Ohne Unterschrift erschienen in der Neuen Rheinischen Zeitung, Nr. 105, 17. September 1848 (Köln), S. 3, Rubrik „Italien“ (ohne die als übernommen gekennzeichnete Meldung: Mailand, 7. September [Grad' aus]); von der MEGA² (I/7) Friedrich Engels zugeschrieben. Text nach dem Originaldruck der Zeitung (Digitale Sammlungen der USB Köln). Traducción al español
* Messina ist nach Pariser Berichten von den Truppen Ferdinands erobert worden, nachdem die Stadt fast gänzlich in Trümmer geschossen. Die Kriegsflotten Frankreichs und Englands sehen ruhig zu.
Eine Deputation aus Livorno ist am 6. d. in Florenz eingetroffen und verlangt zur Beruhigung der Stadt: 1) Allgemeine Amnestie; 2) das Volk besetzt die Forts in Gemeinschaft mit den Linientruppen, Auflösung und Umformung der Bürgergarde mit Wahl neuer Führer; 3) die Livornesen haben das Recht, sich selbst eine Regierungskommission zu wählen, welcher provisorisch alle Gewalt zustehen und die dahin wirken soll, daß Livorno mit der übrigen toskanischen Familie ausgesöhnt werde.
Das Ministerium hat sämmtliche Punkte genehmig.
In Bologna hat der neuangelangte Regierungskommissär, Kardinal Amat, alle Bewohner der Stadt, die nicht zur Bürgergarde oder den mobilisirten Freikorps gehören, entwaffnet.
Venedig wird täglich mehr gefährdet. Die 6000 Mann des Kirchenstaats haben Befehl zur Rückkehr nach Rom erhalten; die sardinische Flotte hat wiederholt Ordre bekommen, mit den sardinischen Truppen abzusegeln und außerdem hat der Feind Spione in der Stadt, welche das Volk durch alle Mittel für Oestreich zu gewinnen suchen. Einer dieser Agenten, ein Pater, wurde verhaftet. Man fand in seinem Gürtel Pläne von den Befestigungswerken nebst den genauesten Angaben über Zahl und Stärke der Wachen und über alle Vertheidigungsanstalten.