλούμενοι Ἀρσεπεδονάπται, οἷς ἐπὶ πᾶσιν ἐπ’ ἔτεα ὀγδοήκοντα ἐπὶ ξένης ἐγενήθην … ἐπῆλθε γὰρ οὗτος Βαβυλῶνά τε καὶ τὴν Περσίδα καὶ Αἴγυπτον, τοῖς Αἰγυπτίοις ἱερεῦσι μαθητεύων. ↩
Diogen. Laert. IX, 35. φησὶ δὲ Δημήτριος ἐν ὁμωνύμοις, καὶ Ἀντισθένης ἐν διαδοχαῖς, ἀποδημῆσαι αὐτὸν (sc. Δημόκριτον) καὶ εἰς Αἴγυπτον πρὸς τοὺς ἱερέας, γεωμετρίαν μαθησόμενον, καὶ πρὸς Χαλδαίους εἰς τὴν Περσίδα καὶ εἰς τὴν Ἐρυθρὰν θάλασσαν γενέσθαι. τοῖς δὲ Γυμνοσοφισταῖς φασί τινες συμμῖξαι αὐτὸν ἐν Ἰνδίᾳ, καὶ εἰς Αἰθιοπίαν ἐλθεῖν. ↩
Cic. Quaest. Tusc. V, 39. Democritus, luminibus amissis, … atque hic vir, impediri animi etiam aciem adspectu oculorum arbitrabatur, et, quum alii saepe, quod ante pedes esset, non viderent, ille infinitatem peregrinabatur, ut nulla in extremitate consisteret.
Id. de Fin. V, 29. Democritus …, qui … dicitur oculis se privasse, certe ut quam minime animus a cogitationibus abduceretur. ↩Luc. Ann. Senec. Op. II. epist. 8, p. 24. (ed. Amstel. 1672.) adhuc Epicurum replicamus … philosophiae servias oportet, ut tibi contingat vera libertas. Non differtur in diem qui se illi subiecit et tradidit, statim circumagitur. Hoc enim ipsum, philosophiae servire, libertas est. ↩
Diogen. Laert. X, 122. μήτε νέος τις ὢν μελλέτω φιλοσοφεῖν μήτε γέρων ὑπάρχων κοπιάτω φιλοσοφῶν· οὔτε γὰρ ἄωρος οὐδείς ἐστιν, οὔτε πάρωρος πρὸς τὸ κατὰ ψυχὴν ὑγιαίνειν. ὁ δὲ λέγων, ἢ μήπω τοῦ φιλοσοφεῖν ὑπάρχειν ὥραν, ἢ παρεληλυθέναι τὴν ὥραν, ὅμοιός ἐστι τῷ λέγοντι πρὸς εὐδαιμονίαν ἢ μήπω παρεῖναι τὴν ὥραν, ἢ μηκέτι εἶναι. ὥςτε φιλοσοφητέον καὶ γέροντι καὶ νέῳ· [τῷ μὲν] ὅπως γεράσκων νεάζῃ τοῖς ἀγαθοῖς διὰ τὴν χάριν τῶν γεγονότων, τῷ δέ, ὅπως νέος ἅμα καὶ παλαιὸς ᾖ, διὰ τὴν ἀφοβίαν τῶν μελλόντων. Cf. Clemens Alex. IV, p. 501. ↩
Sext. Emp. adv. Math. p. 1 et 2. τὴν πρὸς τοὺς ἀπὸ τῶν μαθημάτων ἀντίῤῥησιν καινότερον μὲν διατεθεῖσθαι δοκοῦσιν οἱ περὶ τὸν Ἐπίκουρον καὶ οἱ ἀπὸ τοῦ Πύῤῥωνος, οὐκ ἀπὸ τῆς αὐτῆς διαθέσεως, ἀλλὰ οἱ μὲν περὶ τὸν Ἐπίκουρον, ὡς τῶν μαθημάτων μηδὲν συνεργούντων πρὸς σοφίας τελείωσιν. ↩
Id. p. 11. ἐν οἷς θετέον καὶ τὸν Ἐπίκουρον, εἰ καὶ δοκεῖ [τοῖς] ἀπὸ μαθημάτων διεχθραίνειν.
Id. p. 54. τοὺς … γραμματικῆς κατηγόρους, Πύῤῥωνά τε καὶ Ἐπίκουρον.
Cf. Plutarch. de eo, quod sec. Epicur. non beate vivi poss. p. 1059. ↩Cic. de Fin. I, 21. non ergo Epicurus ineruditus, sed ii indocti, qui, quae pueros non didicisse turpe est ea putent usque ad senectutem esse discenda. ↩
Diogen. Laert. X, 13. τοῦτον (sc. Ἐπίκουρον) Ἀπολλόδωρος ἐν Χρονικοῖς Ναυσιφάνους ἀκοῦσαί φησι καὶ Πραξιφάνους· αὐτὸς δ’ οὔ φησιν, ἀλλ’ ἑαυτοῦ, ἐν τῇ πρὸς Εὐρύδικον ἐπιστολῇ.
Cic. de Nat. Deor. I, 26. quum quidem gloriaretur (sc. Epicurus) se magistrum habuisse nullum, quod et non praedicanti, tamen facile crederem. ↩Senec. Epist. 52. p. 177. quosdam, ait Epicurus, ad veritatem sine ullo adiutorio contendere; ex iis se fecisse sibi ipsum viam. Hos maxime laudat, quibus ex se impetus fuit, qui se ipsi protulerunt. Quosdam indigere ope aliena, non ituros, si nemo praecesserit, sed bene secuturos. Ex his Metrodorum ait esse. Egregium hoc quoque, sed secundae sortis ingenium. ↩
Diogen. Laert. X, 10. καὶ χαλεπωτάτων δὲ καιρῶν κατασχόντων τηνικαῦτα τὴν Ἑλλάδα, αὐτόθι καταβιῶναι, δὶς ἢ καὶ τρὶς ἐπὶ τοὺς περὶ τὴν Ἰωνίαν τόπους διαδραμόντα πρὸς τοὺς φίλους, οἳ καὶ πανταχόθεν πρὸς αὐτὸν ἀφικνοῦντο, καὶ συνεβίουν αὐτῷ ἐν τῷ κήπῳ, καθά φησι καὶ Ἀπολλόδωρος· ὃν καὶ ὀγδοήκοντα μνῶν πρίασθαι. ↩
Id. X, 15. … ὅτε καί φησιν Ἕρμιππος ἐμβάντα αὐτὸν εἰς πύελον χαλκῆν, κεκραμένην ὕδατι θερμῷ, καὶ αἰτήσαντα ἄκρατον ῥοφῆσαι. § 16. τοῖς δὲ φίλοις παραγγείλαντα τῶν δογμάτων μεμνῆσθαι, οὕτω τελευτῆσαι. ↩
Cic. de Fato. X. Epicurus … vitari fati necessitatem, … Democritus accipere maluit, necessitate omnia fieri.
Cic. de Nat. Deor. I, 25. invenit, quomodo necessitatem effugeret, quod videlicet Democritum fugerat.
Euseb. Praepar. evang. I, p. 23 sqq. Δημόκριτος ὁ Ἀβδηρίτης … ἄνωθεν δὲ ὅλως ἐξ ἀπείρου χρόνου προκατέχεσθαι τῇ ἀνάγκῃ πάνθ’ ἁπλῶς τὰ γεγονότα καὶ ὄντα καὶ ἐσόμενα. ↩Aristot. de Gen. An. V, 8. Δημόκριτος … πάντα ἀνάγει εἰς ἀνάγκην. ↩
Diogen. Laert. IX, 45. πάντα τε κατ’ ἀνάγκην γίνεσθαι, τῆς δίνης αἰτίας οὔσης τῆς γενέσεως πάντων, ἣν ἀνάγκην λέγει (sc. Δημόκριτος). ↩
(Plutarch.) de Placit. Philos. I, p. 352. Παρμενίδης καὶ Δημόκριτος πάντα κατ’ ἀνάγκην, τὴν δ’ αὐτὴν εἶναι εἱμαρμένην καὶ δίκην καὶ πρόνοιαν καὶ κοσμοποιόν. ↩
Stob. Eclog. phys. I, 2. Παρμενίδου καὶ Δημοκρίτου. οὗτοι πάντα κατ’ ἀνάγκην· τὴν δ’ αὐτὴν εἶναι εἱμαρμένην καὶ δίκην καὶ πρόνοιαν [καὶ κοσμοποιόν]. Λευκίππου πάντα κατ’ ἀνάγκην· τὴν δ’ αὐτὴν ὑπάρχειν εἱμαρμένην λέγει γὰρ … οὐδὲν χρῆμα μάτην γίγνεται, ἀλλὰ πάντα ἐκ λόγου τε καὶ ὑπ’ ἀνάγκης. ↩
Euseb. Praepar. evang., VI, p. 257. εἱμαρμένη, πεπρωμένη … τῷ (sc. Δημοκρίτῳ) δὲ ἐκ τῆς τῶν μικρῶν ἐκείνων σωμάτων, τῶν φερομένων κάτω καὶ ἀναπολλυμένων … καὶ δισταμένων καὶ παρατιθεμένων ἐξ ἀνάγκης. ↩
Stob. Eclog. eth. II. ἄνθρωποι τύχης εἴδωλον ἔπλασθαν, πρόφασιν ἰδίης ἀβουλίης· βαιᾷ γὰρ φρονήσει τύχη μάχεται. ↩
Euseb. Praepar. evang. XIV. p. 782 sqq. καὶ τὴν τύχην τῶν μὲν καθόλου καὶ τῶν θείων δέσποιναν ἐφιστὰς (sc. Δημόκριτος) καὶ βασιλίδα, καὶ πάντα γίνεσθαι κατ’ αὐτὴν ἀποφαινόμενος· τοῦ δὲ τῶν ἀνθρώπων αὐτὴν ἀποκηρύττων βίου καὶ πρεσβεύοντας αὐτὴν ἐλέγχων ἀγνώμονας … τῶν γ’ οὖν ὑποθηκῶν ἀρχόμενος λέγει· ἄνθρωποι τύχης εἴδωλον ἐπλάσαντο πρόφασιν ἰδίης ἀνοίης. φύσει γὰρ γνώμη τύχῃ μάχεται· καὶ τὴν ἐχθίστην τῇ φρονήσει ταύτην αὐτὴν ἔφασαν κρατεῖν· μᾶλλον δὲ καὶ ταύτην ἄρδην ἀναιροῦντες καὶ ἀφανίζοντες ἐκείνην ἀντικαθιστᾶσιν αὐτῆς. οὐ γὰρ εὐτυχῆ τὴν φρόνησιν, ἀλλ’ εὐφρονεστάτην ὑμνοῦσι τὴν τύχην. ↩
Simplic. l. c. p. 351. τὸ «καθάπερ ὁ παλαιὸς λόγος ἀναιρῶν τὴν τύχην» πρὸς Δημόκριτον ἔοικεν εἰρῆσθαι. ↩
Diogen. Laert. X, 133 … τὴν δ’ εἱμαρμένην, ὑπό τινων δεσπότιν εἰςαγομένην, πάντων [ἀνάγκην], ἀγγέλλοντος (sc. Δημοκρίτου) μὴ εἶναι· ἀλλὰ τὰ μὲν ἀπὸ τύχης, τὰ δὲ παρ’ ἡμᾶς, διὰ τὸ τὴν μὲν ἀνάγκην ἀνυπεύθυνον εἶναι, τὴν δὲ τύχην ἄστατον ὁρᾶν. τὸ δὲ παρ’ ἡμᾶς, ἀδέσποτον· ᾧ καὶ τὸ μεμπτὸν καὶ τὸ ἐναντίον παρακολουθεῖν πέφυκεν; 134. ἐπεὶ κρεῖττον ἦν τῷ περὶ θεῶν μύθῳ κατακολουθεῖν, ἢ τῇ τῶν φυσικῶν εἱμαρμένῃ δουλεύειν. ὁ μὲν γὰρ ἐλπίδα παραιτήσεως ὑπογράφει θεῶν διὰ τιμῆς, ἡ δ’ ἀπαραίτητον ἔχει τὴν ἀνάγκην. τὴν δὲ τύχην οὔτε θεόν, ὡς οἱ πολλοὶ νομίζουσι, ὑπολαμβάνων … ↩
Senec. Epistol. XII, p. 42. malum est in necessitate vivere, sed in necessitate vivere, nulla necessitas est … patent undique ad libertatem viae multae, breves, faciles. agamus Deo gratias, quod nemo in vita teneri potest. calcare ipsas necessitates licet … Epicurus … dixit. ↩
Cic. de Nat. Deor. I, 20. quanti autem haec philosophia (sc. Stoica) aestimanda est, cui, tamquam aniculis, et iis quidem indoctis, fato fieri videantur omnia … [his terroribus] ab Epicuro soluti et in libertatem vindicati … ↩
Id. ib. cap. 25. idem facit (sc. Epicurus) contra dialecticos, a quibus quum traditum sit, in omnibus disiunctionibus, in quibus „aut etiam, aut non“ poneretur, alterutrum verum esse; pertimuit, ne, si concessum esset huiusmodi aliquid, „aut vivet cras, aut non vivet Epicurus“, alterutrum fieret necessarium, totum hoc „aut etiam, aut non“ negavit esse necessarium. ↩
Simplic. l. c. p. 351 … ἀλλὰ καὶ Δημόκριτος, ἐν οἷς φησὶ δεῖν ἀπό τινος ἀποκρίνεσθαι παντοίων εἰδέων, πῶς δὲ καὶ ὑπὸ τίνος αἰτίας μὴ λέγει, ἔοικεν ἀπὸ ταὐτομάτου καὶ τύχης γεννᾶν αὐτά.
Id. l. c. p. 351. καὶ γὰρ οὗτος (sc. Δημόκριτος) κἂν ἐν τῇ κοσμοποιίᾳ τῇ τύχῃ κέχρηται. ↩Cf. Euseb. l. c. XIV, p. 781 sqq. … καὶ ταῦτα μάτην ἐναντίως αἰτιολογῶν (sc. Δημόκριτος) ὡς ἂν ἀπὸ κενῆς ἀρχῆς καὶ ὑποθέσεως πλανωμένης ὁρμώμενος, καὶ τὴν ῥίζαν καὶ τὴν κοινὴν ἀνάγκην τῆς τῶν ὄντων φύσεως οὐχ ὁρῶν, σοφίαν δὲ μεγίστην ἡγούμενος τὴν τῶν ἀσόφως συμβαινόντων κατανόησιν. ↩
Simplic. l. c. p. 351. διψήσας γὰρ καὶ πιών τις ψυχρὸν ὕδωρ γέγονεν ὑγιής. ἀλλ’ ἴσως οὔ φησι Δημόκριτος τὴν τύχην αἰτίαν εἶναι, ἀλλὰ τὸ διψῆσαι. Id. p. 352. ἐκεῖνος (sc. Δημόκριτος) γὰρ κἂν ἐν τῇ κοσμοποιίᾳ ἐδόκει τῇ τύχῃ χρῆσθαι· ἀλλ’ ἐν τοῖς μερικωτέροις οὐδενός φησιν εἶναι τὴν τύχην αἰτίαν, ἀναφέρων εἰς ἄλλας αἰτίας, οἷον τοῦ θησαυρὸν εὑρεῖν τὸ σκάπτειν, ἢ τὴν φυτείαν τῆς ἐλαίας.
Cf. Id. l. c. p. 74. ἀλλ’ ἐν τοῖς κατὰ μέρος οὐδενός φησιν (sc. Δημόκριτος) εἶναι τὴν τύχην [αἰτίαν]. ↩Euseb. l. c. XIV, p. 781. Δημόκριτος γοῦν αὐτός, ὥς φασιν, ἔλεγε βούλεσθαι μᾶλλον μίαν [εὑρεῖν] αἰτιολογίαν ἢ τῶν Περσῶν οἱ βασιλείαν γίνεσθαι. ↩
(Plutarch.) de Plac. Philosoph. II, p. 261. Ἐπίκουρος οὐδὲν ἀπογιγνώσκει τούτων (d. i. Meinungen der Philosophen über die Substanz der Natur), [ἐχόμενος] τοῦ ἐνδεχομένου.
Id. l. c. p. 265. Ἐπίκουρος πάλιν φησὶν ἐνδέχεσθαι τὰ προειρημένα πάντα.
Id. ib. Ἐπίκουρος ἐσδέχεσθαι τὰ προειρημένα πάντα.
Stob. Eclog. phys. I, p. 54. Ἐπίκουρος οὐδὲν ἀπογιγνώσκει τούτων, ἐχόμενος τοῦ ἐνδεχομένου. ↩Senec. Natural. Quaest. [Liber sextus] XX, p. 802. t. II. omnes istas esse posse causas Epicurus ait, pluresque alias tentat; et alios, qui aliquid unum ex istis esse affirmaverunt, corripit, quum sit arduum, de iis quae coniectura sequenda sint, aliquid certi promittere. ↩
Cf. II. Teil, 5. Kap.
Diogen. Laert. X, 88. τὸ μέντοι φάντασμ’ ἑκάστων τηρητέον, καὶ ἐπὶ τὰ συναπτόμενα τούτῳ διαιρετέον, ἃ οὐκ ἀντιμαρτυρεῖται τοῖς παρ’ ἡμῖν γινομένοις πλεοναχῶς συντελεῖσθαι … πανταχῶς γὰρ ἐνδέχεται· τῶν γὰρ φαινομένων οὐδὲν ἀντιμαρτυρεῖ … ↩Diogen. Laert. X, 80. καὶ οὐ δεῖ νομίζειν τὴν ὑπὲρ τούτων χρείας πραγματείαν μὴ ἀπειληφέναι, ὅση πρὸς τὸ ἀτάραχον καὶ μακάριον ἡμῶν συντείνει. ↩
Stob. Eclog. phys. I. p. 33. Ἐπίκουρος κινεῖσθαι δὲ τὰ ἄτομα τότε μὲν κατὰ στάθμην τότε δὲ κατὰ παρέγκλισιν τὰ δὲ ἄνω κινούμενα κατὰ πληγὴν καὶ ἀποπαλμόν.
Cf. Cic. de Fin. I, 6. (Plutarch.) de Plac. Philosoph. p. 349. Stob. l. c. p. 40. ↩Cic. de Nat. Deor. I, 26 … quid est in physicis Epicuri non a Democrito? nam et si quaedam commutavit, ut, quod paullo ante de inclinatione atomorum dixi, … ↩
Cic. de Fin. I, 6 … censet (sc. Epicurus) enim, eadem illa individua, et solida corpora ferri suo deorsum pondere ad lineam: hunc naturalem esse omnium corporum motum. Deinde ibidem homo acutus, quum illud occurreret, si omnia deorsum e regione ferrentur, et, ut dixi, ad lineam, nunquam fore, ut atomus altera alteram posset attingere; itaque attulit rem commenticiam; declinare dixit atomum perpaullum (quo nihil posset fieri minus); ita effici complexiones et copulationes et adhaesiones atomorum inter se; ex quo efficeretur mundus omnesque partes mundi, quaequae in eo essent. ↩
Cic. de Nat. Deor. I, 25 … Epicurus, quum videret, si atomi ferrentur in locum inferiorem suopte pondere, nihil fore in nostra potestate, quod esset earum motus certus et necessarius; invenit, quo modo necessitatem effugeret, quod videlicet Democritum fugerat; ait, atomum, quum pondere et gravitate directo deorsum feratur, declinare paullulum. Hoc dicere turpius est, quam illud, quod vult, non posse defendere. Cf. Cic. de Fato. X. ↩
Bayle, Dict. hist. »Epicure«. ↩
Schaubach „Über Epikur’s astronomische Begriffe“ im Archiv für Philologie und Pädagogik von Seebode, Jahn und Klotz. Bd. V, H. IV, 1839, p. 549. ↩
Lucret. de Rer. Nat. II, 251 sqq.
denique si semper motus connectitur omnis
et vetere exoritur semper novus ordine certo,
…
unde est haec, inquam, fatis advolsa voluntas. ↩Aristot. de Anima. I, 4, 14. πῶς γὰρ χρὴ νοῆσαι μονάδα κινουμένην, καὶ ὑπὸ τίνος καὶ πῶς, ἀμερῆ καὶ ἀδιάφορον οὖσαν; εἰ γάρ ἐστι κινητικὴ καὶ κινητή διαφέρειν δεῖ. ἔτι δ’ ἐπεί φασι κινηθεῖσαν γραμμὴν … καὶ αἱ τῶν μονάδων κινήσεις γραμμαὶ ἔσονται. ↩
Diogen. Laert. X, 43. κινοῦνταί τε συνεχῶς αἱ ἄτομοι.
Simplic. l. c. p. 425. [οἱ περὶ] Ἐπίκουρον τὴν κίνησιν ἀΐδιον. ↩Lucret. de Rer. Nat. II 253. sqq.
… si …
nec declinando faciunt primordia motus
principium quoddam, quod fati foedera rumpat,
ex infinito ne causam causa sequatur. ↩Id. l. c. 279 sqq.
… esse in pectore nostro
quiddam, quod contra pugnare obstareque possit. ↩Cic. de Fin. I, 6. nec tamen id, cuius causa haec finxerat, assecutus est; nam, si omnes atomi declinabunt, nullae unquam cohaerescent, sive aliae declinabunt, aliae suo nutu recte ferentur. primum erit hoc quasi provincias atomis dare, quae recte, quae oblique ferentur. ↩
Lucret. l. c. II, 293 sq. ↩
Cic. de Fato. X. declinat atomus intervallo minimo, id appellat ἐλάχιστον. ↩
Id. ib. quam declinationem sine causa fieri, si minus verbis, re cogitur confiteri. ↩
Plutarch. de Anim. procreat. VI (T. IV. p. 8. ed. ster.) Ἐπικούρῳ μὲν γὰρ οὐδ’ ἀκαρὲς ἐγκλίνειν τὴν ἄτομον συγχωροῦσιν, ὡς ἀναίτιον ἐπειςάγοντι κίνησιν ἐκ τοῦ μὴ ὄντος. ↩
Cic. de Fin. I, 6. nam et ipsa declinatio ad libidinem fingitur (ait enim declinare atomum sine causa, quo nihil turpius physico, quam fieri sine causa quidquam dicere); et illum motum naturalem omnium ponderum, ut ipse constituit, e regione inferiorem locum petentium, sine causa eripuit atomis. ↩
Bayle l. c. ↩
August. Epist. 56. ↩
Diogen. Laert. X, 128. τούτου γὰρ χάριν ἅπαντα πράττομεν, ὅπως μήτε ἀλγῶμεν, μήτε ταρβῶμεν. ↩
Plutarch. de eo, quod sec. Epicur. non beate vivi poss. p. 1091. ὅμοια δὲ καὶ τὰ Ἐπικούρου, λέγοντος «τὴν τοῦ ἀγαθοῦ φύσιν ἐξ αὐτῆς τῆς φυγῆς τοῦ κακοῦ». ↩
Clem. Alex. Strom. II. p. 415 (c. XXI, 3127). ὁ δὲ Ἐπίκουρος καὶ τὴν τῆς ἀλγηδόνος ὑπεξαίρεσιν ἡδονὴν εἶναι. ↩
Senec. de Benef. IV, p. 699. itaque non dat deus beneficia, sed securus et negligens nostri, aversus a mundo, nec magis illum beneficia quam iniuriae tangunt. ↩
Cic. de Nat. Deor. I, 24 … ita enim dicebas, non corpus esse in deo, sed quasi corpus, nec sanguinem, sed quasi sanguinem. ↩
Cic. de Nat. Deor. I, 38 … quem cibum igitur, aut quas potiones aut quas vocum aut florum varietates, aut quos tactus, quos odores adhibebis ad deos, ut eos perfundas voluptatibus? … 39 … quid est enim cur deos ab hominibus colendos dicas, quum dii non modo homines non colant, sed omnino nihil curent, nihil agant? at est eorum eximia quaedam praestansque natura, ut ea debeat ipsa per se ad se colendam elicere sapientem. an quidquam eximium potest esse in ea natura, quae, sua voluptate laetans, nihil nec actura sit unquam [neque agat], neque egerit? ↩
Plutarch. de eo, quod sec. Epicur. non beate vivi poss. p. 1101. ὁ λόγος αὐτῶν φόβον ἀφαιρεῖ καὶ δεισιδαιμονίαν, εὐφροσύνην δὲ καὶ χαρὰν ἀπὸ τῶν θεῶν οὐκ ἐνδίδωσιν ἀλλ’ οὕτως ἔχειν ποιεῖ πρὸς αὐτοὺς τὸ μὴ ταράττεσθαι, μηδὲ χαίρειν, ὡς πρὸς τοὺς ἱρκανοὺς ἰχθῦς ἔχομεν, οὔτε χρηστὸν οὐδὲν οὔτε φαῦλον ἀπ’ αὐτῶν προςδοκῶντες. ↩
Aristot. de Caelo. II, 12. τῷ δ’ ὡς ἄριστα ἔχοντι οὐδὲν δεῖ πράξεως· ἔστι γὰρ αὐτὸ τὸ οὗ ἕνεκα. ↩
Lucret. de Rer. Nat. II, 221 sqq.
… quod nisi declinare solerent (sc. atomi) …
nec foret offensus natus, nec plaga creata
principiis, ita nil umquam [natura] creasset. ↩Lucret. de Rer. Nat. II, 284 sqq.
quare in seminibus quoque fateare necesse est
esse aliam praeter plagas et pondera causam
motibus, unde haec est nobis innata potestas.
…
… ne plagis omnia fiant
externa quasi vi. sed ne mens ipsa necessum
intestinum habeat, cunctis in rebus agendis,
et, devicta quasi, cogatur ferre patique,
id facit exiguum clinamen principiorum. ↩Aristot. de Caelo. I, 7. εἰ δὲ μὴ συνεχὲς τὸ πᾶν, ἀλλ’, ὥςπερ λέγει Δημόκριτος καὶ Λεύκιππος, διωρισμένα τῷ κενῷ, μίαν ἀναγκαῖον πάντων εἶναι τὴν κίνησιν· … τὴν δὲ φύσιν αὐτῶν εἶναι μίαν, ὥςπερ ἄν, εἰ χρυσὸς ἕκαστον εἴη κεχωρισμένον. ↩
Aristot. de Caelo. III, 2. διὸ καὶ Λευκίππῳ καὶ Δημοκρίτῳ, τοῖς λέγουσιν ἀεὶ κινεῖσθαι τὰ πρῶτα σώματα ἐν τῷ κενῷ καὶ τῷ ἀπείρῳ λεκτέον τίνα κίνησιν καὶ τίς ἡ κατὰ φύσιν αὐτῶν κίνησις. εἰ γὰρ ἄλλο ὑπ’ ἄλλου κινεῖται βίᾳ τῶν στοιχείων, ἀλλὰ καὶ κατὰ φύσιν ἀνάγκη τινὰ εἶναι κίνησιν ἑκάστου, παρ’ ἣν ἡ βίαιός ἐστιν· καὶ δεῖ τὴν πρώτην κινοῦσαν μὴ βίᾳ κινεῖν, ἀλλὰ κατὰ φύσιν· εἰς ἄπειρον γὰρ εἶσιν, εἰ μή τι ἔσται κατὰ φύσιν κινοῦν πρῶτον, ἀλλ’ ἀεὶ τὸ πρότερον βίᾳ κινούμενον κινήσει. ↩
Diogen. Laert. X, 150. ὅσα τῶν ζῴων μὴ ἠδύνατο συνθήκας ποιεῖσθαι τὰς ὑπὲρ τοῦ μὴ βλάπτειν ἄλληλα μηδὲ βλάπτεσθαι, πρὸς ταῦτα οὐδέν ἐστιν οὐδὲ δίκαιον, οὐδ’ ἄδικον. ὡςαύτως δὲ καὶ τῶν ἐθνῶν ὅσα μὴ ἠδύνατο, ἢ μὴ ἐβούλετο τὰς συνθήκας ποιεῖσθαι τὰς ὑπὲρ τοῦ μὴ βλάπτειν ἀλλήλους μηδὲ βλάπτεσθαι. οὐκ ἦν τι καθ’ ἑαυτὸ δικαιοσύνη, ἀλλ’ ἡ ἐν ταῖς μετ’ ἀλλήλων συστροφαῖς, καθ’ ὁπηλίκους δήποτ’ ἀεὶ τόπους συνθήκην τινὰ ποιεῖσθαι ὑπὲρ τοῦ μὴ βλάπτειν ἢ βλάπτεσθαι. ↩
[Anmerkung ohne Text.] ↩
Diogen. Laert. X, 54. ποιότης γὰρ πᾶσα μεταβάλλει· αἱ δ’ ἄτομοι οὐδὲν μεταβάλλουσιν.
Lucret. de Rer. Nat. II, 861 sqq.
omnia sint a principiis seiuncta, necesse est,
immortalia si volumus subiungere rebus
fundamenta, quibus nitatur summa salutis. ↩(Plutarch.) de Plac. Philosoph. Ἐπίκουρος … ἔφη … συμβεβηκέναι τοῖς σώμασι τρία ταῦτα, σχῆμα, μέγεθος, βάρος. Δημόκριτος μὲν γὰρ δύο· μέγεθος καὶ σχῆμα· ὁ δ’ Ἐπίκουρος τούτοις καὶ τρίτον, τὸ βάρος, ἐπέθηκεν· ἀνάγκη γὰρ κινεῖσθαι τὰ σώματα τῇ τοῦ βάρους πληγῇ. Cf. Sext. Empir. adv. Math. p. 421. ↩
Euseb. Praepar. evang. XIV, p. 749. ↩
Simplic. l. c. p. 362. τὴν διαφορὰν αὐτῶν (ἀτόμων) κατὰ μέγεθος καὶ σχῆμα τιθείς (sc. Δημόκριτος). ↩
Philopon. ibid. … μίαν μέντοι κοινὴν φύσιν ὑποτίθησιν (sc. ὁ Δημόκριτος) σώματος τοῖς σχήμασι πᾶσι, τούτου δὲ μόρια εἶναι τὰς ἀτόμους μεγέθει καὶ σχήματι διαφερούσας ἀλλήλων· οὐ μόνον γὰρ ἄλλο καὶ ἄλλο σχῆμα ἔχουσιν, ἀλλ’ [εἰσὶν] αὐτῶν αἱ μὲν μείζους, αἱ δὲ ἐλάττους. ↩
Aristot. de Gen. et Corrupt. I, 8. καίτοι βαρύτερόν (sc. ἄτομον) γε κατὰ τὴν ὑπεροχήν φησιν εἶναι. ↩
Aristot. de Caelo. I, 7. τούτων δέ, καθάπερ λέγομεν, ἀναγκαῖον εἶναι τὴν αὐτῶν κίνησιν … ὥςτε οὔτε κοῦφον ἁπλῶς οὐδὲν ἔσται τῶν σωμάτων, εἰ πάντ’ ἔχει βάρος· εἰ δὲ κουφότητα, οὐδὲν βαρύ. ἔτι εἰ βάρος ἔχει ἢ κουφότητα, ἔσται ἢ ἔσχατόν τε τοῦ παντός, ἢ μέσον … ↩
Ritter. Geschichte d. alt. Philosophie. I. Teil, S. 568. Anm. 2. ↩
Aristot. Metaphys. VII (VIII), 2. Δημόκριτος μὲν οὖν τρεῖς διαφορὰς ἔοικεν οἰομένῳ εἶναι. τὸ μὲν γὰρ ὑποκείμενον σῶμα τὴν ὕλην ἓν καὶ τὸ αὐτό, διαφέρειν δὲ ἢ ῥυσμῷ, ὅ ἐστι σχῆμα, ἢ τροπῇ, ὅ ἐστι θέσις, ἢ διαθιγῇ, ὅ ἐστι τάξις. ↩
Aristot. Metaphys. I, 4. Λεύκιππος δὲ καὶ ὁ ἑταῖρος αὐτοῦ Δημόκριτος στοιχεῖα μὲν τὸ πλῆρες καὶ τὸ κενὸν εἶναί φασι, λέγοντες οἷον, τὸ μὲν ὄν, τὸ δὲ μὴ ὄν, τούτων δὲ τὸ πλῆρες καὶ τὸ στερεὸν τὸ ὄν, τὸ δὲ κενόν γε καὶ τὸ μανὸν τὸ μὴ ὄν. διὸ καὶ οὐδὲν μᾶλλον τὸ ὂν τοῦ μὴ ὄντος εἶναί φασιν, ὅτι οὐδὲ τὸ κενὸν τοῦ σώματος. αἴτια δὲ τῶν ὄντων ταῦτα, ὡς ὕλην. καὶ καθάπερ οἱ ἓν ποιοῦντες τὴν ὑποκειμένην οὐσίαν, τὰ ἄλλα τοῖς πάθεσιν αὐτῆς γεννῶσι, τὸ μανὸν καὶ τὸ πυκνὸν ἀρχὰς τιθέμενοι τῶν παθημάτων, τὸν αὐτὸν τρόπον καὶ οὗτοι τὰς διαφορὰς αἰτίας τῶν ἄλλων εἶναί φασιν. ταύτας μέντοι τρεῖς εἶναι λέγουσι σχῆμά τε καὶ τάξιν καὶ θέσιν. διαφέρειν γάρ φασι τὸ ὂν ῥυσμῷ καὶ διαθιγῇ καὶ τροπῇ μόνον· τούτων δὲ ὁ μὲν ῥυσμὸς σχῆμά ἐστιν, ἡ δὲ διαθιγὴ τάξις, ἡ δὲ τροπὴ θέσις. διαφέρει γὰρ τὸ μὲν Α τοῦ Ν σχήματι, τὸ δὲ ΑΝ τοῦ ΝΑ τάξει, τὸ δὲ Ζ τοῦ Ν θέσει. ↩
Diogen. Laert. X, 44 … μηδὲ ποιότητά τινα περὶ τὰς ἀτόμους εἶναι πλὴν σχήματος καὶ μεγέθους καὶ βάρους … πᾶν τε μέγεθος μὴ εἶναι περὶ αὐτάς· οὐδέποτε γοῦν ἄτομος ὤφθη αἰσθήσει. ↩
Id. X, 56. πᾶν δὲ μέγεθος ἐνυπάρχον οὔτε χρήσιμόν ἐστι πρὸς τὰς τῶν ποιοτήτων διαφοράς· ἀφῖχθαι ἀμέλει καὶ πρὸς ἡμᾶς ὁρατὰς ἀτόμους. ὃ οὐ θεωρεῖται γινόμενον οὔθ’ ὅπως ἂν γένοιτο ὁρατὴ ἄτομός ἐστιν ἐπινοῆσαι. ↩
Id. X, 55 … ἀλλὰ μηδὲ δεῖ νομίζειν, πᾶν μέγεθος ἐν ταῖς ἀτόμοις ὑπάρχειν … παραλλαγὰς δέ τινας μεγεθῶν νομιστέον εἶναι. ↩
Id. X, 59. ἐπείπερ καὶ ὅτι μέγεθος ἔχει ἡ ἄτομος κατὰ τὴν ἐνταῦθα ἀναλογίαν κατηγορήσαμεν, μικρόν τι μόνον, μακρὸν ἐκβάλλοντες. ↩
Cf. Id. X, 58. Stob. Eclog. phys. I, p. 27. ↩
Epicuri fragm. (de Nat. II et XI) coll. a Rosinio ed. Orelli. p. 26. ↩
Euseb. Praepar. evang. XIV. p. 773. (ed. Paris.) τοσοῦτον δὲ διεφώνησαν ὅσον ὁ (sc. Ἐπίκουρος) μὲν ἐλαχίστας πάσας καὶ διὰ τοῦτο ἀνεπαισθήτους, ὁ δὲ Δημόκριτος καὶ μεγίστας εἶναί τινας ἀτόμους ὑπέλαβεν. ↩
Stob. Eclog. phys. I, 17. Δημόκριτός γέ φησι … δυνατὸν εἶναι κοσμιαίαν ὑπάρχειν ἄτομον. Cf. (Plutarch.) de Placit. Philosoph. I, p. 235 sqq. ↩
Aristot. de Gener. et Corrupt. I, 8. ἀόρατα διὰ μικρότητα τῶν ὄγκων. ↩
Euseb. Praepar. evang. XIV p. 749. Δημόκριτον … ἀρχὰς τῶν ὄντων σώματα ἄτομα λόγῳ θεωρητά. Cf. (Plutarch.) de Plac. Philos. I, p. 235 sqq. ↩
Diogen. Laert. X, 54. καὶ μὴν καὶ τὰς ἀτόμους, νομιστέον, μηδεμίαν ποιότητα τῶν φαινομένων προςφέρεσθαι, πλὴν σχήματος καὶ βάρους καὶ μεγέθους καὶ ὅσα ἐξ ἀνάγκης σχήματος συμφυῆ ἐστιν. cf. 44. ↩
Id. X, 42 … πρός τε τούτοις τὰ ἄτομα … ἀπερίληπτά ἐστι ταῖς διαφοραῖς τῶν σωμάτων. ↩
Id. ib … ταῖς δὲ διαφοραῖς οὐχ ἁπλῶς ἄπειροι, ἀλλὰ μόνον ἀπερίληπτοι. ↩
Lucret. II, 513 sqq.
… fateare necesse est
materiem quoque finitis differre figuris.
Euseb. Praepar. evang. XIV. p. 749 Ἐπίκουρος … εἶναι … τὰ σχήματα αὐτῶν ἀτόμων περιληπτά, οὐκ ἄπειρα. Cf. (Plutarch.) de Plac. Philosoph. l. c. ↩Diogen. Laert. X, 42 … καὶ καθ’ ἑκάστην δὲ σχημάτισιν ἁπλῶς ἄπειροί εἰσιν ἄτομοι …
Lucret. de Rer. Nat. l. c. 525 sqq.
… etenim distantia quum sit
formarum finita, necesse est quae similes sint
esse infinitas, aut summam materiai
finitam constare, id quod non esse probavi. ↩Aristot. de Caelo. IV, 3 ἀλλὰ μὴν οὐδ’, ὡς ἕτεροί τινες λέγουσιν, οἷον Λεύκιππός τε καὶ Δημόκριτος ὁ Ἀβδηρίτης, εὔλογα τὰ συμβαίνοντα … καὶ πρὸς τούτοις, ἐπεὶ διαφέρει τὰ σώματα σχήμασιν, ἄπειρα δὲ τὰ σχήματα, ἄπειρα καὶ τὰ ἁπλᾶ σώματά φασιν εἶναι. ποῖον δὲ καὶ τί ἑκάστου τὸ σχῆμα τῶν στοιχείων, οὐδὲν ἐπιδιώρισαν, ἀλλὰ μόνον τῷ πυρὶ τὴν σφαῖραν ἀπέδωκαν, ἀέρα δὲ καὶ τὰ ἄλλα …
Philopon. l. c. … οὐ μόνον ἄλλο καὶ ἄλλο σχῆμα ἔχουσιν … ↩Lucret. de Rer. Nat. l. c. 479 sqq.
… primordia rerum
finita variare figurarum ratione.
quod si non ita sit, rursum iam semina quaedam
esse infinito debebunt corporis auctu.
nam quod eadem una cuiusvis in brevitate
corporis inter se multum variare figurae
non possunt …
… si forte voles variare figuras,
addendum partis alias erit …
…
ergo formarum novitatem corporis augmen
subsequitur, quare non est, ut credere possis,
esse infinitis distantia semina formis. ↩Cf. Not. 25. ↩
Diogen. Laert. X, 44 et 54. ↩
Bruckeri Instit. histor. phil. p. 24. ↩
Lucret. de Rer. Nat. I, 1051.
illud in his rebus longe fuge credere, Memmi,
in medium summae, quod dicunt, omnia niti. ↩Diogen. Laert. X, 43 … καὶ ἰσοταχῶς αὐτὰς κινεῖσθαι τοῦ κενοῦ τὴν ἶξιν ὁμοίαν παρεχομένου καὶ τῇ κουφοτάτῃ καὶ τῇ βαρυτάτῃ εἰς τὸν αἰῶνα. 61. καὶ μὴν καὶ ἰσοταχεῖς ἀναγκαῖον τὰς ἀτόμους εἶναι, ὅταν διὰ τοῦ κενοῦ εἰςφέρωνται, μηδενὸς ἀντικόπτοντος· οὔτε γὰρ τὰ βαρέα θᾶττον οἰσθήσεται τῶν μικρῶν καὶ κούφων, ὅταν γε δὴ μηδὲν ἀπαντᾷ αὐτοῖς. οὔτε τὰ μικρὰ τῶν μεγάλων, πάντα πόρον σύμμετρον ἔχοντα, ὅταν μηδὲν μηδ’ ἐκείνοις ἀντικόπτῃ.
Lucret. de Rer. Nat. II, 235 sqq.
at contra nulli …
inane potest vacuum subsistere rei,
omnia, qua propter debent per inane quietum,
aeque, ponderibus non aequis concita ferri. ↩Vgl. Kap. 3. ↩
Feuerbachs Geschichte d. neueren Philosophie. 1833. XXXIII, 7. Gassendi: Epicurus, tametsi forte de hac experientia nunquam cogitarit, ratione tamen ductus, illud censuit de atomis, quod experientia nos nuper docuit, scilicet ut corpora omnia, tametsi sint tam pondere, quam mole summe inaequalia, aequivelocia tamen sunt, quum superne deorsum cadunt, sic ille censuit, atomos omnes, licet sint magnitudine gravitateque summe inaequales, esse nihilominus inter se ipsos suo motu aequiveloces. ↩
ἀμέτοχα κενοῦ heißt durchaus nicht „erfüllen keinen Raum“, sondern „sind unteilhaftig des Leeren“, es ist dasselbe, als wenn anderswo bei Diogenes Laertius gesagt wird «διάλειψιν δὲ μέρων οὐκ ἔχουσιν». Ebenso ist dieser Ausdruck zu erklären (Plutarch.) de Placit. Philosoph. I, p. 286 und Simplicius p. 405. ↩
Auch dies ist falsche Konsequenz. Was nicht im Raum geteilt werden kann, ist deswegen nicht außerhalb des Raums und ohne räumliche Beziehung. ↩
Schaubach l. c. p. 550. ↩
Diogen. Laert. X, 44. ↩
Id. X, 67. καθ’ ἑαυτὸ δὲ οὐκ ἔστι νοῆσαι τὸ ἀσώματον, πλὴν ἐπὶ τοῦ κενοῦ. ↩
Id. X, 39, 40 und 41. ↩
Id. VII, 1. § 134. διαφέρειν δέ φασιν (sc. Στωϊκοί) ἀρχὰς καὶ στοιχεῖα· τὰς μὲν γὰρ εἶναι ἀγενήτους καὶ ἀφθάρτους, τὰ δὲ στοιχεῖα κατὰ τὴν ἐκπύρωσιν φθείρεσθαι. ↩
Aristot. Metaphys. IV, 1 u. 3. ↩
Cf. l. c. ↩
Aristot. l. c. 3. ὁμοίως δὲ καὶ τὰ τῶν σωμάτων στοιχεῖα λέγουσιν οἱ λέγοντες, εἰς ἃ διαιρεῖται τὰ σώματα ἔσχατα, ἐκεῖνα δὲ μηκέτ’ εἰς ἄλλα εἴδει διαφέροντα σώματα … διὸ καὶ τὸ μικρὸν καὶ ἁπλοῦν καὶ ἀδιαίρετον στοιχεῖον λέγεται. ↩
Aristot. Metaphys. I, 4. ↩
Diogen. Laert. X, 54.
(Plutarch.) Colot. p. 1111. ταῦτα τῶν Ἐπικούρου δογμάτων οὕτως ἀχώριστά ἐστιν, ὡς τὸ σχῆμα καὶ τὸ βάρος αὐτοὶ (sc. Ἐπικουρεῖοι) τῆς ἀτόμου λέγουσιν. ↩Sext. Emp. adv. Math. p. 411. ↩
Euseb. Praepar. evang. XIV, p. 773. Ἐπίκουρος … ἀνεπαισθήτους (ἀτόμους) … P. 749. ἴδια δὲ ἔχειν (sc. ἀτόμους) σχήματα λόγῳ θεωρητά. ↩
(Plutarch.) de Placit. Philosoph. I, p. 246. ὁ δ’ αὐτὸς (sc. Ἐπίκουρος) ἄλλας τέσσαρας φύσεις κατὰ γένος ἀφθάρτους τάςδε, τὰ ἄτομα, τὸ κενόν, τὸ ἄπειρον, τὰς ὁμοιότητας. αὗται δὲ ὁμοιομέρειαι καὶ στοιχεῖα. p. 249. Ἐπίκουρος δὲ ἀπερίληπτα εἶναι τὰ σώματα· καὶ τὰ πρῶτα δὲ ἁπλᾶ, τὰ δ’ ἐξ ἐκείνων συγκρίματα, πάντα βάρος ἔχειν.
Stob. Eclog. phys. I, p. 52. Μητρόδωρος ὁ καθηγητὴς Ἐπικούρου αἴτια δ’ ἤτοι αἱ ἄτομοι καὶ τὰ στοιχεῖα. p. 5. Ἐπίκουρος … τέσσαρας φύσεις κατὰ γένος ἀφθάρτους τάςδε· τὰ ἄτομα, τὸ κενόν, τὸ ἄπειρον, τὰς ὁμοιότητας. αὗται δὲ ὁμοιομέρειαι λέγονται καὶ στοιχεῖα. ↩Cf. l. c. ↩
Cic. de Fin. I, 6. quae sequitur … atomi inane … infinitio ipsa, quam ἀπειρίαν vocant.
Diogen. Laert. X, 41. ἀλλὰ μὴν καὶ τὸ πᾶν ἄπειρόν ἐστι … καὶ μὴν καὶ τῷ πλήθει τῶν σωμάτων ἄπειρόν ἐστι τὸ πᾶν, καὶ τῷ μεγέθει τοῦ κενοῦ. ↩Plutarch. Colot. p. 44. ὅ φαμεν οὖν οἵας πρὸς γένεσιν ἀρχάς, ἀπειρίαν καὶ κενόν· ὧν τὸ μὲν ἄπρακτον, ἀπαθές, ἀσώματον· ἡ δ’ ἄτακτος, ἄλογος, ἀπερίληπτος, αὑτὴν ἀναλύουσα καὶ ταράττουσα, τῷ μὴ κρατεῖσθαι μηδὲ ὁρίζεσθαι διὰ πλῆθος. ↩
Simplic. l. c. p. 488. ↩
(Plutarch.) de Placit. Philos. p. 239. Μητρόδωρος δέ φησιν … ὅτι δ’ ἄπειρος κατὰ τὸ πλῆθος, δῆλον ἐκ τοῦ ἄπειρα τὰ αἴτια εἶναι … αἴτια δὲ ἤτοι αἱ ἄτομοι ἢ τὰ στοιχεῖα.
Stob. Eclog. phys. I, p. 52. Μητρόδωρος ὁ καθηγητὴς Ἐπικούρου, αἴτια δ’ ἤτοι αἱ ἄτομοι καὶ τὰ στοιχεῖα. ↩Lucret. de Rer. Nat. I, 820 sqq.
namque eadem caelum, mare, terras, flumina, solem
constituunt, eadem fruges, arbusta, animantis.
Diogen. Laert. X, 39· καὶ μὴν καὶ τὸ πᾶν ἀεὶ τοιοῦτον ἦν, οἷον νῦν ἐστι καὶ ἀεὶ τοιοῦτον ἔσται. οὐδὲν γάρ ἐστιν, εἰς ὃ μεταβάλλει. παρὰ γὰρ τὸ πᾶν οὐδέν ἐστιν, εἰς ὃ ἂν εἰςελθὸν αὐτὸ τὴν μεταβολὴν ποιήσαιτο … τὸ πᾶν ἐστι σῶμα … ταῦτα δ’ ἐστὶν ἄτομα καὶ ἀμετάβλητα, εἴπερ μὴ μέλλει πάντα εἰς τὸ μὴ ὂν φθαρήσεσθαι· ἀλλ’ ἰσχύοντα ὑπομένειν ἐν ταῖς διαλύσεσι τῶν συγκρίσεων, πλήρη τὴν φύσιν ὄντα καὶ οὐκ ἔχοντα, ὅπῃ ἢ ὅπως διαλυθήσεται. ↩Diogen. Laert. X, 73 … καὶ πάλιν διαλύεσθαι πάντα, τὰ μὲν θᾶττον, τὰ δὲ βραδύτερον· καὶ τὰ μὲν ὑπὸ τοιῶνδε, τὰ δ’ ὑπὸ τοιῶνδε τοῦτο πάσχοντα. 74. δῆλον οὖν, ὡς καὶ φθαρτούς φησι τοὺς κόσμους, μεταβαλλόντων τῶν μερῶν.
Lucret. V, 108 sqq.
et ratio potius, quam res persuadeat ipsa,
succidere horrisono posse omnia victa fragore.
Id. V, 374.
haud igitur leti praeclusa est ianua caelo,
nec soli terraeque neque altis aequoris undis
sed patet immani, et vasto respectat hiatu. ↩Simplic. l. c. p. 425. ↩
Lucret. II, 796.
neque in lucem existunt primordia rerum. ↩Aristot. Phys. VIII, 1. καὶ διὰ τοῦτο Δημόκριτός τε ὡς ἀδύνατον πάντα γεγονέναι· τὸν γὰρ χρόνον ἀγέννητον εἶναι. ↩
Simplic. l. c. p. 426. μέντοι Δημόκριτος οὕτως ἀΐδιον ἐπέπειστο εἶναι τὸν χρόνον, ὅτι βουλόμενος δεῖξαι μὴ πάντα γεννητά, ὡς ἐναργεῖ τῷ τὸν χρόνον μὴ γεγονέναι προςεχρήσατο. ↩
Lucret. I, 459 sqq.
… tempus per se non est
…
nec per se quemquam tempus sentire fatendum est
semotum a rerum motu placidaque quiete.
Id. I, 479 sqq.
non ita, uti corpus per se constare neque esse,
nec ratione cluere eadem, qua constet inane,
sed magis ut merito possis eventa vocare
corporis atque loci …
Sext. Empir. adv. Math. p. 420 nennt Epikur die Zeit σύμπτωμα συμπτωμάτων.
Stob. Eclog. phys. I, 9. Ἐπίκουρος (nennt die Zeit) σύμπτωμα τοῦτο δ’ ἐστὶ παρακολούθημα κινήσεων. ↩Diogen. Laert. X, 72. καὶ μὴν καὶ τόδε γε δεῖ προςκατανοῆσαι σφοδρῶς. τὸν γὰρ δὴ χρόνον οὐ ζητητέον, ὥςπερ καὶ τὰ λοιπά, ὅσα ἐν ὑποκειμένῳ ζητοῦμεν, ἀνάγοντες ἐπὶ τὰς βλεπομένας παρ’ ἡμῖν αὐτοῖς προλήψεις· ἀλλ’ αὐτὸ τὸ ἐνάργημα, καθ’ ὃ τὸν πολὺν ἢ ὀλίγον χρόνον ἀναφωνοῦμεν, συγγενικῶς τοῦτο περιφέροντες, ἀναλογιστέον. καὶ οὔτε διαλέκτους ὡς βελτίους μεταληπτέον, ἀλλ’ αὐταῖς ταῖς ὑπαρχούσαις κατ’ αὐτοῦ χρηστέον. οὔτ’ ἄλλο τι καθ’ ἑαυτοῦ κατηγορητέον, ὡς τὴν αὐτὴν οὐσίαν ἔχοντος τῷ ἰδιώματι τούτῳ (καὶ γὰρ τοῦτο ποιοῦσι τινές), ἀλλὰ μόνον, ὡς συμπλέκομεν τὸ ἴδιον τούτῳ, καὶ παραμετροῦμεν, μάλιστα ἐπιλογιστέον. 73. καὶ γὰρ τοῦτ’ οὐκ ἀποδείξεως προςδεῖται, ἀλλ’ ἐπιλογισμοῦ· ὅτι ταῖς ἡμέραις καὶ ταῖς νυξὶ συμπλέκομεν χρόνον, καὶ τοῖς τούτων μέρεσιν· ὡςαύτως δὲ καὶ τοῖς πάθεσι καὶ ταῖς ἀπαθείαις καὶ κινήσεσι καὶ στάσεσιν, ἴδιόν τι σύμπτωμα περὶ ταῦτα πάλιν αὐτὸ τοῦτο ἐννοοῦντες καθ’ ὃ χρόνον ὀνομάζομεν. φησὶ δὲ καὶ ἐν τῇ β′ τοῦτο περὶ φύσεως καὶ ἐν τῇ μεγάλῃ ἐπιτομῇ. ↩
Lucret. de Rer. Nat. l. c. Sext. Empir. adv. Math. p. 420 sqq. σύμπτωμα συμπτωμάτων … ὅθεν καὶ ἐπειδὰν λέγῃ ὁ Ἐπίκουρος τὸ σῶμα νοεῖν κατ’ ἐπισύνθεσιν μεγέθους καὶ σχήματος καὶ ἀντιτυπίας καὶ βάρους, ἐκ μὴ ὄντων σωμάτων βιάζεται τὸ ὂν σῶμα νοεῖν … ὥσθ’ ἵνα ᾖ χρόνος, συμπτώματα εἶναι δεῖ, ἵνα δὲ τὰ συμπτώματα ὑπάρχῃ, συμβεβηκός τι ὑποκείμενον· οὐδὲν δέ ἐστι συμβεβηκὸς ὑποκείμενον· τοίνυν οὐδὲ χρόνος δύναται ὑπάρχειν … οὐκοῦν ἐπεὶ ταῦτά ἐστι χρόνος, ὁ δὲ Ἐπίκουρος συμπτώματά φησιν αὐτῶν εἶναι, ἔσται κατὰ τὸν Ἐπίκουρον ὁ χρόνος αὐτὸς ἑαυτοῦ σύμπτωμα. Cf. Stob. l. c. ↩
Diogen. Laert. X, 46. καὶ μὴν καὶ τύποι ὁμοιοσχήμονες τοῖς στερεμνίοις εἰσί, ληπτότησιν ἀπέχοντες μακρὰν τῶν φαινομένων· … τούτους δὲ τοὺς τύπους εἴδωλα προςαγορεύομεν. 48. … ἡ γένεσις τῶν εἰδώλων ἅμα νοήματι συμβαίνει· … οὐκ ἐπίδηλος αἰσθήσει διὰ τὴν ἀνταναπλήρωσιν, σώζουσα τὴν ἐπὶ στερεμνίου θέσιν καὶ τάξιν τῶν ἀτόμων.
Lucret. IV, 30 sqq.
… rerum simulacra …
quae, quasi membranae summo de corpore rerum
dereptae volitant ultro citroque per auras.
Id. IV, 52 sqq.
quod speciem ac formam similem gerit eius imago,
cuius … cluet de corpore fusa vagari. ↩Diogen. Laert. X, 49. δεῖ δὲ καὶ νομίζειν, ἐπειςιόντος τινὸς ἀπὸ τῶν ἔξωθεν, τὰς μορφὰς ὁρᾶν ἡμᾶς καὶ διανοεῖσθαι. οὐ γὰρ ἂν ἄλλως ἀποσφραγίσαιτο τὰ ἔξωθεν τὴν ἑαυτῶν φύσιν … ὥςτε ὁρᾶν ἡμᾶς, τύπων τινῶν ἐπειςιόντων ἡμῖν ἀπὸ τῶν πραγμάτων, ἀπὸ χροῶν τε καὶ ὁμοιομόρφων κατὰ τὸ ἐναρμόττον μέγεθος, εἰς τὴν ὄψιν … 50. εἶτα διὰ ταύτην τὴν αἰτίαν τοῦ ἑνὸς καὶ συνεχοῦς τὴν φαντασίαν ἀποδιδόντες, καὶ τὴν συμπάθειαν ἀπὸ τοῦ ὑποκειμένου σώζοντος … 52. ἀλλὰ μὴν καὶ τὸ ἀκούειν γίνεται πνεύματός τινος φερομένου ἀπὸ τοῦ φωνοῦντος ἢ ἠχοῦντος ἢ ψοφοῦντος ἢ ὁπωςδήποτ’ ἀκουστικὸν πάθος παρασκευάζοντος. τὸ δὲ ῥεῦμα τοῦτο εἰς ὁμοιομερεῖς ὄγκους διασπείρεται, ἅμα τινὰ διασώζοντας συμπάθειαν πρὸς ἀλλήλους … 53. καὶ μὲν καὶ τὴν ὀσμὴν νομιστέον, ὥςπερ καὶ τὴν ἀκοὴν οὐκ ἄν ποτε πάθος οὐδὲν ἐργάσασθαι, εἰ μὴ ὄγκοι τινὲς ἦσαν ἀπὸ τοῦ πράγματος ἀποφερόμενοι, σύμμετροι πρὸς τὸ τοῦτο αἰσθητήριον κινεῖν. ↩
Lucret. de Rer. Nat. II, 1139.
iure igitur pereunt, quum rarefacta fluendo
sunt … ↩Diogen. Laert. II, 3. 10. ↩
Aristot. Metaphys. I, 5. τὸ ἓν εἶναί [φησι (sc. Ξενοφάνης)] τὸν θεόν. ↩
Aristot. de Caelo. I, 3. ἔοικε δ’ ὅ τε λόγος τοῖς φαινομένοις μαρτυρεῖν καὶ τὰ φαινόμενα λόγῳ. πάντες γὰρ ἄνθρωποι περὶ θεῶν ἔχουσιν ὑπόληψιν, καὶ πάντες τὸν ἀνωτάτω τῷ θείῳ τόπον ἀποδιδόασι, καὶ βάρβαροι καὶ Ἕλληνες, ὅσοι περ εἶναι νομίζουσι θεούς, δῆλον ὅτι ὡς τῷ ἀθανάτῳ τὸ ἀθάνατον συνηρτημένον· ἀδύνατον γὰρ ἄλλως. εἴπερ οὖν ἔστι τι θεῖον, ὥςπερ καὶ ἔστι, καὶ τὰ νῦν εἰρημένα περὶ τῆς πρώτης οὐσίας τῶν σωμάτων εἴρηται καλῶς· συμβαίνει δὲ τοῦτο καὶ διὰ τῆς αἰσθήσεως ἱκανῶς, ὥς γε πρὸς ἀνθρωπίνην εἰπεῖν πίστιν. ἐν ἅπαντι γὰρ τῷ παρεληλυθότι χρόνῳ κατὰ τὴν παραδεδομένην ἀλλήλοις μνήμην οὐδὲν φαίνεται μεταβεβληκὸς οὔτε καθ’ ὅλον τὸν ἔσχατον οὐρανὸν οὔτε κατὰ μόριον αὐτοῦ τῶν οἰκείων οὐδέν. ἔοικε δὲ καὶ τοὔνομα παρὰ τῶν ἀρχαίων διαδεδόσθαι μέχρι καὶ τοῦ νῦν χρόνου, τούτων τὸν τρόπον ὑπολαμβανόντων, ὅπερ καὶ ἡμεῖς λέγομεν. οὐ γὰρ ἅπαξ οὐδὲ δὶς ἀλλ’ ἀπειράκις δεῖ νομίζειν τὰς αὐτὰς ἀφικνεῖσθαι δόξας εἰς ἡμᾶς. διόπερ ὡς ἑτέρου τινὸς ὄντος τοῦ πρώτου σώματος, παρὰ γῆν καὶ πῦρ καὶ ἀέρα καὶ ὕδωρ, «αἰθέρα» προςωνόμασαν τὸν ἀνωτάτω τόπον, ἀπὸ τοῦ «θεῖν ἀεὶ» τὸν ἀΐδιον χρόνον θέμενοι τὴν ἀπωνυμίαν αὐτῷ. ↩
Id. ib. I, 3 und II, 1. τὸν δ’ οὐρανὸν καὶ τὸν ἄνω τόπον οἱ μὲν ἀρχαῖοι τοῖς θεοῖς ἀπένειμαν, ὡς ὄντα μόνον ἀθάνατον· ὁ δὲ νῦν μαρτυρεῖ λόγος ὡς ἄφθαρτος καὶ ἀγέννητος, ἔτι δὲ ἀπαθὴς πάσης θνητῆς δυςχερείας ἐστίν … οὐ μόνον αὐτοῦ περὶ τῆς ἀϊδιότητος οὕτως ὑπολαβεῖν ἐμμελέστερον, ἀλλὰ καὶ τῇ μαντείᾳ τῇ περὶ τὸν θεὸν μόνως ἂν ἔχομεν οὕτως ὁμολογουμένους ἀποφαίνεσθαι συμφώνους λόγους. ↩
Aristot. Metaphys. XI, 8. ὅτι δὲ εἷς οὐρανός, φανερόν … παραδέδοται δὲ ὑπὸ τῶν ἀρχαίων καὶ παλαιῶν ἐν μύθου σχήματι παραλελειμμένα τοῖς ὕστερον, ὅτι θεοί τέ εἰσιν οὗτοι καὶ περιέχει τὸ θεῖον τὴν ὅλην φύσιν· τὰ δὲ λοιπὰ μυθικῶς ἤδη προςήχθη πρὸς τὴν πειθὼ τῶν πολλῶν καὶ πρὸς τὴν εἰς τοὺς νόμους καὶ τὸ συμφέρον χρῆσιν. ἀνθρωποειδεῖς τε καὶ γὰρ τούτους καὶ τῶν ἄλλων ζῴων ὁμοίους τισὶ λέγουσι, καὶ τούτοις ἕτερα ἀκόλουθα καὶ παραπλήσια τοῖς εἰρημένοις· ὧν εἴ τις χωρίσας αὐτὸ λάβοι μόνον τὸ πρῶτον, ὅτι θεοὺς ᾤοντο τὰς πρώτας οὐσίας εἶναι, θείως ἂν εἰρῆσθαι νομίσειεν, καὶ κατὰ τὸ εἰκὸς πολλάκις εὑρημένης εἰς τὸ δυνατὸν ἑκάστης καὶ τέχνης καὶ φιλοσοφίας καὶ πάλιν φθειρομένων καὶ ταύτας τὰς δόξας ἐκείνων οἷον λείψανα, περισεσῶσθαι μέχρι τοῦ νῦν. ↩
Diogen. Laert. X, 81. ἐπὶ δὲ τούτοις ὅλως ἅπασιν ἐκεῖνο δεῖ κατανοεῖν, ὅτι ὁ τάραχος ὁ κυριώτατος ταῖς ἀνθρωπίναις ψυχαῖς γίνεται ἐν τῷ ταῦτα μακάριά τε δοξάζειν καὶ ἄφθαρτα καὶ ὑπεναντίας ἔχειν τούτοις βουλήσεις καὶ πράξεις … καὶ ὑποπτεύειν κατὰ τοὺς μύθους. ↩
Id. ib. 76. καὶ μὴν ἐν τοῖς μετεώροις φορὰν καὶ τροπὴν καὶ ἔκλειψιν καὶ ἀνατολὴν καὶ δύσιν καὶ τὰ σύστοιχα τούτοις μήτε λειτουργοῦντός τινος νομίζειν δεῖ γίνεσθαι, καὶ διατάττοντος ἢ διατάξαντος, καὶ ἅμα τὴν πᾶσαν μακαριότητα ἔχοντος μετ’ ἀφθαρσίας. 77. οὐ γὰρ συμφωνοῦσι πραγματεῖαι … μακαριότητι, ἀλλ’ ἀσθενείᾳ καὶ φόβῳ καὶ προςδεήσει τῶν πλησίον ταῦτα γίνεται. μητ’ αὖ πυριώδη τινὰ συνεστραμμένα, τὴν μακαριότητα κεκτημένα, κατὰ βούλησιν τὰς κινήσεις ταύτας λαμβάνειν … εἰ δὲ μή, τὸν μέγιστον τάραχον ἐν ταῖς ψυχαῖς αὐτὴ ὑπεναντιότης παρασκευάσει. ↩
Aristot. de Caelo. II, 1. διόπερ οὔτε κατὰ τὸν τῶν παλαιῶν μῦθον ἀποληπτέον ἔχειν, οἵ φασιν Ἄτλαντός τινος αὐτῷ προςδεῖσθαι τὴν σωτηρίαν. ↩
Diogen. Laert. X, 85. καλῶς δὴ αὐτὰ διάλαβε (sc. ὦ Πυθόκλεις) καὶ διὰ μνήμης ἔχων ὀξέως αὐτὰ περιόδευε κατὰ τῶν λοιπῶν, ὧν ἐν τῇ μικρᾷ ἐπιτομῇ πρὸς Ἡρόδοτον ἀπεστείλαμεν. ↩
Id. ib. 85. πρῶτον μὲν οὖν μὴ ἄλλο τι τέλος ἐκ τῆς περὶ τῶν μετεώρων γνώσεως, εἴτε κατὰ συναφὴν λεγομένων εἴτ’ αὐτοτελῶς, νομίζειν δεῖ εἶναι ἤπερ ἀταραξίαν καὶ πίστιν βέβαιον, καθάπερ ἐπὶ τῶν λοιπῶν.
Id. ib. 82. ἡ δὲ ἀταραξία «τὸ τούτων πάντων ἀπολελύσθαι καὶ συνεχῆ μνήμην ἔχειν τῶν ὅλων καὶ κυριωτάτων». ↩Id. ib. 87. οὐ γὰρ ἰδιολογίας καὶ κενῆς δόξης ὁ βίος ἡμῶν ἔχει χρείαν, ἀλλὰ τοῦ ἀθορύβως ἡμᾶς ζῆν.
Ib. 78. καὶ μὴν καὶ τὴν ὑπὲρ τῶν κυριωτάτων αἰτίαν ἐξακριβῶσαι φυσιολογίας ἔργον εἶναι δεῖ νομίζειν, καὶ τὸ μακάριον ἐν τῇ περὶ τῶν μετεώρων γνώσει ἐνταῦθα πεπτωκέναι.
Ib. 79. τὸ δ’ ἐν τῇ ἱστορίᾳ πεπτωκὸς τῆς δύσεως καὶ ἀνατολῆς καὶ τροπῆς καὶ ἐκλείψεως καὶ ὅσα συγγενῆ τούτοις, μηδὲν ἔτι πρὸς τὸ μακάριον τῆς γνώσεως συντείνειν, ἀλλ’ ὁμοίως τοὺς φόβους ἔχειν τοὺς ταῦτα κατιδόντας, τίνες δ’ αἱ φύσεις ἀγνοοῦντας καὶ τίνες αἱ κυριώταται αἰτίαι, καὶ εἰ μὲν προῄδεισαν ταῦτα, τάχα δὲ καὶ πλείους. ↩Id. ib. 86. μήτε τὸ ἀδύνατον παραβιάζεσθαι μήθ’ ὁμοίαν κατὰ πάντα τὴν θεωρίαν ἔχειν ἢ τοῖς περὶ βίων λόγοις, ἢ τοῖς κατὰ τὴν τῶν ἄλλων φυσικῶν προβλημάτων κάθαρσιν, οἷον ὅτι τὸ πᾶν σῶμα καὶ ἀναφὴς φύσις ἐστὶν ἢ ὅτι ἄτομα στοιχεῖα καὶ πάντα τὰ τοιαῦτα ἢ ὅσα μοναχὴν ἔχει τοῖς φαινομένοις συμφωνίαν, ὅπερ ἐπὶ τῶν μετεώρων οὐχ ὑπάρχει. ↩
Id. ib. 86. ἀλλὰ ταῦτά γε πλεοναχὴν ἔχει καὶ τῆς γενέσεως αἰτίαν καὶ τῆς οὐσίας ταῖς αἰσθήσεσι σύμφωνον κατηγορίαν. οὐ γὰρ κατ’ ἀξιώματα καινὰ καὶ νομοθεσίας φυσιολογητέον, ἀλλ’ ὡς τὰ φαινόμενα ἐκκαλεῖται. ↩
Id. ib. 92. ↩
Id. ib. 94. ↩
Id. ib. 95 und 96. ↩
Id. ib. 98. ↩
Id. ib. 104. καὶ κατ’ ἄλλους δὲ τρόπους πλείονας ἐνδέχεται (sc. Ἐπίκουρος) κεραυνοὺς ἀποτελεῖσθαι, μόνον ὁ μῦθος ἀπέστω· ἀπέσται δέ, ἐάν τις καλῶς τοῖς φαινομένοις ἀκολουθῶν περὶ τῶν ἀφανῶν σημειῶται. ↩
Id. ib. 80. ὥςτε μὴ παραθεωροῦντας ποσαχῶς παρ’ ἡμῖν τὸ ὅμοιον γίνεται, αἰτιολογητέον ὑπέρ τε τῶν μετεώρων καὶ παντὸς τοῦ ἀδήλου.
Ib. 82 … ἡ δ’ ἀταραξία τὸ τούτων πάντων ἀπολελύσθαι … ὅθεν τοῖς πᾶσι προςεκτέον τοῖς παροῦσι καὶ ταῖς αἰσθήσεσι, κατὰ μὲν τὸ κοινὸν ταῖς κοιναῖς, κατὰ δὲ τὸ ἴδιον ταῖς ἰδίαις καὶ πάσῃ τῇ παρούσῃ καθ’ ἕκαστον τῶν κριτηρίων ἐνεργείᾳ. ἂν γὰρ τούτοις προςέχωμεν, τὸ ὅθεν ὁ τάραχος καὶ ὁ φόβος ἐγίνετο, ἐξαιτιολογήσομεν ὀρθῶς, καὶ ἀπολύσομεν, ὑπέρ τε μετεώρων αἰτιολογοῦντες καὶ τῶν λοιπῶν τῶν ἀεὶ περιπιπτόντων, καὶ ὅσα φοβεῖ τοὺς λοιποὺς ἀνθρώπους ἐσχάτως.
Ib. 87. σημεῖα δέ τινα τῶν ἐν τοῖς μετεώροις συντελουμένων φέρειν δεῖ παρ’ ἡμῖν τινα φαινομένων, ἃ θεωρεῖται ᾗ ὑπάρχει, καὶ οὐ τὰ ἐν τοῖς μετεώροις φαινόμενα. ταῦτα γὰρ οὐκ ἐνδέχεται πλεοναχῶς γίνεσθαι. [88] τὸ μέντοι φάντασμ’ ἕκαστον τηρητέον καὶ ἐπὶ τὰ συναπτόμενα τούτῳ διαιρετέον, ἃ οὐκ ἀντιμαρτυρεῖται τοῖς παρ’ ἡμῖν γινομένοις πλεοναχῶς συντελεῖσθαι. ↩Id. ib. 78. ἔτι δὲ καὶ τὸ πλεοναχῶς ἐν τοῖς τοιούτοις εἶναι καὶ τὸ ἐνδεχομένως καὶ ἄλλως πως ἔχειν.
Ib. 86. ἀλλὰ ταῦτά γε πλεοναχὴν ἔχει καὶ τῆς γενέσεως αἰτίαν.
Ib. 87. πάντα μὲν οὖν γίνεται ἀσείστως ἐπὶ πάντων μετεώρων κατὰ πλεοναχὸν τρόπον … ὅταν τις τὸ πιθανολογούμενον ὑπὲρ αὐτῶν δεόντως καταλίπῃ. ↩Id. ib. 98. οἱ δὲ τὸ ἓν λαμβάνοντες τοῖς δὲ φαινομένοις μάχονται καὶ τοῦ «τί δυνατὸν ἀνθρώπῳ θεωρῆσαι» διαπεπτώκασιν.
Ib. 113. τὸ δὲ μίαν αἰτίαν τούτων ἀποδιδόναι, πλεοναχῶς τῶν φαινομένων ἐκκαλουμένων, μανικὸν καὶ οὐ καθηκόντως πραττόμενον ὑπὸ τῶν τὴν ματαίαν ἀστρολογίαν ἐζηλωκότων καὶ εἰς τὸ κενὸν αἰτίας ἀποδιδόντων, ὅταν τὴν θείαν φύσιν μηδαμῇ λειτουργιῶν ἀπολύωσιν.
Ib. 97. ἔτι τε τάξις περιόδου καθάπερ ἔνια καὶ παρ’ ἡμῖν τῶν τυχόντων γίνεται, λαμβανέσθω, καὶ ἡ θεία φύσις πρὸς ταῦτα μηδαμῇ προςαγέσθω, ἀλλ’ ἀλειτούργητος διατηρείσθω καὶ ἐν τῇ πάσῃ μακαριότητι, ὡς εἰ τοῦτο μὴ πραχθήσεται, ἅπασα ἡ τῶν μετεώρων αἰτιολογία ματαία ἔσται· καθάπερ τισὶν ἤδη ἐγίνετο οὐ δυνατοῦ τρόπου ἐφαψαμένοις, εἰς δὲ τὸ μάταιον ἐκπεσοῦσι τῷ καθ’ ἕνα τρόπον μόνον οἴεσθαι, γίνεσθαι, τοὺς δ’ ἄλλους ἅπαντας τοὺς κατὰ τὸ ἐνδεχόμενον ἐκβάλλειν εἴς τε τὸ ἀδιανόητον φερομένοις καὶ τὰ φαινόμενα ἃ δεῖ σημεῖα ἀποδέχεσθαι μὴ δυναμένοις συνθεωρεῖν.
Ib. 93 … μὴ φοβούμενος τὰς ἀνδραποδώδεις τῶν ἀστρολόγων τεχνιτείας.
Ib. 87 δῆλον ὅτι ἐκ παντὸς ἐκπίπτει φυσιολογήματος, ἐπὶ δὲ τὸν μῦθον καταῤῥεῖ.
Ib. 80. ὥςτε … αἰτιολογητέον ὑπέρ τε τῶν μετεώρων καὶ παντὸς τοῦ ἀδήλου, καταφρονοῦντας οὔτε τὸ μοναχῶς ἔχον ἢ γινόμενον γνωριζόντων, οὔτε τὸ πλεοναχῶς συμβαῖνον κατὰ τὴν ἐκ τῶν ἀποστημάτων φαντασίαν παραδιδόντων, ἔτι δ’ ἀγνοούντων καὶ ἐν ποίοις οὐκ ἔστιν ἀταρακτῆσαι. ↩Id. ib. 80. καὶ οὐ δεῖ νομίζειν τὴν ὑπὲρ τούτων χρείας πραγματείαν ἀκρίβειαν μὴ ἀπειληφέναι, ὅση πρὸς τὸ ἀτάραχον καὶ μακάριον ἡμῶν συντείνει. ↩
Id. ib. 78 … ἁπλῶς μὴ εἶναι ἐν ἀφθάρτῳ καὶ μακαρίᾳ φύσει τῶν διάκρισιν ὑποβαλλόντων ἢ τάραχον μηδέν, καὶ τοῦτο καταλαβεῖν τῇ διανοίᾳ ἐστὶν ἁπλῶς οὕτως εἶναι. ↩
Cf. Aristot. de Caelo I. 10. ↩
Id. ib. (I, 10). εἰ δὲ πρότερον ἐξ ἄλλως ἐχόντων συνέστη ὁ κόσμος, εἰ μὲν ἀεὶ οὕτως ἐχόντων καὶ ἀδυνάτων ἄλλως ἔχειν, οὐκ ἂν ἐγένετο. ↩
Athen. Deipnos. III, 104. εἰκότως ἂν ἐπαινέσειεν τὸν καλὸν Χρύσιππον κατιδόντα ἀκριβῶς τὴν Ἐπικούρου φύσιν, καὶ εἰπόντα μητρόπολιν εἶναι τῆς φιλοσοφίας αὐτοῦ τὴν Ἀρχεστράτου γαστρολογίαν. ↩
Lucret. de Rer. Nat. I, 63—80. ↩