Ohne Unterschrift erschienen in der Neue Rheinische Zeitung Nr. 79 vom 18. August 1848 (Köln), S. 2-3; nach der MEGA² (I/7) von Friedrich Engels. Text nach dem Original der Zeitung (Digitalisat der USB Köln). Traducción al español
* Mailand, 11. August. Gestern erst ist Como von den Oestreichern besetzt worden. Sie haben den Ticino überschritten und Gravellona besetzt. Sie sollen dabei erklärt haben, daß sie nur kämen, um den Sardinerkönig vor jeglichem Attentat „böswilliger und stürmischer Neuerer“ zu beschützen. Natürlich ist ein Dienst des andern werth. Für den Verrath an den Lombarden, Venetianern, Modenesen ꝛc.: erhält jetzt Karl Albert Schutz gegen die, welche ihn etwa zur Rechenschaft zuziehen gesonnen sein sollten. Man hört, daß er jetzt die Krone zu Gunsten seines Sohnes, des Herzogs von Savoyen niederlegen will. Der Befehl der Ablieferung von Waffen soll den Erfolg gehabt haben, daß schon 50,000 Flinten eingeliefert wurden. Es werden keine Zeitungen nach Mailand gelassen, und man weiß daher in der Stadt nicht, was außerhalb vorgeht. Das reguläre Militär der Lombardei, gegen 20,000 Nationalgarden und sehr viele Familien, sind mit der sardinischen Armee nach Piemont gezogen.
* Verona, 11. Aug. Das Hauptquartier der Armeeabtheilung, von welcher Peschiera belagert wird, befand sich bisher in Cavalcasello. Die Belagerung ist nun zu Ende. Ein Kourier aus Mailand hat einen Befehl Karl Alberts an den Kommandanten von Peschiera überbracht, demzufolge die Festung Sonntags den 13. d. geräumt und den Oestreichern ohne Weiteres überliefert wird. Das geschieht in Folge des abgeschlossenen 6wöchentlichen Waffenstillstands, worin festgesetzt worden, daß die piemontesischen Truppen alle Plätze, die sich noch innehatten, binnen 3 Tagen verlassen müssen.
* Genua, 10. August. Der hiesige „Corriere Mercantile“ meldet, daß Karl Albert an die Venetianer Depeschen gesandt, worin er sie, trotz der Kapitulation von Mailand zum ferneren Widerstande auffordert. Romarino ist zum Generallieutenant in der sardinischen Armee ernannt worden und soll das Kommando über das Reservekorps und die Freiwilligen übernehmen. Der Großherzog von Toscana hat in einer Proklamation ans Volk erklärt, daß er sein Schicksal von dem Karl Albert's nicht trennen will, trotz der neulichen Unfälle des Letzteren. Er versichert außerdem, daß auch er die französisch-englische Vermittlung angenommen. Ein Kourier der englischen Gesandtschaft in Florenz hat sich nach Weldens Hauptquartier begeben mit einem Protest gegen das weitere Vordringen der Oestreicher in den Legationen.