Karl Marx, Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Zweiter Band. Buch II: Der Zirkulationsprozeß des Kapitals. Herausgegeben von Friedrich Engels; erste Auflage: Hamburg, Otto Meissner, 1885. Text der 2. Auflage (1893) nach MEW 24 (Berlin 1963), verglichen mit MEGA II/13. Traducción al español
Vorworte · I · II · III · Erster Band
Erstes Kapitel. Der Kreislauf des Geldkapitals
Der Kreislaufsprozeß1 des Kapitals geht vor sich in drei Stadien, welche, nach der Darstellung des ersten Bandes, folgende Reihe bilden:
Erstes Stadium: Der Kapitalist erscheint auf dem Warenmarkt und Arbeitsmarkt als Käufer; sein Geld wird in Ware umgesetzt oder macht den Zirkulationsakt G – W durch.
Zweites Stadium: Produktive Konsumtion der gekauften Waren durch den Kapitalisten. Er wirkt als kapitalistischer Warenproduzent; sein Kapital macht den Produktionsprozeß durch. Das Resultat ist: Ware von mehr Wert als dem ihrer Produktionselemente.
Drittes Stadium: Der Kapitalist kehrt zum Markt zurück als Verkäufer; seine Ware wird in Geld umgesetzt oder macht den Zirkulationsakt W – G durch.
Die Formel für den Kreislauf des Geldkapitals ist also:
G – W ... P ... W′ – G′, wo die Punkte andeuten, daß der Zirkulationsprozeß unterbrochen ist, und W′ wie G′ ein durch Mehrwert vermehrtes W und G bezeichnen.
Das erste und dritte Stadium wurden im ersten Buch nur erörtert, soweit dies nötig für das Verständnis des zweiten Stadiums, den Produktionsprozeß des Kapitals. Die verschiednen Formen, worin das Kapital in seinen verschiednen Stadien sich kleidet, und die es bei wiederholtem Kreislauf bald annimmt, bald abstreift, blieben daher unberücksichtigt. Sie bilden jetzt den nächsten Gegenstand der Untersuchung.
Um die Formen rein aufzufassen, ist zunächst von allen Momenten zu abstrahieren, die mit dem Formwechsel und der Formbildung als solchen nichts zu tun haben. Daher wird hier angenommen, nicht nur, daß die Waren zu ihren Werten verkauft werden, sondern auch, daß dies unter gleichbleibenden Umständen geschieht. Es wird also auch abgesehn von den Wertveränderungen, die während des Kreislaufsprozesses eintreten können.
I. Erstes Stadium. G – W2
G – W stellt den Umsatz einer Geldsumme in eine Summe von Waren dar; für den Käufer Verwandlung seines Geldes in Ware, für die Verkäufer Verwandlung ihrer Waren in Geld. Was aus diesem Vorgang der allgemeinen Warenzirkulation zugleich einen funktionell bestimmten Abschnitt im selbständigen Kreislauf eines individuellen Kapitals macht, ist zunächst nicht die Form des Vorgangs, sondern sein stofflicher Gehalt, der spezifische Gebrauchscharakter der Waren, welche den Platz mit dem Gelde wechseln. Es sind einerseits Produktionsmittel, andrerseits Arbeitskraft, sachliche und persönliche Faktoren der Warenproduktion, deren besondre Art natürlich der Sorte des herzustellenden Artikels entsprechen muß. Nennen wir die Arbeitskraft A, die Produktionsmittel Pm, so ist die zu kaufende Warensumme W = A + Pm, oder kürzer W < A/Pm. G – W, seinem Inhalt nach betrachtet, stellt sich also dar als G – W < A/Pm; d.h. G – W zerfällt in G – A und G – Pm; die Geldsumme G spaltet sich in zwei Teile, wovon der eine Arbeitskraft, der andre Produktionsmittel kauft. Diese beiden Reihen von Käufen gehören ganz und gar verschiednen Märkten an, die eine dem eigentlichen Warenmarkt, die andre dem Arbeitsmarkt.
Außer dieser qualitativen Spaltung der Warensumme, worin G umgesetzt wird, stellt G – W < A/Pm aber noch ein höchst charakteristisches quantitatives Verhältnis dar.
Wir wissen, daß der Wert, resp. Preis der Arbeitskraft ihrem Inhaber, der sie als Ware feilhält, in der Form von Arbeitslohn bezahlt wird, d.h. als Preis einer Arbeitssumme, die Mehrarbeit enthält; so daß, wenn z.B. der Tageswert der Arbeitskraft = 3 Mark, dem Produkt fünfstündiger Arbeit, diese Summe in dem Kontrakt zwischen Käufer und Verkäufer figuriert als der Preis oder Lohn, sage für zehnstündige Arbeit. Wurde ein solcher Kontrakt z.B. mit 50 Arbeitern geschlossen, so haben sie zusammen dem Käufer während eines Tages 500 Arbeitsstunden zu liefern, wovon die Hälfte, 250 Arbeitsstunden = 25 zehnstündigen Arbeitstagen, bloß aus Mehrarbeit besteht. Quantum wie Umfang der zu kaufenden Produktionsmittel müssen hinreichen zur Anwendung dieser Arbeitsmasse.
G – W < A/Pm drückt also nicht nur das qualitative Verhältnis aus, daß eine bestimmte Geldsumme, z.B. 422 Pfd.St., in einander entsprechende Produktionsmittel und Arbeitskraft umgesetzt wird, sondern auch ein quantitatives Verhältnis zwischen den in Arbeitskraft A und den in Produktionsmitteln Pm ausgelegten Teilen des Geldes, ein Verhältnis, von vornherein bestimmt durch die Summe der von einer bestimmten Arbeiterzahl zu verausgabenden überschüssigen Mehrarbeit.
Wenn also z.B. in einer Spinnerei der Wochenlohn der 50 Arbeiter 50 Pfd.St. beträgt, müssen 372 Pfd.St. in Produktionsmitteln verausgabt werden, falls dies der Wert der Produktionsmittel, welche die Wochenarbeit von 3.000 Stunden, wovon 1.500 Stunden Mehrarbeit, in Garn verwandelt.
Wieweit in verschiednen Industriezweigen die Anwendung zuschüssiger Arbeit einen Wertzuschuß in der Form von Produktionsmitteln bedingt, ist hier ganz gleichgültig. Es handelt sich nur darum, daß unter allen Umständen der in Produktionsmitteln verausgabte Teil des Geldes – die in G – Pm gekauften Produktionsmittel – hinreichen, also von vornherein darauf berechnet, in entsprechender Proportion beschafft sein müssen. Oder die Masse der Produktionsmittel muß hinreichen, um die Arbeitsmasse zu absorbieren, um durch sie in Produkt verwandelt zu werden. Wären nicht hinreichend Produktionsmittel vorhanden, so wäre die überschüssige Arbeit, über die der Käufer verfügt, nicht verwendbar; sein Verfügungsrecht darüber führte zu nichts. Wären mehr Produktionsmittel vorhanden als verfügbare Arbeit, so blieben sie ungesättigt mit Arbeit, würden nicht in Produkt verwandelt.
Sobald G – W < A/Pm vollzogen, verfügt der Käufer nicht nur über die zur Produktion eines nützlichen Artikels nötigen Produktionsmittel und Arbeitskraft. Er verfügt über eine größere Flüssigmachung der Arbeitskraft, oder größeres Quantum Arbeit, als zum Ersatz des Werts der Arbeitskraft nötig, und zugleich über die Produktionsmittel, erheischt zur Verwirklichung oder Vergegenständlichung dieser Arbeitssumme: er verfügt also über die Faktoren der Produktion von Artikeln von größerem Wert als dem ihrer Produktionselemente, oder einer Mehrwert enthaltenden Warenmasse. Der von ihm in Geldform vorgeschoßne Wert befindet sich also jetzt in einer Naturalform, worin er als Mehrwert (in Gestalt von Waren) heckender Wert verwirklicht werden kann. In andern Worten: er befindet sich in dem Zustand oder der Form von produktivem Kapital, welches die Fähigkeit hat, als Wert und Mehrwert schaffend zu fungieren. Kapital in dieser Form heiße P.
Der Wert von P ist aber = Wert von A + Pm, = dem in A und Pm umgesetzten G. G ist derselbe Kapitalwert wie P, nur in verschiedner Existenzweise, nämlich Kapitalwert in Geldzustand oder Geldform – Geldkapital.
G – W < A/Pm oder seiner allgemeinen Form nach G – W, Summe von Warenkäufen, dieser Vorgang der allgemeinen Warenzirkulation ist daher zugleich, als Stadium im selbständigen Kreislaufsprozeß des Kapitals, Verwandlung des Kapitalwerts aus seiner Geldform in seine produktive Form, oder kürzer Verwandlung von Geldkapital in produktives Kapital. In der hier zunächst betrachteten Figur des Kreislaufs erscheint also Geld als der erste Träger des Kapitalwerts, daher Geldkapital als die Form, worin das Kapital vorgeschossen wird.
Als Geldkapital befindet es sich in einem Zustand, worin es Geldfunktionen vollziehen kann, wie im vorliegenden Fall die Funktionen des allgemeinen Kaufmittels und des allgemeinen Zahlungsmittels. (Letztres, sofern die Arbeitskraft zwar zuerst gekauft, aber erst gezahlt wird, nachdem sie gewirkt hat. Soweit die Produktionsmittel nicht fertig auf dem Markt vorhanden, sondern erst zu bestellen sind, wirkt das Geld bei G – Pm ebenfalls als Zahlungsmittel.) Diese Fähigkeit entspringt nicht daraus, daß das Geldkapital Kapital, sondern daraus, daß es Geld ist.
Andrerseits kann der Kapitalwert im Geldzustand auch nur Geldfunktionen, und keine andern, verrichten. Was diese letztren zu Kapitalfunktionen macht, ist ihre bestimmte Rolle in der Bewegung des Kapitals, daher auch der Zusammenhang des Stadiums, worin sie erscheinen, mit den andern Stadien seines Kreislaufs. Z.B. im Fall, der uns zunächst vorliegt, wird Geld umgesetzt in Waren, deren Verbindung die Naturalform des produktiven Kapitals bildet, die also latent, der Möglichkeit nach, bereits das Resultat des kapitalistischen Produktionsprozesses in sich birgt.
Ein Teil des Geldes, welches in G – W < A/Pm die Funktion von Geldkapital verrichtet, geht durch die Vollziehung dieser Zirkulation selbst in eine Funktion über, worin sein Kapitalcharakter verschwindet und sein Geldcharakter bleibt. Die Zirkulation des Geldkapitals G zerfällt in G – Pm und G – A, Kauf von Produktionsmitteln und Kauf von Arbeitskraft. Betrachten wir den letztern Vorgang für sich. G – A ist Kauf von Arbeitskraft seitens des Kapitalisten; es ist Verkauf der Arbeitskraft – wir können hier sagen der Arbeit, da die Form des Arbeitslohns vorausgesetzt – von seiten des Arbeiters, des Inhabers der Arbeitskraft. Was für den Käufer G – W (= G – A), ist hier, wie bei jedem Kauf, für den Verkäufer (den Arbeiter) A – G (= W – G), Verkauf seiner Arbeitskraft. Dies ist das erste Zirkulationsstadium oder die erste Metamorphose der Ware (Buch I, Kap. III, 2a); es ist, seitens des Verkäufers der Arbeit, Verwandlung seiner Ware in ihre Geldform. Das so erhaltne Geld verausgabt der Arbeiter nach und nach in einer Summe von Waren, die seine Bedürfnisse befriedigen, in Konsumtionsartikeln. Die Gesamtzirkulation seiner Ware stellt sich also dar als A – G – W, d.h. erstens A – G (= W – G) und zweitens G – W, also in der allgemeinen Form der einfachen Warenzirkulation W – G – W, wo das Geld als bloßes verschwindendes Zirkulationsmittel, als bloßer Vermittler des Umsatzes von Ware gegen Ware figuriert.
G – A ist das charakteristische Moment der Verwandlung von Geldkapital in produktives Kapital, weil es die wesentliche Bedingung, damit der in Geldform vorgeschoßne Wert sich wirklich in Kapital, in Mehrwert produzierenden Wert verwandle. G – Pm ist nur notwendig, um die durch G – A gekaufte Arbeitsmasse zu realisieren. G – A wurde daher von diesem Gesichtspunkt aus dargestellt in Buch I, Abschn. II, Verwandlung von Geld in Kapital. Die Sache ist hier noch von einem andern Gesichtspunkt aus zu betrachten, mit speziellem Bezug auf das Geldkapital als Erscheinungsform des Kapitals.
G – A wird allgemein als charakteristisch angesehn für die kapitalistische Produktionsweise. Aber keineswegs aus dem angegebnen Grund, weil der Kauf der Arbeitskraft ein Kaufkontrakt ist, worin die Lieferung eines größern Quantums Arbeit bedungen wird, als zum Ersatz des Preises der Arbeitskraft, des Arbeitslohns, nötig ist; also Lieferung von Mehrarbeit, die Grundbedingung für die Kapitalisation des vorgeschoßnen Werts, oder was dasselbe, für Produktion von Mehrwert. Sondern vielmehr seiner Form halber, weil in der Form des Arbeitslohns mit Geld Arbeit gekauft wird, und dies gilt als Merkmal der Geldwirtschaft.
Hier ist es wieder nicht das Irrationelle der Form, welches für charakteristisch gilt. Dies Irrationelle wird vielmehr übersehn. Das Irrationelle besteht darin, daß die Arbeit als wertbildendes Element selbst keinen Wert besitzen, also auch ein bestimmtes Quantum Arbeit keinen Wert haben kann, der sich in ihrem Preise ausdrückt, in ihrer Äquivalenz mit einem bestimmten Quantum Geld. Aber wir wissen, daß der Arbeitslohn bloß eine verkleidete Form ist, eine Form, worin z.B. der Tagespreis der Arbeitskraft sich als Preis der während eines Tages von dieser Arbeitskraft flüssig gemachten Arbeit darstellt, so daß also etwa der in 6 Stunden Arbeit von dieser Arbeitskraft produzierte Wert als Wert ihrer zwölfstündigen Funktion oder Arbeit ausgedrückt wird.
G – A gilt als das Charakteristische, als die Signatur der sog. Geldwirtschaft, weil die Arbeit hier als Ware ihres Besitzers erscheint, das Geld daher als Käufer – also wegen des Geldverhältnisses (d.h. Kauf und Verkauf von menschlicher Tätigkeit). Nun aber erscheint das Geld schon sehr früh als Käufer sogenannter Dienste, ohne daß G sich in Geldkapital verwandelte oder der allgemeine Charakter der Wirtschaft umgewälzt würde.
Dem Geld ist es durchaus gleichgültig, in welche Sorte von Waren es verwandelt wird. Es ist die allgemeine Äquivalentform aller Waren, die in ihren Preisen schon zeigen, daß sie ideell eine bestimmte Geldsumme darstellen, ihre Verwandlung in Geld erwarten, und nur durch ihren Stellenwechsel mit Geld die Form erhalten, worin sie in Gebrauchswerte für ihre Besitzer umsetzbar sind. Findet sich also auf dem Markt die Arbeitskraft einmal als Ware ihres Besitzers vor, deren Verkauf unter der Form der Zahlung für Arbeit geschieht, in Gestalt des Arbeitslohns, so stellt ihr Kauf und Verkauf nichts Auffallenderes dar als der Kauf und Verkauf jeder andern Ware. Nicht, daß die Ware Arbeitskraft käuflich ist, sondern daß die Arbeitskraft als Ware erscheint, ist das Charakteristische.
Durch G – W < A/Pm, die Verwandlung von Geldkapital in produktives Kapital, bewirkt der Kapitalist die Verbindung der gegenständlichen und persönlichen Faktoren der Produktion, soweit diese Faktoren aus Waren bestehn. Wird Geld zum ersten Mal in produktives Kapital verwandelt, oder fungiert es für seinen Besitzer zum ersten Mal als Geldkapital, so muß er erst die Produktionsmittel kaufen, Arbeitsgebäude, Maschinen etc., ehe er die Arbeitskraft kauft; denn sobald letztre in seine Botmäßigkeit übergeht, müssen die Produktionsmittel da sein, um sie als Arbeitskraft anwenden zu können.
So stellt sich die Sache von seiten des Kapitalisten dar.
Von seiten des Arbeiters: Die produktive Betätigung seiner Arbeitskraft wird erst möglich von dem Augenblick, wo sie infolge ihres Verkaufs in Verbindung mit den Produktionsmitteln gesetzt wird. Sie existiert also vor dem Verkauf getrennt von den Produktionsmitteln, von den gegenständlichen Bedingungen ihrer Betätigung. In diesem Zustand der Trennung kann sie weder direkt verwandt werden zur Produktion von Gebrauchswerten für ihren Besitzer, noch zur Produktion von Waren, von deren Verkauf dieser leben könnte. Sobald sie aber durch ihren Verkauf in Verbindung mit den Produktionsmitteln gesetzt ist, bildet sie einen Bestandteil des produktiven Kapitals ihres Käufers, ebensogut wie die Produktionsmittel.
Obgleich daher in dem Akt G – A Geldbesitzer und Arbeitskraftbesitzer sich nur als Käufer und Verkäufer zueinander verhalten, als Geldbesitzer und Warenbesitzer einander gegenübertreten, sich also nach dieser Seite hin in bloßem Geldverhältnis zueinander befinden, – so tritt doch der Käufer von vornherein zugleich als Besitzer der Produktionsmittel auf, welche die gegenständlichen Bedingungen der produktiven Verausgabung der Arbeitskraft durch ihren Besitzer bilden. Mit andern Worten: diese Produktionsmittel treten dem Besitzer der Arbeitskraft gegenüber als fremdes Eigentum. Andrerseits steht der Verkäufer der Arbeit ihrem Käufer gegenüber als fremde Arbeitskraft, die in seine Botmäßigkeit übergehn, seinem Kapital einverleibt werden muß, damit dies wirklich als produktives Kapital sich betätige. Das Klassenverhältnis zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter ist also schon vorhanden, schon vorausgesetzt, in dem Augenblick, wo beide in dem Akt G – A (A – G von Seiten des Arbeiters) sich gegenübertreten. Es ist Kauf und Verkauf, Geldverhältnis, aber ein Kauf und Verkauf, wo der Käufer als Kapitalist und der Verkäufer als Lohnarbeiter vorausgesetzt wird, und dies Verhältnis ist damit gegeben, daß die Bedingungen zur Verwirklichung der Arbeitskraft – Lebensmittel und Produktionsmittel – getrennt sind als fremdes Eigentum von dem Besitzer der Arbeitskraft.
Wie diese Trennung entsteht, beschäftigt uns hier nicht. Sie existiert, sobald G – A vollzogen wird. Was uns hier interessiert, ist: Wenn G – A als eine Funktion des Geldkapitals erscheint, oder Geld hier als Existenzform des Kapitals, so keineswegs bloß, weil das Geld hier auftritt als Zahlungsmittel für eine menschliche Tätigkeit, die einen Nutzeffekt hat, für einen Dienst; also keineswegs durch die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel. Das Geld kann in dieser Form nur verausgabt werden, weil die Arbeitskraft im Zustand der Trennung von ihren Produktionsmitteln (einschließlich der Lebensmittel als Produktionsmittel der Arbeitskraft selbst) sich befindet; und weil diese Trennung nur dadurch aufgehoben wird, daß die Arbeitskraft an den Inhaber der Produktionsmittel verkauft wird; daß also auch die Flüssigmachung der Arbeitskraft, deren Grenzen keineswegs mit den Grenzen der zur Reproduktion ihres eignen Preises nötigen Arbeitsmasse zusammenfallen, dem Käufer gehört. Das Kapitalverhältnis während des Produktionsprozesses kommt nur heraus, weil es an sich im Zirkulationsakt existiert, in den unterschiednen ökonomischen Grundbedingungen, worin Käufer und Verkäufer sich gegenübertreten, in ihrem Klassenverhältnis. Es ist nicht das Geld, mit dessen Natur das Verhältnis gegeben ist; es ist vielmehr das Dasein dieses Verhältnisses, das eine bloße Geldfunktion in eine Kapitalfunktion verwandeln kann.
Bei Auffassung des Geldkapitals (wir haben mit diesem einstweilen nur zu tun innerhalb der bestimmten Funktion, in der es uns hier gegenübertritt) laufen gewöhnlich zwei Irrtümer neben- oder durcheinander. Erstens: Die Funktionen, die der Kapitalwert als Geldkapital verrichtet, und die er eben verrichten kann, weil er sich in Geldform befindet, werden irrtümlich aus seinem Kapitalcharakter abgeleitet, während sie nur dem Geldzustand des Kapitalwerts geschuldet sind, seiner Erscheinungsform als Geld. Und zweitens umgekehrt: Der spezifische Gehalt der Geldfunktion, der sie zugleich zu einer Kapitalfunktion macht, wird aus der Natur des Geldes hergeleitet (Geld daher mit Kapital verwechselt), während sie gesellschaftliche Bedingungen voraussetzt, wie hier in Vollziehung von G – A, die in bloßer Waren- und entsprechender Geldzirkulation keineswegs gegeben sind.
Auch der Kauf und Verkauf von Sklaven ist seiner Form nach Warenkauf und -verkauf. Ohne Existenz der Sklaverei kann Geld aber nicht diese Funktion vollziehn. Ist Sklaverei da, so kann Geld im Ankauf von Sklaven ausgelegt werden. Umgekehrt reicht Geld in der Hand des Käufers keineswegs hin, um Sklaverei zu ermöglichen.
Daß der Verkauf der eignen Arbeitskraft (in der Form des Verkaufs der eignen Arbeit oder des Arbeitslohns) nicht als isolierte Erscheinung, sondern als gesellschaftlich maßgebende Voraussetzung der Produktion von Waren sich darstelle, daß also das Geldkapital auf gesellschaftlicher Stufenleiter die hier betrachtete Funktion G – W < A/Pm vollziehe, – dies unterstellt historische Prozesse, durch welche die ursprüngliche Verbindung der Produktionsmittel mit der Arbeitskraft aufgelöst wurde; Prozesse, infolge deren die Masse des Volks, die Arbeiter, als Nichteigentümer und die Nichtarbeiter als Eigentümer dieser Produktionsmittel sich gegenüberstehn. Wobei es nichts zur Sache tut, ob die Verbindung vor ihrer Zersetzung die Form besaß, daß der Arbeiter selbst als Produktionsmittel zu den andern Produktionsmitteln gehörte, oder ob er deren Eigner war.
Der Tatbestand, der hier also dem Akt G – W < A/Pm zugrunde liegt, ist die Verteilung; nicht die Verteilung im gewöhnlichen Sinn als Verteilung der Konsumtionsmittel, sondern die Verteilung der Elemente der Produktion selbst, von denen die gegenständlichen Faktoren auf der einen Seite konzentriert sind, die Arbeitskraft davon isoliert auf der andern.
Die Produktionsmittel, der gegenständliche Teil des produktiven Kapitals, müssen also dem Arbeiter schon als solche, als Kapital gegenüberstehn, bevor der Akt G – A ein allgemein gesellschaftlicher Akt werden kann.
Wir haben früher gesehn, daß die kapitalistische Produktion, einmal etabliert, in ihrer Entwicklung nicht nur diese Trennung reproduziert, sondern sie auf stets größern Umfang erweitert, bis sie der allgemein herrschende gesellschaftliche Zustand geworden. Die Sache bietet aber noch eine andre Seite dar. Damit das Kapital sich bilden und sich der Produktion bemächtigen kann, ist eine gewisse Entwicklungsstufe des Handels vorausgesetzt, also auch der Warenzirkulation und damit der Warenproduktion; denn es können nicht Artikel als Waren in die Zirkulation eingehn, sofern sie nicht für den Verkauf, also als Waren, produziert werden. Als normaler, herrschender Charakter der Produktion erscheint die Warenproduktion aber erst auf Grundlage der kapitalistischen Produktion.
Die russischen Grundeigentümer, die infolge der sog. Bauernemanzipation ihre Landwirtschaft jetzt mit Lohnarbeitern statt mit leibeignen Zwangsarbeitern betreiben, klagen über zweierlei: Erstens über Mangel an Geldkapital. So heißt es z.B.: Bevor man die Ernte verkauft, habe man Lohnarbeitern in größerem Umfang zu zahlen, und da fehle es an der ersten Bedingung, an Barem. Kapital in der Form von Geld muß gerade zur Zahlung des Arbeitslohns beständig vorhanden sein, um die Produktion kapitalistisch zu betreiben. Doch darüber mögen sich die Grundbesitzer trösten. Mit der Zeit pflückt man Rosen, und verfügt der industrielle Kapitalist nicht nur über sein eignes Geld, sondern auch über l'argent des autres.
Charakteristischer aber ist die zweite Klage, nämlich: daß, wenn man auch Geld habe, man nicht in hinreichendem Umfang und zu beliebiger Zeit die zu kaufenden Arbeitskräfte disponibel finde, indem der russische Landarbeiter infolge des Gemeineigentums der Dorfgemeinde an Grund und Boden noch nicht völlig von seinen Produktionsmitteln getrennt, daher noch kein "freier Lohnarbeiter" im vollen Sinne des Worts ist. Aber das Vorhandensein des letztren auf gesellschaftlicher Stufenleiter ist unerläßliche Bedingung, damit G – W, Verwandlung von Geld in Ware, als Verwandlung von Geldkapital in produktives Kapital, darstellbar sei.
Es versteht sich daher von selbst, daß die Formel für den Kreislauf des Geldkapitals: G – W ... P ... W′ – G′ selbstverständliche Form des Kapitalkreislaufs nur auf Grundlage schon entwickelter kapitalistischer Produktion ist, weil sie das Vorhandensein der Lohnarbeiterklasse auf gesellschaftlicher Stufe voraussetzt. Die kapitalistische Produktion, wie wir gesehn, produziert nicht nur Ware und Mehrwert; sie reproduziert, und in stets erweitertem Umfang, die Klasse der Lohnarbeiter und verwandelt die ungeheure Majorität der unmittelbaren Produzenten in Lohnarbeiter. G – W ... P ... W′ – G′, da die erste Voraussetzung seines Verlaufs das beständige Vorhandensein der Lohnarbeiterklasse, unterstellt daher schon das Kapital in der Form des produktiven Kapitals, und daher die Form des Kreislaufs des produktiven Kapitals.
II. Zweites Stadium. Funktion des produktiven Kapitals
Der hier betrachtete Kreislauf des Kapitals beginnt mit dem Zirkulationsakt G – W, der Verwandlung von Geld in Ware, Kauf. Die Zirkulation muß also ergänzt werden durch die entgegengesetzte Metamorphose W – G, Verwandlung von Ware in Geld, Verkauf. Aber das unmittelbare Resultat von G – W < A/Pm ist die Unterbrechung der Zirkulation des in Geldform vorgeschoßnen Kapitalwerts. Durch die Verwandlung von Geldkapital in produktives Kapital hat der Kapitalwert eine Naturalform erhalten, worin er nicht fortzirkulieren kann, sondern in die Konsumtion, nämlich in die produktive Konsumtion, eingehn muß. Der Gebrauch der Arbeitskraft, die Arbeit, kann nur im Arbeitsprozeß realisiert werden. Der Kapitalist kann den Arbeiter nicht wieder als Ware verkaufen, da dieser nicht sein Sklave ist, und jener weiter nichts gekauft hat, als die Vernutzung seiner Arbeitskraft auf bestimmte Zeit. Er kann andrerseits die Arbeitskraft nur vernutzen, indem er durch sie die Produktionsmittel als Warenbildner vernutzen läßt. Das Resultat des ersten Stadiums ist also der Eintritt in das zweite, das produktive Stadium des Kapitals.
Die Bewegung stellt sich dar als G – W < A/Pm... P, wo die Punkte andeuten, daß die Zirkulation des Kapitals unterbrochen ist, sein Kreislaufsprozeß aber fortdauert, indem es aus der Sphäre der Warenzirkulation in die Produktionssphäre eintritt. Das erste Stadium, die Verwandlung von Geldkapital in produktives Kapital, erscheint also nur als Vorläufer und Einleitungsphase des zweiten Stadiums, der Funktion des produktiven Kapitals.
G – W < A/Pm setzt voraus, daß das Individuum, welches diesen Akt vollzieht, nicht nur über Werte in beliebiger Gebrauchsform verfügt, sondern daß es diese Werte in Geldform besitzt, daß es Geldbesitzer ist. Der Akt besteht aber gerade in der Weggabe des Geldes, und jener kann nur Geldbesitzer bleiben, soweit ihm das Geld implizite durch den Akt der Weggabe selbst zurückströmt. Geld kann ihm aber nur zurückfließen durch den Verkauf von Waren. Der Akt setzt ihn also voraus als Warenproduzenten.
G – A. Der Lohnarbeiter lebt nur vom Verkauf der Arbeitskraft. Ihre Erhaltung – seine Selbsterhaltung – erfordert tägliche Konsumtion. Seine Zahlung muß also beständig in kürzern Terminen wiederholt werden, damit er die zu seiner Selbsterhaltung nötigen Einkäufe – den Akt A – G – W oder W – G – W – wiederholen kann. Der Kapitalist muß ihm daher beständig als Geldkapitalist und sein Kapital als Geldkapital gegenübertreten. Andrerseits aber, damit die Masse der unmittelbaren Produzenten, der Lohnarbeiter, den Akt A – G – W vollziehn könne, müssen ihr die notwendigen Lebensmittel in käuflicher, d.h. in Warenform, beständig gegenübertreten. Dieser Zustand erheischt also schon einen hohen Grad der Zirkulation der Produkte als Waren, also auch des Umfangs der Warenproduktion. Sobald die Produktion vermittelst Lohnarbeit allgemein, muß die Warenproduktion die allgemeine Form der Produktion sein. Diese als allgemein vorausgesetzt, bedingt ihrerseits eine stetig wachsende Teilung der gesellschaftlichen Arbeit, d.h. stets größre Besondrung des Produkts, das als Ware von einem bestimmten Kapitalisten produziert wird, stets größre Spaltung sich ergänzender Produktionsprozesse in verselbständigte. In demselben Grad wie G – A entwickelt sich daher G – Pm; d.h. in demselben Umfang trennt sich die Produktion der Produktionsmittel von der der Ware, deren Produktionsmittel sie sind, und treten diese jedem Warenproduzenten selbst als Waren gegenüber, die er nicht produziert, sondern zum Behuf seines bestimmten Produktionsprozesses kauft. Sie kommen her aus, von dem seinen vollständig getrennten, selbständig betriebnen Produktionszweigen, und gehn ein in seinen Produktionszweig als Waren, müssen daher gekauft werden. Die sachlichen Bedingungen der Warenproduktion treten ihm in immer größrem Umfang als Produkte andrer Warenproduzenten, als Waren, gegenüber. In demselben Umfang muß der Kapitalist als Geldkapitalist auftreten, oder erweitert sich der Maßstab, worauf sein Kapital als Geldkapital fungieren muß.
Andrerseits: Dieselben Umstände, welche die Grundbedingung der kapitalistischen Produktion produzieren – das Dasein einer Lohnarbeiterklasse –, sollizitieren den Übergang aller Warenproduktion in kapitalistische Warenproduktion. Im Umfang wie diese sich entwickelt, wirkt sie zersetzend und auflösend auf jede ältre Form der Produktion, die, vorzugsweis auf unmittelbaren Selbstbedarf gerichtet, nur den Überschuß des Produkts in Ware verwandelt. Sie macht den Verkauf des Produkts zum Hauptinteresse, zunächst ohne scheinbar die Produktionsweise selbst anzugreifen, wie dies z.B. die erste Wirkung des kapitalistischen Welthandels auf solche Völker war, wie Chinesen, Indier, Araber etc. Zweitens aber, wo sie Wurzel gegriffen, zerstört sie alle Formen der Warenproduktion, die entweder auf Selbstarbeit der Produzenten gegründet, oder bloß auf den Verkauf des überschüssigen Produkts als Ware. Sie verallgemeinert zuerst die Warenproduktion und verwandelt dann stufenweise alle Warenproduktion in kapitalistische.3
Welches immer die gesellschaftlichen Formen der Produktion, Arbeiter und Produktionsmittel bleiben stets ihre Faktoren. Aber die einen und die andern sind dies nur der Möglichkeit nach im Zustand ihrer Trennung voneinander. Damit überhaupt produziert werde, müssen sie sich verbinden. Die besondre Art und Weise, worin diese Verbindung bewerkstelligt wird, unterscheidet die verschiednen ökonomischen Epochen der Gesellschaftsstruktur. Im vorliegenden Fall ist die Trennung des freien Arbeiters von seinen Produktionsmitteln der gegebne Ausgangspunkt, und wir haben gesehn, wie und unter welchen Bedingungen beide in der Hand des Kapitalisten vereint werden – nämlich als produktive Daseinsweise seines Kapitals. Der wirkliche Prozeß, den die so zusammengebrachten persönlichen und sachlichen Warenbildner miteinander eingehn, der Produktionsprozeß, wird daher selbst eine Funktion des Kapitals – kapitalistischer Produktionsprozeß, dessen Natur ausführlich im ersten Buch dieser Schrift entwickelt worden. Jeder Betrieb der Warenproduktion wird zugleich Betrieb der Ausbeutung der Arbeitskraft; aber erst die kapitalistische Warenproduktion wird zu einer epochemachenden Ausbeutungsweise, die in ihrer geschichtlichen Fortentwicklung durch die Organisation des Arbeitsprozesses und die riesenhafte Ausbildung der Technik die ganze ökonomische Struktur der Gesellschaft umwälzt und alle früheren Epochen unvergleichbar übergipfelt.
Durch die verschiednen Rollen, die sie während des Produktionsprozesses bei der Wertbildung, also auch in der Erzeugung von Mehrwert spielen, unterscheiden sich Produktionsmittel und Arbeitskraft, soweit sie Existenzformen des vorgeschoßnen Kapitalwerts, als konstantes und variables Kapital. Als verschiedne Bestandteile des produktiven Kapitals unterscheiden sie sich ferner dadurch, daß die erstern, im Besitz des Kapitalisten, sein Kapital bleiben auch außerhalb des Produktionsprozesses, während bloß innerhalb desselben die Arbeitskraft Daseinsform eines individuellen Kapitals wird. Wenn die Arbeitskraft nur in der Hand ihres Verkäufers, des Lohnarbeiters, Ware ist, so wird sie dagegen Kapital nur in der Hand ihres Käufers, des Kapitalisten, dem ihr zeitweiser Gebrauch zufällt. Die Produktionsmittel selbst werden nur gegenständliche Gestalten des produktiven Kapitals, oder produktives Kapital, von dem Augenblick, wo ihnen die Arbeitskraft, als persönliche Daseinsform desselben, einverleibbar geworden ist. So wenig also menschliche Arbeitskraft von Natur Kapital, sowenig sind es die Produktionsmittel. Sie erhalten diesen spezifischen gesellschaftlichen Charakter nur unter bestimmten, geschichtlich entwickelten Bedingungen, wie nur unter solchen den edlen Metallen der des Geldes, oder gar dem Geld der des Geldkapitals aufgeprägt wird.
Indem es fungiert, verbraucht das produktive Kapital seine eignen Bestandteile, um sie in eine höherwertige Produktenmasse umzusetzen. Da die Arbeitskraft nur als eins seiner Organe wirkt, ist auch der durch ihre Mehrarbeit erzeugte Überschuß des Produktwerts über den Wert seiner Bildungselemente die Frucht des Kapitals. Die Mehrarbeit der Arbeitskraft ist die Gratisarbeit des Kapitals und bildet daher für den Kapitalisten Mehrwert, einen Wert, der ihm kein Äquivalent kostet. Das Produkt ist daher nicht nur Ware, sondern mit Mehrwert befruchtete Ware. Ihr Wert ist = P + M, gleich dem Wert des in ihrer Herstellung verzehrten produktiven Kapitals P plus dem von ihm erzeugten Mehrwert M. Unterstellen wir, diese Ware bestehe aus 10.000 Pfund Garn, in deren Herstellung Produktionsmittel zum Wert von 372 Pfd.St. und Arbeitskraft zum Wert von 50 Pfd.St. verbraucht worden. Während des Spinnprozesses übertrugen die Spinner den Wert der durch ihre Arbeit verzehrten Produktionsmittel im Belauf von 372 Pfd.St. auf das Garn, wie sie zugleich, entsprechend ihrer Arbeitsausgabe, einen Neuwert von, sage 128 Pfd.St. darstellten. Die 10.000 Pfund Garn sind daher Träger eines Werts von 500 Pfd.St.
III. Drittes Stadium. W′ – G′
Ware wird Warenkapital als unmittelbar aus dem Produktionsprozeß selbst entsprungene funktionelle Daseinsform des bereits verwerteten Kapitalwerts. Würde die Warenproduktion in ihrem ganzen gesellschaftlichen Umfang kapitalistisch betrieben, so wäre alle Ware von Haus aus Element eines Warenkapitals, bestehe sie nun aus Roheisen oder Brüsseler Spitzen, Schwefelsäure oder Zigarren. Das Problem, welche Sorten des Warenheeres durch ihre Beschaffenheit zum Kapitalrang bestimmt, welche andere zum gemeinen Warendienst, ist eins der selbstgeschaffnen holden Drangsale der scholastischen Ökonomie.
In einer Warenform muß das Kapital Warenfunktion verrichten. Die Artikel, woraus es besteht, von Haus aus für den Markt produziert, müssen verkauft, in Geld verwandelt werden, also die Bewegung W – G durchlaufen.
Die Ware des Kapitalisten bestehe aus 10.000 Pfund Baumwollengarn. Wurden im Spinnprozeß Produktionsmittel zum Wert von 372 Pfd.St. verzehrt und ein Neuwert von 128 Pfd.St. geschaffen, so hat das Garn einen Wert von 500 Pfd.St., welchen es ausdrückt in seinem gleichnamigen Preise. Dieser Preis werde realisiert durch den Verkauf W – G. Was macht diesen einfachen Vorgang aller Warenzirkulation gleichzeitig zu einer Kapitalfunktion? Keine Veränderung, die sich innerhalb desselben ereignet, sei es mit Bezug auf ihren Gebrauchscharakter, denn als Gebrauchsgegenstand geht die Ware an den Käufer über, sei es mit Bezug auf ihren Wert, denn dieser erleidet keinen Größenwechsel, sondern nur einen Formwechsel. Erst existierte er in Garn, jetzt existiert er in Geld. So tritt ein wesentlicher Unterschied hervor zwischen dem ersten Stadium G – W und dem letzten Stadium W – G. Dort fungiert das vorgeschoßne Geld als Geldkapital, weil es sich vermittelst der Zirkulation in Waren von spezifischem Gebrauchswert umsetzt. Hier kann die Ware nur als Kapital fungieren, sofern sie diesen Charakter schon fertig aus dem Produktionsprozeß mitbringt, bevor ihre Zirkulation beginnt. Während des Spinnprozesses schufen die Spinner Garnwert zum Belauf von 128 Pfd.St. Davon bilden, sage 50 Pfd.St., dem Kapitalisten bloß ein Äquivalent für seine Auslage in Arbeitskraft, und 78 Pfd.St. – bei einem Exploitationsgrad der Arbeitskraft von 156% – bilden Mehrwert. Der Wert der 10.000 Pfund Garn enthält also erstens den Wert des aufgezehrten produktiven Kapitals P, wovon der konstante Teil = 372 Pfd.St., der variable = 50 Pfd.St., ihre Summe = 422 Pfd.St., = 8.440 Pfund Garn. Der Wert des produktiven Kapitals P ist aber = W, dem Wert seiner Bildungselemente, die in dem Stadium G – W dem Kapitalisten als Waren in den Händen ihrer Verkäufer gegenüberstanden. – Zweitens aber enthält der Wert des Garns einen Mehrwert von 78 Pfd.St. = 1560 Pfund Garn. W als Wertausdruck der 10.000 Pfund Garn ist also = W + ΔW, W plus einem Inkrement von W (= 78 Pfd.St.), welches wir w nennen wollen, da es in derselben Warenform existiert wie jetzt der ursprüngliche Wert W. Der Wert der 10.000 Pfund Garn = 500 Pfd.St. ist also = W + w = W′. Was W, als Wertausdruck der 10.000 Pfund Garn, zu W′ macht, ist nicht seine absolute Wertgröße (500 Pfd.St.), denn sie ist wie bei allen andern W als Wertausdruck irgendeiner andern Warensumme bestimmt durch die Größe der in ihr vergegenständlichten Arbeit. Es ist seine relative Wertgröße, seine Wertgröße verglichen mit dem Wert des in seiner Produktion aufgezehrten Kapitals P. Dieser Wert ist in ihr enthalten, plus dem vom produktiven Kapital gelieferten Mehrwert. Sein Wert ist größer, überschüssig über diesen Kapitalwert, um diesen Mehrwert w. Die 10.000 Pfund Garn sind Träger des verwerteten, mit einem Mehrwert bereicherten Kapitalwerts, und sind dies als Produkt des kapitalistischen Produktionsprozesses. W′ drückt ein Wertverhältnis aus, das Verhältnis des Werts des Warenprodukts zu dem des in seiner Produktion verausgabten Kapitals, also die Zusammensetzung seines Werts aus Kapitalwert und Mehrwert. Die 10.000 Pfund Garn sind Warenkapital, W′, nur als verwandelte Form des produktiven Kapitals P, also in einem Zusammenhang, der zunächst nur im Kreislauf dieses individuellen Kapitals existiert, oder für den Kapitalisten, der mit seinem Kapital Garn produziert hat. Es ist sozusagen nur ein inneres, kein auswärtiges Verhältnis, das die 10.000 Pfund Garn als Wertträger zu Warenkapital macht; sie tragen ihr kapitalistisches Muttermal nicht in der absoluten Größe ihres Werts, sondern in seiner relativen Größe, in ihrer Wertgröße verglichen mit der, die das in ihnen enthaltene produktive Kapital besaß, ehe es sich in Ware verwandelt. Werden daher die 10.000 Pfund Garn zu ihrem Wert von 500 Pfd.St. verkauft, so ist dieser Zirkulationsakt, für sich betrachtet, = W – G, bloße Verwandlung eines gleichbleibenden Werts aus Warenform in Geldform. Aber als besonderes Stadium im Kreislauf eines individuellen Kapitals ist derselbe Akt Realisierung des von der Ware getragnen Kapitalwerts von 422 Pfd.St. + dem von ihr getragnen Mehrwert von 78 Pfd.St., also W′ – G′, Verwandlung des Warenkapitals aus seiner Warenform in Geldform.4
Die Funktion von W′ ist nun die alles Warenprodukts: sich in Geld zu verwandeln, verkauft zu werden, die Zirkulationsphase W – G durchzumachen. Solange das jetzt verwertete Kapital in der Form des Warenkapitals verharrt, auf dem Markt festliegt, steht der Produktionsprozeß still. Es wirkt weder als Produkt- noch als Wertbildner. Je nach dem verschiednen Grad der Geschwindigkeit, womit das Kapital seine Warenform abstößt und seine Geldform annimmt, oder je nach der Raschheit des Verkaufs, wird derselbe Kapitalwert in sehr ungleichem Grad als Produkt- und Wertbildner dienen und die Stufenleiter der Reproduktion sich ausdehnen oder verkürzen. Es wurde im ersten Buch gezeigt, daß der Wirkungsgrad eines gegebnen Kapitals durch Potenzen des Produktionsprozesses bedingt ist, die von seiner eignen Wertgröße in gewissem Grad unabhängig sind.
Hier zeigt sich, daß der Zirkulationsprozeß neue, von der Wertgröße des Kapitals unabhängige Potenzen seines Wirkungsgrads, seiner Expansion und Kontraktion in Bewegung setzt.
Die Warenmasse W′, als Träger des verwerteten Kapitals, muß ferner in ihrem ganzen Umfang die Metamorphose W′ – G′ durchmachen. Die Quantität des Verkauften wird hier wesentliche Bestimmung. Die einzelne Ware figuriert nur noch als integrierender Teil der Gesamtmasse. Die 500 Pfd.St. Wert existieren in 10.000 Pfund Garn. Gelingt es dem Kapitalisten, nur 7.440 Pfund zu ihrem Wert von 372 Pfd.St. zu verkaufen, so hat er nur den Wert seines konstanten Kapitals, den Wert der verausgabten Produktionsmittel, ersetzt; wenn 8.440 Pfund, so nur die Wertgröße des vorgeschoßnen Gesamtkapitals. Er muß mehr verkaufen, um Mehrwert zu realisieren, und er muß alle 10.000 Pfund Garn verkaufen, um den ganzen Mehrwert von 78 Pfd.St. (= 1.560 Pfund Garn) zu realisieren. Er erhält also in 500 Pfd.St. Geld nur einen Gleichwert für die verkaufte Ware; seine Transaktion innerhalb der Zirkulation ist einfaches W – G. Hätte er seinen Arbeitern 64 Pfd.St. statt 50 Pfd.St. Lohn gezahlt, so wäre sein Mehrwert nur 64 Pfd.St. statt 78 Pfd.St., und der Exploitationsgrad nur 100% statt 156%; aber nach wie vor bliebe der Wert seines Garns unverändert; nur das Verhältnis seiner verschiednen Teile wäre ein andres; der Zirkulationsakt W – G wäre nach wie vor Verkauf von 10.000 Pfund Garn für 500 Pfd.St., ihren Wert.
W′ = W + w (= 422 Pfd.St. + 78 Pfd.St.). – W ist gleich dem Wert von P oder dem produktiven Kapital, und dies gleich dem Wert von G, das in G – W, dem Kauf der Produktionselemente, vorgeschossen wurde; in unserm Beispiel = 422 Pfd.St. Wird die Warenmasse zu ihrem Wert verkauft, so W = 422 Pfd.St. und w = 78 Pfd.St.; dem Wert des Mehrprodukts von 1.560 Pfund Garn. Nennen wir w, in Geld ausgedrückt, g, so ist W′ – G′ = (W + w) – (G + g), und der Kreislauf G – W ... P ... W′ – G′ in seiner expliziten Form also G – W < A/Pm... P ... (W + w) – (G + g).
Im ersten Stadium entzieht der Kapitalist Gebrauchsartikel dem eigentlichen Warenmarkt und dem Arbeitsmarkt; im dritten Stadium wirft er Ware zurück, aber nur in einen Markt, den eigentlichen Warenmarkt. Wenn er aber durch seine Ware dem Markt mehr Wert wieder entzieht, als er ursprünglich hineinwarf, so nur, weil er größern Warenwert hineinwirft, als er ursprünglich entzog. Er warf den Wert G hinein und entzog den Gleichwert W; er wirft W + w hinein und entzieht den Gleichwert G + g. – G war in unserm Beispiel gleich dem Wert von 8.440 Pfund Garn; er wirft aber 10.000 Pfund in den Markt, gibt ihm also größern Wert, als er ihm nahm. Andrerseits hat er diesen gewachsnen Wert nur hineingeworfen, weil er im Produktionsprozeß Mehrwert (als aliquoter Teil des Produkts, ausgedrückt in Mehrprodukt) durch Exploitation der Arbeitskraft produzierte. Nur als Produkt dieses Prozesses ist die Warenmasse Warenkapital, Träger des verwerteten Kapitalwerts. Durch Vollziehung von W′ – G′ wird sowohl der vorgeschoßne Kapitalwert realisiert wie der Mehrwert. Die Realisation beider fällt zusammen in der Reihe von Verkäufen, oder auch in dem Verkauf auf einen Schlag, der gesamten Warenmasse, die W′ – G′ ausdrückt. Aber derselbe Zirkulationsvorgang W′ – G′ ist verschieden für Kapitalwert und Mehrwert insofern, als er für jeden von beiden ein verschiednes Stadium ihrer Zirkulation, einen verschiednen Abschnitt in der von ihnen innerhalb der Zirkulation zu durchlaufenden Metamorphosenreihe ausdrückt. w, der Mehrwert, kam erst zur Welt innerhalb des Produktionsprozesses. Er tritt also zum ersten Mal auf den Warenmarkt, und zwar in Warenform; sie ist seine erste Zirkulationsform, daher auch der Akt w – g sein erster Zirkulationsakt oder seine erste Metamorphose, die also noch zu ergänzen bleibt durch den entgegengesetzten Zirkulationsakt oder die umgekehrte Metamorphose g – w.5
Anders verhält es sich mit der Zirkulation, die der Kapitalwert W im selben Zirkulationsakt W′ – G′ vollzieht, welches für ihn der Zirkulationsakt W – G ist, wo W = P, gleich dem ursprünglich vorgeschoßnen G. Es hat seinen ersten Zirkulationsakt als G, als Geldkapital, eröffnet und kehrt durch den Akt W – G zur selben Form zurück; es hat also die beiden entgegengesetzten Phasen der Zirkulation 1) G – W und 2) W – G durchlaufen und befindet sich wieder in der Form, in der es denselben Kreislaufsprozeß von neuem beginnen kann. Was für den Mehrwert erste Verwandlung der Warenform in Geldform, ist für den Kapitalwert Rückkehr oder Rückverwandlung in seine ursprüngliche Geldform.
Durch G – W < A/Pm wurde das Geldkapital in eine gleichwertige Summe Waren, A und Pm, umgesetzt. Diese Waren funktionieren nicht wieder als Waren, als Verkaufsartikel. Ihr Wert existiert jetzt in der Hand ihres Käufers, des Kapitalisten, als Wert seines produktiven Kapitals P. Und in der Funktion von P, der produktiven Konsumtion, werden sie verwandelt in eine von den Produktionsmitteln stofflich verschiedne Warensorte, in Garn, worin ihr Wert nicht nur erhalten, sondern vergrößert wird, von 422 Pfd.St. auf 500 Pfd.St. Durch diese reale Metamorphose werden die im ersten Stadium G – W dem Markt entzognen Waren ersetzt durch stofflich und wertlich verschiedne Ware, die nun als Ware fungieren, in Geld verwandelt und verkauft werden muß. Der Produktionsprozeß erscheint daher nur als Unterbrechung des Zirkulationsprozesses des Kapitalwerts, wovon bis dahin nur die erste Phase G – W durchlaufen ist. Er durchläuft die zweite und abschließende Phase W – G, nachdem W stofflich und wertlich verändert. Soweit aber der Kapitalwert, für sich genommen, in Betracht kommt, hat er nur eine Veränderung seiner Gebrauchsform im Produktionsprozeß erlitten. Er existierte als 422 Pfd.St. Wert in A und Pm, er existiert jetzt als 422 Pfd.St. Wert von 8.440 Pfund Garn. Betrachten wir also bloß die beiden Phasen des Zirkulationsprozesses des, von seinem Mehrwert getrennt gedachten, Kapitalwerts, so durchläuft er 1) G – W und 2) W – G, wo das zweite W eine veränderte Gebrauchsform, aber denselben Wert hat wie das erste W; also G – W – G, eine Zirkulationsform, die durch den doppelten Stellenwechsel der Ware in entgegengesetzter Richtung, Verwandlung aus Geld in Ware, Verwandlung aus Ware in Geld, notwendig die Rückkehr des als Geld vorgeschoßnen Werts zu seiner Geldform bedingt; seine Rückverwandlung in Geld.
Derselbe Zirkulationsakt W′ – G′, der für den in Geld vorgeschoßnen Kapitalwert zweite abschließende Metamorphose, Rückkehr zur Geldform, ist für den gleichzeitig vom Warenkapital mitgetragnen und durch seinen Umsatz in Geldform mitrealisierten Mehrwert erste Metamorphose, Verwandlung aus Warenform in Geldform, W – G, erste Zirkulationsphase.
Es ist hier also zweierlei zu bemerken. Erstens: Die schließliche Rückverwandlung des Kapitalwerts in seine ursprüngliche Geldform ist eine Funktion des Warenkapitals. Zweitens: Diese Funktion schließt ein die erste Formverwandlung des Mehrwerts aus seiner ursprünglichen Warenform in Geldform. Die Geldform spielt also hier doppelte Rolle; sie ist einerseits rückkehrende Form eines ursprünglich in Geld vorgeschoßnen Werts, also Rückkehr zur Wertform, die den Prozeß eröffnete; sie ist andrerseits erste verwandelte Form eines Werts, der ursprünglich in Warenform in die Zirkulation tritt. Werden die Waren, woraus das Warenkapital besteht, zu ihrem Wert verkauft, wie hier vorausgesetzt, so wird W + w verwandelt in das gleichwertige G + g; in dieser Form G + g (422 Pfd.St. + 78 Pfd.St. = 500 Pfd.St.) existiert das realisierte Warenkapital jetzt in der Hand des Kapitalisten. Kapitalwert und Mehrwert sind jetzt als Geld vorhanden, also in der allgemeinen Äquivalentform.
Am Schluß des Prozesses befindet sich der Kapitalwert also wieder in derselben Form, worin er in ihn eintrat, kann ihn also wieder von neuem als Geldkapital eröffnen und durchlaufen. Eben weil die Ausgangs- und Schlußform des Prozesses die des Geldkapitals (G), wird diese Form des Kreislaufsprozesses von uns als Kreislauf des Geldkapitals bezeichnet. Nicht die Form, sondern nur die Größe des vorgeschoßnen Werts ist am Schluß verändert.
G + g sind nichts als eine Geldsumme von einer bestimmten Größe, in unserm Fall 500 Pfd.St. Aber als Resultat des Kreislaufs des Kapitals, als realisiertes Warenkapital, enthält diese Geldsumme den Kapitalwert und den Mehrwert; und zwar sind diese nun nicht mehr miteinander verwachsen, wie im Garn; sie liegen jetzt nebeneinander. Ihre Realisation hat jedem der beiden selbständige Geldform gegeben. 211/250 davon sind der Kapitalwert, 422 Pfd.St., und 39/250 davon der Mehrwert von 78 Pfd.St. Diese durch Realisation des Warenkapitals bewirkte Trennung hat nicht nur den formellen Gehalt, wovon wir gleich sprechen werden; sie wird wichtig im Reproduktionsprozeß des Kapitals, je nachdem g ganz, teilweise oder gar nicht zu G geschlagen wird, also je nachdem es als Bestandteil des vorgeschoßnen Kapitalwerts fortfungiert oder nicht. g und G können auch ganz verschiedne Zirkulation durchlaufen.
In G′ ist das Kapital wieder zu seiner ursprünglichen Form G zurückgekehrt, zu seiner Geldform; aber in einer Form, worin es als Kapital verwirklicht ist.
Erstens ist eine quantitative Differenz da. Es war G, 422 Pfd.St.; es ist jetzt G′, 500 Pfd.St., und diese Differenz ausgedrückt in G ... G′, den quantitativ verschiednen Extremen des Kreislaufs, dessen Bewegung selbst nur durch die Punkte ... angedeutet ist. G′ ist > G, G′ – G = M, dem Mehrwert. Aber als Resultat dieses Kreislaufs G ... G′ existiert jetzt nur noch G′, es ist das Produkt, worin sein Bildungsprozeß erloschen ist. G′ existiert jetzt selbständig für sich, unabhängig von der Bewegung, die es hervorbrachte. Sie ist vergangen, es ist da an ihrer Stelle.
Aber G′ als G + g, 500 Pfd.St. als 422 Pfd.St. vorgeschoßnes Kapital plus einem Inkrement desselben von 78 Pfd.St., stellt zugleich ein qualitatives Verhältnis dar, obgleich dies qualitative Verhältnis selbst nur als Verhältnis der Teile einer gleichnamigen Summe, also als quantitatives Verhältnis existiert. G, das vorgeschoßne Kapital, das jetzt wieder in seiner ursprünglichen Form (422 Pfd.St.) vorhanden ist, existiert jetzt als realisiertes Kapital. Es hat sich nicht nur erhalten, es hat sich auch als Kapital realisiert, indem es sich als solches unterscheidet von g (78 Pfd.St.), worauf es bezogen ist als auf seinen Zuwachs, seine Frucht, auf ein durch es selbst gehecktes Inkrement. Es ist als Kapital realisiert, weil als Wert, der einen Wert geheckt hat. G′ existiert als Kapitalverhältnis; G erscheint nicht mehr als bloßes Geld, sondern es ist ausdrücklich als Geldkapital gesetzt, ausgedrückt als Wert, der sich verwertet hat, also auch die Eigenschaft besitzt, sich zu verwerten, mehr Wert zu hecken als er selbst hat. G ist als Kapital gesetzt durch sein Verhältnis zu einem andern Teil von G′, als dem durch es Gesetzten, aus ihm als Ursache Bewirktem; als der Folge, wovon es der Grund. So erscheint G′ als in sich differenzierte, sich funktionell (begrifflich) in sich selbst unterscheidende, das Kapitalverhältnis ausdrückende Wertsumme.
Aber dies ist nur ausgedrückt als Resultat, ohne die Vermittlung des Prozesses, dessen Resultat es ist.
Wertteile unterscheiden sich als solche qualitativ nicht voneinander, außer soweit sie als Werte verschiedner Artikel, konkreter Dinge auftreten, also in verschiednen Gebrauchsformen, daher als Werte verschiedner Warenkörper – ein Unterschied, der nicht aus ihnen selbst als bloßen Wertteilen entspringt. Im Geld ist alle Verschiedenheit der Waren ausgelöscht, weil es eben die ihnen allen gemeinsame Äquivalentform ist. Eine Geldsumme von 500 Pfd.St. besteht aus lauter gleichnamigen Elementen von 1 Pfd.St. Da in dem einfachen Dasein dieser Geldsumme die Vermittlung ihrer Herkunft ausgelöscht und von der spezifischen Differenz, welche die verschiednen Kapitalbestandteile im Produktionsprozeß besitzen, jede Spur verschwunden ist, so existiert der Unterschied nur noch in der begrifflichen Form einer Hauptsumme (englisch principal) = dem vorgeschoßnen Kapital von 422 Pfd.St. und einer überschüssigen Wertsumme von 78 Pfd.St. G′ sei z.B. = 110 Pfd.St., wovon 100 = G, Hauptsumme, und 10 = M, Mehrwert. Es herrscht absolute Gleichartigkeit, also begriffliche Unterschiedslosigkeit, zwischen den beiden konstituierenden Teilen der Summe von 110 Pfd.St. Beliebige 10 Pfd.St. sind immer 1/11 der Gesamtsumme von 110 Pfd.St., ob sie nun 1/10 der vorgeschoßnen Hauptsumme von 100 Pfd.St. oder der Überschuß von 10 Pfd.St. über dieselbe. Hauptsumme und Zuwachssumme, Kapital und Mehrsumme sind daher ausdrückbar als Bruchteile der Gesamtsumme; in unserm Beispiel bilden 10/11 die Hauptsumme oder das Kapital, 1/11 die Mehrsumme. Es ist daher begriffsloser Ausdruck des Kapitalverhältnisses, worin hier am Schluß seines Prozesses das realisierte Kapital in seinem Geldausdruck erscheint.
Allerdings gilt dies auch für W′ (= W + w). Aber mit dem Unterschied, daß W′, worin W und w auch nur proportionelle Wertteile derselben homogenen Warenmasse, hinweist auf seinen Ursprung P, dessen unmittelbares Produkt es ist, während in G′, einer unmittelbar aus der Zirkulation herstammenden Form, direkte Beziehung zu P verschwunden ist.
Der begriffslose Unterschied zwischen Haupt- und Zuwachssumme, der in G′ enthalten ist, soweit es das Resultat der Bewegung G ... G′ ausdrückt, verschwindet sofort, sobald es aktiv als Geldkapital wieder fungiert, also nicht umgekehrt als Geldausdruck des verwerteten industriellen Kapitals fixiert wird. Der Kreislauf des Geldkapitals kann nie mit G′ beginnen (obgleich G′ jetzt als G fungiert), sondern nur mit G; d.h. nie als Ausdruck des Kapitalverhältnisses, sondern nur als Vorschußform des Kapitalwerts. Sobald die 500 Pfd.St. von neuem als Kapital vorgeschossen werden, um sich von neuem zu verwerten, sind sie Ausgangspunkt statt Rückkehrpunkt. Statt eines Kapitals von 422 Pfd.St. ist jetzt eins von 500 Pfd.St. vorgeschossen, mehr Geld als früher, mehr Kapitalwert, aber das Verhältnis zwischen den zwei Bestandteilen ist weggefallen, ganz wie ursprünglich die Summe von 500 Pfd.St. statt der von 422 Pfd.St. hätte als Kapital fungieren können.
Es ist keine aktive Funktion des Geldkapitals, sich als G′ darzustellen; seine eigne Darstellung als G′ ist vielmehr eine Funktion von W′. Schon in der einfachen Warenzirkulation, 1) W1 – G, 2) G – W2, fungiert G erst aktiv im zweiten Akt G – W2; seine Darstellung als G ist nur Resultat des ersten Akts, kraft dessen es erst als verwandelte Form von W1 auftritt. Das in G′ enthaltene Kapitalverhältnis, die Beziehung eines seiner Teile als des Kapitalwerts auf den andern als dessen Wertinkrement, bekommt allerdings funktionelle Bedeutung, soweit, bei beständiger Wiederholung des Kreislaufs G ... G′, G′ sich in zwei Zirkulationen spaltet, Kapitalzirkulation und Mehrwertzirkulation, also die beiden Teile nicht bloß quantitativ, sondern auch qualitativ verschiedne Funktionen vollziehn, G andre als g. Aber an sich betrachtet, schließt die Form G ... G′ die Konsumtion des Kapitalisten nicht ein, sondern ausdrücklich nur die Selbstverwertung und die Akkumulation, soweit letztre zunächst in periodischem Anwachs des stets von neuem vorgeschoßnen Geldkapitals sich ausdrückt.
Obgleich begriffslose Form des Kapitals, ist G′ = G + g zugleich erst das Geldkapital in seiner realisierten Form, als Geld, welches Geld geheckt hat. Hier ist aber zu unterscheiden von der Funktion des Geldkapitals im ersten Stadium G – W < A/Pm. G in diesem ersten Stadium zirkuliert als Geld. Es fungiert als Geldkapital nur deshalb, weil es nur in seinem Geldzustand eine Geldfunktion verrichten, sich in die ihm als Waren gegenüberstehenden Elemente von P, in A und Pm umsetzen kann. In diesem Zirkulationsakt fungiert es nur als Geld; aber weil dieser Akt das erste Stadium des prozessierenden Kapitalwerts, ist er zugleich Funktion des Geldkapitals, kraft der spezifischen Gebrauchsform der Waren A und Pm, die gekauft werden. G′ dagegen, zusammengesetzt aus G, dem Kapitalwert, und g, dem durch diesen erzeugten Mehrwert, drückt verwerteten Kapitalwert aus, den Zweck und das Resultat, die Funktion des gesamten Kreislaufsprozesses des Kapitals. Daß es dies Resultat in Geldform, als realisiertes Geldkapital ausdrückt, entspringt nicht daraus, daß es Geldform des Kapitals, Geldkapital ist, sondern umgekehrt daraus, daß es Geldkapital, Kapital in Geldform ist, daß das Kapital in dieser Form den Prozeß eröffnet hat, in Geldform vorgeschossen worden ist. Die Rückverwandlung in die Geldform ist eine Funktion des Warenkapitals W′, wie wir gesehn, nicht des Geldkapitals. Was aber die Differenz von G′ gegenüber G betrifft, so ist sie (g) nur Geldform von w, dem Inkrement von W; G′ ist nur = G + g, weil W′ = W + w war. In W′ ist also diese Differenz und das Verhältnis des Kapitalwerts zu dem von ihm geheckten Mehrwert vorhanden und ausgedrückt, bevor beide in G′ verwandelt, in eine Geldsumme, worin beide Wertteile selbständig einander gegenübertreten und daher auch zu selbständigen und voneinander verschiednen Funktionen verwendbar sind.
G′ ist nur Resultat der Realisierung von W′. Beide, W′ wie G′, sind nur verschiedne Formen, Warenform und Geldform, des verwerteten Kapitalwerts, beide haben dies gemein, daß sie verwerteter Kapitalwert. Beide sind verwirklichtes Kapital, weil hier der Kapitalwert als solcher mitsamt dem Mehrwert als von ihm verschiedner, durch ihn erhaltner Frucht existiert, obgleich dies Verhältnis nur ausgedrückt ist in der begriffslosen Form des Verhältnisses zweier Teile einer Geldsumme oder eines Warenwerts. Aber als Ausdrücke des Kapitals in Beziehung zu und im Unterschied von dem durch es erzeugten Mehrwert, also als Ausdrücke von verwertetem Wert, sind G′ und W′ dasselbe und drücken dasselbe aus, nur in verschiedner Form; sie unterscheiden sich nicht als Geldkapital und Warenkapital, sondern als Geld und Ware. Sofern sie verwerteten Wert, als Kapital betätigtes Kapital darstellen, drücken sie nur das Resultat der Funktion des produktiven Kapitals aus, der einzigen Funktion, worin der Kapitalwert Wert heckt. Ihr Gemeinsames ist, daß sie beide, Geldkapital und Warenkapital, Existenzweisen des Kapitals sind. Das eine ist Kapital in Geldform, das andre in Warenform. Die sie unterscheidenden spezifischen Funktionen können daher nichts andres sein, als Unterschiede zwischen Geldfunktion und Warenfunktion. Das Warenkapital, als direktes Produkt des kapitalistischen Produktionsprozesses, erinnert an diesen seinen Ursprung und ist daher in seiner Form rationeller, minder begriffslos als das Geldkapital, in dem jede Spur dieses Prozesses erloschen ist, wie überhaupt im Geld alle besondre Gebrauchsform der Ware erlischt. Es ist daher nur, wo G′ selbst als Warenkapital fungiert, wo es unmittelbares Produkt eines Produktionsprozesses und nicht verwandelte Form dieses Produkts ist, daß seine bizarre Form verschwindet – also in der Produktion des Geldmaterials selbst. Für Goldproduktion z.B. wäre die Formel: G – W < A/Pm... P ... G′ (G + g), wo G′ als Warenprodukt figuriert, weil P mehr Gold liefert als für die Produktionselemente des Goldes im ersten G, dem Geldkapital, vorgeschossen war. Hier verschwindet also das Irrationelle des Ausdrucks G ... G′ (G + g), wo ein Teil einer Geldsumme als Mutter eines andern Teils derselben Geldsumme erscheint.
IV. Der Gesamt-Kreislauf
Wir haben gesehn, daß der Zirkulationsprozeß nach Ablauf seiner ersten Phase G – W < A/Pm unterbrochen wird durch P, wo die auf dem Markt gekauften Waren A und Pm nun als stoffliche und wertliche Bestandteile des produktiven Kapitals konsumiert werden; das Produkt dieser Konsumtion ist eine neue Ware, W′, stofflich und wertlich verändert. Der unterbrochene Zirkulationsprozeß, G – W, muß ergänzt werden durch W – G. Aber als Träger dieser zweiten und abschließenden Phase der Zirkulation erscheint W′, eine stofflich und wertlich von dem ersten W verschiedne Ware. Die Zirkulationsreihe stellt sich also dar als 1) G – W1; 2) W′2 – G′, wo in der zweiten Phase der ersten Ware W1 eine andre von höherem Wert und verschiedner Gebrauchsform, W′2, untergeschoben ist während der durch die Funktion von P verursachten Unterbrechung, der Produktion von W′ aus den Elementen von W, den Daseinsformen des produktiven Kapitals P. Die erste Erscheinungsform dagegen, worin uns das Kapital (Buch I, Kap. IV, 1) gegenübertrat, G – W – G′ (aufgelöst: 1) G – W1; 2) W1 – G′) zeigt dieselbe Ware zweimal. Es ist beidemal dieselbe Ware, worin sich das Geld in der ersten Phase verwandelt, und welche sich in der zweiten Phase in mehr Geld rückverwandelt. Trotz dieser wesentlichen Verschiedenheit haben beide Zirkulationen das gemein, daß in ihrer ersten Phase Geld in Ware und in ihrer zweiten Ware in Geld verwandelt wird, das in der ersten Phase verausgabte Geld also in der zweiten wieder zurückfließt. Einerseits haben sie diesen Rückstrom des Geldes zu seinem Ausgangspunkt gemein, andrerseits aber auch den Überschuß des rückströmenden Geldes über das vorgeschoßne. Insofern erscheint auch G – W ... W′ – G′ in der allgemeinen Formel G – W – G′ enthalten.
Es ergibt sich hier ferner, daß in den beiden der Zirkulation angehörigen Metamorphosen G – W und W′ – G′ sich jedesmal gleich große, gleichzeitig vorhandne Wertexistenzen gegenüberstehn und einander ersetzen. Die Wertveränderung gehört lediglich der Metamorphose P, dem Produktionsprozeß, der so als reale Metamorphose des Kapitals, gegenüber den bloß formellen Metamorphosen der Zirkulation, erscheint.
Betrachten wir nun die Gesamtbewegung G – W ... P ... W′ – G′, oder ihre explizite Form G – W < A/Pm... P ... W′ (W + w) – G′ (G + g). Das Kapital erscheint hier als ein Wert, der eine Reihenfolge zusammenhängender, durch einander bedingter Verwandlungen durchläuft, eine Reihe von Metamorphosen, die ebensoviele Phasen oder Stadien eines Gesamtprozesses bilden. Zwei dieser Phasen gehören der Zirkulationssphäre an, eine der Produktionssphäre. In jeder dieser Phasen befindet sich der Kapitalwert in verschiedner Gestalt, der eine verschiedne, spezielle Funktion entspricht. Innerhalb dieser Bewegung erhält sich nicht nur der vorgeschoßne Wert, sondern er wächst, vermehrt seine Größe. Endlich, im Schlußstadium, kehrt er zur selben Form zurück, worin er beim Ausgang des Gesamtprozesses erschien. Dieser Gesamtprozeß ist daher Kreislaufsprozeß.
Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital – industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt.
Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.
Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G – W, so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W′ – G′, so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.
Andrerseits liegt es in der Natur der Sache, daß der Kreislauf selbst die Fixierung des Kapitals, während bestimmter Fristen, in den einzelnen Kreisabschnitten bedingt. In jeder seiner Phasen ist das industrielle Kapital an eine bestimmte Form gebunden, als Geldkapital, produktives Kapital, Warenkapital. Nur nachdem es die seiner jedesmaligen Form entsprechende Funktion vollzogen hat, erhält es die Form, worin es eine neue Verwandlungsphase eingehn kann. Um dies klarzulegen, haben wir in unserm Beispiel angenommen, daß der Kapitalwert der im Produktionsstadium erzeugten Warenmasse gleich sei der Gesamtsumme des ursprünglich als Geld vorgeschoßnen Werts, mit andern Worten, daß der ganze als Geld vorgeschoßne Kapitalwert auf einmal aus dem einen Stadium in das jedesmal nächstfolgende tritt. Wir haben aber gesehn (Buch I, Kap. VI), daß ein Teil des konstanten Kapitals, die eigentlichen Arbeitsmittel (z.B. Maschinen) in einer größern oder geringern Anzahl von Wiederholungen derselben Produktionsprozesse stets von neuem dienen, ihren Wert daher auch nur stückweis an das Produkt abgeben. Wieweit dieser Umstand den Kreislaufsprozeß des Kapitals modifiziert, wird sich später zeigen. Hier genügt folgendes: In unserm Beispiel enthielt der Wert des produktiven Kapitals = 422 Pfd.St. nur den durchschnittlich berechneten Verschleiß der Fabrikgebäude, Maschinerie etc., also nur den Wertteil, den sie bei Verwandlung von 10.600 Pfund Baumwolle in 10.000 Pfund Garn auf letztres übertragen, auf das Produkt eines wöchentlichen Spinnprozesses von 60 Stunden. In den Produktionsmitteln, in welche sich das vorgeschoßne konstante Kapital von 372 Pfd.St. verwandelt, figurierten daher auch die Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinerie etc. so, als ob sie auf dem Markt gegen wöchentliche Ratenzahlung nur gemietet wären. Dies ändert jedoch absolut nichts am Sachverhalt. Wir brauchen das in der Woche produzierte Garnquantum von 10.000 Pfund nur mit der Anzahl der auf eine gewisse Reihe von Jahren berechneten Wochen zu multiplizieren, damit der ganze Wert der gekauften und in dieser Zeit aufgebrauchten Arbeitsmittel auf es übertragen wird. Es ist dann klar, daß das vorgeschoßne Geldkapital erst in diese Mittel verwandelt, also aus dem ersten Stadium G – W herausgetreten sein muß, bevor es als produktives Kapital P fungieren kann. Ebenso klar ist es in unserm Beispiel, daß die dem Garn während des Produktionsprozesses einverleibte Kapitalwertsumme von 422 Pfd.St. nicht als Wertbestandteil der 10.000 Pfund Garn in die Zirkulationsphase W – G′ eingehn kann, ehe es fertig ist. Das Garn kann nicht verkauft werden, ehe es gesponnen.
In der allgemeinen Formel wird das Produkt von P betrachtet als ein von den Elementen des produktiven Kapitals verschiednes materielles Ding, als ein Gegenstand, der eine vom Produktionsprozeß abgesonderte Existenz, eine von der der Produktionselemente verschiedne Gebrauchsform besitzt. Und wenn das Resultat des Produktionsprozesses als Ding auftritt, ist dies stets der Fall, selbst wo ein Teil des Produkts wieder als Element in die erneuerte Produktion eingeht. So dient Getreide als Aussaat zu seiner eignen Produktion; aber das Produkt besteht nur aus Getreide, hat also eine von den mitverwandten Elementen, der Arbeitskraft, den Instrumenten, dem Dünger, verschiedne Gestalt. Es gibt aber selbständige Industriezweige, wo das Produkt des Produktionsprozesses kein neues gegenständliches Produkt, keine Ware ist. Ökonomisch wichtig davon ist nur die Kommunikationsindustrie, sei sie eigentliche Transportindustrie für Waren und Menschen, sei sie Übertragung bloß von Mitteilungen, Briefen, Telegrammen etc.
A. Tschuprow6 sagt darüber:
"Der Fabrikant kann zuerst Artikel produzieren und dann Konsumenten dafür suchen"
{sein Produkt, nachdem es als fertig aus dem Produktionsprozeß ausgestoßen, geht als von demselben getrennte Ware in die Zirkulation über}.
"Produktion und Konsumtion erscheinen so als zwei, dem Raum und der Zeit nach getrennte Akte. In der Transportindustrie, die keine neuen Produkte schafft, sondern nur Menschen und Dinge versetzt, fallen diese beiden Akte zusammen; die Dienste" {die Ortsveränderung} "müssen in demselben Augenblick konsumiert werden, in dem sie produziert werden. Deshalb erstreckt sich der Rayon, aus dem die Eisenbahnen Kundschaft suchen können, auf höchstens 50 Werst" {53 km} "auf beiden Seiten."
Das Resultat – ob Menschen oder Waren transportiert werden – ist ihr verändertes örtliches Dasein, z.B. daß das Garn sich jetzt in Indien befindet statt in England, wo es produziert worden.
Was aber die Transportindustrie verkauft, ist die Ortsveränderung selbst. Der hervorgebrachte Nutzeffekt ist untrennbar verbunden mit dem Transportprozeß, d.h. dem Produktionsprozeß der Transportindustrie. Menschen und Ware reisen mit dem Transportmittel, und sein Reisen, seine örtliche Bewegung, ist eben der durch es bewirkte Produktionsprozeß. Der Nutzeffekt ist nur konsumierbar während des Produktionsprozesses; er existiert nicht als ein von diesem Prozeß verschiednes Gebrauchsding, das erst nach seiner Produktion als Handelsartikel fungiert, als Ware zirkuliert. Der Tauschwert dieses Nutzeffekts ist aber bestimmt, wie der jeder andern Ware, durch den Wert der in ihm verbrauchten Produktionselemente (Arbeitskraft und Produktionsmittel) plus dem Mehrwert, den die Mehrarbeit der in der Transportindustrie beschäftigten Arbeiter geschaffen hat. Auch in Beziehung auf seine Konsumtion verhält sich dieser Nutzeffekt ganz wie andre Waren. Wird er individuell konsumiert, so verschwindet sein Wert mit der Konsumtion; wird er produktiv konsumiert, so daß er selbst ein Produktionsstadium der im Transport befindlichen Ware, so wird sein Wert als Zuschußwert auf die Ware selbst übertragen. Die Formel für die Transportindustrie wäre also G – W < A/Pm... P – G′, da der Produktionsprozeß selbst, nicht ein von ihm trennbares Produkt, gezahlt und konsumiert wird. Sie hat also fast genau dieselbe Form wie die für die Produktion der edlen Metalle, nur daß G′ hier verwandelte Form des während des Produktionsprozesses hervorgebrachten Nutzeffekts, nicht Naturalform des während dieses Prozesses hervorgebrachten und aus ihm ausgestoßnen Goldes oder Silbers ist.
Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein. Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft. Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage. Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.
Der Kreislauf G ... G′ verschlingt sich einerseits mit der allgemeinen Warenzirkulation, geht aus ihr hervor und in sie ein, und bildet einen Teil von ihr. Andrerseits bildet er eine eigne selbständige Bewegung des Kapitalwerts für den individuellen Kapitalisten, eine Bewegung, die teils innerhalb der allgemeinen Warenzirkulation vorgeht, teils außerhalb derselben, die aber stets ihren selbständigen Charakter bewahrt. Erstens dadurch, daß ihre beiden in der Zirkulationssphäre vorgehenden Phasen G – W und W′ – G′ als Phasen der Kapitalbewegung funktionell bestimmte Charaktere besitzen; in G – W ist W stofflich bestimmt als Arbeitskraft und Produktionsmittel; in W′ – G′ wird der Kapitalwert realisiert + dem Mehrwert. Zweitens umschließt P, der Produktionsprozeß, die produktive Konsumtion. Drittens macht die Rückkehr des Geldes zu ihrem Ausgangspunkt die Bewegung G ... G′ zu einer sich in sich selbst abschließenden Kreislaufbewegung.
Einerseits bildet also jedes individuelle Kapital in seinen beiden Zirkulationshälften G – W und W′ – G′ ein Agens der allgemeinen Warenzirkulation, worin es entweder als Geld oder als Ware fungiert oder verkettet ist, und so selbst ein Glied bildet in der allgemeinen Metamorphosenreihe der Warenwelt. Andrerseits beschreibt es innerhalb der allgemeinen Zirkulation seinen eignen selbständigen Kreislauf, worin die Produktionssphäre ein Durchgangsstadium bildet, und worin es zu seinem Ausgangspunkt in derselben Form zurückkehrt, in der es ihn verließ. Innerhalb seines eignen Kreislaufs, der seine reale Metamorphose im Produktionsprozeß einschließt, verändert es zugleich seine Wertgröße. Es kehrt zurück, nicht nur als Geldwert, sondern als vergrößerter, gewachsener Geldwert.
Betrachten wir schließlich G – W ... P ... W′ – G′ als spezielle Form des Kreislaufsprozesses des Kapitals neben den andern später zu untersuchenden Formen, so zeichnet es sich durch folgendes aus.
Es erscheint als Kreislauf des Geldkapitals, weil das industrielle Kapital in seiner Geldform, als Geldkapital, den Ausgangspunkt und den Rückkehrpunkt seines Gesamtprozesses bildet. Die Formel selbst drückt aus, daß das Geld hier nicht als Geld verausgabt, sondern nur vorgeschossen wird, also nur Geldform des Kapitals, Geldkapital ist. Sie drückt ferner aus, daß der Tauschwert, nicht der Gebrauchswert, der bestimmende Selbstzweck der Bewegung ist. Eben weil die Geldgestalt des Werts seine selbständige, handgreifliche Erscheinungsform ist, drückt die Zirkulationsform G ... G′, deren Ausgangspunkt und Schlußpunkt wirkliches Geld, das Geldmachen, das treibende Motiv der kapitalistischen Produktion, am handgreiflichsten aus. Der Produktionsprozeß erscheint nur als unvermeidliches Mittelglied, als notwendiges Übel zum Behuf des Geldmachens. {Alle Nationen kapitalistischer Produktionsweise werden daher periodisch von einem Schwindel ergriffen, worin sie ohne Vermittlung des Produktionsprozesses das Geldmachen vollziehen wollen.}
Das Produktionsstadium, die Funktion von P, bildet in diesem Kreislauf die Unterbrechung der zwei Phasen der Zirkulation G – W ... W′ – G′, die wieder nur Vermittlung der einfachen Zirkulation G – W – G′. Der Produktionsprozeß erscheint in der Form des Kreislaufsprozesses selbst, formell und ausdrücklich als das, was er in der kapitalistischen Produktionsweise ist, als bloßes Mittel zur Verwertung des vorgeschoßnen Werts, also die Bereicherung als solche als Selbstzweck der Produktion.
Weil die Reihenfolge der Phasen durch G – W eröffnet wird, ist das zweite Glied der Zirkulation W′ – G′; also Ausgangspunkt G, das zu verwertende Geldkapital, Schlußpunkt G′, das verwertete Geldkapital G + g, worin G als realisiertes Kapital neben seinem Sprößling g figuriert. Dies unterscheidet den Kreislauf G von den beiden andern Kreisläufen P und W′, und zwar in doppelter Weise. Einerseits durch die Geldform der beiden Extreme; Geld ist aber die selbständige handgreifliche Existenzform des Werts, der Wert des Produkts in seiner selbständigen Wertform, worin alle Spur des Gebrauchswerts der Waren ausgelöscht ist. Andrerseits wird die Form P ... P nicht notwendig zu P ... P′ (P + p), und in der Form W′... W′ ist überhaupt keine Wertdifferenz zwischen beiden Extremen sichtbar. – Der Formel G ... G′ ist es also charakteristisch, einerseits, daß der Kapitalwert den Ausgangspunkt und der verwertete Kapitalwert den Rückkehrpunkt bildet, so daß der Vorschuß des Kapitalwerts als Mittel, der verwertete Kapitalwert als Zweck der ganzen Operation erscheint; andrerseits, daß dies Verhältnis in Geldform ausgedrückt ist, der selbständigen Wertform, daher das Geldkapital als Geld heckendes Geld. Die Erzeugung von Mehrwert durch den Wert ist nicht nur als Alpha und Omega des Prozesses ausgedrückt, sondern ausdrücklich in der blinkenden Geldform.
Da G′, das realisierte Geldkapital als Resultat von W′ – G′, der ergänzenden und abschließenden Phase von G – W, sich absolut in derselben Form befindet, worin es seinen ersten Kreislauf eröffnet hat, kann es, sowie es aus demselben hervorgeht, denselben Kreislauf wieder eröffnen als vergrößertes (akkumuliertes) Geldkapital: G′ = G + g; und es ist wenigstens nicht in der Form von G ... G′ ausgedrückt, daß bei Wiederholung des Kreislaufs die Zirkulation von g sich von der von G trennt. In seiner einmaligen Gestalt betrachtet, formell, drückt der Kreislauf des Geldkapitals daher nur den Verwertungs- und Akkumulationsprozeß aus. Die Konsumtion ist darin nur als produktive Konsumtion ausgedrückt durch G – W < A/Pm, nur diese ist eingeschlossen in diesen Kreislauf des individuellen Kapitals, G – A ist A – G oder W – G von seiten des Arbeiters; ist also die erste Phase der Zirkulation, die seine individuelle Konsumtion vermittelt: A – G – W (Lebensmittel). Die zweite Phase G – W fällt nicht mehr in den Kreislauf des individuellen Kapitals; aber sie ist durch ihn eingeleitet, von ihm vorausgesetzt, da der Arbeiter, um sich stets als exploitierbarer Stoff des Kapitalisten auf dem Markt zu befinden, vor allen Dingen leben, also sich durch individuelle Konsumtion erhalten muß. Aber diese Konsumtion selbst ist hier nur vorausgesetzt als Bedingung der produktiven Konsumtion der Arbeitskraft durch das Kapital, also auch nur, soweit sich der Arbeiter durch seine individuelle Konsumtion als Arbeitskraft erhält und reproduziert. Die Pm, die eigentlichen Waren aber, die in den Kreislauf eingehn, bilden nur Speisematerial der produktiven Konsumtion. Der Akt A – G vermittelt die individuelle Konsumtion des Arbeiters, Verwandlung der Lebensmittel in sein Fleisch und Blut. Allerdings muß auch der Kapitalist da sein, also auch leben und konsumieren, um als Kapitalist zu fungieren. Dazu brauchte er in der Tat nur als Arbeiter zu konsumieren, und mehr ist daher in dieser Form des Zirkulationsprozesses nicht vorausgesetzt. Formell ausgedrückt ist selbst das nicht, da die Formel schließt mit G′, also einem Resultat, das sofort wieder als vergrößertes Geldkapital fungieren kann.
In W′ – G′ ist der Verkauf von W′ direkt enthalten; aber W′ – G′, Verkauf von der einen Seite, ist G – W, Kauf von der andern, und die Ware wird endgültig nur ihres Gebrauchswerts wegen gekauft, um (von Zwischenverkäufen abgesehn) in den Konsumtionsprozeß einzugehn, sei dieser nun individuell oder produktiv, je nach der Natur des gekauften Artikels. Aber diese Konsumtion geht nicht ein in den Kreislauf des individuellen Kapitals, dessen Produkt W′ ist; dies Produkt wird eben als zu verkaufende Ware aus dem Kreislauf abgestoßen. Das W′ ist ausdrücklich bestimmt zu fremder Konsumtion. Wir finden daher bei Dolmetschern des Merkantilsystems (dem die Formel G – W ... P ... W′ – G′ zugrunde liegt) sehr weitläufige Predigten darüber, daß der einzelne Kapitalist nur als Arbeiter konsumieren muß, wie die Kapitalistennation den andern dümmern Nationen das Verzehren ihrer Waren und überhaupt den Konsumtionsprozeß überlassen, dagegen die produktive Konsumtion zu ihrer Lebensaufgabe machen muß. Diese Predigten erinnern oft der Form und dem Inhalt nach an analoge asketische Ermahnungen der Kirchenväter.
Der Kreislaufsprozeß des Kapitals ist also Einheit von Zirkulation und Produktion, schließt beide ein. Sofern die beiden Phasen G – W, W′ – G′ Zirkulationsvorgänge, bildet die Zirkulation des Kapitals Teil der allgemeinen Warenzirkulation. Aber als funktionell bestimmte Abschnitte, Stadien im Kreislauf des Kapitals, der nicht nur der Zirkulationssphäre, sondern auch der Produktionssphäre angehört, vollzieht das Kapital innerhalb der allgemeinen Warenzirkulation seinen eignen Kreislauf. Die allgemeine Warenzirkulation dient ihm im ersten Stadium dazu, die Gestalt anzunehmen, worin es als produktives Kapital fungieren kann; im zweiten, die Warenfunktion abzustoßen, worin es seinen Kreislauf nicht erneuern kann; und zugleich ihm die Möglichkeit zu eröffnen, seinen eignen Kapitalkreislauf zu trennen von der Zirkulation des ihm angewachsnen Mehrwerts.
Der Kreislauf des Geldkapitals ist daher die einseitigste, darum schlagendste und charakteristischste Erscheinungsform des Kreislaufs des industriellen Kapitals, dessen Ziel und treibendes Motiv: Verwertung des Werts, Geldmachen und Akkumulation, in die Augen springend dargestellt wird (kaufen, um teurer zu verkaufen). Dadurch, daß die erste Phase G – W ist, tritt auch hervor die Herkunft der Bestandteile des produktiven Kapitals aus dem Warenmarkt, wie überhaupt die Bedingtheit des kapitalistischen Produktionsprozesses durch die Zirkulation, den Handel. Der Kreislauf des Geldkapitals ist nicht nur Warenproduktion; er kommt selbst nur durch die Zirkulation zustande, er setzt sie voraus. Es liegt dies schon darin, daß die der Zirkulation angehörige Form G als erste und reine Form des vorgeschoßnen Kapitalwerts erscheint, was in den beiden andern Kreislaufsformen nicht der Fall.
Der Kreislauf des Geldkapitals bleibt insofern stets der allgemeine Ausdruck des industriellen Kapitals, als er stets Verwertung des vorgeschossenen Werts einschließt. In P ... P tritt der Geldausdruck des Kapitals nur als Preis der Produktionselemente hervor, also nur als in Rechengeld ausgedrückter Wert, und wird in dieser Form festgehalten in der Buchhaltung.
Besondere Form des Kreislaufs des industriellen Kapitals wird G ... G′, soweit neu auftretendes Kapital zuerst als Geld vorgeschossen und in derselben Form zurückgezogen wird, sei es beim Übertritt aus einem Geschäftszweig in den andern, sei es beim Rücktritt des industriellen Kapitals aus dem Geschäft. Es schließt dies ein die Kapitalfunktion des zuerst in Geldform vorgeschoßnen Mehrwerts, und tritt am schlagendsten hervor, wenn dieser in einem andern Geschäft fungiert als dem, woraus er herkommt. G ... G′ kann erster Kreislauf eines Kapitals sein; es kann letzter sein; es kann als Form des gesellschaftlichen Gesamtkapitals gelten; es ist die Form von Kapital, das neu angelegt wird, sei es als in Geldform neu akkumuliertes Kapital, sei es als altes Kapital, das ganz in Geld verwandelt wird zur Übertragung aus einem Produktionszweig in den andern.
Als stets in allen Kreisläufen einbegriffne Form vollzieht das Geldkapital diesen Kreislauf gerade für den Teil des Kapitals, der den Mehrwert erzeugt, das variable Kapital. Die normale Form des Vorschusses des Arbeitslohns ist Zahlung in Geld; dieser Prozeß muß in kürzeren Terminen stets erneuert werden, weil der Arbeiter von der Hand in den Mund lebt. Dem Arbeiter muß der Kapitalist daher beständig als Geldkapitalist, und sein Kapital als Geldkapital gegenübertreten. Es kann hier nicht, wie beim Kauf der Produktionsmittel und Verkauf der produktiven Waren, direkte oder indirekte Ausgleichung stattfinden (so daß die größere Masse des Geldkapitals tatsächlich nur in Form von Waren, das Geld nur in der Form des Rechengelds, und schließlich bar nur für Ausgleichung der Bilanzen figuriert). Andrerseits wird ein Teil des aus dem variablen Kapital entspringenden Mehrwerts vom Kapitalisten verausgabt für seine Privatkonsumtion, die dem Kleinhandel angehört und, auf welchen Umwegen immer, bar, in der Geldform des Mehrwerts verausgabt wird. Wie groß oder klein dieser Teil des Mehrwerts sei, ändert nichts an der Sache. Fortwährend erscheint von neuem das variable Kapital als im Arbeitslohn angelegtes Geldkapital (G – A) und g als Mehrwert, der zur Bestreitung der Privatbedürfnisse des Kapitalisten verausgabt wird. Also G als vorgeschoßner variabler Kapitalwert und g als sein Zuwachs, beide in Geldform notwendig festgehalten, um in solcher verausgabt zu werden.
Die Formel G – W ... P ... W′ – G′, mit dem Resultat G′ = G + g, schließt in ihrer Form eine Täuschung ein, trägt einen illusorischen Charakter, der aus dem Dasein des vorgeschoßnen und verwerteten Werts in seiner Äquivalentform, dem Geld, entspringt. Der Akzent liegt nicht auf Verwertung des Werts, sondern auf der Geldform dieses Prozesses, darauf, daß mehr Wert in Geldform schließlich aus der Zirkulation gezogen wird, als ihr ursprünglich vorgeschossen ward, also auf Vermehrung der dem Kapitalisten gehörigen Gold- und Silbermasse. Das sogenannte Monetärsystem ist bloß Ausdruck der begriffslosen Form G – W – G′, einer Bewegung, die ausschließlich in der Zirkulation verläuft und daher die beiden Akte: 1) G – W, 2) W – G′ nur dadurch erklären kann, daß W im zweiten Akt über seinen Wert verkauft wird, daher mehr Geld der Zirkulation entzieht, als durch seinen Kauf in sie hineingeworfen ward. Dagegen G – W ... P ... W′ – G′, als ausschließliche Form fixiert, liegt dem entwickelteren Merkantilsystem zugrund, wo nicht nur Warenzirkulation, sondern auch Warenproduktion als notwendiges Element erscheint.
Der illusorische Charakter von G – W ... P ... W′ – G′, und die ihr entsprechende illusorische Deutung ist da, sobald diese Form als einmalige fixiert wird, nicht als fließende, beständig sich erneuernde; sobald sie daher nicht als eine der Formen des Kreislaufs, sondern als seine ausschließliche gilt. Sie weist aber selbst auf andre Formen hin.
Erstens setzt dieser ganze Kreislauf den kapitalistischen Charakter des Produktionsprozesses selbst voraus, und als Basis daher diesen Produktionsprozeß nebst dem spezifischen, durch ihn bedingten Gesellschaftszustand. G – W = G – W < A/Pm; aber G – A unterstellt den Lohnarbeiter, und daher die Produktionsmittel als Teil des produktiven Kapitals, daher den Arbeits- und Verwertungsprozeß, den Produktionsprozeß schon als Funktion des Kapitals.
Zweitens: Wird G ... G′ wiederholt, so erscheint die Rückkehr zur Geldform ebenso verschwindend, wie die Geldform im ersten Stadium. G – W verschwindet, um P Platz zu machen. Der beständige Wiedervorschuß in Geld, ebensosehr wie seine beständige Rückkehr als Geld, erscheinen selbst als nur im Kreislauf verschwindende Momente.
Drittens:
G – W ... P ... W′ – G′. G – W ... P ... W′ – G′. G – W ... P ... etc.
Schon bei der zweiten Wiederholung des Kreislaufs erscheint der Kreislauf P ... W′ – G′. G – W ... P, bevor der zweite Kreislauf von G vollendet ist, und alle ferneren Kreisläufe können so unter der Form P ... W′ – G – W ... P betrachtet werden, so daß G – W als erste Phase des ersten Kreislaufs nur die verschwindende Vorbereitung des sich stets wiederholenden Kreislaufs des produktiven Kapitals bildet, wie dies in der Tat der Fall bei zum ersten Mal in der Form von Geldkapital angelegtem, industriellem Kapital.
Andrerseits, bevor der zweite Kreislauf von P vollendet, ist der erste Kreislauf W′ – G′. G – W ... P ... W′ (abgekürzt W′... W′) beschrieben, der Kreislauf des Warenkapitals. So enthält die erste Form schon die beiden andern und es verschwindet so die Geldform, soweit sie nicht bloßer Wertausdruck, sondern Wertausdruck in der Äquivalentform, in Geld.
Endlich: Nehmen wir ein neu auftretendes einzelnes Kapital, welches zum ersten Mal den Kreislauf G – W ... P ... W′ – G′ beschreibt, so ist G – W die Vorbereitungsphase, der Vorläufer des ersten Produktionsprozesses, den dies einzelne Kapital durchmacht. Diese Phase G – W ist daher nicht vorausgesetzt, sondern wird vielmehr durch den Produktionsprozeß gesetzt oder bedingt. Aber dies gilt nur für dies einzelne Kapital. Allgemeine Form des Kreislaufs des industriellen Kapitals ist der Kreislauf des Geldkapitals, soweit die kapitalistische Produktionsweise vorausgesetzt ist, also innerhalb eines durch die kapitalistische Produktion bestimmten Gesellschaftszustandes. Der kapitalistische Produktionsprozeß ist daher als ein prius vorausgesetzt, wenn nicht in dem ersten Kreislauf des Geldkapitals eines neu angelegten industriellen Kapitals, so außerhalb desselben; das beständige Dasein dieses Produktionsprozesses unterstellt den beständig erneuerten Kreislauf von P ... P. Innerhalb des ersten Stadiums G – W < A/Pm tritt diese Voraussetzung selbst schon auf, indem dies einerseits das Dasein der Lohnarbeiterklasse voraussetzt; indem andrerseits das, was erstes Stadium G – W für den Käufer der Produktionsmittel, W′ – G′ für ihren Verkäufer ist, also in W′ das Warenkapital, somit die Ware selbst als Resultat der kapitalistischen Produktion, und damit die Funktion des produktiven Kapitals voraussetzt.
Zweites Kapitel. Der Kreislauf des produktiven Kapitals
Der Kreislauf des produktiven Kapitals hat die allgemeine Formel: P ... W′ – G′ – W ... P. Er bedeutet die periodisch erneuerte Funktion des produktiven Kapitals, also die Reproduktion, oder seinen Produktionsprozeß als Reproduktionsprozeß mit Bezug auf die Verwertung; nicht nur Produktion, sondern periodische Reproduktion von Mehrwert; die Funktion des in seiner produktiven Form befindlichen industriellen Kapitals, nicht als einmalige, sondern als periodisch wiederholte Funktion, so daß der Wiederbeginn durch den Ausgangspunkt selbst gegeben ist. Ein Teil von W′ kann unmittelbar (in gewissen Fällen, Anlagezweigen des industriellen Kapitals) wieder als Produktionsmittel in denselben Arbeitsprozeß eingehn, aus dem er als Ware herauskam; dadurch wird nur die Verwandlung seines Werts in wirkliches Geld oder Geldzeichen erspart, oder sie erhält nur selbständigen Ausdruck als Rechengeld. Dieser Wertteil geht nicht in die Zirkulation ein. Es gehn so Werte in den Produktionsprozeß ein, die nicht in den Zirkulationsprozeß eingehn. Dasselbe gilt von dem Teil von W′, den der Kapitalist als Teil des Mehrprodukts in natura verzehrt. Dies ist jedoch für die kapitalistische Produktion unbedeutend; es kommt höchstens bei der Agrikultur in Betracht.
Zweierlei springt sofort bei dieser Form in die Augen,
Erstens. Während in der ersten Form G ... G′ der Produktionsprozeß, die Funktion von P, die Zirkulation des Geldkapitals unterbricht und nur als Vermittler zwischen seinen beiden Phasen G – W und W′ – G′ erscheint, bildet hier der gesamte Zirkulationsprozeß des industriellen Kapitals, seine ganze Bewegung innerhalb der Zirkulationsphase, nur eine Unterbrechung und daher nur die Vermittlung zwischen dem produktiven Kapital, das als erstes Extrem den Kreislauf eröffnet und als letztes ihn in derselben Form, also in der Form seines Wiederbeginns, schließt. Die eigentliche Zirkulation erscheint nur als Vermittlung der periodisch erneuerten und durch die Erneuerung kontinuierlichen Reproduktion.
Zweitens. Die gesamte Zirkulation stellt sich dar in der entgegengesetzten Form von der, die sie im Kreislauf des Geldkapitals besitzt. Sie war dort: G – W – G (G – W. W – G), abgesehn von der Wertbestimmung; sie ist hier, wieder abgesehn von der Wertbestimmung, W – G – W (W – G. G – W), also die Form der einfachen Warenzirkulation.
I. Einfache Reproduktion
Betrachten wir also zunächst den zwischen den Extremen P ... P in der Zirkulationssphäre verlaufenden Prozeß W′ – G′ – W.
Der Ausgangspunkt dieser Zirkulation ist das Warenkapital: W′ = W + w = P + w. Die Funktion des Warenkapitals W′ – G′ (die Realisierung des in ihm enthaltenen Kapitalwerts = P, der jetzt als Warenbestandteil W existiert, wie des in ihm enthaltnen Mehrwerts, der als Bestandteil derselben Warenmasse, mit dem Wert w, existiert) wurde in der ersten Form des Kreislaufs betrachtet. Aber dort bildete sie die zweite Phase der unterbrochnen Zirkulation und die Abschlußphase des ganzen Kreislaufs. Hier bildet sie die zweite Phase des Kreislaufs, aber die erste Phase der Zirkulation. Der erste Kreislauf endet mit G′, und da G′ ebensowohl wie das ursprüngliche G von neuem als Geldkapital den zweiten Kreislauf eröffnen kann, war es zunächst nicht nötig, weiter zuzusehn, ob die in G′ enthaltnen G und g (der Mehrwert) ihre Bahn miteinander fortsetzen, oder ob sie verschiedne Bahnen beschreiben. Dies wäre nur nötig geworden, hätten wir den ersten Kreislauf in seiner Erneuerung weiter verfolgt. Dieser Punkt muß aber im Kreislauf des produktiven Kapitals entschieden werden, da die Bestimmung schon seines ersten Kreislaufs davon abhängt, und weil W′ – G′ in ihm als erste Zirkulationsphase erscheint, welche durch G – W zu ergänzen ist. Es hängt von dieser Entscheidung ab, ob die Formel einfache Reproduktion oder Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter darstellt. Je nach ihrer Entscheidung also ändert sich der Charakter des Kreislaufs.
Nehmen wir also zunächst die einfache Reproduktion des produktiven Kapitals, wobei wie im ersten Kapitel gleichbleibende Umstände und Kauf und Verkauf der Waren zu ihrem Wert vorausgesetzt sind. Der ganze Mehrwert geht unter dieser Annahme in die persönliche Konsumtion des Kapitalisten ein. Sobald die Verwandlung des Warenkapitals W′ in Geld stattgefunden, zirkuliert der Teil der Geldsumme, der den Kapitalwert darstellt, fort im Kreislauf des industriellen Kapitals; der andre, der vergoldeter Mehrwert ist, geht ein in die allgemeine Warenzirkulation, ist vom Kapitalisten ausgehende Geldzirkulation, geht aber vor außerhalb der Zirkulation seines individuellen Kapitals.
In unserm Beispiel hatten wir ein Warenkapital W′ von 10.000 Pfund Garn zum Wert von 500 Pfd.St.; 422 Pfd.St. davon sind der Wert des produktiven Kapitals, und setzen als Geldform von 8.440 Pfund Garn die von W′ begonnene Kapitalzirkulation fort, während der Mehrwert von 78 Pfd.St., Geldform von 1.560 Pfund Garn, dem überschüssigen Teil des Warenprodukts, aus dieser Zirkulation heraustritt und eine getrennte Bahn innerhalb der allgemeinen Warenzirkulation beschreibt.
⎛ W ⎞ ──── ⎛ G ⎞ ── W < A/Pm
W′ ⎜ + ⎟ ─ G′ ⎜ + ⎟
⎝ w ⎠ ──── ⎝ g ⎠ ── w
g – w ist eine Reihe von Käufen vermittelst des Geldes, das der Kapitalist, sei es in eigentlichen Waren, sei es in Diensten für seine werte Person, resp. Familie, verausgabt. Diese Käufe sind zersplittert, finden zu verschiednen Terminen statt. Das Geld existiert also zeitweis in der Form eines für die laufende Konsumtion bestimmten Geldvorrats oder Schatzes, da in seiner Zirkulation unterbrochnes Geld sich in Schatzform befindet. Seine Funktion als Zirkulationsmittel, das auch seine vorübergehende Form als Schatz einbegreift, geht nicht in die Zirkulation des Kapitals in seiner Geldform G ein. Das Geld wird nicht vorgeschossen, sondern verausgabt.
Wir haben vorausgesetzt, daß das vorgeschossene Gesamtkapital stets ganz aus einer seiner Phasen in die andre übergeht, so auch hier, daß das Warenprodukt von P den Gesamtwert des produktiven Kapitals P = 422 Pfd.St. + dem während des Produktionsprozesses geschaffnen Mehrwert = 78 Pfd.St. trägt. In unserm Beispiel, wo wir es mit einem diskreten Warenprodukt zu tun haben, existiert der Mehrwert in der Form von 1.560 Pfund Garn; ganz wie er auf 1 Pfund Garn berechnet in der Form von 2,496 Unzen Garn existiert. Wäre dagegen das Warenprodukt z.B. eine Maschine von 500 Pfd.St. und von derselben Wertzusammensetzung, so wäre zwar ein Wertteil dieser Maschine = 78 Pfd.St. Mehrwert, aber diese 78 Pfd.St. existierten nur in der Gesamtmaschine; sie ist nicht in Kapitalwert und Mehrwert teilbar, ohne sie selbst in Stücke zu zerschlagen und so mit ihrem Gebrauchswert auch ihren Wert zu vernichten. Die beiden Wertbestandteile können also nur ideell in Bestandteilen des Warenkörpers dargestellt werden, nicht als selbständige Elemente der Ware W′, wie jedes Pfund Garn als trennbares, selbständiges Warenelement der 10.000 Pfund. Im ersten Fall muß die Gesamtware, das Warenkapital, die Maschine, ganz verkauft sein, bevor g seine besondre Zirkulation eingehn kann. Dagegen wenn der Kapitalist 8.440 Pfund verkauft, würde der Verkauf der weitern 1.560 Pfund eine vollständig getrennte Zirkulation des Mehrwerts in der Form w (1.560 Pfund Garn) - g (78 Pfd.St.) = w (Konsumtionsartikel) darstellen. Die Wertelemente jedes einzelnen Quotums des Garnprodukts von 10.000 Pfund sind aber in Teilen des Produkts ebenso darstellbar wie im Gesamtprodukt. Wie dieses, 10.000 Pfund Garn, sich einteilen läßt in konstanten Kapitalwert (c), 7.440 Pfund Garn zum Wert 372 Pfd.St., variablen Kapitalwert (v) von 1.000 Pfund Garn zu 50 Pfd.St. und Mehrwert (m) von 1.560 Pfund Garn zu 78 Pfd.St., so jedes Pfund Garn in c = 11,904 Unzen zum Wert von 8,928 d., v = 1,600 Unze Garn zum Wert von 1,200 d., m = 2,496 Unzen Garn zum Wert von 1,872 d. Der Kapitalist könnte auch bei sukzessivem Verkauf der 10.000 Pfund die in den sukzessiven Portionen enthaltnen Mehrwertselemente sukzessive verzehren, und dadurch ebenso sukzessive die Summe von c + v realisieren. Aber diese Operation unterstellt schließlich ebenfalls, daß die ganzen 10.000 Pfund verkauft, daß also auch durch Verkauf von 8.440 Pfund der Wert von c und v ersetzt wird. (Buch I, Kap. VII, 2.)
Wie dem aber auch sei, durch W′ – G′ erhalten sowohl der in W′ enthaltene Kapitalwert wie der Mehrwert eine trennbare Existenz, die Existenz verschiedner Geldsummen; in beiden Fällen ist G sowohl wie g wirklich verwandelte Form des Werts, der ursprünglich in W′ nur als Preis der Ware eignen, nur ideellen Ausdruck besitzt.
w – g – w ist einfache Warenzirkulation, deren erste Phase w – g in der Zirkulation des Warenkapitals W′ – G′ einbegriffen ist, also in den Kreislauf des Kapitals, deren ergänzende Phase g – w dagegen außerhalb dieses Kreislaufs fällt, als davon getrennter Vorgang der allgemeinen Warenzirkulation. Die Zirkulation von W und w, von Kapitalwert und Mehrwert, spaltet sich nach der Verwandlung von W′ in G′. Es folgt daher:
Erstens: Indem durch W′ – G′ = W′- (G + g) das Warenkapital realisiert wird, wird die in W′ – G′ noch gemeinsame und von derselben Warenmasse getragne Bewegung von Kapitalwert und Mehrwert spaltbar, indem beide jetzt selbständige Formen als Geldsummen besitzen.
Zweitens: Findet diese Spaltung statt, indem g als Revenue des Kapitalisten verausgabt wird, während G als funktionelle Form des Kapitalwerts seine durch den Kreislauf bestimmte Bahn fortsetzt - so ist der erste Akt W′ – G′, im Zusammenhang mit den nachfolgenden Akten G – W und g – w, darstellbar als die zwei verschiednen Zirkulationen W – G – W und w – g – w; beides, der allgemeinen Form nach, der gewöhnlichen Warenzirkulation angehörige Reihen.
Übrigens werden in der Praxis bei kontinuierlichen Warenkörpern, die sich nicht teilen lassen, die Wertbestandteile ideell für sich isoliert. Z.B. im Londoner Baugeschäft, das größtenteils auf Kredit betrieben wird, erhält der Bauunternehmer Vorschüsse, je nachdem der Bau des Hauses sich in verschiednen Stadien befindet. Keins dieser Stadien ist ein Haus, sondern nur ein wirklich existierender Bestandteil eines werdenden künftigen Hauses; also trotz seiner Wirklichkeit nur ideeller Bruchteil des ganzen Hauses, aber dennoch wirklich genug, um als Sicherheit für zusätzlichen Vorschuß zu dienen. (Siehe hierüber unten Kap. XII.)
Drittens: Trennt sich die in W und G noch gemeinschaftliche Bewegung von Kapitalwert und Mehrwert nur teilweise (so daß ein Teil des Mehrwerts nicht als Revenue verausgabt wird) oder gar nicht, so geht im Kapitalwert selbst eine Veränderung vor noch innerhalb seines Kreislaufs, vor Vollendung desselben. In unserm Beispiel war der Wert des produktiven Kapitals gleich 422 Pfd.St. Setzt es also G – W fort, z.B. als 480 Pfd.St. oder 500 Pfd.St., so durchmißt es die letztern Stadien des Kreislaufs als ein um 58 Pfd.St. oder 78 Pfd.St. größerer Wert denn der anfängliche war. Es kann dies zugleich verbunden sein mit Änderung seiner Wertzusammensetzung. -
W′ – G′, das zweite Stadium der Zirkulation und das abschließende Stadium des Kreislaufs I (G ... G′), ist in unserm Kreislauf zweites Stadium desselben und erstes der Warenzirkulation. Soweit die Zirkulation in Betracht kommt, muß es also ergänzt werden durch G′ – W′. Aber W′ – G′ hat nicht nur den Verwertungsprozeß (hier die Funktion von P, das erste Stadium) bereits hinter sich, sondern sein Resultat, das Warenprodukt W′, ist bereits realisiert. Der Verwertungsprozeß des Kapitals, sowie die Realisierung des Warenprodukts, worin sich der verwertete Kapitalwert darstellt, ist also beendet mit W′ – G′.
Wir haben also einfache Reproduktion vorausgesetzt, d.h. daß g – w sich ganz trennt von G – W. Da beide Zirkulationen, w – g – w ebenso wie W – G – W, der allgemeinen Form nach der Warenzirkulation angehören (und daher auch keine Wertdifferenzen zwischen den Extremen zeigen), so ist es leicht, wie die Vulgärökonomie es tut, den kapitalistischen Produktionsprozeß aufzufassen als bloße Produktion von Waren, Gebrauchswerten zur Konsumtion irgendeiner Art bestimmt, die der Kapitalist nur produziert, um sie durch Waren von anderm Gebrauchswert zu ersetzen oder sie damit umzutauschen, wie es in der Vulgärökonomie fälschlich heißt.
W′ tritt von vornherein als Warenkapital auf, und der Zweck des ganzen Prozesses, die Bereicherung (Verwertung) schließt eine mit der Größe des Mehrwerts (also auch des Kapitals) wachsende Konsumtion des Kapitalisten keineswegs aus, sondern erst recht ein.
In der Zirkulation der Revenue des Kapitalisten dient in der Tat die produzierte Ware w (oder der ihr ideell entsprechende Bruchteil des Warenprodukts W′) nur dazu, sie zuerst in Geld und aus Geld in eine Reihe andrer, der Privatkonsumtion dienender Waren umzusetzen. Aber der kleine Umstand ist hierbei nicht zu übersehn, daß w Warenwert ist, der dem Kapitalisten nichts gekostet hat, Verkörperung von Mehrarbeit, daher es ursprünglich als Bestandteil des Warenkapitals W′ auf die Bühne tritt. Dies w selbst ist also schon seiner Existenz nach gebunden an den Kreislauf des prozessierenden Kapitalwerts, und kommt dieser ins Stocken oder wird sonstwie gestört, so beschränkt sich nicht nur die Konsumtion von w, oder hört ganz auf, sondern damit zugleich der Absatz für die Warenreihe, welche den Ersatz für w bildet. Dasselbe ist der Fall, wenn W′ – G′ mißlingt oder nur ein Teil von W′ verkäuflich ist.
Wir sahen, daß w – g – w, als Zirkulation der Revenue des Kapitalisten, nur in die Kapitalzirkulation eingeht, solange w Wertteil von W′, dem Kapital in seiner Funktionsform von Warenkapital, ist: aber sobald verselbständigt durch g – w, also in der ganzen Form w – g – w, geht sie nicht in die Bewegung des vom Kapitalisten vorgeschoßnen Kapitals ein, obgleich sie aus derselben hervorgeht. Sie hängt damit soweit zusammen, als die Existenz des Kapitals die Existenz des Kapitalisten voraussetzt, und diese letztere ist bedingt durch seinen Verzehr von Mehrwert.
Innerhalb der allgemeinen Zirkulation fungiert W′, z.B. Garn, nur als Ware; aber als Moment der Zirkulation des Kapitals fungiert es als Warenkapital, eine Gestalt, die der Kapitalwert abwechselnd annimmt und abstößt. Nach dem Verkauf des Garns an den Kaufmann ist es aus dem Kreislaufsprozeß desjenigen Kapitals, dessen Produkt es ist, entfernt, befindet sich aber trotzdem fortwährend als Ware im Umkreis der allgemeinen Zirkulation. Die Zirkulation derselben Warenmasse dauert fort, obgleich sie aufgehört hat, ein Moment im selbständigen Kreislauf des Kapitals des Spinners zu bilden. Die wirkliche definitive Metamorphose der vom Kapitalisten in die Zirkulation geworfnen Warenmasse, W – G, ihr schließliches Herausfallen in die Konsumtion kann daher zeitlich und räumlich durchaus getrennt sein von der Metamorphose, worin diese Warenmasse als sein Warenkapital fungiert. Dieselbe Metamorphose, die in der Zirkulation des Kapitals vollzogen ist, bleibt in der Sphäre der allgemeinen Zirkulation noch zu vollziehn.
Es ändert nichts an der Sache, wenn das Garn wieder in den Kreislauf eines andern industriellen Kapitals eingeht. Die allgemeine Zirkulation umfaßt ebensosehr die Verschlingung der Kreisläufe der verschiednen selbständigen Bruchstücke des gesellschaftlichen Kapitals, d.h. die Gesamtheit der einzelnen Kapitale, wie die Zirkulation der nicht als Kapital auf den Markt geworfnen, beziehungsweise der in die individuelle Konsumtion eingehenden Werte.
Das Verhältnis zwischen dem Kreislauf des Kapitals, sofern er Teil der allgemeinen Zirkulation und sofern er Glieder eines selbständigen Kreislaufs bildet, zeigt sich ferner, wenn wir die Zirkulation von G′ = G + g betrachten. G, als Geldkapital, setzt den Kreislauf des Kapitals fort. g, als Revenueausgabe (g – w), geht in die allgemeine Zirkulation ein, fliegt aber aus dem Kreislauf des Kapitals hinaus. Nur der Teil geht in letztren Kreislauf ein, der als zusätzliches Geldkapital fungiert. In w – g – w fungiert Geld nur als Münze; Zweck dieser Zirkulation ist die individuelle Konsumtion des Kapitalisten. Es charakterisiert den Kretinismus der Vulgärökonomie, daß sie diese Zirkulation, die nicht in den Kreislauf des Kapitals eingeht - die Zirkulation des als Revenue verzehrten Teils des Wertprodukts - für den charakteristischen Kreislauf des Kapitals ausgibt.
In der zweiten Phase, G – W, ist der Kapitalwert G = P (dem Wert des produktiven Kapitals, das den Kreislauf des industriellen Kapitals hier eröffnet) wieder vorhanden, entledigt vom Mehrwert, also in derselben Wertgröße, wie in dem ersten Stadium des Kreislaufs des Geldkapitals G – W. Trotz der verschiednen Stelle ist die Funktion des Geldkapitals, worin nun das Warenkapital umgewandelt, dieselbe: seine Verwandlung in Pm und A, Produktionsmittel und Arbeitskraft.
Gleichzeitig mit w – g hat also der Kapitalwert in der Funktion des Warenkapitals W′ – G′ die Phase W – G durchlaufen und tritt nun in die ergänzende Phase G – W < A/Pm; seine Gesamtzirkulation ist also W – G – W < A/Pm
Erstens: Das Geldkapital G trat in Form I (Kreislauf G ... G′) als ursprüngliche Form auf, worin der Kapitalwert vorgeschossen wird; es tritt hier von vornherein auf als Teil der Geldsumme, worin das Warenkapital in der ersten Zirkulationsphase W′ – G′ sich verwandelt hat, also von vornherein als durch Verkauf des Warenprodukts vermittelte Verwandlung von P, dem produktiven Kapital, in Geldform. Das Geldkapital existiert hier von vornherein als nicht ursprüngliche und nicht schließliche Form des Kapitalwerts, da nur durch abermalige Abstreifung der Geldform die die Phase W – G abschließende Phase G – W vollzogen werden kann. Der Teil von G – W, der zugleich G – A, erscheint daher auch nicht mehr als bloßer Geldvorschuß durch Ankauf von Arbeitskraft, sondern als Vorschuß, worin der Arbeitskraft dieselben 1.000 Pfund Garn zum Wert von 50 Pfd.St., in Geldform vorgeschossen werden, die einen Teil des von der Arbeitskraft geschaffnen Warenwerts bilden. Das Geld, das dem Arbeiter hier vorgeschossen wird, ist nur verwandelte Äquivalentform eines Wertteils des von ihm selbst produzierten Warenwerts. Und schon darum ist der Akt G – W, soweit er G – A, keineswegs nur Ersatz von Ware in Geldform durch Ware in Gebrauchsform, sondern schließt andre, von der allgemeinen Warenzirkulation als solcher unabhängige Elemente ein.
G′ erscheint als verwandelte Form von W′, welches selbst Produkt der vergangnen Funktion von P, dem Produktionsprozeß, ist; die gesamte Geldsumme G′ daher als Geldausdruck vergangner Arbeit. In unserm Beispiel: 10.000 Pfund Garn = 500 Pfd.St., Produkt des Spinnprozesses; davon 7.440 Pfund Garn = dem vorgeschoßnen konstanten Kapital c = 372 Pfd.St.; 1.000 Pfund Garn = dem vorgeschoßnen variablen Kapital v = 50 Pfd.St., und 1.560 Pfund Garn = dem Mehrwert m = 78 Pfd.St. Wird von G′ nur das ursprüngliche Kapital = 422 Pfd.St. von neuem vorgeschossen, unter sonst gleichbleibenden Verhältnissen, so erhält der Arbeiter in G – A nur einen Teil der in dieser Woche produzierten 10.000 Pfund Garn (den Geldwert von 1.000 Pfund Garn) in der nächsten Woche vorgeschossen. Als Resultat von W – G ist das Geld stets Ausdruck vergangner Arbeit. Soweit der ergänzende Akt G – W sofort auf dem Warenmarkt sich vollzieht, also G gegen existierende, auf dem Markt befindliche Waren umgesetzt wird, ist es wieder Umsatz vergangner Arbeit, aus einer Form (Geld) in andre Form (Ware). Aber G – W ist in der Zeit von W – G verschieden. Es kann gleichzeitig sein, ausnahmsweise, wenn z.B. der Kapitalist, der G – W vollzieht, und der Kapitalist, für den dieser Akt W – G ist, sich ihre Waren wechselseitig zur selben Zeit überweisen und G dann nur die Bilanz ausgleicht. Die Zeitdifferenz zwischen der Exekution von W – G und der von G – W kann mehr oder minder beträchtlich sein. Obgleich als Resultat des Akts W – G, G vergangne Arbeit vorstellt, kann G für den Akt G – W die verwandelte Form von Waren vorstellen, die noch gar nicht auf dem Markt befindlich sind, sondern sich erst in Zukunft darauf befinden werden, da G – W erst vorzugehn braucht, nachdem W neu produziert ist. Ebensowohl kann G Waren vorstellen, die gleichzeitig mit dem W, dessen Geldausdruck es ist, produziert werden. Z.B. in dem Umsatz G – W (Ankauf von Produktionsmitteln) können die Kohlen gekauft werden, ehe sie aus der Grube gehoben sind. Soweit g als Geldakkumulation figuriert, nicht als Revenue verausgabt wird, kann es Baumwolle vorstellen, die erst nächstes Jahr produziert wird. Ebenso bei der Verausgabung von Revenue des Kapitalisten, g – w. Ebenso der Arbeitslohn A = 50 Pfd.St.; es ist dies Geld nicht nur Geldform der vergangnen Arbeit der Arbeiter, sondern zugleich Anweisung auf gleichzeitige oder zukünftige Arbeit, die sich erst realisiert, oder in Zukunft realisieren soll. Der Arbeiter mag damit einen Rock kaufen, der erst in nächster Woche gemacht wird. Namentlich ist dies der Fall mit Bezug auf die sehr große Zahl notwendiger Lebensmittel, die beinahe unmittelbar im Augenblick ihrer Produktion konsumiert werden müssen, sollen sie nicht verderben. So erhält der Arbeiter in dem Geld, worin er seinen Arbeitslohn ausbezahlt erhält, die verwandelte Form seiner eignen zukünftigen Arbeit oder der andrer Arbeiter. Mit einem Teil seiner vergangnen Arbeit gibt ihm der Kapitalist Anweisung auf seine eigne künftige Arbeit. Es ist seine eigne gleichzeitige oder künftige Arbeit, die den noch nicht vorhandnen Vorrat bildet, womit ihm seine vergangne Arbeit bezahlt wird. Hier verschwindet die Vorstellung der Vorratbildung ganz.
Zweitens: In der Zirkulation W – G – W < A/Pm wechselt dasselbe Geld zweimal die Stelle; der Kapitalist erhält es erst als Verkäufer und gibt es fort als Käufer; die Verwandlung von Ware in Geldform dient nur dazu, sie aus Geldform wieder in Warenform zu verwandeln; die Geldform des Kapitals, sein Dasein als Geldkapital, ist daher in dieser Bewegung nur verschwindendes Moment; oder das Geldkapital, soweit die Bewegung flüssig, erscheint nur als Zirkulationsmittel, wenn es als Kaufmittel dient; als eigentliches Zahlungsmittel erscheint es, wenn Kapitalisten gegenseitig voneinander kaufen, daher nur Zahlungsbilanz zu saldieren ist.
Drittens: Die Funktion des Geldkapitals, ob es als bloßes Zirkulationsmittel oder als Zahlungsmittel diene, vermittelt nur den Ersatz von W durch A und Pm, d.h. den Ersatz des Garns, des Warenprodukts, worin das produktive Kapital resultiert (nach Abzug des als Revenue zu verwendenden Mehrwerts) durch seine Produktionselemente, also Rückverwandlung des Kapitalwerts aus seiner Form als Ware in die Bildungselemente dieser Ware; sie vermittelt also schließlich nur die Rückverwandlung des Warenkapitals in produktives Kapital.
Damit der Kreislauf sich normal vollzieht, muß W′ zu seinem Wert und in seiner Gesamtheit verkauft werden. Ferner schließt W – G – W nicht nur Ersatz einer Ware durch eine andre, sondern Ersatz in denselben Wertverhältnissen ein. Es ist unsre Annahme, daß dies hier geschieht. Tatsächlich aber variieren die Werte der Produktionsmittel; gerade der kapitalistischen Produktion ist fortwährender Wechsel der Wertverhältnisse eigen schon durch den beständigen Wechsel in der Produktivität der Arbeit, der die kapitalistische Produktion charakterisiert. Auf diesen später zu erörternden Wertwechsel der Produktionsfaktoren weisen wir hier nur hin. Die Verwandlung der Produktionselemente in Warenprodukt, von P in W′, geht in der Produktionssphäre vor, die Rückverwandlung von W′ in P in der Zirkulationssphäre. Sie ist vermittelt durch die einfache Warenmetamorphose. Ihr Inhalt aber ist ein Moment des Reproduktionsprozesses als Ganzes betrachtet. W – G – W, als Zirkulationsform des Kapitals, schließt einen funktionell bestimmten Stoffwechsel ein. Der Umsatz W – G – W bedingt ferner, daß W = den Produktionselementen des Warenquantums W′, und daß diese ihre ursprünglichen Wertverhältnisse gegeneinander behaupten; es ist also unterstellt nicht nur, daß die Waren zu ihrem Werte gekauft werden, sondern auch, daß sie während des Kreislaufs keinen Wertwechsel erleiden; wo nicht, kann der Prozeß nicht normal verlaufen.
In G ... G′ ist G die ursprüngliche Form des Kapitalwerts, die abgestreift wird, um wieder angenommen zu werden. In P ... W′ – G′ – W ... P ist G nur im Prozeß angenommene Form, die schon innerhalb desselben wieder abgestreift wird. Die Geldform erscheint hier nur als verschwindende selbständige Wertform des Kapitals; das Kapital als W′ ist ebenso ängstlich sie anzunehmen, wie als G′ sie abzustreifen, sobald es sich in sie verpuppt hat, um sich wieder in die Form des produktiven Kapitals umzusetzen. Solange es in der Geldgestalt verharrt, fungiert es nicht als Kapital, und verwertet sich daher nicht; das Kapital liegt brach. G wirkt hier als Zirkulationsmittel, aber als Zirkulationsmittel des Kapitals. Der Schein der Selbständigkeit, den die Geldform des Kapitalwerts in der ersten Form seines Kreislaufs (des Geldkapitals) besitzt, verschwindet in dieser zweiten Form, welche somit die Kritik der Form I bildet, und sie auf eine nur besondre Form reduziert. Stößt die zweite Metamorphose G – W auf Hindernisse (fehlen z.B. die Produktionsmittel auf dem Markt), so ist der Kreislauf, der Fluß des Reproduktionsprozesses unterbrochen, ebensosehr als wenn das Kapital in der Form des Warenkapitals festliegt. Der Unterschied ist aber der: In Geldform kann es länger ausharren als in der vergänglichen Warenform. Es hört nicht auf Geld zu sein, wenn es nicht als Geldkapital fungiert; es hört aber auf Ware zu sein und überhaupt Gebrauchswert, wenn es zu lange in seiner Funktion als Warenkapital aufgehalten wird. Zweitens ist es in Geldform fähig, statt seiner ursprünglichen produktiven Kapitalform eine andre anzunehmen, während es als W′ überhaupt nicht vom Platze kommt.
W′ – G′ – W schließt nur für W′ seiner Form nach Zirkulationsakte ein, die Momente seiner Reproduktion sind; aber die wirkliche Reproduktion von W, worin sich W′ umsetzt, ist nötig zur Ausführung von W′ – G′ – W; diese ist aber bedingt durch Reproduktionsprozesse außerhalb des Reproduktionsprozesses des individuellen in W′ dargestellten Kapitals. -
In der Form I bereitet G – W < A/Pm nur die erste Verwandlung von Geldkapital in produktives Kapital vor; in der Form II die Rückverwandlung aus Warenkapital in produktives Kapital: also, soweit die Anlage des industriellen Kapitals dieselbe bleibt, Rückverwandlung des Warenkapitals in dieselben Produktionselemente, aus denen es hervorgegangen. Es erscheint daher hier, wie in Form I, als vorbereitende Phase des Produktionsprozesses, aber als Rückkehr zu demselben, Erneuerung desselben, daher als Vorläufer des Reproduktionsprozesses, also auch der Wiederholung des Verwertungsprozesses.
Es ist nun wieder zu bemerken, daß G – A nicht einfacher Warenaustausch ist, sondern Kauf einer Ware A, die der Produktion von Mehrwert dienen soll, wie G – Pm nur Prozedur, die zur Ausführung dieses Zwecks stofflich unerläßlich ist.
Mit Vollziehung von G – W < A/Pm ist G in produktives Kapital rückverwandelt, in P, und beginnt der Kreislauf von neuem.
Die explizite Form von P ... W′ – G′ – W ... P ist also:
⎧ W ⎫ ──── ⎧ G ⎫ ── W < A/Pm … P
P … W′ ⎨ + ⎬ ⎨ + ⎬
⎩ w ⎭ ──── ⎩ g ⎭ ── w
Die Verwandlung von Geldkapital in produktives Kapital ist Warenkauf zur Warenproduktion. Nur soweit die Konsumtion diese produktive Konsumtion ist, fällt sie in den Kreislauf des Kapitals selbst; ihre Bedingung ist, daß vermittelst der so konsumierten Waren Mehrwert gemacht wird. Und dies ist etwas sehr Verschiednes von Produktion und selbst Warenproduktion, deren Zweck die Existenz der Produzenten ist; ein so durch Mehrwertsproduktion bedingter Ersatz von Ware durch Ware ist etwas ganz andres als Produktenaustausch - nur durch Geld vermittelt - an sich ist. So wird aber die Sache genommen von den Ökonomen zum Beweis, daß keine Überproduktion möglich ist.
Außer der produktiven Konsumtion von G, das in A und Pm verwandelt wird, enthält der Kreislauf das erste Glied von G – A, welches für den Arbeiter A – G = W – G ist. Von der Zirkulation des Arbeiters A – G – W, welche seine Konsumtion einschließt, fällt nur das erste Glied als Resultat von G – A in den Kreislauf des Kapitals. Der zweite Akt, nämlich G – W, fällt nicht in die Zirkulation des individuellen Kapitals, obgleich sie aus derselben hervorgeht. Das beständige Dasein der Arbeiterklasse ist aber für die Kapitalistenklasse nötig, daher auch die durch G – W vermittelte Konsumtion des Arbeiters.
Der Akt W′ – G′ unterstellt für die Fortsetzung des Kreislaufs des Kapitalwerts, wie für die Konsumtion des Mehrwerts durch den Kapitalisten, nur, daß W′ in Geld verwandelt, verkauft worden. Es wird natürlich nur gekauft, weil der Artikel ein Gebrauchswert, also zur Konsumtion irgendeiner Art, produktiven oder individuellen, tauglich. Wenn aber W′ weiter zirkuliert, z.B. in der Hand des Kaufmanns, der das Garn gekauft hat, so berührt das zunächst keineswegs die Fortsetzung des Kreislaufs des individuellen Kapitals, das das Garn produziert und an den Kaufmann verkauft hat. Der ganze Prozeß geht seinen Gang fort, und mit ihm auch die dadurch bedingte individuelle Konsumtion von Kapitalist und Arbeiter. Ein Punkt, wichtig bei Betrachtung der Krisen.
Sobald W′ nämlich verkauft, in Geld verwandelt ist, kann es in die realen Faktoren des Arbeitsprozesses und darum des Reproduktionsprozesses rückverwandelt werden. Ob W′ daher vom definitiven Konsumenten gekauft ist oder vom Kaufmann, der es wieder verkaufen will, ändert unmittelbar nichts an der Sache. Der Umfang der von der kapitalistischen Produktion erzeugten Warenmassen wird bestimmt durch die Stufenleiter dieser Produktion und das Bedürfnis der beständigen Ausdehnung dieser letztren, nicht durch einen prädestinierten Kreis von Nachfrage und Angebot, von zu befriedigenden Bedürfnissen. Die Massenproduktion kann für ihren unmittelbaren Käufer, außer andern industriellen Kapitalisten, nur den Großkaufmann haben. Innerhalb gewisser Grenzen kann der Reproduktionsprozeß auf derselben oder erweiterten Stufe vorgehn, obgleich die aus ihm ausgestoßnen Waren nicht wirklich in die individuelle oder produktive Konsumtion eingegangen sind. Die Konsumtion der Waren ist nicht eingeschlossen in den Kreislauf des Kapitals, aus dem sie hervorgegangen sind. Sobald das Garn z.B. verkauft ist, kann der Kreislauf des im Garn dargestellten Kapitalwerts von neuem beginnen, was auch immer zunächst aus dem verkauften Garn wird. Solange das Produkt verkauft wird, geht vom Standpunkt des kapitalistischen Produzenten alles seinen regelmäßigen Gang. Der Kreislauf des Kapitalwerts, den er repräsentiert, wird nicht unterbrochen. Und ist dieser Prozeß erweitert - was erweiterte produktive Konsumtion der Produktionsmittel einschließt -, so kann diese Reproduktion des Kapitals von erweiterter individueller Konsumtion (also Nachfrage) der Arbeiter begleitet sein, da er durch produktive Konsumtion eingeleitet und vermittelt ist. Es kann so die Produktion von Mehrwert und mit ihr auch die individuelle Konsumtion des Kapitalisten wachsen, der ganze Reproduktionsprozeß sich im blühendsten Zustand befinden und dennoch ein großer Teil der Waren nur scheinbar in die Konsumtion eingegangen sein, in Wirklichkeit aber unverkauft in den Händen von Wiederverkäufern lagern, tatsächlich sich also noch auf dem Markt befinden. Nun folgt Warenstrom auf Warenstrom, und es tritt endlich hervor, daß der frühere Strom nur scheinbar von der Konsumtion verschlungen ist. Die Warenkapitale machen sich wechselseitig ihren Platz auf dem Markt streitig. Die Nachrückenden, um zu verkaufen, verkaufen unter dem Preis. Die früheren Ströme sind noch nicht flüssig gemacht, während die Zahlungstermine dafür fällig werden. Ihre Inhaber müssen sich insolvent erklären, oder verkaufen zu jedem Preis, um zu zahlen. Dieser Verkauf hat absolut nichts zu tun mit dem wirklichen Stand der Nachfrage. Er hat nur zu tun mit der Nachfrage nach Zahlung, mit der absoluten Notwendigkeit, Ware in Geld zu verwandeln. Dann bricht die Krise los. Sie wird sichtbar nicht in der unmittelbaren Abnahme der konsumtiven Nachfrage, der Nachfrage für individuelle Konsumtion, sondern in der Abnahme des Austauschs von Kapital gegen Kapital, des Reproduktionsprozesses des Kapitals. -
Wenn die Waren Pm und A, worin sich G umgesetzt, um seine Funktion als Geldkapital, als zur Rückverwandlung in produktives Kapital bestimmter Kapitalwert, zu vollziehn - wenn diese Waren in verschiednen Terminen zu kaufen oder zu zahlen sind, G – W also eine Reihe nacheinander vorgehender Käufe und Zahlungen vorstellt, so vollzieht ein Teil von G den Akt G – W, während ein andrer Teil im Geldzustand verharrt, um erst zu einer durch die Bedingungen des Prozesses selbst bestimmten Zeit für gleichzeitige oder sukzessive Akte G – W zu dienen. Er ist der Zirkulation nur zeitweilig entzogen, um am bestimmten Zeitpunkt in Aktion zu treten, seine Funktion auszuüben. Diese Aufspeicherung desselben ist dann selbst eine durch seine Zirkulation und für die Zirkulation bestimmte Funktion. Sein Dasein als Kauf- und Zahlungsfonds, die Suspension seiner Bewegung, der Zustand seiner unterbrochnen Zirkulation, ist dann ein Zustand, worin das Geld eine seiner Funktionen als Geldkapital ausübt. Als Geldkapital; denn in diesem Fall ist das zeitweilig in Ruhe verharrende Geld selbst ein Teil des Geldkapitals G (von G′ – g = G), des Wertteils des Warenkapitals, der = P, dem Wert des produktiven Kapitals, von dem der Kreislauf ausgeht. Andrerseits befindet sich alles der Zirkulation entzogne Geld in Schatzform. Die Schatzform des Geldes wird also hier Funktion des Geldkapitals, ganz wie in G – W die Funktion des Geldes als Kauf- oder Zahlungsmittel zur Funktion des Geldkapitals wird, und zwar weil der Kapitalwert hier in Geldform existiert, der Geldzustand hier ein durch den Zusammenhang des Kreislaufs vorgeschriebner Zustand des industriellen Kapitals in einem seiner Stadien ist. Aber es bewährt sich hier wieder zugleich, daß das Geldkapital innerhalb des Kreislaufs des industriellen Kapitals keine andren als Geldfunktionen verrichtet, und diese Geldfunktionen nur durch ihren Zusammenhang mit den andren Stadien dieses Kreislaufs zugleich die Bedeutung von Kapitalfunktionen haben.
Die Darstellung von G′ als Verhältnis von g zu G, als Kapitalverhältnis, ist unmittelbar keine Funktion des Geldkapitals, sondern des Warenkapitals W′, welches selbst wieder als Verhältnis von w und W nur das Resultat des Produktionsprozesses ausdrückt, der darin vorgegangnen Selbstverwertung des Kapitalwerts.
Stößt der Fortgang des Zirkulationsprozesses auf Hindernisse, so daß G durch äußre Umstände, Lage des Markts etc., seine Funktion G – W suspendieren muß und deswegen in seinem Geldzustand kürzer oder länger verharrt, so ist das wieder ein Schatzzustand des Geldes, der auch in der einfachen Warenzirkulation vorkommt, sobald der Übergang von W – G in G – W durch äußre Umstände unterbrochen wird. Es ist unfreiwillige Schatzbildung. In unserm Fall hat das Geld so die Form von brachliegendem, latentem Geldkapital. Doch gehn wir zunächst nicht weiter darauf ein.
In beiden Fällen aber erscheint das Verharren des Geldkapitals in seinem Geldzustand als Resultat unterbrochner Bewegung, sei diese nun zweckgemäß oder zweckwidrig, freiwillig oder unfreiwillig, funktionsgemäß oder funktionswidrig.
II. Akkumulation und Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter
Da die Proportionen, worin der Produktionsprozeß erweiterbar, nicht willkürlich, sondern technisch vorgeschrieben sind, so kann der realisierte Mehrwert, obgleich zur Kapitalisierung bestimmt, oft erst durch die Wiederholung verschiedner Kreisläufe zu dem Umfang heranwachsen (muß also bis dahin aufgehäuft werden), worin er wirklich als zuschüssiges Kapital fungieren oder in den Kreislauf des prozessierenden Kapitalwerts eingehn kann. Der Mehrwert erstarrt also zum Schatz und bildet in dieser Form latentes Geldkapital. Latent, weil es, solange es in der Geldform verharrt, nicht als Kapital wirken kann.7 So erscheint hier die Schatzbildung als ein innerhalb des kapitalistischen Akkumulationsprozesses einbegriffnes, ihn begleitendes, aber zugleich wesentlich von ihm unterschiednes Moment. Denn durch die Bildung von latentem Geldkapital wird der Reproduktionsprozeß selbst nicht erweitert. Umgekehrt. Latentes Geldkapital wird hier gebildet, weil der kapitalistische Produzent die Stufenleiter seiner Produktion nicht unmittelbar erweitern kann. Verkauft er sein Mehrprodukt an einen Gold- oder Silberproduzenten, der neues Gold oder Silber in die Zirkulation hineinwirft, oder, was auf dasselbe hinauskommt, an einen Kaufmann, der für einen Teil des nationalen Mehrprodukts zuschüssiges Gold oder Silber vom Ausland importiert, so bildet sein latentes Geldkapital ein Inkrement des nationalen Gold- oder Silberschatzes. In allen andren Fällen haben z.B. die 78 Pfd.St., die in der Hand des Käufers Zirkulationsmittel waren, in der Hand des Kapitalisten nur die Schatzform angenommen; es hat also nur andre Verteilung des nationalen Gold- oder Silberschatzes stattgefunden.
Fungiert das Geld in den Transaktionen unsres Kapitalisten als Zahlungsmittel (in der Art, daß die Ware erst in kürzrem oder längrem Termin vom Käufer zu zahlen), so verwandelt sich das zur Kapitalisation bestimmte Mehrprodukt nicht in Geld, sondern in Schuldforderungen, Eigentumstitel auf ein Äquivalent, das der Käufer vielleicht schon im Besitz, vielleicht erst in Aussicht hat. Es geht nicht in den Reproduktionsprozeß des Kreislaufs ein, so wenig wie Geld, das in zinstragenden Papieren etc. angelegt, obgleich es in den Kreislauf andrer industriellen Einzelkapitale eingehn kann.
Der ganze Charakter der kapitalistischen Produktion ist bestimmt durch die Verwertung des vorgeschoßnen Kapitalwerts, also in erster Instanz durch Produktion von möglichst viel Mehrwert; zweitens aber (siehe Buch I, Kap. XXII) durch Produktion von Kapital, also durch Verwandlung von Mehrwert in Kapital. Die Akkumulation oder Produktion auf erweiterter Stufenleiter, die als Mittel zu stets ausgedehnterer Produktion von Mehrwert, daher Bereicherung des Kapitalisten, als persönlicher Zweck des letztren erscheint, und eingeschlossen ist in die allgemeine Tendenz der kapitalistischen Produktion, wird aber weiter, wie im ersten Buch gezeigt, durch ihre Entwicklung eine Notwendigkeit für jeden individuellen Kapitalisten. Die stete Vergrößrung seines Kapitals wird Bedingung der Erhaltung desselben. Doch haben wir nicht weiter auf das früher Entwickelte zurückzukommen.
Wir betrachteten zuerst die einfache Reproduktion, wobei unterstellt wurde, daß der ganze Mehrwert als Revenue verausgabt wird. In der Wirklichkeit muß unter normalen Verhältnissen immer ein Teil des Mehrwerts als Revenue verausgabt und ein andrer Teil kapitalisiert werden, wobei es ganz gleichgültig, ob innerhalb bestimmter Perioden produzierter Mehrwert bald ganz verzehrt, bald ganz kapitalisiert wird. Im Durchschnitt der Bewegung - und die allgemeine Formel kann nur diesen darstellen - findet beides statt. Um die Formel nicht zu komplizieren, ist es indes besser anzunehmen, daß der ganze Mehrwert akkumuliert wird. Die Formel P ... W′ – G′ – W′ < A/Pm ... P′ drückt aus: produktives Kapital, das auf größrer Stufenleiter und mit größrem Wert reproduziert wird, und als angewachsnes produktives Kapital seinen zweiten Kreislauf beginnt, oder, was dasselbe, seinen ersten Kreislauf erneuert. Sobald dieser zweite Kreislauf beginnt, haben wir wieder P als Ausgangspunkt; bloß ist P ein größres produktives Kapital als das erste P war. So, wenn in der Formel G ... G′ der zweite Kreislauf mit G′ beginnt, fungiert G′ als G, als vorgeschoßnes Geldkapital von bestimmter Größe; es ist größres Geldkapital als das, womit der erste Kreislauf eröffnet ward, aber alle Beziehung auf sein Angewachsensein durch Kapitalisierung von Mehrwert ist verschwunden, sobald es in der Funktion von vorgeschoßnem Geldkapital auftritt. Dieser Ursprung ist ausgelöscht in seiner Form als Geldkapital, das seinen Kreislauf beginnt. Ebenso mit P′, sobald es als Ausgangspunkt eines neuen Kreislaufs fungiert.
Vergleichen wir P ... P′ mit G ... G′ oder dem ersten Kreislauf, so haben sie durchaus nicht dieselbe Bedeutung. G ... G′, für sich genommen als vereinzelter Kreislauf, drückt nur aus, daß G, das Geldkapital (oder das industrielle Kapital in seinem Kreislauf als Geldkapital), Geld heckendes Geld, Wert heckender Wert ist, Mehrwert setzt. Im Kreislauf von P dagegen ist der Verwertungsprozeß selbst mit Ablauf des ersten Stadiums, des Produktionsprozesses, bereits vollzogen, und nach Durchlaufen des zweiten Stadiums (des ersten Zirkulationsstadiums) W′ – G′ existieren Kapitalwert + Mehrwert bereits als realisiertes Geldkapital, als G′, welches als letztes Extrem im ersten Kreislauf erschien. Daß Mehrwert produziert worden, ist in der zuerst betrachteten Form von P ... P dargestellt (siehe explizite Formel S. 47) durch w – g – w, das in seinem zweiten Stadium außerhalb der Kapitalzirkulation fällt und die Zirkulation des Mehrwerts als Revenue darstellt. In dieser Form, wo sich die ganze Bewegung in P ... P darstellt, also keine Wertdifferenz zwischen den beiden Endpunkten stattfindet, ist also die Verwertung des vorgeschoßnen Werts, die Erzeugung von Mehrwert, ebenso dargestellt wie in G ... G′; nur erscheint der Akt W′ – G′ als letztes Stadium in G ... G′, und als zweites des Kreislaufs, erstes der Zirkulation in P ... P.
In P ... P′ drückt P′ aus, nicht daß Mehrwert produziert, sondern daß der produzierte Mehrwert kapitalisiert, also Kapital akkumuliert worden ist, und daher P′, gegenüber P, aus dem ursprünglichen Kapitalwert plus dem Wert von durch dessen Bewegung akkumuliertem Kapital besteht.
G′, als bloßer Schluß von G ... G′, sowohl wie W′, wie es innerhalb aller dieser Kreisläufe erscheint, drücken für sich genommen nicht die Bewegung aus, sondern ihr Resultat: die in Warenform oder Geldform realisierte Verwertung des Kapitalwerts, und daher den Kapitalwert als G + g oder als W + w, als Verhältnis von Kapitalwert zu seinem Mehrwert, als seinem Abkömmling. Sie drücken dies Resultat aus als verschiedne Zirkulationsformen des verwerteten Kapitalwerts. Aber weder in der Form W′ noch in der Form G′ ist die stattgefundene Verwertung selbst eine Funktion, sei es des Geldkapitals, sei es des Warenkapitals. Als besondre, verschiedne Formen, Daseinsweisen, die besondren Funktionen des industriellen Kapitals entsprechen, kann Geldkapital nur Geldfunktionen, Warenkapital nur Warenfunktionen vollziehn, ist ihr Unterschied voneinander nur der von Geld und Ware. Ebenso kann das industrielle Kapital, in seiner Form als produktives Kapital, nur aus denselben Elementen bestehn, wie jeder andre produktbildende Arbeitsprozeß: einerseits gegenständlichen Arbeitsbedingungen (Produktionsmitteln), andrerseits sich produktiv (zweckgemäß) betätigender Arbeitskraft. Wie das industrielle Kapital innerhalb der Produktionssphäre nur in der dem Produktionsprozeß überhaupt, also auch dem nichtkapitalistischen Produktionsprozeß, entsprechenden Zusammensetzung existieren kann, so kann es in der Zirkulationssphäre nur existieren in den beiden ihr entsprechenden Formen von Ware und Geld. Wie aber die Summe der Produktionselemente von vornherein dadurch sich als produktives Kapital ankündigt, daß die Arbeitskraft fremde Arbeitskraft ist, die der Kapitalist gekauft hat von ihrem eignen Inhaber, ganz wie er seine Produktionsmittel von andren Wareninhabern gekauft; wie daher auch der Produktionsprozeß selbst als produktive Funktion des industriellen Kapitals auftritt, so Geld und Ware als Zirkulationsformen desselben industriellen Kapitals, also auch ihre Funktionen als seine Zirkulationsfunktionen, die die Funktionen des produktiven Kapitals entweder einleiten oder daraus entspringen. Nur durch ihren Zusammenhang als Funktionsformen, die das industrielle Kapital in den verschiednen Stadien seines Kreislaufprozesses zu verrichten hat, sind hier Geldfunktion und Warenfunktion zugleich Funktion von Geldkapital und Warenkapital. Es ist also verkehrt, die das Geld als Geld und die Ware als Ware charakterisierenden, spezifischen Eigenschaften und Funktionen aus ihrem Kapitalcharakter herleiten zu wollen, und ebenso verkehrt ist es, umgekehrt die Eigenschaften des produktiven Kapitals aus seiner Existenzweise in Produktionsmitteln abzuleiten.
Sobald G′ oder W′ fixiert werden als G + g, W + w, d.h. als Verhältnis des Kapitalwerts zum Mehrwert als seinem Sprößling, ist dies Verhältnis in beiden ausgedrückt, das eine Mal in Geldform, das andre Mal in Warenform, was an der Sache selbst nichts ändert. Dies Verhältnis entspringt daher weder aus Eigenschaften und Funktionen, die dem Geld als solchem, noch der Ware als solcher zukommen. In beiden Fällen ist die das Kapital charakterisierende Eigenschaft, Wert heckender Wert zu sein, nur als Resultat ausgedrückt. W′ ist stets das Produkt der Funktion von P, und G′ ist stets nur die im Kreislauf des industriellen Kapitals verwandelte Form von W′. Sobald daher das realisierte Geldkapital seine besondre Funktion als Geldkapital wieder beginnt, hört es auf, das in G′ = G + g enthaltne Kapitalverhältnis auszudrücken. Wenn G ... G′ durchlaufen ist, und G′ den Kreislauf von neuem beginnt, figuriert es nicht als G′, sondern als G, selbst wenn der ganze in G′ enthaltne Mehrwert kapitalisiert wird. Der zweite Kreislauf beginnt in unserm Fall mit einem Geldkapital von 500 Pfd.St., statt wie der erste mit 422 Pfd.St. Das Geldkapital, das den Kreislauf eröffnet, ist um 78 Pfd.St. größer als vorher; dieser Unterschied existiert in der Vergleichung des einen Kreislaufs mit dem andren; aber diese Vergleichung existiert nicht innerhalb jedes einzelnen Kreislaufs. Die als Geldkapital vorgeschoßnen 500 Pfd.St., wovon 78 Pfd.St. früher als Mehrwert existierten, spielen keine andre Rolle, als 500 Pfd.St., womit ein andrer Kapitalist seinen ersten Kreislauf eröffnet. Ebenso im Kreislauf des produktiven Kapitals. Das vergrößerte P′ tritt beim Wiederbeginn als P auf, so gut wie P in der einfachen Reproduktion P ... P.
Im Stadium G′ – W′ < A/Pm ist die angewachsne Größe nur durch W′ angezeigt, aber nicht durch A′ und Pm′. Da W die Summe von A und Pm, ist schon durch W′ angezeigt, daß die Summe der in ihm enthaltnen A und Pm größer ist als das ursprüngliche P. Zweitens aber wäre die Bezeichnung A′ und Pm′ falsch, weil wir wissen, daß mit dem Wachstum des Kapitals eine Änderung seiner Wertzusammensetzung verbunden ist, im Fortschritt derselben der Wert von Pm wächst, der von A stets relativ abnimmt, oft absolut.
III. Geldakkumulation
Ob g, der vergoldete Mehrwert, sofort wieder dem prozessierenden Kapitalwert zugeschlagen, und so, zusammen mit dem Kapital G, in der Größe G′ in den Kreislaufsprozeß eingehn kann, hängt von Umständen ab, die unabhängig sind von dem bloßen Vorhandensein von g. Soll g als Geldkapital in einem, neben dem ersten Geschäft anzulegenden, zweiten selbständigen Geschäft dienen, so ist klar, daß es hierzu nur anwendbar, wenn es die zu solchem Geschäft erheischte Minimalgröße besitzt. Soll es zur Ausdehnung des ursprünglichen Geschäfts verwandt werden, so bedingen die Verhältnisse der stofflichen Faktoren von P und deren Wertverhältnisse ebenfalls eine bestimmte Minimalgröße für g. Alle in diesem Geschäft wirkenden Produktionsmittel haben nicht nur ein qualitatives, sondern ein bestimmtes quantitatives Verhältnis zueinander, einen proportionellen Umfang. Diese stofflichen und die von ihnen getragnen Wertverhältnisse der in das produktive Kapital eingehenden Faktoren bestimmen den Minimalumfang, den g besitzen muß, um in zuschüssige Produktionsmittel und Arbeitskraft, oder nur in erstere, als Zuwachs des produktiven Kapitals umsetzbar zu werden. So kann der Spinner nicht die Zahl seiner Spindeln vermehren, ohne gleichzeitig die entsprechenden Kratzen und Vorspinnstühle anzuschaffen, abgesehn von der vermehrten Ausgabe für Baumwolle und Arbeitslohn, die eine solche Geschäftsausdehnung bedingt. Um diese letztre auszuführen, muß also der Mehrwert schon eine ziemliche Summe ausmachen (1 Pfd.St. per Spindel Neuanschaffung wird gewöhnlich gerechnet). Solange g diesen Minimalumfang nicht besitzt, muß der Kreislauf des Kapitals sich mehrmals wiederholen, bis die Summe der sukzessive von ihm erzeugten g, mit G zusammen, also in G′ – W′ < A/Pm fungieren kann. Schon bloße Detailveränderungen, z.B. in der Spinnmaschinerie, soweit sie diese produktiver machen, erheischen größre Ausgabe in Spinnmaterial, Ausdehnung der Vorspinnmaschinerie etc. In der Zwischenzeit wird also g angehäuft, und seine Anhäufung ist nicht seine eigne Funktion, sondern das Resultat wiederholter P ... P. Seine eigne Funktion ist sein Verharren im Geldzustand, bis es aus den wiederholten Verwertungskreisläufen, also von außen, Zuschuß genug erhalten hat, um die zu seiner aktiven Funktion erheischte Minimalgröße zu erreichen, die Größe, in der allein es wirklich als Geldkapital, im gegebnen Fall als akkumulierter Teil des in Funktion begriffnen Geldkapitals G, mit in die Funktion dieses letztren eingehn kann. In der Zwischenzeit wird es angehäuft und existiert nur in der Form eines im Bildungsprozeß, im Wachstum begriffnen Schatzes. Geldakkumulation, Schatzbildung, erscheint hier also als ein Prozeß, der die wirkliche Akkumulation, die Ausdehnung der Stufenleiter, worauf das industrielle Kapital wirkt, vorübergehend begleitet. Vorübergehend, denn solange der Schatz in seinem Schatzzustande verharrt, fungiert er nicht als Kapital, nimmt nicht teil am Verwertungsprozeß, bleibt eine Geldsumme, die nur anwächst, weil ohne ihr Zutun vorhandnes Geld in denselben Kasten geworfen wird.
Die Form des Schatzes ist nur die Form von nicht in Zirkulation befindlichem Geld, von Geld, das in seiner Zirkulation unterbrochen ist und deshalb in seiner Geldform aufbewahrt wird. Was den Prozeß des Schatzbildens selbst betrifft, so ist er aller Warenproduktion gemein und spielt als Selbstzweck eine Rolle nur in den unentwickelten vorkapitalistischen Formen derselben. Hier aber erscheint der Schatz als Form des Geldkapitals und die Schatzbildung als ein Prozeß, der die Akkumulation des Kapitals vorübergehend begleitet, weil und sofern das Geld hier als latentes Geldkapital figuriert; weil die Schatzbildung, der Schatzzustand des in Geldform vorhandnen Mehrwerts ein außerhalb des Kreislaufs des Kapitals vorgehendes, funktionell bestimmtes Vorbereitungsstadium für die Verwandlung des Mehrwerts in wirklich fungierendes Kapital ist. Es ist also latentes Geldkapital durch diese seine Bestimmung, weshalb auch der Umfang, den es erreicht haben muß, um in den Prozeß einzutreten, durch die jedesmalige Wertzusammensetzung des produktiven Kapitals bestimmt ist. Solange es aber im Schatzzustande verharrt, fungiert es noch nicht als Geldkapital, ist noch brachliegendes Geldkapital; nicht wie vorher in seiner Funktion unterbrochnes, sondern noch nicht zu seiner Funktion fähiges.
Wir nehmen hier die Geldanhäufung in ihrer ursprünglichen realen Form, als wirklichen Geldschatz. Sie kann auch existieren in der Form von bloßen Guthaben, Schuldforderungen des Kapitalisten, der W′ verkauft hat. Was die andren Formen betrifft, wo dies latente Geldkapital in der Zwischenzeit selbst in Gestalt von Geld heckendem Geld existiert, z.B. als zinstragendes Depositum in einer Bank, in Wechseln oder Wertpapieren irgendeiner Art, so gehören sie nicht hierher. Der in Geld realisierte Mehrwert verrichtet dann besondre Kapitalfunktionen außerhalb des Kreislaufs des industriellen Kapitals, dem er entsprungen; Funktionen, die erstens mit jenem Kreislauf als solchem nichts zu tun haben, zweitens aber von den Funktionen des industriellen Kapitals unterschiedne Kapitalfunktionen unterstellen, die hier noch nicht entwickelt sind.
IV. Reservefonds
In der eben betrachteten Form ist der Schatz, als welcher der Mehrwert existiert, Geldakkumulationsfonds, die Geldform, welche die Kapitalakkumulation vorübergehend besitzt, und insofern selbst Bedingung der letztren. Dieser Akkumulationsfonds kann aber auch besondre Nebendienste verrichten, d.h. in den Kreislaufsprozeß des Kapitals eingehn, ohne daß dieser die Form P ... P′ besitzt, also ohne daß die kapitalistische Reproduktion erweitert ist.
Verlängert sich der Prozeß W′ – G′ über sein normales Maß, ist also das Warenkapital anormal aufgehalten in seiner Verwandlung in Geldform; oder ist, wenn letztre vollzogen, z.B. der Preis der Produktionsmittel, worin das Geldkapital umgesetzt werden muß, gestiegen über den Stand, den er beim Beginn des Kreislaufs hatte, so kann der als Akkumulationsfonds fungierende Schatz verwandt werden, um die Stelle des Geldkapitals oder eines Teils desselben einzunehmen. Der Geldakkumulationsfonds dient so als Reservefonds, um Störungen des Kreislaufs auszugleichen.
Als solcher Reservefonds ist er verschieden von dem im Kreislauf P ... P betrachteten Fonds von Kauf- oder Zahlungsmitteln. Die letztren sind ein Teil des fungierenden Geldkapitals (also Daseinsformen eines Teils des im Prozeß begriffnen Kapitalwerts überhaupt), dessen Teile nur in verschiednen Zeitterminen nacheinander in Funktion treten. Es bildet sich in der Kontinuität des Produktionsprozesses beständig Reservegeldkapital, da heute Zahlungen eingegangen, erst an einem spätern Termin wieder zu machen, heute größre Warenmassen verkauft, an spätern Tagen erst wieder größre Warenmassen zu kaufen sind; in diesen Intervallen existiert also beständig ein Teil des zirkulierenden Kapitals in Geldform. Dagegen ist der Reservefonds nicht ein Bestandteil des fungierenden Kapitals, näher Geldkapitals, sondern des in einem Vorstadium seiner Akkumulation begriffnen Kapitals, des noch nicht in aktives Kapital verwandelten Mehrwerts. Es versteht sich übrigens ganz von selbst, daß der Kapitalist in Nöten in keiner Weise nach den bestimmten Funktionen des in seiner Hand befindlichen Geldes fragt, sondern anwendet, was er hat, um den Kreislaufsprozeß seines Kapitals im Gang zu halten. Z.B. in unserm Beispiel G = 422 Pfd.St., G′ = 500 Pfd.St. Wenn ein Teil des Kapitals von 422 Pfd.St. als Fonds von Zahlungs- und Kaufmitteln, als Geldvorrat existiert, so ist er darauf berechnet, daß er bei gleichbleibenden Umständen ganz in den Kreislauf eintritt, hierfür aber auch genügt. Der Reservefonds aber ist ein Teil der 78 Pfd.St. Mehrwert; er kann nur in den Kreislaufsprozeß des Kapitals von 422 Pfd.St. Wert eintreten, soweit dieser Kreislauf unter nicht sich gleichbleibenden Umständen vollzogen wird; denn er ist ein Teil des Akkumulationsfonds und figuriert hier ohne Erweitrung der Stufenleiter der Reproduktion.
Der Geldakkumulationsfonds ist schon Dasein von latentem Geldkapital; also Verwandlung von Geld in Geldkapital.
Die allgemeine Formel des Kreislaufs des produktiven Kapitals, welche einfache und Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter zusammenfaßt, ist:
1 2
╭─────╮ ╭───╮
P … W′ – G′. G – W < A/Pm … P (P′)
Ist P = P, so G in 2) = G′ – g; ist P = P′, so ist G in 2) größer als G′ – g; d.h. g ist ganz oder teilweise in Geldkapital verwandelt worden.
Der Kreislauf des produktiven Kapitals ist die Form, worin die klassische Ökonomie den Kreislaufsprozeß des industriellen Kapitals betrachtet.
Drittes Kapitel. Der Kreislauf des Warenkapitals
Die allgemeine Formel für den Kreislauf des Warenkapitals ist:
W′ – G′ – W ... P ... W′.
W′ erscheint nicht nur als Produkt, sondern auch als Voraussetzung der beiden früheren Kreisläufe, da, was G – W für das eine Kapital, schon W′ – G′ für das andre einschließt, sofern wenigstens ein Teil der Produktionsmittel selbst das Warenprodukt andrer in ihrem Kreislauf befindlichen individuellen Kapitale ist. In unserm Fall z.B. sind Kohle, Maschinen etc. das Warenkapital des Grubenexploiteurs, des kapitalistischen Maschinenbauers usw. Ferner ist schon in Kap. I, 4 gezeigt, daß schon bei der ersten Wiederholung von G ... G′, schon ehe dieser zweite Kreislauf des Geldkapitals vollendet, nicht nur der Kreislauf P ... P, sondern auch der Kreislauf W ... W′ vorausgesetzt ist.
Findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, so ist das Schluß-W′ größer als das Ausgangs-W′ und soll deshalb hier mit W′′ bezeichnet werden.
Der Unterschied der dritten Form von den zwei ersten zeigt sich darin, erstens, daß hier die Gesamtzirkulation mit ihren zwei entgegengesetzten Phasen den Kreislauf eröffnet, während in Form I die Zirkulation durch den Produktionsprozeß unterbrochen wird, in Form II die Gesamtzirkulation mit ihren zwei sich ergänzenden Phasen nur als Vermittlung des Reproduktionsprozesses erscheint und daher die vermittelnde Bewegung zwischen P ... P bildet. Bei G ... G′ ist die Zirkulationsform G – W ... W′ – G′ = G – W – G. Bei P ... P ist sie die umgekehrte W′ – G′. G – W = W – G – W. In W′... W′ hat sie ebenfalls diese letztre Form.
Zweitens: In der Wiederholung der Kreisläufe I und II, auch wenn die Schlußpunkte G′ und P′ die Anfangspunkte des erneuerten Kreislaufs bilden, verschwindet die Form, in der sie erzeugt waren. G′ = G + g, P′ = P + p beginnt den neuen Prozeß wieder als G und P. In Form III aber muß der Ausgangspunkt W als W′ bezeichnet werden, auch bei Erneuerung des Kreislaufs auf derselben Stufenleiter, und zwar aus folgendem Grund. In Form I, sobald G′ als solches einen neuen Kreislauf eröffnet, fungiert es als Geldkapital G, Vorschuß des zu verwertenden Kapitalwerts in Geldform. Die Größe des vorgeschoßnen Geldkapitals, angewachsen durch die im ersten Kreislauf vollzogne Akkumulation, hat zugenommen. Aber ob 422 Pfd.St. oder 500 Pfd.St. die Größe des vorgeschoßnen Geldkapitals, ändert nichts daran, daß es als bloßer Kapitalwert erscheint. G′ existiert nicht mehr als verwertetes oder mit Mehrwert geschwängertes Kapital, als Kapitalverhältnis. Es soll sich ja erst im Prozeß verwerten. Dasselbe gilt für P ... P′; P′ muß stets als P, als Kapitalwert, der Mehrwert produzieren soll, weiter fungieren und den Kreislauf erneuern. - Dagegen der Kreislauf des Warenkapitals eröffnet sich nicht mit Kapitalwert, sondern mit in Warenform vermehrtem Kapitalwert, schließt also von vornherein den Kreislauf nicht nur des in Warenform vorhandnen Kapitalwerts, sondern auch des Mehrwerts ein. Findet daher in dieser Form einfache Reproduktion statt, so tritt ein W′ von gleicher Größe am Schlußpunkt wie am Ausgangspunkt ein. Geht ein Teil des Mehrwerts in den Kapitalkreislauf ein, so erscheint zwar am Schluß statt W′, W′′, ein größres W′, aber der nun folgende Kreislauf wird wieder eröffnet mit W′, was nur ein größres W′ ist als im vorigen Kreislauf und mit größrem akkumuliertem Kapitalwert, daher auch mit verhältnismäßig größrem neuerzeugtem Mehrwert seinen neuen Kreislauf beginnt. In allen Fällen eröffnet W′ den Kreislauf stets als ein Warenkapital, welches = Kapitalwert + Mehrwert.
W′ als W erscheint in dem Kreislauf eines einzelnen industriellen Kapitals nicht als Form dieses Kapitals, sondern als Form eines andren industriellen Kapitals, soweit die Produktionsmittel dessen Produkt sind. Der Akt G – W (d.h. G – Pm) des ersten Kapitals ist für dieses zweite Kapital W′ – G′.
Im Zirkulationsvorgang G – W < A/Pm verhalten sich A und Pm soweit identisch, als sie Waren sind in der Hand ihrer Verkäufer, hier der Arbeiter, die ihre Arbeitskraft, dort der Besitzer der Produktionsmittel, die diese verkaufen. Für den Käufer, dessen Geld hier als Geldkapital fungiert, fungieren sie nur als Waren, solange er sie noch nicht gekauft hat, solange sie also seinem in Geldform existierenden Kapital als Waren andrer gegenübertreten. Pm und A unterscheiden sich hier nur soweit, als Pm in der Hand seines Verkäufers W′, also Kapital sein kann, wenn Pm Warenform seines Kapitals ist, während A für den Arbeiter stets nur Ware ist und erst Kapital wird in der Hand des Käufers, als Bestandteil von P.
W′ kann daher nie als bloßes W, als bloße Warenform des Kapitalwerts einen Kreislauf eröffnen. Als Warenkapital ist es immer ein Doppeltes. Unter dem Gesichtspunkt des Gebrauchswerts ist es das Produkt der Funktion von P, hier Garn, dessen als Waren aus der Zirkulation herkommende Elemente, A und Pm, nur als Produktbildner dieses Produkts fungiert haben. Zweitens, unter dem Gesichtspunkt des Werts, ist es der Kapitalwert P plus dem in der Funktion von P erzeugten Mehrwert m.
Nur im Kreislauf von W′ selbst kann und muß W = P = dem Kapitalwert sich trennen von dem Teil von W′, worin Mehrwert existiert, von dem Mehrprodukt, worin der Mehrwert steckt, ob beide nun tatsächlich trennbar, wie bei Garn, oder nicht, wie in der Maschine. Sie werden jedesmal trennbar, sobald W′ in G′ verwandelt.
Ist das gesamte Warenprodukt trennbar in selbständige homogene Teilprodukte, wie z.B. unsre 10.000 Pfund Garn, und kann daher der Akt W′ – G′ sich in einer Summe nacheinander vollzogner Verkäufe darstellen, so kann der Kapitalwert in Warenform als W fungieren, sich von W′ lostrennen, bevor der Mehrwert, also bevor W′ als ganzes realisiert ist.
Von den 10.000 Pfund Garn zu 500 Pfd.St. ist der Wert von 8.440 Pfund = 422 Pfd.St. = dem Kapitalwert, getrennt vom Mehrwert. Verkauft der Kapitalist erst 8.440 Pfund Garn zu 422 Pfd.St., so stellen diese 8.440 Pfund Garn W dar, den Kapitalwert in Warenform; das in W′ außerdem enthaltne Mehrprodukt von 1.560 Pfund Garn = Mehrwert von 78 Pfd. St. zirkulierte erst später; der Kapitalist könnte W – G – W < A/Pm vollziehn vor der Zirkulation des Mehrprodukts w – g – w.
Oder wenn er erst 7.440 Pfund Garn zum Wert von 372 Pfd.St. und dann 1.000 Pfund Garn zum Wert von 50 Pfd.St. verkaufte, so könnten mit dem ersten Teil von W die Produktionsmittel (der konstante Kapitalteil c) und mit dem zweiten Teil von W der variable Kapitalteil v, die Arbeitskraft ersetzt werden, und dann wie vorher.
Finden aber solche sukzessive Verkäufe statt und erlauben es die Bedingungen des Kreislaufs, so kann der Kapitalist, statt W′ zu trennen in c + v + m, diese Trennung auch bei aliquoten Teilen von W′ vornehmen.
Z.B. 7.440 Pfund Garn = 372 Pfd.St., die als Teile von W′ (10.000 Pfund Garn = 500 Pfd.St.) den konstanten Kapitalteil repräsentieren, sind selbst wieder zerfällbar in 5.535,360 Pfund Garn zum Wert von 276,768 Pfd.St., die bloß den konstanten Teil, den Wert der in 7.440 Pfund Garn verbrauchten Produktionsmittel ersetzen; 744 Pfund Garn zum Wert von 37,200 Pfd.St., die nur das variable Kapital ersetzen; 1.160,640 Pfund Garn zum Wert von 58,032 Pfd.St., welche als Mehrprodukt Träger des Mehrwerts sind. Von den verkauften 7.440 Pfund kann er also den in ihnen enthaltnen Kapitalwert ersetzen durch Verkauf von 6.279,360 Pfund Garn zum Preis von 313,968 Pfd.St., und den Wert des Mehrprodukts 1.160,640 Pfund = 58,032 Pfd.St. als Revenue verausgaben.
Ebenso kann er weiter 1.000 Pfund Garn = 50 Pfd.St. = dem variablen Kapitalwert zerfällen und demgemäß verkaufen; 744 Pfund Garn zu 37,200 Pfd.St., konstanter Kapitalwert von 1.000 Pfund Garn; 100 Pfund Garn zu 5,000 Pfd.St., variabler Kapitalteil von ditto; also 844 Pfund Garn zu 42,200 Pfd.St., Ersatz des in den 1.000 Pfund Garn enthaltnen Kapitalwerts; endlich 156 Pfund Garn zum Wert von 7,800 Pfd.St., die das darin enthaltne Mehrprodukt darstellen und als solches verzehrt werden können.
Endlich kann er die noch übrigen 1.560 Pfund Garn zum Wert von 78 Pfd.St., wenn der Verkauf gelingt, in der Weise zerfällen, daß der Verkauf von 1.160,640 Pfund Garn zu 58,032 Pfd.St. den Wert der in den 1.560 Pfund Garn enthaltnen Produktionsmittel, und 156 Pfund Garn zum Wert von 7,800 Pfd.St. den variablen Kapitalwert ersetzen; zusammen 1.316,640 Pfund Garn = 65,832 Pfd.St., Ersatz des gesamten Kapitalwerts; endlich das Mehrprodukt 243,360 Pfund = 12,168 Pfd.St. bleibt als Revenue zu verausgaben.
Wie jedes im Garn existierende Element c, v, m, wieder in dieselben Bestandteile zerlegbar ist, so auch jedes einzelne Pfund Garn zum Wert von 1 sh. = 12d.
| c = 0,744 Pfund Garn = | 8,928 d. |
| v = 0,100 Pfund Garn = | 1,200 d. |
| m = 0,156 Pfund Garn = | 1,872 d. |
| c + v + m = 1,000 Pfund Garn = | 12,00 d. |
Addieren wir die Resultate der drei obigen Teilverkäufe zusammen, so kommt dasselbe Resultat heraus, wie beim Verkauf der 10.000 Pfund Garn auf einen Schlag.
Wir haben an konstantem Kapital:
| beim 1. Verkauf: | 5.535,360 Pfund Garn = | 276,768 Pfd.St. |
| beim 2. Verkauf: | 744,000 Pfund Garn = | 37,200 Pfd.St. |
| beim 3. Verkauf: | 1.160,640 Pfund Garn = | 58,032 Pfd.St. |
| zusammen | 7.440,000 Pfund Garn = | 372,000 Pfd.St. |
An variablem Kapital:
| beim 1. Verkauf: | 744,000 Pfund Garn = | 37,200 Pfd.St. |
| beim 2. Verkauf: | 100,000 Pfund Garn = | 5,000 Pfd.St. |
| beim 3. Verkauf: | 156,000 Pfund Garn = | 7,800 Pfd.St. |
| zusammen | 1.000,000 Pfund Garn = | 50,000 Pfd.St. |
An Mehrwert:
| beim 1. Verkauf: | 1.160,640 Pfund Garn = | 58,032 Pfd.St. |
| beim 2. Verkauf: | 156,000 Pfund Garn = | 7,800 Pfd.St. |
| beim 3. Verkauf: | 243,360 Pfund Garn = | 12,168 Pfd.St. |
| zusammen | 1.560,000 Pfund Garn = | 78,000 Pfd.St. |
Summa Summarum:
| Konstantes Kapital: | 7.440 Pfund Garn = | 372 Pfd.St. |
| Variables Kapital: | 1.000 Pfund Garn = | 50 Pfd.St. |
| Mehrwert: | 1.560 Pfund Garn = | 78 Pfd.St. |
| zusammen | 10.000 Pfund Garn = | 500 Pfd.St. |
W′ – G′ ist für sich nichts als ein Verkauf von 10.000 Pfund Garn. Die 10.000 Pfund Garn sind Ware wie alles andre Garn. Den Käufer interessiert der Preis von 1 sh. per Pfund, oder von 500 Pfd.St. für 10.000 Pfund. Läßt er sich bei dem Handel auf die Wertzusammensetzung ein, dann nur mit der heimtückischen Absicht nachzuweisen, daß das Pfund unter 1 sh. verkauft werden könne und der Verkäufer dabei immer noch ein gutes Geschäft machen werde. Das Quantum aber, das er kauft, hängt von seinen Bedürfnissen ab; ist er z.B. Webereibesitzer, dann von der Zusammensetzung seines eignen in der Weberei fungierenden Kapitals, nicht von der des Spinners, von dem er kauft. Die Verhältnisse, worin W′ einerseits das in ihm aufgearbeitete Kapital (resp. dessen verschiedne Bestandteile) zu ersetzen, andrerseits als Mehrprodukt, sei es zur Verausgabung von Mehrwert, sei es zur Kapitalakkumulation, zu dienen hat, existieren nur im Kreislauf des Kapitals, dessen Warenform die 10.000 Pfund Garn sind. Sie haben mit dem Verkauf als solchem nichts zu tun. Hier ist außerdem unterstellt, daß W′ zu seinem Wert verkauft wird, es sich also nur um seine Verwandlung aus Warenform in Geldform handelt. Für W′, als funktionelle Form im Kreislauf dieses einzelnen Kapitals, woraus das produktive Kapital ersetzt werden muß, ist es natürlich entscheidend, ob und wieweit Preis und Wert beim Verkauf voneinander abweichen, aber damit haben wir hier bei Betrachtung der bloßen Formunterschiede nichts zu schaffen.
In Form I, G ... G′ erscheint der Produktionsprozeß in der Mitte zwischen den zwei sich ergänzenden und einander entgegengesetzten Phasen der Zirkulation des Kapitals; er ist vergangen, bevor die abschließende Phase W′ – G′ eintritt. Geld ist als Kapital vorgeschossen, zuerst in die Produktionselemente, aus diesen in Warenprodukt verwandelt und dies Warenprodukt wieder in Geld umgesetzt. Es ist ein fertig abgeschloßner Geschäftszyklus, dessen Resultat das zu allem und jedem verwendbare Geld. Der Neubeginn ist so nur der Möglichkeit nach gegeben. G ... P ... G′ kann ebensowohl der letzte Kreislauf sein, der beim Rücktritt aus dem Geschäft die Funktion eines individuellen Kapitals abschließt, wie erster Kreislauf eines neu in Funktion tretenden Kapitals. Die allgemeine Bewegung ist hier G ... G′, von Geld zu mehr Geld.
In Form II, P ... W′ – G′ – W ... P (P′) folgt der gesamte Zirkulationsprozeß auf das erste P und geht dem zweiten vorher; er erfolgt aber in entgegengesetzter Ordnung wie in Form I. Das erste P ist das produktive Kapital, und seine Funktion der Produktionsprozeß, als Vorbedingung des nachfolgenden Zirkulationsprozesses. Das abschließende P dagegen ist nicht der Produktionsprozeß; es ist nur das Wiederdasein des industriellen Kapitals in seiner Form als produktives Kapital. Und zwar ist es dies als Resultat der in der letzten Zirkulationsphase vollzognen Verwandlung des Kapitalwerts in A + Pm, in die subjektiven und objektiven Faktoren, welche in ihrer Vereinigung die Daseinsform des produktiven Kapitals bilden. Das Kapital, sei es P oder P′, ist am Schluß wieder in einer Form fertig vorhanden, worin es von neuem als produktives Kapital fungieren, den Produktionsprozeß vollziehn muß. Die allgemeine Form der Bewegung, P ... P, ist die Form der Reproduktion und zeigt nicht, wie G ... G′, die Verwertung als Zweck des Prozesses an. Sie macht es deshalb der klassischen Ökonomie um so leichter, von der bestimmten kapitalistischen Form des Produktionsprozesses abzusehn und die Produktion als solche als Zweck des Prozesses darzustellen, so daß möglichst viel und wohlfeil zu produzieren und das Produkt gegen möglichst vielseitige andre Produkte auszutauschen sei, teils zur Erneuerung der Produktion (G – W), teils zur Konsumtion (g – w). Wobei denn, da G und g hier nur als verschwindendes Zirkulationsmittel erscheinen, die Eigentümlichkeiten sowohl des Geldes wie des Geldkapitals übersehn werden können, und der ganze Prozeß einfach und natürlich erscheint, d.h. die Natürlichkeit des flachen Rationalismus besitzt. Beim Warenkapital wird ebenso der Profit gelegentlich vergessen, und figuriert es, sobald vom Produktionskreislauf als Ganzem die Rede, nur als Ware; sobald aber von den Wertbestandteilen die Rede, als Warenkapital. Die Akkumulation erscheint natürlich in derselben Weise wie die Produktion.
In Form III, W′ – G′ – W ... P ... W′ eröffnen die zwei Phasen des Zirkulationsprozesses den Kreislauf, und zwar in derselben Ordnung wie in Form II, P ... P; es folgt dann P, und zwar wie in Form I mit seiner Funktion, dem Produktionsprozeß; mit dem Resultat des letztren, W′, schließt der Kreislauf. Wie in Form II mit P als bloßem Wiederdasein des produktiven Kapitals, schließt er hier mit W′, als Wiederdasein des Warenkapitals; wie in Form II das Kapital in seiner Schlußform P den Prozeß wieder beginnen muß als Produktionsprozeß, so muß hier mit dem Wiedererscheinen des industriellen Kapitals, in der Form von Warenkapital, der Kreislauf sich von neuem eröffnen mit der Zirkulationsphase W′ – G′. Beide Formen des Kreislaufs sind unvollendet, weil sie nicht mit G′, dem in Geld rückverwandelten, verwerteten Kapitalwert abschließen. Beide müssen also weiter fortgesetzt werden und schließen daher die Reproduktion ein. Der Gesamtkreislauf in Form III ist W′... W′.
Was die dritte Form von den beiden ersten unterscheidet, ist, daß nur in diesem Kreislauf der verwertete Kapitalwert, nicht der ursprüngliche, erst zu verwertende Kapitalwert als Ausgangspunkt seiner Verwertung erscheint. W′ als Kapitalverhältnis ist hier der Ausgangspunkt und wirkt als solches determinierend auf den ganzen Kreislauf ein, indem es sowohl den Kreislauf des Kapitalwerts als den des Mehrwerts schon in seiner ersten Phase einschließt, und der Mehrwert, wenn auch nicht in jedem einzelnen Kreislauf, doch in ihrem Durchschnitt, zum Teil als Revenue verausgabt werden, die Zirkulation w – g – w durchlaufen, zum Teil als Element der Kapitalakkumulation fungieren muß.
In der Form W′... W′ ist die Konsumtion des gesamten Warenprodukts als Bedingung des normalen Verlaufs des Kreislaufs des Kapitals selbst vorausgesetzt. Die individuelle Konsumtion des Arbeiters und die individuelle Konsumtion des nicht akkumulierten Teils des Mehrprodukts umschließt die gesamte individuelle Konsumtion. Es geht also die Konsumtion ihrer Gesamtheit nach - als individuelle und als produktive Konsumtion - als Bedingung in den Kreislauf W′ ein. Die produktive Konsumtion (worin der Sache nach die individuelle Konsumtion des Arbeiters eingeschlossen, da Arbeitskraft beständiges Produkt, innerhalb gewisser Grenzen, der individuellen Konsumtion des Arbeiters) geschieht durch jedes individuelle Kapital selbst. Die individuelle Konsumtion außer soweit zur Existenz des individuellen Kapitalisten nötig - ist nur unterstellt als gesellschaftlicher Akt, keineswegs als Akt des individuellen Kapitalisten.
In den Formen I und II stellt sich die Gesamtbewegung dar als Bewegung des vorgeschoßnen Kapitalwerts. In der Form III bildet das verwertete Kapital, in Gestalt des gesamten Warenprodukts, den Ausgangspunkt und besitzt die Form des sich bewegenden Kapitals, Warenkapitals. Erst nach seiner Verwandlung in Geld zweigt diese Bewegung sich ab in Kapitalbewegung und Revenuebewegung. Die Verteilung des gesellschaftlichen Gesamtprodukts, wie die besondre Verteilung des Produkts für jedes individuelle Warenkapital, einerseits in individuellen Konsumtionsfonds, andrerseits in Reproduktionsfonds, ist in dieser Form in den Kreislauf des Kapitals eingeschlossen.
In G ... G′ ist mögliche Erweitrung des Kreislaufs eingeschlossen, je nach dem Umfang des g, das in den erneuerten Kreislauf eingeht.
In P ... P kann P mit demselben Wert, vielleicht mit geringrem, den neuen Kreislauf beginnen und dennoch Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter darstellen; wenn z.B. Warenelemente sich infolge gesteigerter Produktivität der Arbeit verwohlfeilern. Umgekehrt kann im entgegengesetzten Fall das dem Wert nach gewachsne produktive Kapital Reproduktion auf stofflich verengerter Stufenleiter darstellen, wenn z.B. Produktionselemente verteuert. Dasselbe gilt für W′... W′.
In W′... W′ ist Kapital in Warenform der Produktion vorausgesetzt; es kehrt wieder als Voraussetzung innerhalb dieses Kreislaufs im zweiten W. Ist dies W noch nicht produziert oder reproduziert, so ist der Kreislauf gehemmt; dies W muß reproduziert werden, größtenteils als W′ eines andren industriellen Kapitals. In diesem Kreislauf existiert W′ als Ausgangspunkt, Durchgangspunkt, Schlußpunkt der Bewegung, ist daher stets da. Es ist beständige Bedingung des Reproduktionsprozesses.
W′... W′ unterscheidet sich durch ein andres Moment von den Formen I und II. Alle drei Kreisläufe haben das gemein, daß die Form, worin das Kapital seinen Kreislaufsprozeß eröffnet, auch die Form ist, worin es ihn schließt, und damit sich wieder in der Anfangsform befindet, worin es denselben Kreislauf neu eröffnet. Die Anfangsform G, P, W′ ist stets die Form, worin der Kapitalwert (in III mit dem ihm angewachsnen Mehrwert) vorgeschossen wird, also seine mit Bezug auf den Kreislauf ursprüngliche Form; die Schlußform G′, P, W′ ist jedesmal verwandelte Form einer im Kreislauf vorhergehenden funktionellen Form, welche nicht die ursprüngliche Form ist.
So ist G′ in I verwandelte Form von W′, das Schluß-P in II verwandelte Form von G (und in I und II wird diese Verwandlung durch einen einfachen Vorgang der Warenzirkulation, durch formellen Stellenwechsel von Ware und Geld bewirkt); in III ist W′ verwandelte Form von P, dem produktiven Kapital. Aber hier in III betrifft erstens die Verwandlung nicht nur die funktionelle Form des Kapitals, sondern auch seine Wertgröße; zweitens aber ist die Verwandlung das Resultat nicht eines dem Zirkulationsprozeß angehörigen, bloß formellen Stellenwechsels, sondern der wirklichen Verwandlung, welche Gebrauchsform und Wert der Warenbestandteile des produktiven Kapitals im Produktionsprozeß durchgemacht haben.
Die Form des Anfangsextrems G, P, W′ ist dem jedesmaligen Kreislauf I, II, III vorausgesetzt; die im Schlußextrem wiederkehrende Form ist gesetzt und daher bedingt durch die Metamorphosenreihe des Kreislaufs selbst. W′, als Schlußpunkt eines individuellen industriellen Kapitalkreislaufs, setzt nur die nicht der Zirkulation angehörige Form P desselben industriellen Kapitals voraus, dessen Produkt es ist. G′, als Schlußpunkt in I, als verwandelte Form von W′ (W′ – G′), setzt G voraus in der Hand des Käufers, als außerhalb des Kreislaufs G ... G′ existierend und durch Verkauf von W′ in ihn hineingezogen und zu seiner eignen Schlußform gemacht. So setzt in II das Schluß-P voraus A und Pm (W) als außerhalb existierend und durch G – W ihm als Schlußform inkorporiert. Aber abgesehn von dem letzten Extrem, setzt weder der Kreislauf des individuellen Geldkapitals das Dasein des Geldkapitals überhaupt, noch der Kreislauf des individuellen produktiven Kapitals das des produktiven Kapitals in ihrem Kreislauf voraus. In I kann G das erste Geldkapital, in II P das erste produktive Kapital sein, das auf der geschichtlichen Bühne auftritt, aber in III
⎧ W ──── ⎧ G ── W < A/Pm … P … W′
W′ ⎨ ── G′ ⎨
⎩ w ──── ⎩ g ── w
ist W zweimal außerhalb des Kreislaufs vorausgesetzt. Einmal im Kreislauf W′ – G′ – W < A/Pm. Dies W, soweit es aus Pm besteht, ist Ware in der Hand des Verkäufers; es ist selbst Warenkapital, soweit es Produkt eines kapitalistischen Produktionsprozesses; und selbst wenn das nicht, erscheint es als Warenkapital in der Hand des Kaufmanns. Das andre Mal in dem zweiten w in w – g – w, das ebenfalls als Ware vorhanden sein muß, um gekauft werden zu können. Jedenfalls, ob Warenkapital oder nicht, sind A und Pm Waren so gut wie W′ und verhalten sich zueinander als Waren. Dasselbe gilt von dem zweiten w in w – g – w. Soweit also W′ = W (A + Pm), hat es Waren zu seinen eignen Bildungselementen und muß durch gleiche Waren in der Zirkulation ersetzt werden; wie auch in w – g – w das zweite w durch andre gleiche Waren in der Zirkulation zu ersetzen ist.
Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise, als herrschender, muß außerdem alle Ware in der Hand des Verkäufers Warenkapital sein. Sie fährt fort es zu sein in der Hand des Kaufmanns, oder wird es in seiner Hand, wenn sie es noch nicht war. Oder aber sie muß Ware sein - z.B. eingeführte Artikel -, welche ursprüngliches Warenkapital ersetzt, ihm daher nur eine andre Daseinsform gegeben hat.
Die Warenelemente A und Pm, woraus das produktive Kapital P besteht, besitzen als Daseinsformen von P nicht dieselbe Gestalt wie auf den verschiednen Warenmärkten, auf denen sie zusammengesucht werden. Sie sind jetzt vereinigt, und in ihrer Verbindung können sie als produktives Kapital fungieren.
Daß nur in dieser Form III, innerhalb des Kreislaufs selbst, W als Voraussetzung von W erscheint, kommt daher, daß der Ausgangspunkt das Kapital in Warenform ist. Der Kreislauf wird eröffnet durch Umsatz von W′ (soweit es als Kapitalwert fungiert, ob durch Zusatz von Mehrwert vergrößert oder nicht) in die Waren, die seine Produktionselemente bilden. Dieser Umsatz aber umfaßt den ganzen Zirkulationsprozeß W – G – W (= A + Pm) und ist dessen Resultat. Hier steht also W auf beiden Extremen, aber das zweite Extrem, das seine Form W durch G – W von außen aus dem Warenmarkt erhält, ist nicht letztes Extrem des Kreislaufs, sondern nur seiner zwei ersten, den Zirkulationsprozeß umfassenden Stadien. Sein Resultat ist P, dessen Funktion dann eintritt, der Produktionsprozeß. Erst als dessen Resultat, also nicht als Resultat des Zirkulationsprozesses, erscheint W′ als Schluß des Kreislaufs und in derselben Form wie das Anfangsextrem W′. Dagegen in G ... G′, P ... P sind die Schlußextreme G′ und P unmittelbare Resultate des Zirkulationsprozesses. Hier sind also nur am Schluß das eine Mal G′, das andre Mal P in andrer Hand vorausgesetzt. Soweit der Kreislauf zwischen den Extremen vorgeht, erscheint weder G in dem einen Fall, noch P in dem andren - das Dasein von G, als fremdem Geld, von P, als fremdem Produktionsprozeß - als Voraussetzung dieser Kreisläufe. W′... W′ dagegen setzt W (= A + Pm) als fremde Waren in fremder Hand voraus, die durch den einleitenden Zirkulationsprozeß in den Kreislauf gezogen und in das produktive Kapital verwandelt werden, als Resultat von dessen Funktion nun W′ wieder Schlußform des Kreislaufs wird.
Aber eben weil der Kreislauf W′... W′ innerhalb seiner Beschreibung andres industrielles Kapital in Form von W (= A +Pm) voraussetzt (und Pm umschließt verschiedenartige andre Kapitale, z.B. in unserm Fall Maschinen, Kohlen, Öl etc.), fordert er selbst dazu heraus, ihn zu betrachten nicht nur als allgemeine Form des Kreislaufs, d.h. als eine gesellschaftliche Form, worunter jedes einzelne industrielle Kapital (außer bei seiner ersten Anlage) betrachtet werden kann, daher nicht nur als eine allen individuellen industriellen Kapitalen gemeinsame Bewegungsform, sondern zugleich als Bewegungsform der Summe der individuellen Kapitale, also des Gesamtkapitals der Kapitalistenklasse, eine Bewegung, worin die jedes individuellen industriellen Kapitals nur als eine Teilbewegung erscheint, die mit der andren sich verschlingt und durch sie bedingt wird. Betrachten wir z.B. das jährliche Gesamtwarenprodukt eines Landes und analysieren die Bewegung, wodurch ein Teil desselben das produktive Kapital in allen individuellen Geschäften ersetzt, ein andrer Teil in die individuelle Konsumtion der verschiednen Klassen eingeht, so betrachten wir W′... W′ als Bewegungsform sowohl des gesellschaftlichen Kapitals, als des von diesem erzeugten Mehrwerts, resp. Mehrprodukts. Daß das gesellschaftliche Kapital Summe der individuellen Kapitale (inkl. der Aktienkapitale resp. des Staatskapitals, soweit Regierungen produktive Lohnarbeit in Bergwerken, Eisenbahnen etc. anwenden, als industrielle Kapitalisten fungieren), und daß die Gesamtbewegung des gesellschaftlichen Kapitals = der algebraischen Summe der Bewegungen der individuellen Kapitale ist, schließt in keiner Weise aus, daß diese Bewegung als Bewegung des vereinzelten individuellen Kapitals andre Phänomene darbietet, als dieselbe Bewegung, wenn sie unter dem Gesichtspunkt eines Teils der Gesamtbewegung des gesellschaftlichen Kapitals, also in ihrem Zusammenhang mit den Bewegungen seiner andren Teile betrachtet wird, und daß sie zugleich Probleme löst, deren Lösung bei der Betrachtung des Kreislaufs eines einzelnen individuellen Kapitals vorausgesetzt werden muß, statt sich daraus zu ergeben.
W′... W′ ist der einzige Kreislauf, worin der ursprünglich vorgeschossene Kapitalwert nur einen Teil des die Bewegung eröffnenden Extrems bildet und die Bewegung von vornherein sich so als Totalbewegung des industriellen Kapitals ankündigt; sowohl des Produktteils, der das produktive Kapital ersetzt, als des Produktteils, der Mehrprodukt bildet und der durchschnittlich teils als Revenue verausgabt wird, teils als Element der Akkumulation zu dienen hat. Soweit die Verausgabung von Mehrwert als Revenue in diesen Kreislauf eingeschlossen, soweit ist es auch die individuelle Konsumtion. Diese letztre ist aber auch ferner dadurch eingeschlossen, daß der Ausgangspunkt W, Ware, existiert als irgendein beliebiger Gebrauchsartikel; jeder kapitalistisch produzierte Artikel ist aber Warenkapital, gleichgültig ob seine Gebrauchsform ihn bestimmt für produktive oder für individuelle Konsumtion, oder für beide. G ... G′ zeigt nur hin auf die Wertseite, die Verwertung des vorgeschoßnen Kapitalwerts als Zweck des ganzen Prozesses; P ... P (P′) auf den Produktionsprozeß des Kapitals als Reproduktionsprozeß mit gleichbleibender oder wachsender Größe des produktiven Kapitals (Akkumulation); W′... W′, während es schon in seinem Anfangsextrem sich als Gestalt der kapitalistischen Warenproduktion ankündigt, umschließt produktive und individuelle Konsumtion von vornherein; die produktive Konsumtion und die darin eingeschloßne Verwertung erscheint nur als Zweig seiner Bewegung. Endlich, da W′ existieren kann in Gebrauchsform, die nicht wieder in irgendeinen Produktionsprozeß eingehn kann, so ist von vornherein angezeigt, daß die verschiednen in Produktteilen ausgedrückten Wertbestandteile von W′ eine andre Stelle einnehmen müssen, je nachdem W′... W′ als Form der Bewegung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals oder als selbständige Bewegung eines individuellen industriellen Kapitals gilt. In allen diesen seinen Eigentümlichkeiten weist dieser Kreislauf über sich selbst hinaus als vereinzelten Kreislauf eines bloß individuellen Kapitals.
In Figur W′... W′ erscheint die Bewegung des Warenkapitals, d.h. des kapitalistisch produzierten Gesamtprodukts, sowohl als Voraussetzung des selbständigen Kreislaufs des individuellen Kapitals, wie ihrerseits durch denselben bedingt. Wird diese Figur daher in ihrer Eigentümlichkeit aufgefaßt, so genügt es nicht mehr, sich dabei zu beruhigen, daß die Metamorphosen W′ – G′ und G – W einerseits funktionell bestimmte Abschnitte in der Metamorphose des Kapitals sind, andrerseits Glieder der allgemeinen Warenzirkulation. Es wird notwendig, die Verschlingungen der Metamorphosen eines individuellen Kapitals mit denen andrer individuellen Kapitale und mit dem für den individuellen Konsum bestimmten Teil des Gesamtprodukts klarzulegen. Bei Analyse des Kreislaufs des individuellen industriellen Kapitals legen wir daher vorzugsweise die beiden ersten Formen zugrunde.
Als Form eines einzelnen individuellen Kapitals erscheint der Kreislauf W′... W′ z.B. in der Agrikultur, wo von Ernte zu Ernte gerechnet wird. In Figur II wird von der Aussaat, in Figur III von der Ernte ausgegangen, oder wie die Physiokraten sagen, in der ersteren von den avances, in der letzteren von den reprises. Die Bewegung des Kapitalwerts erscheint in III von vornherein nur als Teil der Bewegung der allgemeinen Produktenmasse, während in I und II die Bewegung von W′ nur ein Moment in der Bewegung eines vereinzelten Kapitals bildet.
In Figur III bilden auf dem Markt befindliche Waren die beständige Voraussetzung des Produktions- und Reproduktionsprozesses. Fixiert man daher diese Figur, so scheinen alle Elemente des Produktionsprozesses aus der Warenzirkulation herzukommen und nur aus Waren zu bestehn. Diese einseitige Auffassung übersieht die von den Warenelementen unabhängigen Elemente des Produktionsprozesses.
Da in W′... W′ das Gesamtprodukt (der Gesamtwert) Ausgangspunkt ist, so zeigt sich hier, daß (abgesehn vom auswärtigen Handel) Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter, bei sonst gleichbleibender Produktivität, nur stattfinden kann, wenn in dem zu kapitalisierenden Teil des Mehrprodukts die stofflichen Elemente des zusätzlichen produktiven Kapitals bereits enthalten sind; daß also, soweit die Produktion eines Jahres der des folgenden zur Voraussetzung dient, oder soweit dies gleichzeitig mit dem einfachen Reproduktionsprozeß innerhalb eines Jahres geschehn kann, Mehrprodukt sofort produziert wird in der Form, die es befähigt, als zuschüssiges Kapital zu fungieren. Vermehrte Produktivität kann nur den Kapitalstoff vermehren, ohne dessen Wert zu erhöhn; sie bildet aber damit zusätzliches Material für die Verwertung.
W′... W′ liegt dem Tableau économique Quesnays zugrunde, und es zeigt großen und richtigen Takt, daß er im Gegensatz zu G ... G′ (der isoliert festgehaltenen Form des Merkantilsystems) diese Form und nicht P ... P wählte.
Viertes Kapitel. Die drei Figuren des Kreislaufsprozesses
Die drei Figuren können dargestellt werden, wenn Ck für den Gesamtzirkulationsprozeß steht:
I) G – W … P … W′ – G′
II) P … Ck … P
III) Ck … P (W′).
Fassen wir alle drei Formen zusammen, so erscheinen alle Voraussetzungen des Prozesses als sein Resultat, als von ihm selbst produzierte Voraussetzung. Jedes Moment erscheint als Ausgangspunkt, Durchgangspunkt und Punkt der Rückkehr. Der Gesamtprozeß stellt sich dar als Einheit von Produktionsprozeß und Zirkulationsprozeß; der Produktionsprozeß wird Vermittler des Zirkulationsprozesses und umgekehrt.
Allen drei Kreisläufen ist gemeinsam: Verwertung des Werts als bestimmender Zweck, als treibendes Motiv. In I ist das in der Form ausgedrückt. Form II beginnt mit P, dem Verwertungsprozeß selbst. In III beginnt der Kreislauf mit dem verwerteten Wert und schließt mit neu verwertetem Wert, selbst wenn die Bewegung auf gleichbleibender Stufe wiederholt wird.
Soweit W – G für den Käufer G – W, und G – W für den Verkäufer W – G, stellt die Zirkulation des Kapitals nur die gewöhnliche Warenmetamorphose dar, und gelten die bei derselben (Buch I, Kap. III, 2) entwickelten Gesetze über die Masse des zirkulierenden Geldes. Wird aber nicht an dieser formellen Seite festgehalten, sondern der reale Zusammenhang der Metamorphosen der verschiednen individuellen Kapitale betrachtet, also in der Tat der Zusammenhang der Kreisläufe der individuellen Kapitale als der Teilbewegungen des Reproduktionsprozesses des gesellschaftlichen Gesamtkapitals, so kann dieser nicht aus dem bloßen Formwechsel von Geld und Ware erklärt werden.
In einem beständig rotierenden Kreis ist jeder Punkt zugleich Ausgangspunkt und Punkt der Rückkehr. Unterbrechen wir die Rotation, so ist nicht jeder Ausgangspunkt Punkt der Rückkehr. So haben wir gesehn, daß nicht nur jeder besondre Kreislauf den andern (implizite) voraussetzt, sondern auch, daß die Wiederholung des Kreislaufs in einer Form die Beschreibung des Kreislaufs in den andren Formen einbegreift. So stellt sich der ganze Unterschied als ein bloß formaler dar, oder auch als ein bloß subjektiver, nur für den Betrachter bestehender Unterschied.
Sofern jeder dieser Kreisläufe als besondre Form der Bewegung betrachtet wird, worin sich verschiedne individuelle industrielle Kapitale befinden, so existiert auch diese Verschiedenheit immer nur als eine individuelle. In Wirklichkeit aber befindet sich jedes individuelle industrielle Kapital in allen dreien zugleich. Die drei Kreisläufe, die Reproduktionsformen der drei Gestalten des Kapitals, vollziehn sich kontinuierlich nebeneinander. Ein Teil des Kapitalwerts z.B., der jetzt als Warenkapital fungiert, verwandelt sich in Geldkapital, aber gleichzeitig tritt ein andrer Teil aus dem Produktionsprozeß in die Zirkulation als neues Warenkapital. So wird die Kreisform W′... W′ beständig beschrieben; ebenso die beiden andren Formen. Die Reproduktion des Kapitals in jeder seiner Formen und jedem seiner Stadien ist ebenso kontinuierlich, wie die Metamorphose dieser Formen und der sukzessive Verlauf durch die drei Stadien. Hier ist also der gesamte Kreislauf wirkliche Einheit seiner drei Formen.
In unsrer Betrachtung wurde unterstellt, daß der Kapitalwert seiner gesamten Wertgröße nach ganz als Geldkapital oder als produktives Kapital oder als Warenkapital auftritt. So hatten wir z.B. die 422 Pfd.St. zuerst ganz als Geldkapital, dann ebenso ihrem ganzen Umfang nach in produktives Kapital verwandelt, endlich als Warenkapital: Garn zum Wert von 500 Pfd.St. (worin 78 Pfd.St. Mehrwert). Hier bilden die verschiednen Stadien ebensoviele Unterbrechungen. Solange z.B. die 422 Pfd.St. in Geldform verharren, d.h. bis die Käufe G – W (A + Pm) vollzogen, existiert und fungiert das gesamte Kapital nur als Geldkapital. Sobald es in produktives Kapital verwandelt, fungiert es weder als Geldkapital noch als Warenkapital. Sein gesamter Zirkulationsprozeß ist unterbrochen, wie andrerseits sein gesamter Produktionsprozeß unterbrochen ist, sobald es in einem der beiden Zirkulationsstadien fungiert, sei es als G oder W′. So würde sich also der Kreislauf P ... P nicht nur als periodische Erneuerung des produktiven Kapitals darstellen, sondern ebensosehr als Unterbrechung seiner Funktion, des Produktionsprozesses, bis der Zirkulationsprozeß zurückgelegt; statt kontinuierlich erfolgte die Produktion ruckweise und erneuerte sich nur nach Zeitabschnitten von zufälliger Dauer, je nachdem die beiden Stadien des Zirkulationsprozesses rascher oder langsamer absolviert werden. So z.B. bei einem chinesischen Handwerker, der bloß für Privatkunden arbeitet und dessen Produktionsprozeß aufhört, bis die Bestellung erneuert wird.
In der Tat gilt dies für jeden einzelnen, in Bewegung befindlichen Kapitalteil, und alle Teile des Kapitals machen der Reihe nach diese Bewegung durch. Z.B. die 10.000 Pfund Garn sind das Wochenprodukt eines Spinners. Diese 10.000 Pfund Garn treten ganz aus der Produktionssphäre hinaus in die Zirkulationssphäre; der in ihm enthaltne Kapitalwert muß ganz in Geldkapital verwandelt werden, und solange er in der Form von Geldkapital verharrt, kann er nicht von neuem in den Produktionsprozeß eingehn; er muß vorher in die Zirkulation eintreten und in die Elemente des produktiven Kapitals A + Pm rückverwandelt werden. Der Kreislaufsprozeß des Kapitals ist beständige Unterbrechung, Verlassen eines Stadiums, Eintreten in das nächste; Abstreifen einer Form, Dasein in einer andren; jedes dieser Stadien bedingt nicht nur das andre, sondern schließt es zugleich aus.
Kontinuität ist aber das charakteristische Merkmal der kapitalistischen Produktion und durch ihre technische Grundlage bedingt, wenn auch nicht immer unbedingt erreichbar. Sehn wir also, wie die Sache in der Wirklichkeit zugeht. Während z.B. die 10.000 Pfund Garn als Warenkapital auf den Markt treten und ihre Verwandlung in Geld (sei dies nun Zahlungsmittel, Kaufmittel oder gar nur Rechengeld) vollziehn, tritt neue Baumwolle, Kohle etc. im Produktionsprozeß an ihre Stelle, hat also schon aus Geldform und Warenform sich wieder in die Form des produktiven Kapitals rückverwandelt und beginnt ihre Funktion als solches; während zur selben Zeit, wo die ersten 10.000 Pfund Garn in Geld umgesetzt werden, frühere 10.000 Pfund Garn schon das zweite Stadium ihrer Zirkulation beschreiben und sich aus Geld in die Elemente des produktiven Kapitals rückverwandeln. Alle Teile des Kapitals machen den Kreislaufsprozeß der Reihe nach durch, befinden sich gleichzeitig in verschiednen Stadien desselben. So befindet sich das industrielle Kapital in der Kontinuität seines Kreislaufs gleichzeitig in allen seinen Stadien und den ihnen entsprechenden verschiednen Funktionsformen. Für den Teil, der zum ersten Mal aus Warenkapital sich in Geld verwandelt, ist der Kreislauf W′... W′ eröffnet, während für das industrielle Kapital, als sich bewegendes Ganze, der Kreislauf W′... W′ durchlaufen ist. Mit der einen Hand wird Geld vorgeschossen, mit der andren eingenommen; die Eröffnung des Kreislaufs G ... G′ auf einem Punkt ist zugleich seine Rückkehr auf einem andren. Das gleiche gilt für das produktive Kapital.
Der wirkliche Kreislauf des industriellen Kapitals in seiner Kontinuität ist daher nicht nur Einheit von Zirkulations- und Produktionsprozeß, sondern Einheit aller seiner drei Kreisläufe. Solche Einheit kann er aber nur sein, sofern jeder verschiedne Teil des Kapitals sukzessive die einander folgenden Phasen des Kreislaufs durchmessen, aus einer Phase, einer Funktionsform in die andre übergehn kann, das industrielle Kapital, als Ganzes dieser Teile, sich also gleichzeitig in den verschiednen Phasen und Funktionen befindet, und so alle drei Kreisläufe gleichzeitig beschreibt. Das Nacheinander jedes Teils ist hier bedingt durch das Nebeneinander der Teile, d.h. durch die Teilung des Kapitals. So befindet sich in dem gegliederten Fabriksystem das Produkt ebenso fortwährend auf den verschiednen Stufen seines Bildungsprozesses, wie im Übergang aus einer Produktionsphase in die andre. Da das individuelle industrielle Kapital eine bestimmte Größe darstellt, die abhängig ist von den Mitteln des Kapitalisten und die für jeden Industriezweig eine bestimmte Minimalgröße hat, so müssen bestimmte Verhältniszahlen bei seiner Teilung bestehn. Die Größe des vorhandnen Kapitals bedingt den Umfang des Produktionsprozesses, dieser den Umfang von Warenkapital und Geldkapital, soweit sie neben dem Produktionsprozeß fungieren. Das Nebeneinander, wodurch die Kontinuität der Produktion bedingt wird, existiert aber nur durch die Bewegung der Teile des Kapitals, worin sie nacheinander die verschiednen Stadien beschreiben. Das Nebeneinander ist selbst nur Resultat des Nacheinander. Stockt z.B. W′ – G′ für einen Teil, ist die Ware unverkäuflich, so ist der Kreislauf dieses Teils unterbrochen und der Ersatz durch seine Produktionsmittel wird nicht vollzogen; die nachfolgenden Teile, die als W′ aus dem Produktionsprozeß hervorgehn, finden ihren Funktionswechsel durch ihre Vorgänger gesperrt. Dauert dies einige Zeit fort, so wird die Produktion eingeschränkt und der ganze Prozeß zum Stillstand gebracht. Jede Stockung des Nacheinander bringt das Nebeneinander in Unordnung, jede Stockung in einem Stadium bewirkt größre oder geringre Stockung im gesamten Kreislauf nicht nur des stockenden Kapitalteils, sondern auch des gesamten individuellen Kapitals. Die nächste Form, worin sich der Prozeß darstellt, ist die einer Sukzession von Phasen, so daß der Übergang des Kapitals in eine neue Phase durch sein Verlassen der andren bedingt ist. Jeder besondre Kreislauf hat daher auch eine der Funktionsformen des Kapitals zum Ausgangspunkt und Rückkehrpunkt. Andrerseits ist der Gesamtprozeß in der Tat die Einheit der drei Kreisläufe, die die verschiednen Formen sind, in denen die Kontinuität des Prozesses sich ausdrückt. Der Gesamtkreislauf stellt sich für jede Funktionsform des Kapitals als ihr spezifischer Kreislauf dar, und zwar bedingt jeder dieser Kreisläufe die Kontinuität des Gesamtprozesses; der Zirkellauf der einen funktionellen Form bedingt den andren. Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen. Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.
Als Ganzes befindet sich das Kapital dann gleichzeitig, räumlich nebeneinander, in seinen verschiednen Phasen. Aber jeder Teil geht beständig der Reihe nach aus der einen Phase, aus der einen Funktionsform in die andre über, fungiert so der Reihe nach in allen. Die Formen sind so fließende Formen, deren Gleichzeitigkeit durch ihr Nacheinander vermittelt ist. Jede Form folgt der andren nach und geht ihr vorher, so daß die Rückkehr des einen Kapitalteils zu einer Form durch die Rückkehr des andren zu einer andren Form bedingt ist. Jeder Teil beschreibt fortwährend seinen eignen Umlauf, aber es ist stets ein andrer Teil des Kapitals, der sich in dieser Form befindet, und diese besondren Umläufe bilden nur gleichzeitige und sukzessive Momente des Gesamtverlaufs.
Nur in der Einheit der drei Kreisläufe ist die Kontinuität des Gesamtprozesses verwirklicht statt der oben geschilderten Unterbrechung. Das gesellschaftliche Gesamtkapital besitzt stets diese Kontinuität und besitzt sein Prozeß stets die Einheit der drei Kreisläufe.
Für individuelle Kapitale wird die Kontinuität der Reproduktion stellenweise mehr oder minder unterbrochen. Erstens sind die Wertmassen häufig zu verschiednen Epochen in ungleichen Portionen auf die verschiednen Stadien und Funktionsformen verteilt. Zweitens können sich je nach dem Charakter der zu produzierenden Ware, also je nach der besondren Produktionssphäre, worin das Kapital angelegt ist, diese Portionen verschieden verteilen. Drittens kann die Kontinuität mehr oder weniger unterbrochen werden in Produktionszweigen, die von der Jahreszeit abhängen, sei es infolge von Naturbedingungen (Agrikultur, Heringsfang etc.), sei es infolge konventioneller Umstände, wie z.B. bei sogenannten Saisonarbeiten. Am regelmäßigsten und uniformsten verläuft der Prozeß in der Fabrik und im Bergbau. Aber diese Verschiedenheit der Produktionszweige bewirkt keine Verschiedenheit in den allgemeinen Formen des Kreislaufsprozesses.
Das Kapital als sich verwertender Wert umschließt nicht nur Klassenverhältnisse, einen bestimmten gesellschaftlichen Charakter, der auf dem Dasein der Arbeit als Lohnarbeit ruht. Es ist eine Bewegung, ein Kreislaufsprozeß durch verschiedne Stadien, der selbst wieder drei verschiedne Formen des Kreislaufsprozesses einschließt. Es kann daher nur als Bewegung und nicht als ruhendes Ding begriffen werden. Diejenigen, die die Verselbständigung des Werts als bloße Abstraktion betrachten, vergessen, daß die Bewegung des industriellen Kapitals diese Abstraktion in actu ist. Der Wert durchläuft hier verschiedne Formen, verschiedne Bewegungen, in denen er sich erhält und zugleich verwertet, vergrößert. Da wir es hier zunächst mit der bloßen Bewegungsform zu tun haben, werden die Revolutionen nicht berücksichtigt, die der Kapitalwert in seinem Kreislaufsprozeß erleiden kann; aber es ist klar, daß trotz aller Wertrevolutionen die kapitalistische Produktion nur solange existiert und fortexistieren kann, als der Kapitalwert verwertet wird, d.h. als verselbständigter Wert seinen Kreislaufsprozeß beschreibt, solange also die Wertrevolutionen in irgendeiner Art überwältigt und ausgeglichen werden. Die Bewegungen des Kapitals erscheinen als Aktionen des einzelnen industriellen Kapitalisten in der Weise, daß er als Waren- und Arbeitkäufer, Warenverkäufer und produktiver Kapitalist fungiert, durch seine Tätigkeit also den Kreislauf vermittelt. Erleidet der gesellschaftliche Kapitalwert eine Wertrevolution, so kann es vorkommen, daß sein individuelles Kapital ihr erliegt und untergeht, weil es die Bedingungen dieser Wertbewegung nicht erfüllen kann. Je akuter und häufiger die Wertrevolutionen werden, desto mehr macht sich die automatische, mit der Gewalt eines elementaren Naturprozesses wirkende Bewegung des verselbständigten Werts geltend gegenüber der Voraussicht und Berechnung des einzelnen Kapitalisten, desto mehr wird der Lauf der normalen Produktion untertan der anormalen Spekulation, desto größer wird die Gefahr für die Existenz der Einzelkapitale. Diese periodischen Wertrevolutionen bestätigen also, was sie angeblich widerlegen sollen: die Verselbständigung, die der Wert als Kapital erfährt und durch seine Bewegung forterhält und verschärft.
Diese Reihenfolge der Metamorphosen des prozessierenden Kapitals schließt fortwährende Vergleichung der im Kreislauf vollbrachten Veränderung der Wertgröße des Kapitals ein mit dem ursprünglichen Wert. Wenn die Verselbständigung des Werts gegenüber der wertbildenden Kraft, der Arbeitskraft, im Akt G – A (Kauf der Arbeitskraft) eingeleitet und während des Produktionsprozesses als Exploitation der Arbeitskraft verwirklicht wird, so erscheint diese Verselbständigung des Werts nicht wieder in diesem Kreislauf, worin Geld, Ware, Produktionselemente, nur abwechselnde Formen des prozessierenden Kapitalwerts sind, und die vergangne Wertgröße mit der gegenwärtigen veränderten des Kapitals sich vergleicht.
"Value", sagt Bailey gegen die Verselbständigung des Werts, welche die kapitalistische Produktionsweise charakterisiert, und die er als Illusion gewisser Ökonomen traktiert, "value is a relation between cotemporary commodities, because such only admit of being exchanged with each other."
Dies sagt er gegen den Vergleich von Warenwerten in verschiednen Zeitepochen, ein Vergleich, der, den Geldwert einmal für jede Epoche fixiert, nur eine Vergleichung der in den verschiednen Epochen erforderlichen Ausgabe von Arbeit für Produktion derselben Sorte Waren bedeutet. Es entspringt dies seinem allgemeinen Mißverständnis, wonach Tauschwert = Wert, die Form des Werts der Wert selbst ist; Warenwerte also nicht mehr vergleichbar sind, sobald sie nicht aktiv als Tauschwerte fungieren, also nicht realiter gegeneinander ausgetauscht werden können. Er ahnt also nicht im geringsten, daß Wert nur als Kapitalwert oder Kapital fungiert, sofern er in den verschiednen Phasen seines Kreislaufs, die keineswegs cotemporary sind, sondern nacheinander fallen, mit sich selbst identisch bleibt und mit sich selbst verglichen wird.
Um die Formel des Kreislaufs rein zu betrachten, genügt es nicht zu unterstellen, daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, sondern daß dies unter sonst gleichbleibenden Umständen geschieht. Nehmen wir z.B. die Form P ... P, abgesehn von allen technischen Revolutionen innerhalb des Produktionsprozesses, die das produktive Kapital eines bestimmten Kapitalisten entwerten können; abgesehn ebenfalls von allem Rückschlag eines Wechsels der Wertelemente des produktiven Kapitals auf den Wert des vorhandnen Warenkapitals, der gesteigert oder gesenkt werden kann, wenn Vorrat davon vorhanden. W′, die 10.000 Pfund Garn, seien zu ihrem Wert von 500 Pfd.St. verkauft; 8.440 Pfund = 422 Pfd.St. ersetzen den in W′ enthaltnen Kapitalwert. Ist aber der Wert von Baumwolle, Kohle etc. gestiegen (da wir hier von bloßen Preisschwankungen absehn), so reichen vielleicht diese 422 Pfd.St. nicht hin, um die Elemente des produktiven Kapitals ganz zu ersetzen; es ist zuschüssiges Geldkapital nötig, Geldkapital wird gebunden. Umgekehrt, wenn jene Preise gefallen; Geldkapital wird freigesetzt. Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industriellen Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter oder assoziierter, verwandeln.
Es ist hier beiläufig zu bemerken: Tritt ein Wertwechsel der Produktionselemente ein, so zeigt sich ein Unterschied zwischen der Form G ... G′ einerseits und P ... P und W′... W′ andrerseits.
In G... G′, als der Formel des neu angelegten Kapitals, das zuerst als Geldkapital auftritt, wird ein Fall im Wert der Produktionsmittel, z.B. Rohmaterialien, Hilfsstoffe etc., geringre Auslage von Geldkapital erheischen, als vor dem Fall, um ein Geschäft von bestimmtem Umfang zu eröffnen, da der Umfang des Produktionsprozesses (bei gleichbleibender Entwicklung der Produktionskraft) von der Masse und dem Umfang der Produktionsmittel abhängt, die eine gegebne Menge Arbeitskraft bewältigen kann; aber weder von dem Wert dieser Produktionsmittel, noch von dem der Arbeitskraft (letztrer hat nur Einfluß auf die Größe der Verwertung). Umgekehrt. Findet eine Werterhöhung in den Produktionselementen der Waren statt, welche die Elemente des produktiven Kapitals bilden, so ist mehr Geldkapital nötig, um ein Geschäft von gegebnem Umfang zu gründen. In beiden Fällen wird nur die Menge des neu anzulegenden Geldkapitals affiziert; im ersten wird Geldkapital überschüssig, im zweiten wird Geldkapital gebunden, wofern der Zuwachs neuer individueller industrieller Kapitale in gewohnter Weise in einem gegebnen Produktionszweig vorangeht.
Die Kreisläufe P ... P und W′... W′ stellen sich selbst nur soweit als G′ dar, als die Bewegung von P und W′ zugleich Akkumulation ist, also zuschüssiges g, Geld, in Geldkapital verwandelt wird. Abgesehn hiervon, werden sie anders affiziert als G ... G′ durch Wertwechsel der Elemente des produktiven Kapitals; wir sehn hier wieder ab von der Rückwirkung solches Wertwechsels auf die im Produktionsprozeß begriffnen Bestandteile des Kapitals. Es ist hier nicht die ursprüngliche Auslage; die direkt affiziert wird, sondern ein in seinem Reproduktionsprozeß, nicht in seinem ersten Kreislauf, begriffnes industrielles Kapital; also W′... W < A/Pm, der Rückumsatz des Warenkapitals in seine Produktionselemente, soweit diese aus Waren bestehn. Beim Wertfall (resp. Preisfall) sind drei Fälle möglich: der Reproduktionsprozeß wird auf derselben Stufenleiter fortgesetzt; dann wird ein Teil des bisherigen Geldkapitals freigesetzt, und es findet Anhäufung von Geldkapital statt, ohne daß wirkliche Akkumulation (Produktion auf erweiterter Stufenleiter) oder die sie einleitende und begleitende Verwandlung von g (Mehrwert) in Akkumulationsfonds stattgefunden; oder der Reproduktionsprozeß wird auf größrer Stufenleiter erweitert, als sonst geschehn wäre, falls die technischen Proportionen dies erlauben; oder aber es findet größre Vorratbildung von Rohmaterialien etc. statt.
Umgekehrt bei Steigen des Werts der Ersatzelemente des Warenkapitals. Die Reproduktion findet dann nicht mehr in ihrem normalen Umfang statt (es wird z.B. kürzre Zeit gearbeitet); oder es muß zuschüssiges Geldkapital eintreten, um sie auf ihrem alten Umfang fortzusetzen (Bindung von Geldkapital); oder der Akkumulations-Geldfonds, wenn vorhanden, dient ganz oder teilweise, statt zur Erweitrung des Reproduktionsprozesses, zu seinem Betrieb auf der alten Stufenleiter. Es ist dies auch Bindung von Geldkapital, nur daß hier das zuschüssige Geldkapital nicht von außen her, vom Geldmarkt, sondern aus den Mitteln des industriellen Kapitalisten selbst herkommt.
Es können aber bei P ... P, W′... W′ modifizierende Umstände stattfinden. Hat unser Baumwollspinner z.B. großen Vorrat von Baumwolle (also großen Teil seines produktiven Kapitals in Form von Baumwollvorrat), so wird ein Teil seines produktiven Kapitals entwertet durch einen Fall der Baumwollpreise; sind letztre dagegen gestiegen, so findet Wertsteigerung dieses Teils seines produktiven Kapitals statt. Andrerseits, hat er große Massen in der Form des Warenkapitals fixiert, z.B. in Baumwollgarn, so wird beim Fall der Baumwolle ein Teil seines Warenkapitals, also überhaupt seines im Kreislauf befindlichen Kapitals, entwertet; umgekehrt beim Steigen der Baumwollpreise. Endlich in dem Prozeß W′ – G – W < A/Pm: wenn W′ – G, Realisierung des Warenkapitals, stattgefunden hat vor dem Wertwechsel in den Elementen von W, so wird das Kapital nur in der im ersten Fall betrachteten Weise affiziert, nämlich im zweiten Zirkulationsakt G – W < A/Pm; wenn aber vor Vollziehung von W′ – G, so bewirkt bei sonst gleichbleibenden Umständen der Fall im Preis der Baumwolle entsprechenden Fall im Preis des Garns, und Preissteigerung im Preis der Baumwolle umgekehrt Preissteigerung des Garns. Die Wirkung auf die verschiednen, im selben Produktionszweig angelegten Einzelkapitale kann sehr verschieden sein nach den verschiednen Umständen, worin sie sich befinden können. - Freisetzung und Bindung von Geldkapital können ebenso aus Verschiedenheiten in der Zeitdauer des Zirkulationsprozesses, also auch der Zirkulationsgeschwindigkeit, entspringen. Dies gehört jedoch in die Betrachtung des Umschlags. Hier interessiert uns nur der reale Unterschied, der sich mit Bezug auf Wertwechsel der Elemente des produktiven Kapitals zwischen G ... G′ und den beiden andren Formen des Kreislaufsprozesses zeigt.
In dem Zirkulationsabschnitt G – W < A/Pm wird in der Epoche bereits entwickelter, daher vorherrschender kapitalistischer Produktionsweise ein großer Teil der Waren, aus denen Pm, die Produktionsmittel, bestehn, selbst fremdes fungierendes Warenkapital sein. Es findet also vom Standpunkt des Verkäufers W′ – G′ statt, Verwandlung von Warenkapital in Geldkapital. Aber es gilt dies nicht absolut. Umgekehrt. Innerhalb seines Zirkulationsprozesses, wo das industrielle Kapital entweder als Geld oder als Ware fungiert, durchkreuzt sich der Kreislauf des industriellen Kapitals, sei es als Geldkapital oder als Warenkapital, mit der Warenzirkulation der verschiedensten sozialen Produktionsweisen, soweit letztre zugleich Warenproduktion ist. Ob die Ware das Produkt der auf Sklaverei gegründeten Produktion, oder von Bauern (Chinesen, indische Ryots), oder Gemeinwesen (holländisch Ostindien), oder der Staatsproduktion (wie solche, auf Leibeigenschaft gegründet, in früheren Epochen der russischen Geschichte vorkommt), oder halbwilder Jägervölker etc.: als Waren und Geld treten sie gegenüber dem Geld und den Waren, worin sich das industrielle Kapital darstellt, und gehn ein ebensosehr in den Kreislauf desselben, wie in den des vom Warenkapital getragnen Mehrwerts, sofern letztrer als Revenue verausgabt wird; also in beide Zirkulationszweige des Warenkapitals. Der Charakter des Produktionsprozesses, aus dem sie herkommen, ist gleichgültig; als Waren fungieren sie auf dem Markt, als Waren gehn sie ein in den Kreislauf des industriellen Kapitals, wie in die Zirkulation des von ihm getragnen Mehrwerts. Es ist also der allseitige Charakter ihrer Herkunft, das Dasein des Markts als Weltmarkt, der den Zirkulationsprozeß des industriellen Kapitals auszeichnet. Was von fremden Waren gilt, gilt von fremdem Geld; wie das Warenkapital ihm gegenüber nur als Ware, so fungiert dies Geld ihm gegenüber nur als Geld; das Geld fungiert hier als Weltgeld.
Hier ist jedoch zweierlei zu bemerken.
Erstens. Die Waren (Pm), sobald der Akt G – Pm vollendet, hören auf, Waren zu sein und werden eine der Daseinsweisen des industriellen Kapitals in seiner Funktionsform als P, produktives Kapital. Damit aber ist ihre Herkunft ausgelöscht; sie existieren nur noch als Existenzformen des industriellen Kapitals, sind ihm einverleibt. Doch bleibt es dabei, daß zu ihrem Ersatz ihre Reproduktion nötig, und insofern ist die kapitalistische Produktionsweise bedingt durch außerhalb ihrer Entwicklungsstufe liegende Produktionsweisen. Ihre Tendenz aber ist, alle Produktion möglichst in Warenproduktion umzuwandeln; ihr Hauptmittel hierzu ist gerade dies Hereinziehn derselben in ihren Zirkulationsprozeß; und die entwickelte Warenproduktion selbst ist kapitalistische Warenproduktion. Das Eingreifen des industriellen Kapitals befördert überall diese Umwandlung, mit ihr aber auch die Verwandlung aller unmittelbaren Produzenten in Lohnarbeiter.
Zweitens. Die in den Zirkulationsprozeß des industriellen Kapitals eingehenden Waren (wozu auch die notwendigen Lebensmittel gehören, in die sich das variable Kapital nach seiner Auszahlung an die Arbeiter, behufs Reproduktion der Arbeitskraft umsetzt), welches immer ihre Herkunft, die gesellschaftliche Form des Produktionsprozesses, dem sie entstammen - treten dem industriellen Kapital selbst schon in der Form von Warenkapital gegenüber, in der Form von Warenhandlungs- oder Kaufmannskapital; dies aber umfaßt seiner Natur nach Waren aller Produktionsweisen.
Wie die kapitalistische Produktionsweise große Stufenleiter der Produktion voraussetzt, so auch notwendig große Stufenleiter des Verkaufs; also Verkauf an den Kaufmann, nicht an den einzelnen Konsumenten. Soweit dieser Konsument selbst produktiver Konsument, also industrieller Kapitalist, also soweit das industrielle Kapital eines Produktionszweigs dem andren Zweige Produktionsmittel liefert, findet (in Form von Bestellung etc.) auch direkter Verkauf eines industriellen Kapitalisten an viele andre statt. Jeder industrielle Kapitalist ist sofern direkter Verkäufer, selbst sein Kaufmann, was er übrigens auch im Verkauf an den Kaufmann ist.
Der Warenhandel als Funktion des Kaufmannskapitals ist vorausgesetzt und entwickelt sich immer mehr mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktion. Wir unterstellen ihn also gelegentlich zur Illustration einzelner Seiten des kapitalistischen Zirkulationsprozesses; nehmen aber bei dessen allgemeiner Analyse direkten Verkauf ohne Zwischenkunft des Kaufmanns an, weil letztre verschiedne Momente der Bewegung verdeckt.
Man sehe Sismondi, der die Sache etwas naiv darstellt:
"Le commerce emploie un capital considérable qui paraît, au premier coup d'œil, ne point faire partie de celui dont nous avons détaillé la marche. La valeur des draps accumulés dans les magasins du marchand-drapier semble d'abord tout-à-fait étrangère à cette partie de la production annuelle que le riche donne au pauvre comme salaire pour le faire travailler. Ce capital n'a fait cependant que remplacer celui dont nous avons parlé. Pour saisir avec clarté le progrès de la richesse, nous l'avons prise à sa création, et nous l'avons suivie jusqu'à sa consommation. Alors le capital employé dans la manufacture des draps, par exemple, nous a paru toujours le même; échangé contre le revenu du consommateur, il ne s'est partagé qu'en deux parties: l'une a servi de revenu au fabricant comme produit, l'autre a servi de revenu aux ouvriers comme salaire, tandis qu'ils fabriquent de nouveau drap.
Mais on trouva bientôt que, pour l'avantage de tous, il valait mieux que les diverses parties de ce capital se remplaçassent l'une l'autre, et que, si cent mille écus suffisaient à faire toute la circulation entre le fabricant et le consommateur, ces cent mille écus se partageassent également entre le fabricant, le marchand en gros, et le marchand en détail. Le premier, avec le tiers seulement, fit le même ouvrage qu'il avait fait avec la totalité, parcequ'au moment où sa fabrication était achevée, il trouvait le marchand acheteur beaucoup plus tôt qu'il n'aurait trouvé le consommateur. Le capital du marchand en gros se trouvait de son côté beaucoup plus tôt remplacé par celui du marchand en détail ... La différence entre les sommes des salaires avancés et le prix d'achat du dernier consommateur devait faire le profit des capitaux. Elle se répartit entre le fabricant, le marchand et le détaillant, depuis qu'ils eurent divisé entre eux leurs fonctions, et l'ouvrage accompli fut le même, quoiqu'il eût employé trois personnes et trois fractions de capitaux, au lieu d'une. ("Nouveaux Principes", I, p. 139, 140.) - "Tous" (die Kaufleute) "concouraient indirectement à la production; car celle-ci, ayant pour objet la consommation, ne peut être considérée comme accomplie que quand elle a mis la chose produite à la portée du consommateur." (Ib., p. 137.)
Wir nehmen bei der Betrachtung der allgemeinen Formen des Kreislaufs und überhaupt in diesem ganzen zweiten Buch, Geld als metallisches Geld, mit Ausschluß von symbolischem Geld, bloßen Wertzeichen, die nur Spezialität gewisser Staaten bilden, und von Kreditgeld, das noch nicht entwickelt ist. Erstens ist das der historische Gang; Kreditgeld spielt keine oder nur unbedeutende Rolle in der ersten Epoche der kapitalistischen Produktion. Zweitens ist die Notwendigkeit dieses Gangs auch theoretisch dadurch bewiesen, daß alles, was bisher Kritisches über die Zirkulation des Kreditgelds von Tooke und andren entwickelt worden ist, sie zwang, immer wieder zu der Betrachtung zurückzukehren, wie sich die Sache auf Grundlage bloß metallischer Zirkulation darstellen würde. Man darf aber nicht vergessen, daß das Metallgeld ebensowohl als Kaufmittel wie als Zahlungsmittel fungieren kann. Der Vereinfachung wegen gilt es uns im allgemeinen in diesem Buch II nur in der ersten Funktionsform.
Der Zirkulationsprozeß des industriellen Kapitals, der nur einen Teil seines individuellen Kreislaufsprozesses bildet, ist bestimmt, soweit er nur eine Vorgangsreihe innerhalb der allgemeinen Warenzirkulation darstellt, durch die früher (Buch I, Kap. III) entwickelten allgemeinen Gesetze. Dieselbe Geldmasse z.B. von 500 Pfd.St. setzt nacheinander um so mehr industrielle Kapitale (oder auch individuelle Kapitale in ihrer Form als Warenkapitale) in Zirkulation, je größer die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes, je rascher also jedes einzelne Kapital die Reihe seiner Waren- oder Geldmetamorphosen durchläuft. Dieselbe Wertmasse von Kapital erheischt demnach um so weniger Geld zu ihrer Zirkulation, je mehr das Geld als Zahlungsmittel fungiert, je mehr also z.B. bei Ersatz eines Warenkapitals durch seine Produktionsmittel bloße Bilanzen zu zahlen sind, und je kürzer die Zahlungstermine, z.B. bei Zahlung des Arbeitslohns. Andrerseits, die Geschwindigkeit der Zirkulation und alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, ist die Masse des Geldes, das als Geldkapital zirkulieren muß, bestimmt durch die Preissumme der Waren (Preis multipliziert mit der Warenmasse), oder, Masse und Werte der Waren gegeben, durch den Wert des Geldes selbst.
Aber die Gesetze der allgemeinen Warenzirkulation gelten nur, soweit der Zirkulationsprozeß des Kapitals eine Reihe einfacher Zirkulationsvorgänge, nicht aber, soweit letztre funktionell bestimmte Abschnitte des Kreislaufs individueller industrieller Kapitale bilden.
Um dies klarzumachen, ist es am besten, den Zirkulationsprozeß in seinem ununterbrochnen Zusammenhang zu betrachten, wie er erscheint in den beiden Formen:
⎧ W ──── ⎧ G ── W < A/Pm … P (P′)
II) P … W′ ⎨ ── G′ ⎨
⎩ w ──── ⎩ g ── w
⎧ W ──── ⎧ G ── W < A/Pm … P … W′
III) W′ ⎨ ── G′ ⎨
⎩ w ──── ⎩ g ── w
Als Reihe von Zirkulationsvorgängen überhaupt stellt der Zirkulationsprozeß (ob als W – G – W oder als G – W – G) nur die beiden entgegengesetzten Reihen von Warenmetamorphosen dar, von denen jede einzelne Metamorphose wieder die entgegengesetzte Metamorphose auf Seite der fremden Ware oder des fremden Geldes einschließt, das sich ihr gegenüber befindet.
W – G von seiten des Warenbesitzers ist G – W von seiten des Käufers; die erste Metamorphose der Ware in W – G ist die zweite Metamorphose der als G auftretenden Ware; umgekehrt in G – W. Was also über die Verschlingung der Warenmetamorphose in dem einen Stadium mit der einer andren Ware im andren Stadium gezeigt worden, gilt für die Kapitalzirkulation, soweit der Kapitalist als Käufer und Verkäufer von Ware, sein Kapital daher als Geld fremder Ware, oder als Ware fremdem Geld gegenüber fungiert. Aber diese Verschlingung ist nicht zugleich Ausdruck für die Metamorphosenverschlingung der Kapitale.
Erstens kann G – W (Pm), wie wir gesehn, eine Verschlingung der Metamorphosen verschiedner individuellen Kapitale darstellen. Z.B. das Warenkapital des Baumwollspinners, Garn, wird zum Teil ersetzt durch Kohle. Ein Teil seines Kapitals befindet sich in Geldform, und wird daraus in Warenform umgesetzt, während das Kapital des kapitalistischen Kohlenproduzenten sich in Warenform befindet und daher in Geldform umgesetzt wird; derselbe Zirkulationsakt stellt hier entgegengesetzte Metamorphosen zweier (verschiednen Produktionszweigen an gehörigen) industriellen Kapitale dar, also Verschlingung der Metamorphosenreihe dieser Kapitale. Wie wir jedoch gesehn, braucht das Pm, worin G sich umsetzt, nicht Warenkapital im kategorischen Sinn, d.h. keine Funktionsform von industriellem Kapital, nicht von einem Kapitalisten produziert zu sein. Es ist immer G – W auf der einen, W – G auf der andren Seite, nicht aber immer Verschlingung von Kapitalmetamorphosen. Ferner ist G – A, der Ankauf der Arbeitskraft, nie Verschlingung von Kapitalmetamorphosen, da die Arbeitskraft zwar Ware des Arbeiters ist, aber erst Kapital wird, sobald sie an den Kapitalisten verkauft ist. Andrerseits im Prozeß W′ – G′ braucht das G′ nicht verwandeltes Warenkapital zu sein; es kann Versilberung sein der Ware Arbeitskraft (Arbeitslohn) oder eines vom selbständigen Arbeiter, Sklaven, Leibeignen, Gemeinwesen produzierten Produkts.
Zweitens aber gilt für die funktionell bestimmte Rolle, welche jede innerhalb des Zirkulationsprozesses eines individuellen Kapitals vorkommende Metamorphose spielt, keineswegs, daß sie im Kreislauf des andren Kapitals die entsprechende entgegengesetzte Metamorphose darstellt, wenn wir nämlich die gesamte Produktion des Weltmarkts als kapitalistisch betrieben voraussetzen. Z.B. im Kreislauf P ... P kann das G′ welches W′ versilbert, auf seiten des Käufers nur Versilberung seines Mehrwerts sein (wenn die Ware Konsumtionsartikel ist); oder in G′ – W′ < A/Pm (wo also das Kapital akkumuliert eingeht) kann es für den Verkäufer von Pm nur als Ersatz seines Kapitalvorschusses eingehn, oder gar nicht wieder eingehn in seine Kapitalzirkulation, wenn es nämlich in die Revenueausgabe abzweigt.
Wie also die verschiednen Bestandteile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals, wovon die Einzelkapitale nur selbständig fungierende Bestandteile sind, sich im Zirkulationsprozeß wechselseitig ersetzen - mit Bezug auf das Kapital sowohl als den Mehrwert -, ergibt sich nicht aus den einfachen Metamorphosenverschlingungen der Warenzirkulation, welche die Vorgänge der Kapitalzirkulation mit aller andren Warenzirkulation gemein haben, sondern erfordert andre Untersuchungsweise. Man hat sich dabei bisher mit Phrasen begnügt, die, näher analysiert, nichts enthalten als unbestimmte Vorstellungen, wie sie lediglich den aller Warenzirkulation angehörigen Verschlingungen von Metamorphosen entlehnt sind.
Eine der handgreiflichsten Eigentümlichkeiten des Kreislaufsprozesses des industriellen Kapitals, also auch der kapitalistischen Produktion, ist der Umstand, daß einerseits die Bildungselemente des produktiven Kapitals aus dem Warenmarkt herstammen und beständig aus demselben erneuert, als Waren gekauft werden müssen; andrerseits das Produkt des Arbeitsprozesses als Ware aus ihm hervorgeht, und beständig von neuem als Ware verkauft werden muß. Man vergleiche z.B. einen modernen Pächter von Nieder-Schottland mit einem altmodischen kontinentalen Kleinbauer. Der erstere verkauft sein ganzes Produkt und hat daher auch alle Elemente desselben, selbst die Aussaat, auf dem Markt zu ersetzen, der andere verzehrt den größten Teil seines Produkts direkt, kauft und verkauft möglichst wenig, verfertigt Werkzeuge, Kleidung etc., soweit möglich, selbst.
Man hat daraufhin Naturalwirtschaft, Geldwirtschaft und Kreditwirtschaft als die drei charakteristischen ökonomischen Bewegungsformen der gesellschaftlichen Produktion einander gegenübergestellt.
Erstens stellen diese drei Formen keine gleichwertigen Entwicklungsphasen dar. Die sogenannte Kreditwirtschaft ist selbst nur eine Form der Geldwirtschaft, soweit beide Bezeichnungen Verkehrsfunktionen oder Verkehrsweisen zwischen den Produzenten selbst ausdrücken. In der entwickelten kapitalistischen Produktion erscheint die Geldwirtschaft nur noch als Grundlage der Kreditwirtschaft. Geldwirtschaft und Kreditwirtschaft entsprechen so nur verschiednen Entwicklungsstufen der kapitalistischen Produktion, sind aber keineswegs verschiedne selbständige Verkehrsformen gegenüber der Naturalwirtschaft. Mit demselben Recht könnte man die sehr verschiednen Formen der Naturalwirtschaft als gleichwertig jenen beiden gegenüberstellen.
Zweitens: Da man in den Kategorien: Geldwirtschaft, Kreditwirtschaft, nicht die Wirtschaft, d.h. den Produktionsprozeß selbst betont und als unterscheidendes Merkmal hervorhebt, sondern die der Wirtschaft entsprechende Verkehrsweise zwischen den verschiednen Produktionsagenten oder Produzenten, so müßte dasselbe bei der ersten Kategorie geschehn. Statt Naturalwirtschaft also Tauschwirtschaft. Vollständig abgeschloßne Naturalwirtschaft, z.B. der peruanische Inkastaat, fiele unter keine dieser Kategorien.
Drittens: Geldwirtschaft ist aller Warenproduktion gemein, und das Produkt erscheint als Ware in den verschiedensten gesellschaftlichen Produktionsorganismen. Es wäre also nur der Umfang, worin das Produkt als Handelsartikel, als Ware produziert wird, also auch seine eignen Bildungselemente wieder als Handelsartikel, als Waren in die Wirtschaft, aus der es herkommt, eingehn müssen, welche die kapitalistische Produktion charakterisierte.
In der Tat ist die kapitalistische Produktion die Warenproduktion als allgemeine Form der Produktion, aber sie ist es nur, und wird es stets mehr in ihrer Entwicklung, weil die Arbeit hier selbst als Ware erscheint, weil der Arbeiter die Arbeit, d.h. die Funktion seiner Arbeitskraft, verkauft, und zwar, wie wir annehmen, zu ihrem durch ihre Reproduktionskosten bestimmten Wert. Im Umfang, wie die Arbeit Lohnarbeit wird, wird der Produzent industrieller Kapitalist; daher die kapitalistische Produktion (also auch die Warenproduktion) erst in ihrem ganzen Umfang erscheint, wenn auch der unmittelbare ländliche Produzent Lohnarbeiter ist. In dem Verhältnis zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter wird das Geldverhältnis, das Verhältnis von Käufer und Verkäufer, ein der Produktion selbst immanentes Verhältnis. Dies Verhältnis aber beruht der Grundlage nach auf dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion, nicht der Verkehrsweise; dieser entspringt umgekehrt aus jenem. Es entspricht übrigens dem bürgerlichen Horizont, wo das Geschäftchenmachen den ganzen Kopf einnimmt, nicht im Charakter der Produktionsweise die Grundlage der ihr entsprechenden Verkehrsweise zu sehn, sondern umgekehrt.8
Der Kapitalist wirft weniger Wert in der Form von Geld in die Zirkulation hinein, als er aus ihr herauszieht, weil er mehr Wert in der Form von Ware hineinwirft, als er ihr in Form von Ware entzogen hat. Soweit er bloß als Personifikation des Kapitals fungiert, als industrieller Kapitalist, ist seine Zufuhr von Warenwert stets größer als seine Nachfrage nach Warenwert. Deckung seiner Zufuhr und seiner Nachfrage in dieser Beziehung wäre gleich Nichtverwertung seines Kapitals; es hätte nicht als produktives Kapital fungiert; das produktive Kapital hätte sich in Warenkapital verwandelt, das nicht mit Mehrwert geschwängert; es hätte während des Produktionsprozesses keinen Mehrwert in Warenform aus der Arbeitskraft gezogen, also überhaupt nicht als Kapital fungiert; er muß in der Tat "teurer verkaufen als er gekauft hat", aber dies gelingt ihm eben nur, weil er vermittelst des kapitalistischen Produktionsprozesses die wohlfeilere, weil minderwertige Ware, die er gekauft hat, in eine mehrwertige, also teurere, verwandelt hat. Er verkauft teurer, nicht weil über den Wert seiner Ware, sondern weil Ware von einem Wert über der Wertsumme ihrer Produktionsingredienzien.
Die Rate, worin der Kapitalist sein Kapital verwertet, ist um so größer, je größer die Differenz zwischen seiner Zufuhr und seiner Nachfrage, d.h. je größer der Überschuß des Warenwerts, den er zugeführt, über den Warenwert, den er nachfragt. Statt des Deckens beider ist das möglichste Nichtdecken, das Überdecken seiner Nachfrage durch seine Zufuhr, sein Ziel.
Was von dem einzelnen Kapitalisten, gilt von der Kapitalistenklasse.
Soweit der Kapitalist bloß das industrielle Kapital personifiziert, besteht seine eigne Nachfrage nur in der Nachfrage nach Produktionsmitteln und Arbeitskraft. Seine Nachfrage nach Pm, ihrer Wertigkeit nach betrachtet, ist kleiner als sein vorgeschoßnes Kapital; er kauft Produktionsmittel zu geringrem Wert als dem Wert seines Kapitals, und daher von noch viel geringrem Wert als dem des Warenkapitals, das er zuführt.
Was seine Nachfrage nach Arbeitskraft anbetrifft, so ist sie ihrer Wertigkeit nach bestimmt durch das Verhältnis seines variablen Kapitals zu seinem Gesamtkapital, also = v : C, und ist daher in der kapitalistischen Produktion, der Proportion nach betrachtet, wachsend kleiner als seine Nachfrage nach Produktionsmitteln. Er ist in beständig zunehmendem Maß größrer Käufer für Pm als für A.
Sofern der Arbeiter seinen Lohn allzumeist in Lebensmittel umsetzt, und zum allergrößten Teil in notwendige Lebensmittel, ist die Nachfrage des Kapitalisten nach Arbeitskraft indirekt zugleich Nachfrage nach den in den Konsum der Arbeiterklasse eingehenden Konsumtionsmitteln. Aber diese Nachfrage ist = v und nicht ein Atom größer (wenn der Arbeiter von seinem Lohn spart - wir lassen alle Kreditverhältnisse hier notwendig außer Augen -, so heißt dies, daß er einen Teil seines Lohns in Schatz verwandelt und pro tanto nicht als Nachfragender, als Käufer auftritt). Die Maximalgrenze der Nachfrage des Kapitalisten ist = C = c + v, aber seine Zufuhr ist = c + v + m; ist also die Konstitution seines Warenkapitals 80c + 20v + 20m, so ist seine Nachfrage = 80c + 20v, also der Wertigkeit nach betrachtet 1/6 kleiner als seine Zufuhr. Je größer der Prozentsatz der von ihm produzierten Masse m (die Profitrate), um so kleiner wird seine Nachfrage im Verhältnis zu seiner Zufuhr. Obgleich die Nachfrage des Kapitalisten nach Arbeitskraft, und daher indirekt nach notwendigen Lebensmitteln, mit dem Fortschritt der Produktion fortschreitend kleiner wird als seine Nachfrage nach Produktionsmitteln, so ist andrerseits nicht zu vergessen, daß seine Nachfrage nach Pm stets kleiner ist als sein Kapital, tagaus, tagein gerechnet. Seine Nachfrage nach Produktionsmitteln muß also immer minderwertig sein als das Warenprodukt des mit gleichem Kapital und unter sonst gleichen Umständen arbeitenden Kapitalisten, der ihm diese Produktionsmittel liefert. Daß das viele Kapitalisten sind und nicht einer, ändert nichts an der Sache. Gesetzt, sein Kapital sei 1.000 Pfd.St., der konstante Teil desselben 800 Pfd.St.; so ist seine Nachfrage an ihre Gesamtheit = 800 Pfd.St.; zusammen liefern sie per 1.000 Pfd.St. (wie viel davon auf jeden einzelnen unter ihnen falle und welchen Teil auch das auf jeden fallende Quantum von seinem Gesamtkapital bilde), bei gleicher Profitrate, Produktionsmittel zum Werte von 1.200 Pfd.St.; also seine Nachfrage deckt nur 2/3 ihrer Zufuhr, während seine eigne Gesamtnachfrage nur = 4/5 seiner eignen Zufuhr ist, der Wertgröße nach betrachtet.
Wir müssen jetzt noch beiläufig die Betrachtung des Umschlags vorausnehmen. Gesetzt, sein Gesamtkapital sei 5.000 Pfd.St., wovon 4.000 Pfd.St. fix und 1.000 Pfd.St. zirkulierend; diese 1.000 = 800c + 200v nach obiger Annahme. Sein zirkulierendes Kapital muß fünfmal im Jahre umschlagen, damit sein Gesamtkapital einmal im Jahre umschlage; sein Warenprodukt ist dann 6.000 Pfd.St., also um 1.000 Pfd.St. größer als sein vorgeschoßnes Kapital, was wieder dasselbe Verhältnis von Mehrwert ergibt wie oben:
5.000 C : 1.000m = 100(c + v) : 20m. Dieser Umschlag ändert also nichts am Verhältnis seiner Gesamtnachfrage zu seiner Gesamtzufuhr, die erstre bleibt 1/5 kleiner als die letztre.
Sein fixes Kapital sei zu erneuern in 10 Jahren. Er amortisiert also jährlich 1/10 = 400 Pfd.St. Dadurch hat er nur noch Wert von 3.600 Pfd.St. in fixem Kapital + 400 Pfd.St. in Geld. Soweit Reparaturen nötig, und diese nicht über das Durchschnittsmaß gehn, sind sie nichts als Kapitalanlage, die er erst nachträglich macht. Wir können die Sache so betrachten, als habe er die Reparaturkosten gleich eingerechnet bei der Wertschätzung seines Anlagekapitals, soweit dies ins jährliche Warenprodukt eingeht, so daß sie einbegriffen sind in dem 1/10 Amortisierung. (Ist in der Tat sein Reparaturbedürfnis unter dem Durchschnitt, so ist das ein Schnitt für ihn, ganz wie sein Schaden, wenn über. Dies gleicht sich aber aus für die ganze Klasse der in demselben Industriezweig beschäftigten Kapitalisten.) Jedenfalls, obgleich bei einmaligem Umschlag seines Gesamtkapitals im Jahr seine jährliche Nachfrage = 5.000 Pfd.St. bleibt, gleich seinem ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert, so nimmt sie zu mit Bezug auf den zirkulierenden Teil des Kapitals, während sie mit Bezug auf den fixen Teil desselben beständig abnimmt.
Kommen wir nun zur Reproduktion. Gesetzt, der Kapitalist verzehre den ganzen Mehrwert g und setze nur die ursprüngliche Kapitalgröße C wieder in produktives Kapital um. Jetzt ist die Nachfrage des Kapitalisten gleichwertig mit seiner Zufuhr. Aber nicht mit Bezug auf die Bewegung seines Kapitals; sondern als Kapitalist übt er nur Nachfrage aus nach 4/5 seiner Zufuhr (der Wertgröße nach); 1/5 verzehrt er als Nichtkapitalist, nicht in seiner Funktion als Kapitalist, sondern für sein Privatbedürfnis oder Vergnügen.
Seine Rechnung ist dann prozentig gerechnet:
als Kapitalist Nachfrage = 100, Zufuhr = 120
als Lebemann Nachfrage = 20, Zufuhr = ---
--------------------------------------------
Summa Nachfrage = 120, Zufuhr = 120
Diese Voraussetzung ist gleich Voraussetzung der Nichtexistenz der kapitalistischen Produktion und daher der Nichtexistenz des industriellen Kapitalisten selbst. Denn der Kapitalismus ist schon in der Grundlage aufgehoben durch die Voraussetzung, daß der Genuß als treibendes Motiv wirkt, nicht die Bereicherung selbst.
Sie ist aber auch technisch unmöglich. Der Kapitalist muß nicht nur ein Reservekapital bilden gegen Preisschwankungen und um die günstigsten Konjunkturen für Kauf und Verkauf abwarten zu können; er muß Kapital akkumulieren, um damit die Produktion auszudehnen und die technischen Fortschritte seinem produktiven Organismus einzuverleiben.
Um Kapital zu akkumulieren, muß er zunächst einen Teil des Mehrwerts in Geldform, der ihm aus der Zirkulation zufloß, der Zirkulation entziehn, als Schatz anwachsen lassen, bis dieser die zur Ausdehnung des alten Geschäfts oder Eröffnung eines Nebengeschäfts erforderlichen Dimensionen angenommen hat. Solange die Schatzbildung dauert, vermehrt sie die Nachfrage des Kapitalisten nicht; das Geld ist immobilisiert: es entzieht dem Warenmarkt kein Äquivalent in Ware für das Geldäquivalent, das es ihm für zugeführte Ware entzogen hat.
Vom Kredit wird hier abgesehn; und zum Kredit gehört, wenn der Kapitalist z.B., das Geld, im Maß wie es sich aufhäuft, bei einer Bank auf laufende Rechnung gegen Zinsen deponiert.
Fünftes Kapitel. Die Umlaufszeit9
Die Bewegung des Kapitals durch die Produktionssphäre und die zwei Phasen der Zirkulationssphäre vollzieht sich, wie man gesehn, in einer zeitlichen Reihenfolge. Die Dauer seines Aufenthalts in der Produktionssphäre bildet seine Produktionszeit, die in der Zirkulationssphäre seine Zirkulations- oder Umlaufszeit. Die Gesamtzeit, worin es seinen Kreislauf beschreibt, ist daher gleich der Summe von Produktionszeit und Umlaufszeit.
Die Produktionszeit umschließt natürlich die Periode des Arbeitsprozesses, aber sie ist nicht von ihr umschlossen. Zunächst erinnert man sich, daß ein Teil des konstanten Kapitals in Arbeitsmitteln, wie Maschinen, Baulichkeiten usw., existiert, die bis an ihr Lebensende in denselben stets neu wiederholten Arbeitsprozessen dienen. Periodische Unterbrechung des Arbeitsprozesses, nachts z.B., unterbricht zwar die Funktion dieser Arbeitsmittel, aber nicht ihren Aufenthalt in der Produktionsstätte. Ihr gehören sie an, nicht nur während sie fungieren, sondern auch während sie nicht fungieren. Andrerseits muß der Kapitalist einen bestimmten Vorrat von Rohmaterial und Hilfsstoffen bereithalten, damit der Produktionsprozeß auf vorher bestimmter Stufenleiter während kürzrer oder längrer Abschnitte vorgehe, ohne von den Zufällen täglicher Zufuhr vom Markt abzuhängen. Dieser Vorrat von Rohstoffen usw. wird nur nach und nach produktiv konsumiert. Es findet daher Differenz statt zwischen seiner Produktionszeit10 und seiner Funktionszeit. Die Produktionszeit der Produktionsmittel überhaupt umfaßt also 1. die Zeit, während deren sie als Produktionsmittel fungieren, also im Produktionsprozesse dienen, 2. die Pausen, während deren der Produktionsprozeß, also auch die Funktion der ihm einverleibten Produktionsmittel unterbrochen ist, 3. die Zeit, während deren sie zwar als Bedingungen des Prozesses bereitliegen, also schon produktives Kapital darstellen, aber noch nicht in den Produktionsprozeß eingegangen sind.
Die bisher betrachtete Differenz ist jedesmal Differenz zwischen der Aufenthaltszeit des produktiven Kapitals in der Produktionssphäre und derjenigen im Produktionsprozeß. Aber der Produktionsprozeß selbst kann Unterbrechungen des Arbeitsprozesses und daher der Arbeitszeit bedingen; Zwischenräume, worin der Arbeitsgegenstand der Einwirkung physischer Prozesse ohne weitre Zutat menschlicher Arbeit anheimgegeben wird. Der Produktionsprozeß, daher die Funktion der Produktionsmittel, dauert fort in diesem Fall, obgleich der Arbeitsprozeß, und daher die Funktion der Produktionsmittel als Arbeitsmittel, unterbrochen ist. So z.B. das Korn, das gesät ist, der Wein, der im Keller gärt, Arbeitsmaterial vieler Manufakturen, wie z.B. Gerbereien, das chemischen Prozessen anheimfällt. Die Produktionszeit ist hier größer als die Arbeitszeit. Die Differenz beider besteht in einem Überschuß der Produktionszeit über die Arbeitszeit. Dieser Überschuß beruht stets darauf, daß produktives Kapital sich latent in der Produktionssphäre befindet, ohne im Produktionsprozeß selbst zu fungieren, oder daß es im Produktionsprozeß fungiert, ohne sich im Arbeitsprozeß zu befinden.
Der Teil des latenten produktiven Kapitals, der nur als Bedingung für den Produktionsprozeß bereitliegt, wie Baumwolle, Kohle usw. in der Spinnerei, wirkt weder als Produkt- noch Wertbildner. Er ist brachliegendes Kapital, obgleich seine Brache eine Bedingung für den ununterbrochnen Fluß des Produktionsprozesses bildet. Die Baulichkeiten, Apparate etc., nötig um als Behälter des produktiven Vorrats (des latenten Kapitals) zu dienen, sind Bedingungen des Produktionsprozesses und bilden daher Bestandteile des vorgeschoßnen produktiven Kapitals. Sie erfüllen ihre Funktion als Bewahrer der produktiven Bestandteile im vorläufigen Stadium. Soweit Arbeitsprozesse in diesem Stadium nötig sind, verteuern sie das Rohmaterial etc., sind aber produktive Arbeiten und bilden Mehrwert, weil ein Teil dieser Arbeit, wie aller andren Lohnarbeit, nicht bezahlt wird. Die normalen Unterbrechungen des ganzen Produktionsprozesses, also die Intervalle, worin das produktive Kapital nicht fungiert, produzieren weder Wert noch Mehrwert. Daher das Bestreben, auch nachts arbeiten zu lassen. (Buch I, Kap. VIII, 4.) - Die Intervalle in der Arbeitszeit, die der Arbeitsgegenstand während des Produktionsprozesses selbst durchmachen muß, bilden weder Wert noch Mehrwert; aber fördern das Produkt, bilden einen Teil in dessen Leben, einen Prozeß, den es durchmachen muß. Der Wert der Apparate etc. wird auf das Produkt übertragen im Verhältnis zu der ganzen Zeit, während deren sie fungieren; das Produkt ist durch die Arbeit selbst in dies Stadium gesetzt, und der Gebrauch dieser Apparate ist ebensosehr Bedingung der Produktion, wie das Zerstäuben eines Teils der Baumwolle, der nicht ins Produkt eingeht, aber doch seinen Wert auf es überträgt. Der andre Teil des latenten Kapitals, wie die Baulichkeiten, Maschinen usw., d.h. die Arbeitsmittel, deren Funktion nur durch die regelmäßigen Pausen des Produktionsprozesses unterbrochen ist - unregelmäßige Unterbrechungen infolge von Einschränkung der Produktion, Krisen usw. sind reine Verluste -, setzt Wert zu, ohne in die Produktbildung einzugehn; der Gesamtwert, den er dem Produkt zusetzt, ist durch seine Durchschnittsdauer bestimmt; er verliert Wert, weil Gebrauchswert, sowohl in der Zeit, worin er fungiert, als auch in der Zeit, worin er nicht fungiert.
Endlich der Wert des konstanten Kapitalteils, der im Produktionsprozeß kontinuiert, obgleich der Arbeitsprozeß unterbrochen ist, erscheint wieder im Resultat des Produktionsprozesses. Durch die Arbeit selbst sind die Produktionsmittel hier unter Bedingungen gestellt, innerhalb deren sie von selbst gewisse Naturprozesse durchlaufen, deren Resultat ein bestimmter Nutzeffekt oder eine veränderte Form ihres Gebrauchswerts. Die Arbeit überträgt den Wert der Produktionsmittel immer auf das Produkt, soweit sie dieselben wirklich zweckgemäß als Produktionsmittel verzehrt. Hieran wird nichts geändert, ob die Arbeit, zur Hervorbringung dieses Effekts, kontinuierlich vermittelst der Arbeitsmittel auf den Arbeitsgegenstand wirken muß, oder ob sie nur den Anstoß zu geben braucht, indem sie die Produktionsmittel unter Bedingungen stellt, wodurch ohne weitre Mittat der Arbeit die Produktionsmittel von selbst, infolge von Naturprozessen, die beabsichtigte Veränderung erleiden.
Welches immer der Grund des Überschusses der Produktionszeit über die Arbeitszeit - sei es, daß Produktionsmittel nur latentes produktives Kapital bilden, also sich noch in einer Vorstufe zum wirklichen Produktionsprozeß befinden, oder daß innerhalb des Produktionsprozesses durch dessen Pausen ihre eigne Funktion unterbrochen wird, oder daß endlich der Produktionsprozeß selbst Unterbrechungen des Arbeitsprozesses bedingt -, in keinem dieser Fälle fungieren die Produktionsmittel als Arbeitseinsauger. Saugen sie keine Arbeit ein, so auch keine Mehrarbeit. Es findet daher keine Verwertung des produktiven Kapitals statt, solange es sich in dem Teil seiner Produktionszeit befindet, der überschüssig über die Arbeitszeit ist, so unzertrennlich auch die Vollführung des Verwertungsprozesses von diesen seinen Pausen sein mag. Es ist klar, daß je mehr Produktionszeit und Arbeitszeit sich decken, um so größer die Produktivität und Verwertung eines gegebnen produktiven Kapitals in gegebnem Zeitraum. Daher die Tendenz der kapitalistischen Produktion, den Überschuß der Produktionszeit über die Arbeitszeit möglichst zu verkürzen. Obgleich aber die Produktionszeit des Kapitals von seiner Arbeitszeit abweichen mag, so umschließt sie stets dieselbe, und ist der Überschuß selbst Bedingung des Produktionsprozesses. Die Produktionszeit ist also stets die Zeit, während deren das Kapital Gebrauchswerte produziert und sich selbst verwertet, daher als produktives Kapital fungiert, obgleich sie Zeit einschließt, worin es entweder latent ist oder auch produziert, ohne sich zu verwerten.
Innerhalb der Zirkulationssphäre haust das Kapital als Warenkapital und Geldkapital. Seine beiden Zirkulationsprozesse bestehn darin, sich aus der Warenform in Geldform und aus Geldform in Warenform zu verwandeln. Der Umstand, daß die Verwandlung der Ware in Geld hier zugleich Realisation des der Ware einverleibten Mehrwerts, und daß die Verwandlung des Geldes in Ware zugleich Verwandlung oder Rückverwandlung des Kapitalwerts in die Gestalt seiner Produktionselemente ist, ändert durchaus nichts daran, daß diese Prozesse, als Zirkulationsprozesse, Prozesse der einfachen Warenmetamorphose sind.
Umlaufszeit und Produktionszeit schließen sich wechselseitig aus. Während seiner Umlaufszeit fungiert das Kapital nicht als produktives Kapital und produziert daher weder Ware noch Mehrwert. Betrachten wir den Kreislauf in der einfachsten Form, so daß der gesamte Kapitalwert jedesmal auf einen Schlag aus der einen Phase in die andre tritt, so ist handgreiflich, daß der Produktionsprozeß unterbrochen ist, also auch die Selbstverwertung des Kapitals, solange seine Umlaufszeit dauert, und daß je nach deren Länge die Erneuerung des Produktionsprozesses rascher oder träger sein wird. Durchlaufen dagegen die verschiednen Teile des Kapitals den Kreislauf nacheinander, so daß der Kreislauf des gesamten Kapitalwerts sich sukzessive im Kreislauf seiner verschiednen Portionen vollzieht, so ist klar, daß je länger der beständige Aufenthalt seiner aliquoten Teile in der Zirkulationssphäre, um so kleiner sein beständig in der Produktionssphäre fungierender Teil sein muß. Die Expansion und Kontraktion der Umlaufszeit wirkt daher als negative Schranke auf die Kontraktion oder Expansion der Produktionszeit oder des Umfangs, worin ein Kapital von gegebner Größe als produktives Kapital fungiert. Je mehr die Zirkulationsmetamorphosen des Kapitals nur ideell sind, d.h. je mehr die Umlaufszeit = 0 wird oder sich Null nähert, um so mehr fungiert das Kapital, um so größer wird seine Produktivität und Selbstverwertung. Arbeitet ein Kapitalist z.B. auf Bestellung, so daß er bei Lieferung des Produkts Zahlung erhält, und erfolgt die Zahlung in seinen eignen Produktionsmitteln, so nähert sich die Zirkulationszeit Null.
Die Umlaufszeit des Kapitals beschränkt also überhaupt seine Produktionszeit und daher seinen Verwertungsprozeß. Und zwar beschränkt sie denselben im Verhältnis zu ihrer Dauer. Diese kann aber sehr verschieden zu- oder abnehmen, und daher in sehr verschiednem Grad die Produktionszeit des Kapitals beschränken. Was aber die politische Ökonomie sieht, ist das, was erscheint, nämlich die Wirkung der Umlaufszeit auf den Verwertungsprozeß des Kapitals überhaupt. Sie faßt diese negative Wirkung als positive auf, weil ihre Folgen positiv sind. Sie haftet um so mehr an diesem Schein fest, als er den Beweis zu liefern scheint, daß das Kapital eine, von seinem Produktionsprozeß und daher von der Exploitation der Arbeit unabhängige mystische Quelle der Selbstverwertung besitzt, die ihm aus der Zirkulationssphäre zufließt. Wir werden später sehn, wie selbst die wissenschaftliche Ökonomie sich durch diesen Schein täuschen läßt. Er wird, wie sich ebenfalls zeigen wird, befestigt durch verschiedne Phänomene: 1. die kapitalistische Berechnungsweise des Profits, worin der negative Grund als positiver figuriert, indem für Kapitale in verschiednen Anlagesphären, wo nur die Umlaufszeit verschieden, längre Umlaufszeit als Grund der Preiserhöhung wirkt, kurz, als einer der Gründe in der Ausgleichung der Profite. 2. Die Umlaufszeit bildet nur ein Moment der Umschlagszeit; letztre aber schließt die Produktionszeit resp. Reproduktionszeit ein. Was der letztren geschuldet, scheint der Umlaufszeit geschuldet. 3. Der Umsatz der Waren in variables Kapital (Arbeitslohn) ist bedingt durch ihre vorherige Verwandlung in Geld. Bei der Kapitalakkumulation geht also der Umsatz in zuschüssiges variables Kapital in der Zirkulationssphäre vor, oder während der Umlaufszeit. Die damit gegebene Akkumulation scheint daher der letztren geschuldet.
Innerhalb der Zirkulationssphäre durchläuft das Kapital - ob in der einen oder andren Reihenfolge - die zwei entgegengesetzten Phasen W – G und G – W. Seine Umlaufszeit zerfällt also auch in zwei Teile, die Zeit, die es braucht, um sich aus Ware in Geld, und die Zeit, die es braucht, um sich aus Geld in Ware zu verwandeln. Man weiß bereits aus der Analyse der einfachen Warenzirkulation (Buch I, Kap. III), daß W – G, der Verkauf, der schwierigste Teil seiner Metamorphose ist und daher, unter gewöhnlichen Umständen, von der Umlaufszeit den größren Teil bildet. Als Geld befindet sich der Wert in seiner stets umsetzbaren Form. Als Ware muß er erst durch Verwandlung in Geld diese Gestalt unmittelbarer Austauschbarkeit und daher stets schlagfertiger Wirksamkeit erhalten. Indes handelt es sich beim Zirkulationsprozeß des Kapitals in seiner Phase G – W um seine Verwandlung in Waren, die bestimmte Elemente des produktiven Kapitals in einer gegebnen Anlage bilden. Die Produktionsmittel sind vielleicht nicht auf dem Markt vorhanden, sondern müssen erst produziert werden, oder sie sind von entlegnen Märkten zu beziehn, oder es finden Ausfälle in ihrer gewöhnlichen Zufuhr statt, Preiswechsel usw., kurz, eine Masse von Umständen, die in dem einfachen Formwechsel G – W nicht erkennbar sind, aber auch für diesen Teil der Zirkulationsphase bald mehr, bald weniger Zeit beanspruchen. Wie W – G und G – W zeitlich, können sie auch räumlich getrennt sein, Kaufmarkt und Verkaufmarkt räumlich verschiedne Märkte sein. Bei Fabriken z.B. sind Einkäufer und Verkäufer sogar häufig getrennte Personen. Die Zirkulation ist ebenso notwendig bei der Warenproduktion wie die Produktion selbst, also die Zirkulationsagenten ebenso nötig wie die Produktionsagenten. Der Reproduktionsprozeß schließt beide Funktionen des Kapitals ein, also auch die Notwendigkeit der Vertretung dieser Funktionen, sei es durch den Kapitalisten selbst, sei es durch Lohnarbeiter, Agenten desselben. Dies ist aber ebensowenig ein Grund, die Zirkulationsagenten mit den Produktionsagenten zu verwechseln, als es ein Grund ist, die Funktionen von Warenkapital und Geldkapital mit denen von produktivem Kapital zu verwechseln. Die Zirkulationsagenten müssen bezahlt werden durch die Produktionsagenten. Wenn aber Kapitalisten, die untereinander kaufen und verkaufen, durch diesen Akt weder Produkte noch Wert schaffen, so ändert sich das nicht, wenn der Umfang ihres Geschäfts sie befähigt und nötigt, diese Funktion auf andre abzuwälzen. In manchen Geschäften werden Einkäufer und Verkäufer durch Tantieme am Profit bezahlt. Die Phrase, daß sie durch die Konsumenten bezahlt werden, hilft nichts. Die Konsumenten können nur zahlen, soweit sie sich selbst als Agenten der Produktion ein Äquivalent in Waren produzieren oder sich solches von den Produktionsagenten aneignen, sei es auf Rechtstitel hin (als deren Associés usw.), sei es durch persönliche Dienste.
Es besteht ein Unterschied zwischen W – G und G – W, der nichts mit der Formverschiedenheit von Ware und Geld zu tun hat, sondern aus dem kapitalistischen Charakter der Produktion entspringt. An und für sich sind sowohl W – G als G – W bloße Übersetzungen von gegebnem Wert aus einer Form in die andre. Aber W′ – G′ ist zugleich Realisierung des in W′ enthaltnen Mehrwerts. Nicht so G – W. Daher ist der Verkauf wichtiger als der Kauf. G – W ist unter normalen Bedingungen notwendiger Akt für Verwertung des in G ausgedrückten Werts, aber es ist nicht Realisierung von Mehrwert; es ist Einleitung zu seiner Produktion, nicht Nachtrag dazu.
Für die Zirkulation des Warenkapitals W′ – G′ sind bestimmte Schranken durch die Existenzform der Waren selbst, ihr Dasein als Gebrauchswerte gezogen. Sie sind von Natur vergänglich. Gehn sie also innerhalb gewisser Frist nicht in die produktive oder individuelle Konsumtion ein, je nach ihrer Bestimmung, werden sie, in andren Worten, nicht in bestimmter Zeit verkauft, so verderben sie und verlieren mit ihrem Gebrauchswert die Eigenschaft, Träger des Tauschwerts zu sein. Der in ihnen enthaltene Kapitalwert, resp. der ihm angewachsne Mehrwert, geht verloren. Die Gebrauchswerte bleiben nur Träger des perennierenden und sich verwertenden Kapitalwerts, soweit sie beständig erneuert und reproduziert, durch neue Gebrauchswerte derselben oder andrer Art ersetzt werden. Ihr Verkauf in ihrer fertigen Warenform, also ihr durch denselben vermitteltes Eingehn in die produktive oder individuelle Konsumtion, ist aber die stets sich erneuernde Bedingung ihrer Reproduktion. Sie müssen innerhalb bestimmter Zeit ihre alte Gebrauchsform wechseln, um in einer neuen fortzuexistieren. Der Tauschwert erhält sich nur durch diese beständige Erneuerung seines Körpers. Die Gebrauchswerte verschiedner Waren verderben rascher oder langsamer; es kann also mehr oder weniger Zwischenzeit zwischen ihrer Produktion und ihrer Konsumtion verstreichen; sie können also, ohne zugrunde zu gehn, kürzer oder länger in der Zirkulationsphase W – G als Warenkapital ausharren, kürzre oder längre Umlaufszeit als Waren ertragen. Die Grenze der Umlaufszeit des Warenkapitals durch den Verderb des Warenkörpers selbst ist die absolute Grenze dieses Teils der Umlaufszeit oder der Umlaufszeit, die das Warenkapital qua Warenkapital beschreiben kann. Je vergänglicher eine Ware, je unmittelbarer nach ihrer Produktion sie daher verzehrt, also auch verkauft werden muß, desto geringrer Entfernung von ihrem Produktionsort ist sie fähig, desto enger also ihre räumliche Zirkulationssphäre, desto lokalerer Natur ihr Absatzmarkt. Je vergänglicher daher eine Ware, je größer durch ihre physische Beschaffenheit die absolute Schranke ihrer Umlaufszeit als Ware, desto weniger eignet sie sich zum Gegenstand der kapitalistischen Produktion. Letztrer kann sie nur anheimfallen an volkreichen Plätzen, oder im Maß, wie die lokalen Abstände durch Entwicklung der Transportmittel zusammenrücken. Die Konzentration der Produktion eines Artikels in wenigen Händen und an einem volkreichen Platz kann aber relativ großen Markt auch für solche Artikel schaffen, wie z.B. bei großen Bierbrauereien, Milchereien usw.
Sechstes Kapitel. Die Zirkulationskosten
I. Reine Zirkulationskosten
1. Kauf- und Verkaufszeit
Die Formverwandlungen des Kapitals aus Ware in Geld und aus Geld in Ware sind zugleich Händel des Kapitalisten, Akte des Kaufs und Verkaufs. Die Zeit, worin diese Formverwandlungen des Kapitals sich vollziehn, sind subjektiv, vom Standpunkt des Kapitalisten, Verkaufszeit und Kaufzeit, die Zeit, während deren er auf dem Markt als Verkäufer und Käufer fungiert. Wie die Umlaufszeit des Kapitals einen notwendigen Abschnitt seiner Reproduktionszeit bildet, so bildet die Zeit, während deren der Kapitalist kauft und verkauft, sich auf dem Markt herumtreibt, einen notwendigen Abschnitt seiner Funktionszeit als Kapitalist, d.h. als personifiziertes Kapital. Sie bildet Teil seiner Geschäftszeit.
{Da angenommen wurde, daß die Waren zu ihren Werten gekauft und verkauft werden, so handelt es sich bei diesen Vorgängen nur um die Umsetzung desselben Werts aus einer Form in die andre, aus Warenform in Geldform, und aus Geldform in Warenform - um eine Zustandsänderung. Werden die Waren zu ihren Werten verkauft, so bleibt die Wertgröße in der Hand sowohl des Käufers wie des Verkäufers unverändert; nur seine Daseinsform hat sich verändert. Werden die Waren nicht zu ihren Werten verkauft, so bleibt die Summe der umgesetzten Werte unverändert; was auf der einen Seite plus, ist auf der andern minus.
Die Metamorphosen W – G und G – W sind aber Händel, die zwischen Käufer und Verkäufer vorgehn; sie brauchen Zeit, um handelseinig zu werden, um so mehr, als hier ein Kampf vorgeht, worin jede Seite die andre übervorteilen sucht, und sich Geschäftsleute gegenüberstehn, so: "when Greek meets Greek then comes the tug of war". Die Zustandsänderung kostet Zeit und Arbeitskraft, aber nicht um Wert zu schaffen, sondern um die Umsetzung des Werts aus einer Form in die andre hervorzubringen, wobei der wechselseitige Versuch, bei dieser Gelegenheit ein überschüssiges Quantum Wert sich anzueignen, nichts ändert. Diese Arbeit, vergrößert durch die beiderseitigen böswilligen Absichten, schafft so wenig Wert, wie die Arbeit, die bei einem gerichtlichen Prozeß stattfindet, die Wertgröße des streitigen Objekts vermehrt. Es verhält sich mit dieser Arbeit - die ein notwendiges Moment des kapitalistischen Produktionsprozesses in seiner Totalität, wo er auch die Zirkulation einschließt, oder von ihr eingeschlossen wird - wie etwa mit der Verbrennungsarbeit eines Stoffs, der zur Erzeugung von Wärme verwandt wird. Diese Verbrennungsarbeit erzeugt keine Wärme, obgleich sie ein notwendiges Moment des Verbrennungsprozesses ist. Um z.B. Kohle als Heizmaterial zu verbrauchen, muß ich sie mit Sauerstoff verbinden und dazu sie aus dem festen in den gasförmigen Zustand überführen (denn im Kohlensäuregas, dem Resultat der Verbrennung, ist die Kohle im Gaszustand), also eine physikalische Daseinsform- oder Zustandsveränderung bewirken. Die Lostrennung der Kohlenstoffmoleküle, die zu einem festen Ganzen verbunden sind, und die Zersprengung des Kohlenstoffmoleküls selbst in seine einzelnen Atome, muß der Neuverbindung vorhergehn, und dies kostet einen gewissen Kraftaufwand, der sich also nicht in Wärme verwandelt, sondern von dieser abgeht. Sind die Warenbesitzer daher keine Kapitalisten, sondern selbständige unmittelbare Produzenten, so ist die zu Kauf und Verkauf verwendete Zeit ein Abzug von ihrer Arbeitszeit, und suchten sie daher stets (im Altertum wie im Mittelalter) solche Operationen auf Festtage zu verlegen.
Die Dimensionen, die der Warenumsatz in den Händen der Kapitalisten annimmt, können natürlich diese, keinen Wert schaffende, sondern nur Formwechsel des Werts vermittelnde Arbeit nicht in wertschaffende verwandeln. Ebensowenig kann das Mirakel dieser Transsubstantiation durch eine Transposition vorgehn, d.h. dadurch, daß die industriellen Kapitalisten, statt selbst jene "Verbrennungsarbeit" zu vollziehn, sie zum ausschließlichen Geschäft dritter von ihnen bezahlter Personen machen. Diese dritten Personen werden ihnen natürlich nicht aus Liebe für ihre beaux yeux ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Dem Rentenkollekteur eines Grundbesitzers oder dem Hausknecht einer Bank ist es ebenfalls gleichgültig, daß ihre Arbeit die Wertgröße weder der Rente, noch der zu einer andern Bank sackweise getragnen Goldstücke um einen Deut vermehrt.}11
Für den Kapitalisten, der andre für sich arbeiten läßt, wird Kauf und Verkauf eine Hauptfunktion. Da er das Produkt vieler auf größrem gesellschaftlichen Maßstab aneignet, so hat er es auch auf solchem zu verkaufen und später wieder aus Geld in die Produktionselemente zurückzuverwandeln. Nach wie vor schafft Kauf- und Verkaufszeit keinen Wert. Eine Illusion kommt herein durch die Funktion des Kaufmannskapitals. Aber, ohne hier noch näher darauf einzugehn, ist so viel von vornherein klar: Wenn durch Teilung der Arbeit eine Funktion, die an und für sich unproduktiv, aber ein notwendiges Moment der Reproduktion ist, aus einer Nebenverrichtung vieler in die ausschließliche Verrichtung weniger verwandelt wird, in ihr besondres Geschäft, so verwandelt sich nicht der Charakter der Funktion selbst. Ein Kaufmann (hier als bloßer Agent der Formverwandlung der Waren, als bloßer Käufer und Verkäufer betrachtet) mag durch seine Operationen die Kauf- und Verkaufszeit für viele Produzenten abkürzen. Er ist dann als eine Maschine zu betrachten, die nutzlosen Kraftaufwand vermindert oder Produktionszeit freisetzen hilft.12
Wir wollen, um die Sache zu vereinfachen (da wir erst später den Kaufmann als Kapitalisten und das Kaufmannskapital betrachten), annehmen, dieser Agent zum Kaufen und Verkaufen sei ein Mann, der seine Arbeit verkauft. Er verausgabt seine Arbeitskraft und seine Arbeitszeit in diesen Operationen W – G und G – W. Und er lebt daher davon, wie ein andrer z.B. vom Spinnen oder Pillendrehn. Er verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozeß selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein andrer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive Funktion in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. Es wäre ein Wunder, wenn dergleichen Verwandlung durch solche Übertragung der Funktion bewerkstelligt werden könnte. Sein Nutzen besteht vielmehr darin, daß ein geringrer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Funktion gebunden wird. Noch mehr. Wir wollen annehmen, er sei bloßer Lohnarbeiter, meinetwegen besser bezahlter. Welches immer seine Zahlung, als Lohnarbeiter arbeitet er einen Teil seiner Zeit umsonst. Er erhält vielleicht täglich das Wertprodukt von acht Arbeitsstunden und fungiert während zehn. Die zwei Stunden Mehrarbeit, die er verrichtet, produzieren ebensowenig Wert wie seine acht Stunden notwendige Arbeit, obgleich vermittelst dieser letztren ein Teil des gesellschaftlichen Produkts auf ihn übertragen wird. Erstens wird nach wie vor, gesellschaftlich betrachtet, eine Arbeitskraft während zehn Stunden in dieser bloßen Zirkulationsfunktion vernutzt. Sie ist für nichts andres verwendbar, nicht für produktive Arbeit. Zweitens aber zahlt die Gesellschaft diese zwei Stunden Mehrarbeit nicht, obgleich sie von dem Individuum, das sie verrichtet, verausgabt werden. Die Gesellschaft eignet sich dadurch kein überschüssiges Produkt oder Wert an. Aber die Zirkulationskosten, die er repräsentiert, vermindern sich um ein Fünftel, von zehn Stunden auf acht. Die Gesellschaft zahlt kein Äquivalent für ein Fünftel dieser aktiven Zirkulationszeit, deren Agent er ist. Ist es aber der Kapitalist, der diesen Agenten anwendet, so vermindern sich durch Nichtzahlung der zwei Stunden die Zirkulationskosten seines Kapitals, die einen Abzug von seiner Einnahme bilden. Für ihn ist es ein positiver Gewinn, weil sich die negative Schranke der Verwertung seines Kapitals enger zieht. Solange kleine selbständige Warenproduzenten einen Teil ihrer eignen Zeit in Kauf und Verkauf verausgaben, stellt sich dies nur dar entweder als Zeit, verausgabt in den Intervallen ihrer produktiven Funktion, oder als Abbruch an ihrer Produktionszeit.
Unter allen Umständen ist die hierauf verwandte Zeit eine Zirkulationskost, die den umgesetzten Werten nichts zuführt. Es ist die Kost, erforderlich, sie aus Warenform in Geldform zu übersetzen. Soweit der kapitalistische Warenproduzent als Zirkulationsagent erscheint, unterscheidet er sich vom unmittelbaren Warenproduzenten nur dadurch, daß er auf größrer Stufenleiter verkauft und kauft, und daher in größrem Umfang als Zirkulationsagent fungiert. Sobald der Umfang seines Geschäfts ihn aber zwingt oder befähigt, eigne Zirkulationsagenten als Lohnarbeiter zu kaufen (dingen), so ist das Phänomen der Sache nach nicht verändert. Arbeitskraft und Arbeitszeit muß zu gewissem Grad im Zirkulationsprozeß (soweit er bloße Formverwandlung) verausgabt werden. Aber dies erscheint jetzt als zusätzliche Kapitalauslage; ein Teil des variablen Kapitals muß ausgelegt werden im Ankauf dieser nur in der Zirkulation fungierenden Arbeitskräfte. Dieser Kapitalvorschuß schafft weder Produkt noch Wert. Er vermindert pro tanto den Umfang, worin das vorgeschoßne Kapital produktiv fungiert. Es ist dasselbe, als würde ein Teil des Produkts in eine Maschine verwandelt, welche den übrigen Teil des Produkts kauft und verkauft. Diese Maschine verursacht einen Abzug von Produkt. Sie wirkt nicht mit im Produktionsprozeß, obgleich sie die in der Zirkulation verausgabte Arbeitskraft etc. vermindern kann. Sie bildet bloß einen Teil der Zirkulationskosten.
2. Buchführung
Neben dem wirklichen Kaufen und Verkaufen wird Arbeitszeit verausgabt in der Buchführung, in die außerdem vergegenständlichte Arbeit eingeht, Feder, Tinte, Papier, Schreibpult, Bürokosten. Es wird also in dieser Funktion einerseits Arbeitskraft verausgabt, andrerseits Arbeitsmittel. Es verhält sich hiermit ganz wie mit der Kauf- und Verkaufszeit.
Als Einheit innerhalb seiner Kreisläufe, als prozessierender Wert, sei nun innerhalb der Produktionssphäre, sei es innerhalb der beiden Phasen der Zirkulationssphäre, existiert das Kapital nur ideell in der Gestalt des Rechengelds, zunächst im Kopf des Warenproduzenten, resp. kapitalistischen Warenproduzenten. Durch die Buchführung, welche auch die Preisbestimmung oder die Berechnung der Warenpreise (Preiskalkulation) einbegreift, wird diese Bewegung fixiert und kontrolliert. Die Bewegung der Produktion und namentlich der Verwertung - wobei die Waren nur als Wertträger figurieren, als Namen von Dingen, deren ideelles Wertdasein in Rechengeld fixiert ist - erhält so ein symbolisches Abbild in der Vorstellung. Solange der einzelne Warenproduzent entweder nur in seinem Kopf Buch führt (wie z.B. der Bauer; erst die kapitalistische Agrikultur produziert den Buch führenden Pächter) oder nur nebenbei, außerhalb seiner Produktionszeit, ein Buch über seine Ausgaben, Einnahmen, Zahlungstermine usw. führt, solange ist es handgreiflich, daß diese seine Funktion und die Arbeitsmittel, die er etwa dabei verbraucht, wie Papier usw., zusätzlichen Verbrauch von Arbeitszeit und Arbeitsmitteln darstellen, die notwendig sind, aber einen Abzug bilden sowohl an der Zeit, die er produktiv verbrauchen kann, wie an den Arbeitsmitteln, die im wirklichen Produktionsprozeß fungieren, in die Produkt- und Wertbildung eingehn.13 Die Natur der Funktion selbst verändert sich nicht, weder durch den Umfang, den sie dadurch erhält, daß sie in der Hand des kapitalistischen Warenproduzenten konzentriert wird und statt als Funktion vieler kleiner Warenproduzenten als die eines Kapitalisten, als Funktion innerhalb eines Produktionsprozesses auf großer Stufenleiter erscheint; noch durch ihre Losreißung von den produktiven Funktionen, von denen sie ein Beiwerk bildete, und durch ihre Verselbständigung als Funktion besondrer, ausschließlich mit ihr betrauter Agenten.
Die Teilung der Arbeit, die Verselbständigung einer Funktion, macht sie nicht produkt- und wertbildend, wenn sie es nicht an sich, also schon vor ihrer Verselbständigung ist. Legt ein Kapitalist sein Kapital neu an, so muß er einen Teil im Ankauf eines Buchhalters etc. und in Mitteln der Buchführung anlegen. Ist sein Kapital bereits in Funktion, in seinem beständigen Reproduktionsprozeß begriffen, so muß er einen Teil des Warenprodukts, vermittelst Verwandlung in Geld, beständig rückverwandeln in Buchhalter, Kommis u. dergl. Dieser Teil des Kapitals ist dem Produktionsprozeß entzogen und gehört zu den Zirkulationskosten, Abzügen am Gesamtertrag. (Eingeschlossen die Arbeitskraft selbst, die ausschließlich auf diese Funktion verwendet wird.)
Es findet jedoch ein gewisser Unterschied statt zwischen den aus der Buchführung entspringenden Kosten, resp. unproduktiven Verausgabung von Arbeitszeit einerseits und denen der bloßen Kauf- und Verkaufszeit andrerseits. Die letztren entspringen nur aus der bestimmten gesellschaftlichen Form des Produktionsprozesses, daraus, daß er Produktionsprozeß von Ware ist. Die Buchführung als Kontrolle und ideelle Zusammenfassung des Prozesses wird um so notwendiger, je mehr der Prozeß auf gesellschaftlicher Stufenleiter vorgeht und den rein individuellen Charakter verliert; also notwendiger in der kapitalistischen Produktion als in der zersplitterten des Handwerks- und Bauernbetriebs, notwendiger bei gemeinschaftlicher Produktion als bei kapitalistischer. Die Kosten der Buchführung reduzieren sich aber mit der Konzentration der Produktion und je mehr sie sich in gesellschaftliche Buchführung verwandelt.
Es handelt sich hier nur um den allgemeinen Charakter der Zirkulationskosten, die aus der bloßen formellen Metamorphose entspringen. Es ist hier überflüssig, auf alle ihre Detailformen einzugehn. Wie aber der reinen Formverwandlung des Werts angehörige, also aus der bestimmten gesellschaftlichen Form des Produktionsprozesses entspringende Formen, die bei dem individuellen Warenproduzenten nur verschwindende und kaum bemerkbare Momente sind, neben seinen produktiven Funktionen herlaufen oder sich mit ihnen verschlingen - wie diese als massenhafte Zirkulationskosten die Augen frappieren können, sieht man beim bloßen Einnehmen und Ausgeben von Geld, sobald es als ausschließliche Funktion von Banken etc. oder des Kassierers in individuellen Geschäften, verselbständigt und auf großer Stufenleiter konzentriert ist. Was festzuhalten, ist, daß diese Zirkulationskosten durch die veränderte Gestalt ihren Charakter nicht ändern.
3. Geld
Ob ein Produkt als Ware oder nicht als Ware produziert wird, es ist stets stoffliche Gestalt von Reichtum, Gebrauchswert, bestimmt, in die individuelle oder produktive Konsumtion einzugehn. Als Ware existiert sein Wert ideell im Preise, der an seiner wirklichen Gebrauchsgestalt nichts ändert. Daß aber bestimmte Waren, wie Gold und Silber, als Geld fungieren und als solche ausschließlich den Zirkulationsprozeß behausen (auch als Schatz, Reserve etc. bleiben sie, obwohl latent, in der Zirkulationssphäre), ist ein reines Produkt der bestimmten gesellschaftlichen Form des Produktionsprozesses, der Produktionsprozeß von Waren ist. Da auf Grundlage der kapitalistischen Produktion Ware die allgemeine Gestalt des Produkts wird, und die größte Masse des Produkts als Ware produziert wird und daher die Geldform annehmen muß, da also die Warenmasse, der als Ware fungierende Teil des gesellschaftlichen Reichtums fortwährend wächst - so nimmt hier auch der Umfang des als Zirkulationsmittel, Zahlungsmittel, Reserve etc. fungierenden Goldes und Silbers zu. Diese als Geld fungierenden Waren gehn weder in die individuelle noch in die produktive Konsumtion ein. Es ist gesellschaftliche Arbeit, in einer Form fixiert, worin sie als bloße Zirkulationsmaschine dient. Außerdem, daß ein Teil des gesellschaftlichen Reichtums in diese unproduktive Form gebannt ist, erheischt der Verschleiß des Geldes beständigen Ersatz desselben oder Umwandlung von mehr gesellschaftlicher Arbeit - in Produktform - in mehr Gold und Silber. Diese Ersatzkosten sind bei kapitalistisch entwickelten Nationen bedeutend, weil überhaupt der in Form des Gelds gebannte Teil des Reichtums umfangreich ist. Gold und Silber, als Geldwaren, bilden für die Gesellschaft Zirkulationskosten, die nur aus der gesellschaftlichen Form der Produktion entspringen. Es sind faux frais der Warenproduktion überhaupt, die mit der Entwicklung der Warenproduktion, und besonders der kapitalistischen Produktion, wachsen. Es ist ein Teil des gesellschaftlichen Reichtums, der dem Zirkulationsprozeß geopfert werden muß.14
II. Aufbewahrungskosten
Zirkulationskosten, die aus dem bloßen Formwechsel des Werts, aus der Zirkulation ideell betrachtet, hervorgehn, gehn nicht in den Wert der Waren ein. Die in ihnen verausgabten Kapitalteile bilden bloße Abzüge von dem produktiv verausgabten Kapital, soweit der Kapitalist betrachtet wird. Von andrer Natur sind die Zirkulationskosten, die wir jetzt betrachten. Sie können aus Produktionsprozessen entspringen, die nur in der Zirkulation fortgesetzt werden, deren produktiver Charakter also durch die Zirkulationsform nur versteckt ist. Sie können andrerseits, gesellschaftlich betrachtet, bloße Kosten, unproduktive Verausgabung, sei es lebendiger, sei es vergegenständlichter Arbeit sein, aber doch eben dadurch für den individuellen Kapitalisten wertbildend wirken, einen Zusatz zum Verkaufspreis seiner Ware bilden. Dies folgt schon daraus, daß diese Kosten in verschiednen Produktionssphären und stellenweise für verschiedne individuelle Kapitale innerhalb derselben Produktionssphäre verschieden sind. Durch ihren Zusatz zum Preis der Ware werden sie in dem Maß verteilt, worin sie auf die individuellen Kapitalisten fallen. Aber alle Arbeit, die Wert zusetzt, kann auch Mehrwert zusetzen und wird auf kapitalistischer Grundlage immer Mehrwert zusetzen, da der Wert, den sie bildet, von ihrer eignen Größe, der Mehrwert, den sie bildet, von dem Umfang abhängt, worin der Kapitalist sie bezahlt. Kosten also, die die Ware verteuern, ohne ihr Gebrauchswert zuzusetzen, für die Gesellschaft also zu den faux frais der Produktion gehören, können für den individuellen Kapitalisten Quelle der Bereicherung bilden. Andrerseits, soweit der Zusatz, den sie dem Preis der Ware hinzufügen, diese Zirkulationskosten nur gleichmäßig verteilt, hört ihr unproduktiver Charakter dadurch nicht auf. Z.B. Assekuranzgesellschaften verteilen die Verluste individueller Kapitalisten unter die Kapitalistenklasse. Dies verhindert jedoch nicht, daß die so ausgeglichnen Verluste nach wie vor, das gesellschaftliche Gesamtkapital betrachtet, Verluste sind.
1. Vorratbildung überhaupt
Während seines Daseins als Warenkapital oder seines Aufenthalts auf dem Markt, also solange es sich in dem Intervall befindet zwischen dem Produktionsprozeß, aus dem es herauskommt, und dem Konsumtionsprozeß, in den es eingeht, bildet das Produkt Warenvorrat. Als Ware auf dem Markt, und daher in der Gestalt des Vorrats, erscheint das Warenkapital doppelt in jedem Kreislauf, einmal als Warenprodukt des prozessierenden Kapitals selbst, dessen Kreislauf betrachtet wird; das andre Mal dagegen als Warenprodukt eines andren Kapitals, das sich auf dem Markt vorfinden muß, um gekauft und in produktives Kapital verwandelt zu werden. Allerdings ist es möglich, daß dies letztre Warenkapital erst auf Bestellung produziert wird. Dann findet Unterbrechung statt, solange bis es produziert ist. Der Fluß des Produktions- und Reproduktionsprozesses erheischt jedoch, daß eine Masse Waren (Produktionsmittel) sich beständig auf dem Markt vorfindet, also Vorrat bildet. Ebenso umfaßt das produktive Kapital den Ankauf der Arbeitskraft, und die Geldform ist hier nur die Wertform von Lebensmitteln, die der Arbeiter großenteils auf dem Markt vorfinden muß. Wir gehn im Fortgang dieses Paragraphen näher hierauf ein. Hier ist bereits dieser Punkt gewonnen. Stellen wir uns auf den Standpunkt des prozessierenden Kapitalwerts, der sich in Warenprodukt verwandelt hat und nun verkauft oder in Geld rückverwandelt werden muß, der also jetzt als Warenkapital auf dem Markt fungiert, so ist der Zustand, worin es Vorrat bildet, ein zweckwidriger unfreiwilliger Aufenthalt auf dem Markt. Je rascher verkauft, desto flüssiger der Reproduktionsprozeß. Der Aufenthalt in der Formverwandlung W′ – G′ hindert den realen Stoffwechsel, der im Kreislauf des Kapitals vorgehn muß, wie seine weitere Funktion als produktives Kapital. Andrerseits für G – W erscheint das beständige Vorhandensein der Ware auf dem Markt, der Warenvorrat, als Bedingung des Flusses des Reproduktionsprozesses wie der Anlage von neuem oder zusätzlichem Kapital.
Das Verharren des Warenkapitals als Warenvorrat auf dem Markt erheischt Baulichkeiten, Magazine, Reservoirs der Waren, Warenlager, also Auslage von konstantem Kapital; ebenso Zahlung von Arbeitskräften zur Einmagazinierung der Waren in ihre Reservoirs. Außerdem verderben die Waren und sind schädlichen elementaren Einflüssen ausgesetzt. Zum Schutz davor ist zusätzliches Kapital auszulegen, teils in Arbeitsmitteln, in gegenständlicher Form, teils in Arbeitskraft.15
Das Dasein des Kapitals in seiner Form als Warenkapital und daher als Warenvorrat verursacht also Kosten, die, da sie nicht der Produktionssphäre angehören, zu den Zirkulationskosten zählen. Diese Zirkulationskosten unterscheiden sich von den sub I aufgeführten dadurch, daß sie in gewissem Umfang in den Wert der Waren eingehn, also die Ware verteuern. Unter allen Umständen sind Kapital und Arbeitskraft, die zur Erhaltung und Aufbewahrung des Warenvorrats dienen, dem direkten Produktionsprozeß entzogen. Andrerseits müssen die hier angewandten Kapitale, Arbeitskraft eingerechnet, als Bestandteil des Kapitals, aus dem gesellschaftlichen Produkt ersetzt werden. Ihre Auslage wirkt daher wie eine Verminderung der Produktionskraft der Arbeit, so daß ein größres Quantum Kapital und Arbeit erheischt ist, um einen bestimmten Nutzeffekt zu erzielen. Es sind Unkosten.
Soweit nun die, durch die Bildung des Warenvorrats bedingten Zirkulationskosten nur aus der Zeitdauer der Verwandlung vorhandner Werte aus Warenform in Geldform, also nur aus der bestimmten gesellschaftlichen Form des Produktionsprozesses entspringen (nur daraus, daß das Produkt als Ware produziert wird und daher auch die Verwandlung in Geld durchmachen muß) - teilen sie ganz den Charakter der sub I aufgezählten Zirkulationskosten. Andrerseits wird der Wert der Waren hier nur konserviert, resp. vermehrt, weil der Gebrauchswert, das Produkt selbst, unter bestimmte gegenständliche Bedingungen versetzt wird, die Kapitalauslage kosten, und Operationen unterworfen wird, die zusätzliche Arbeit auf die Gebrauchswerte wirken lassen. Die Berechnung der Warenwerte, die Buchführung über diesen Prozeß, die Kauf- und Verkaufshändel dagegen wirken nicht auf den Gebrauchswert, worin der Warenwert existiert. Sie haben es nur mit seiner Form zu tun. Obgleich daher in dem vorausgesetzten Fall diese Unkosten der Vorratbildung (die hier unfreiwillig ist) bloß aus einem Aufenthalt der Formverwandlung und aus der Notwendigkeit derselben entspringen, so unterscheiden sie sich dennoch von den Unkosten sub I dadurch, daß ihr Gegenstand selbst nicht die Formverwandlung des Werts, sondern die Erhaltung des Werts ist, der in der Ware, als Produkt, Gebrauchswert, existiert und daher nur durch die Erhaltung des Produkts, des Gebrauchswerts selbst erhalten werden kann. Der Gebrauchswert wird hier weder erhöht noch vermehrt, im Gegenteil, er nimmt ab. Aber seine Abnahme wird beschränkt, und er wird erhalten. Auch der vorgeschoßne, in der Ware existierende Wert wird hier nicht erhöht. Aber neue Arbeit, vergegenständlichte und lebendige, wird hinzugesetzt.
Es ist nun weiter zu untersuchen, wieweit diese Unkosten aus dem eigentümlichen Charakter der Warenproduktion überhaupt und der Warenproduktion in ihrer allgemeinen, absoluten Form hervorgehn, d.h. der kapitalistischen Warenproduktion; wieweit sie andrerseits aller gesellschaftlichen Produktion gemeinsam sind und hier nur innerhalb der kapitalistischen Produktion eine besondre Gestalt annehmen, eine besondre Erscheinungsform.
A. Smith hat die fabelhafte Ansicht aufgestellt, daß die Vorratbildung ein der kapitalistischen Produktion eigentümliches Phänomen sei.16 Neuere Ökonomen, z.B. Lalor, behaupten umgekehrt, daß sie mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktion abnimmt. Sismondi betrachtet dies sogar als eine Schattenseite der letztren.
In der Tat existiert der Vorrat in drei Formen: in der Form des produktiven Kapitals, in der Form des individuellen Konsumtionsfonds und in Form des Warenvorrats oder Warenkapitals. Der Vorrat in der einen Form nimmt relativ ab, wenn er in der andren Form zunimmt, obgleich er seiner absoluten Größe nach in allen drei Formen gleichzeitig wachsen mag.
Es ist von vornherein klar, daß, wo die Produktion direkt auf die Befriedigung des Selbstbedarfs gerichtet ist und nur zum geringern Teil für den Austausch oder Verkauf produziert wird, also das gesellschaftliche Produkt gar nicht oder nur zum kleinern Teil die Form der Ware annimmt, der Vorrat in der Form der Ware oder Warenvorrat nur einen geringen und verschwindenden Teil des Reichtums bildet. Der Konsumtionsfonds ist aber hier relativ groß, namentlich der eigentlichen Lebensmittel. Man hat nur altertümliche Bauernwirtschaft anzusehn. Ein überwiegender Teil des Produkts verwandelt sich hier unmittelbar, ohne Warenvorrat zu bilden - eben weil er in der Hand seines Besitzers bleibt - in vorrätige Produktionsmittel oder Lebensmittel. Er nimmt nicht die Form des Warenvorrats an, und eben deswegen existiert in Gesellschaften, die auf solcher Produktionsweise gegründet sind, nach A. Smith kein Vorrat. A. Smith verwechselt die Form des Vorrats mit dem Vorrat selbst und glaubt, daß die Gesellschaft bisher von der Hand in den Mund lebte oder sich auf den Zufall des folgenden Tages verließ.17 Es ist ein kindisches Mißverständnis.
Vorrat in der Form des produktiven Kapitals existiert in der Form von Produktionsmitteln, die sich bereits im Produktionsprozeß befinden oder wenigstens in der Hand des Produzenten, also latent schon im Produktionsprozeß. Man hat früher gesehn, daß mit der Entwicklung der Produktivität der Arbeit, also auch mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise - welche die gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit mehr entwickelt als alle früheren Produktionsweisen -, die Masse der in der Form von Arbeitsmitteln dem Prozeß ein für allemal einverleibten und stets wiederholt, während längrer oder kürzrer Periode in ihm fungierenden Produktionsmittel (Gebäude, Maschinen etc.) beständig wächst, und daß ihr Wachstum sowohl Voraussetzung wie Wirkung der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit ist. Das nicht nur absolute, sondern relative Wachstum des Reichtums in dieser Form (vergl. Buch I, Kap. XXIII, 2.) charakterisiert vor allem die kapitalistische Produktionsweise. Die stofflichen Existenzformen des konstanten Kapitals, die Produktionsmittel, bestehn aber nicht nur aus derartigen Arbeitsmitteln, sondern auch aus Arbeitsmaterial auf den verschiedensten Stufen der Verarbeitung und aus Hilfsstoffen. Mit der Stufenleiter der Produktion und der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit durch Kooperation, Teilung, Maschinerie usw. wächst die Masse des Rohmaterials, der Hilfsstoffe etc., die in den täglichen Reproduktionsprozeß eingehn. Diese Elemente müssen in der Produktionsstätte bereitliegen. Der Umfang dieses in der Form von produktivem Kapital existierenden Vorrats wächst also absolut. Damit der Prozeß fließe - ganz davon abgesehn, ob dieser Vorrat täglich oder nur in bestimmten Terminen erneuert werden kann -, muß stets mehr Anhäufung von Rohstoff etc. in der Produktionsstätte bereitliegen, als z.B. täglich oder wöchentlich verbraucht wird. Die Kontinuität des Prozesses erheischt, daß das Dasein seiner Bedingungen weder abhänge von möglicher Unterbrechung bei täglichen Einkäufen, noch davon, daß das Warenprodukt täglich oder wöchentlich verkauft werde und daher nur unregelmäßig in seine Produktionselemente rückverwandelbar sei. Indes kann offenbar das produktive Kapital in sehr verschiednem Umfang latent sein oder Vorrat bilden. Es macht z.B. großen Unterschied, ob der Spinner Baumwolle oder Kohlen für drei Monate oder für einen parat liegen haben muß. Man sieht, daß dieser Vorrat relativ abnehmen kann, obgleich er absolut zunimmt.
Es hängt dies von verschiednen Bedingungen ab, die alle im wesentlichen hinauskommen auf die größre Geschwindigkeit, Regelmäßigkeit und Sicherheit, womit die nötige Masse von Rohstoff stets so zugeführt werden kann, daß nie Unterbrechung entsteht. Je weniger diese Bedingungen erfüllt sind, je geringer also Sicherheit, Regelmäßigkeit und Geschwindigkeit der Zufuhr, desto größer muß der latente Teil des produktiven Kapitals, d.h. der noch seine Verarbeitung erwartende Vorrat von Rohstoffen usw. in der Hand des Produzenten sein. Diese Bedingungen stehn im umgekehrten Verhältnis zur Entwicklungshöhe der kapitalistischen Produktion und daher der Produktivkraft der gesellschaftlichen Arbeit. Also auch der Vorrat in dieser Form.
Indes ist das, was hier als Abnahme des Vorrats erscheint (z.B. bei Lalor), zum Teil nur Abnahme des Vorrats in der Form des Warenkapitals oder des eigentlichen Warenvorrats; also bloß Formwechsel desselben Vorrats. Ist z.B. die Masse Kohlen, die täglich im Lande selbst produziert wird, also Umfang und Energie der Kohlenproduktion, groß, so braucht der Spinner kein großes Kohlenlager, um die Kontinuität seiner Produktion zu sichern. Die beständige sichere Erneuerung der Kohlenzufuhr macht dies überflüssig. Zweitens: Die Geschwindigkeit, womit das Produkt eines Prozesses als Produktionsmittel in einen andren Prozeß übergehn kann, hängt ab von der Entwicklung der Transport- und Kommunikationsmittel. Die Wohlfeilheit des Transports spielt große Rolle dabei. Der beständig erneuerte Transport z.B. von Kohlen von der Grube zur Spinnerei wäre teurer als die Versorgung mit einer größren Kohlenmasse für längre Zeit bei relativ wohlfeilerm Transport. Diese beiden bisher betrachteten Umstände gehn aus dem Produktionsprozeß selbst hervor. Drittens wirkt ein die Entwicklung des Kreditsystems. Je weniger der Spinner für Erneuerung seiner Vorräte an Baumwolle, Kohle etc. vom unmittelbaren Verkauf seines Garns abhängt - und je entwickelter das Kreditsystem, je geringer ist diese unmittelbare Abhängigkeit -, desto kleiner kann die relative Größe dieser Vorräte sein, um eine von den Zufällen des Garnverkaufs unabhängige kontinuierliche Garnproduktion auf gegebener Stufenleiter zu sichern. Viertens aber bedürfen viele Rohstoffe, Halbfabrikate etc. längrer Zeitperioden zu ihrer Produktion, und namentlich gilt dies von allen Rohstoffen, die die Agrikultur liefert. Soll keine Unterbrechung des Produktionsprozesses stattfinden, so muß also ein bestimmter Vorrat derselben vorhanden sein für den ganzen Zeitabschnitt, worin Neuprodukt nicht die Stelle des alten ersetzen kann. Nimmt dieser Vorrat ab in der Hand des industriellen Kapitalisten, so beweist das nur, daß er in der Form des Warenvorrats in der Hand des Kaufmanns zunimmt. Die Entwicklung der Transportmittel z.B. gestattet, die im Importhafen liegende Baumwolle rasch von Liverpool nach Manchester überzuführen, so daß der Fabrikant, je nach Bedarf, in relativ kleinen Portionen seinen Baumwollvorrat erneuern kann. Aber dann liegt dieselbe Baumwolle in um so größren Massen als Warenvorrat in der Hand von Kaufleuten zu Liverpool. Es ist also bloßer Formwechsel des Vorrats, was Lalor und andre übersehn haben. Und das gesellschaftliche Kapital betrachtet, befindet sich hier nach wie vor dieselbe Produktmasse in der Form des Vorrats. Für ein einzelnes Land nimmt der Umfang, worin z.B. die für das Jahr nötige Masse bereit sein muß, ab mit der Entwicklung der Transportmittel. Gehn viele Dampf- und Segelschiffe zwischen Amerika und England, so vermehren sich die Gelegenheiten der Erneuerung des Baumwollvorrats für England und nimmt also die Masse des Baumwollvorrats ab, die durchschnittlich in England lagern muß. Ebenso wirkt die Entwicklung des Weltmarkts und daher die Vervielfachung der Bezugsquellen desselben Artikels. Der Artikel wird stückweis von verschiednen Ländern und in verschiednen Zeitterminen zugeführt.
2. Eigentlicher Warenvorrat
Man hat bereits gesehn: Auf Grundlage der kapitalistischen Produktion wird die Ware zur allgemeinen Form des Produkts, und je mehr jene sich nach Umfang und Tiefe entwickelt, desto mehr. Es existiert also - selbst bei gleichem Umfang der Produktion - ein ungleich größrer Teil des Produkts als Ware, im Vergleich, sei es zu frühern Produktionsweisen, sei es zur kapitalistischen Produktionsweise auf minder entwickeltem Grad. Alle Ware aber - also auch alles Warenkapital, welches nur Ware ist, aber Ware als Daseinsform des Kapitalwerts -, soweit sie aus ihrer Produktionssphäre - nicht unmittelbar in die produktive oder individuelle Konsumtion eingeht, also im Intervall auf dem Markt sich befindet, bildet ein Element des Warenvorrats. An und für sich - bei gleichbleibendem Umfang der Produktion - wächst daher der Warenvorrat (d.h. diese Verselbständigung und Fixierung der Warenform des Produkts) mit der kapitalistischen Produktion. Man hat bereits gesehn, daß dies nur Formwechsel des Vorrats ist, d.h. daß auf der einen Seite der Vorrat in Warenform zunimmt, weil er auf der andren Seite in der Form von direktem Produktions- oder Konsumtionsvorrat abnimmt. Es ist nur eine veränderte gesellschaftliche Form des Vorrats. Wenn zugleich nicht nur die relative Größe des Warenvorrats im Verhältnis zum gesellschaftlichen Gesamtprodukt zunimmt, sondern auch seine absolute Größe, so, weil mit der kapitalistischen Produktion die Masse des Gesamtprodukts wächst.
Mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktion wird die Stufenleiter der Produktion in stets geringrem Grad durch die unmittelbare Nachfrage nach dem Produkt bestimmt, und in stets größrem durch den Umfang des Kapitals, worüber der individuelle Kapitalist verfügt, durch den Verwertungstrieb seines Kapitals und die Notwendigkeit der Kontinuität und der Ausdehnung seines Produktionsprozesses. Damit wächst notwendig in jedem besondren Produktionszweig die Produktmasse, die sich als Ware auf dem Markt befindet oder nach Absatz sucht. Es wächst die in der Form des Warenkapitals kürzer oder länger fixierte Kapitalmasse. Es wächst daher der Warenvorrat.
Endlich wird der größte Teil der Gesellschaft in Lohnarbeiter verwandelt, Leute, die aus der Hand in den Mund leben, ihren Lohn wöchentlich empfangen und täglich ausgeben, die also ihre Lebensmittel als Vorrat vorfinden müssen. So sehr die einzelnen Elemente dieses Vorrats fließen mögen, muß ein Teil derselben doch beständig stocken, damit der Vorrat stets in Fluß bleiben kann.
Alle diese Momente gehn hervor aus der Form der Produktion und der in ihr einbegriffenen Formverwandlung, die das Produkt im Zirkulationsprozeß durchlaufen muß.
Welches immer die gesellschaftliche Form des Produktenvorrats, seine Aufbewahrung erfordert Kosten: Baulichkeiten, Gefäße usw., welche die Behälter des Produkts bilden; ebenso Produktionsmittel und Arbeit, mehr oder weniger je nach der Natur des Produkts, die verausgabt werden müssen zur Abwehr störender Einflüsse. Je mehr die Vorräte gesellschaftlich konzentriert, desto relativ kleiner sind diese Kosten. Diese Auslagen bilden stets einen Teil gesellschaftlicher Arbeit, sei es in vergegenständlichter oder lebendiger Form - also in der kapitalistischen Form Kapitalauslagen -, die nicht in die Produktbildung selbst eingehn, also Abzüge vom Produkt. Sie sind notwendig, Unkosten des gesellschaftlichen Reichtums. Sie sind die Erhaltungskosten des gesellschaftlichen Produkts, ob seine Existenz als Element des Warenvorrats nun bloß der gesellschaftlichen Form der Produktion, also der Warenform und ihrer notwendigen Formverwandlung entspringe, oder ob wir den Warenvorrat nur als eine Spezialform des Produktenvorrats betrachten, der allen Gesellschaften gemeinsam, wenn auch nicht in der Form des Warenvorrats, dieser dem Zirkulationsprozeß angehörigen Form des Produktenvorrats.
Es fragt sich nun, wieweit diese Kosten in den Wert der Waren eingehn.
Wenn der Kapitalist sein in Produktionsmitteln und Arbeitskraft vorgeschoßnes Kapital in Produkt verwandelt hat, in eine fertige zum Verkauf bestimmte Warenmasse, und diese bleibt unverkäuflich lagern, so stockt nicht nur der Verwertungsprozeß seines Kapitals während dieser Zeit. Die Ausgaben, welche die Erhaltung dieses Vorrats in Baulichkeiten, zusätzlicher Arbeit etc. erheischt, bilden positiven Verlust. Der schließliche Käufer würde ihn auslachen, wenn er sagte: Meine Ware war während sechs Monaten unverkaufbar, und ihre Erhaltung während dieser sechs Monate hat mir nicht nur soundso viel Kapital brachgelegt, sondern außerdem Unkosten verursacht. Tant pis pour vous, sagt der Käufer. Da neben Euch steht ein andrer Verkäufer, dessen Ware erst vorgestern fertig geworden ist. Eure Ware ist ein Ladenhüter und wahrscheinlich mehr oder minder angenagt vom Zahn der Zeit. Ihr müßt also wohlfeiler verkaufen als Euer Rival. - Ob der Warenproduzent der wirkliche Produzent seiner Ware oder ihr kapitalistischer Produzent, in der Tat also nur Repräsentant ihrer wirklichen Produzenten, ändert nichts an den Lebensbedingungen der Ware. Er hat seine Sache in Geld zu verwandeln. Die Unkosten, die ihre Fixierung in ihrer Warenform ihm verursacht, gehören zu seinen individuellen Abenteuern, die den Käufer der Ware nichts angehn. Dieser zahlt ihm nicht die Zirkulationszeit seiner Ware. Selbst wenn der Kapitalist seine Ware absichtlich vom Markt zurückhält, in Zeiten wirklicher oder vermuteter Wertrevolution, so hängt es ab vom Eintreffen dieser Wertrevolution, von der Richtigkeit oder Unrichtigkeit seiner Spekulation, ob er die zusätzlichen Unkosten realisiert. Aber die Wertrevolution ist keine Folge seiner Unkosten. Soweit also die Vorratbildung Zirkulationsstockung, setzen die dadurch verursachten Kosten der Ware keinen Wert zu. Andrerseits kann kein Vorrat vorhanden sein ohne Aufenthalt in der Zirkulationssphäre, ohne Verharren, länger oder kürzer, des Kapitals in seiner Warenform; also kein Vorrat ohne Zirkulationsstockung, ganz wie kein Geld zirkulieren kann ohne Geldreservebildung. Also ohne den Warenvorrat keine Warenzirkulation. Tritt diese Notwendigkeit dem Kapitalisten nicht in W′ – G′, so tritt sie ihm in G – W entgegen; nicht für sein Warenkapital, aber für das Warenkapital andrer Kapitalisten, die Produktionsmittel für ihn und Lebensmittel für seine Arbeiter produzieren.
Ob die Vorratbildung freiwillig oder unfreiwillig, d.h. ob der Warenproduzent absichtlich einen Vorrat hält oder ob seine Waren Vorrat bilden infolge des Widerstands, den die Umstände des Zirkulationsprozesses selbst ihrem Verkauf entgegenstellen, scheint an dem Wesen der Sache nichts ändern zu können. Doch ist zur Lösung dieser Frage nützlich zu wissen, was die freiwillige von der unfreiwilligen Vorratbildung unterscheidet. Die unfreiwillige Bildung des Vorrats entspringt aus, oder ist identisch mit einer Zirkulationsstockung, die vom Wissen des Warenproduzenten unabhängig ist und seinem Willen in die Quere kommt. Was charakterisiert die freiwillige Vorratbildung? Nach wie vor sucht der Verkäufer seine Ware so rasch wie möglich loszuschlagen. Er bietet stets das Produkt als Ware feil. Entzöge er es dem Verkauf, so bildete es nur mögliches (dunamei) kein effektives (energeia) Element des Warenvorrats. Die Ware als solche ist ihm nach wie vor nur Träger ihres Tauschwerts, und als solcher kann sie nur wirken durch und nach Abstreifung ihrer Warenform und Annahme der Geldform.
Der Warenvorrat muß einen gewissen Umfang haben, um während einer gegebnen Periode zu genügen für den Umfang der Nachfrage. Es wird dabei gerechnet auf beständige Ausdehnung des Kreises der Käufer. Um z.B. während eines Tags auszureichen, muß ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren beständig in der Warenform ausharren, während der andre fließt, sich in Geld verwandelt. Der Teil, der stockt, während der andre fließt, nimmt zwar beständig ab, wie der Umfang des Vorrats selbst abnimmt, bis er schließlich ganz verkauft ist. Die Warenstockung ist hier also berechnet als notwendige Bedingung des Verkaufs der Ware. Der Umfang muß ferner größer sein als der mittlere Verkauf oder der Umfang der mittleren Nachfrage. Die Überschüsse über dieselben könnten sonst nicht befriedigt werden. Andrerseits muß der Vorrat beständig erneuert werden, weil er sich beständig auflöst. Diese Erneuerung kann in letzter Instanz nur aus der Produktion herkommen, aus einer Zufuhr von Ware. Ob diese vom Ausland kommt oder nicht, ändert nichts an der Sache. Die Erneuerung hängt ab von den Perioden, die die Waren zu ihrer Reproduktion brauchen. Während dieser Zeit muß der Warenvorrat ausreichen. Daß er nicht in der Hand des ursprünglichen Produzenten bleibt, sondern durch verschiedne Reservoirs läuft, vom großen Kaufmann bis zum Detailverkäufer, ändert nur die Erscheinung, nicht die Sache selbst. Gesellschaftlich betrachtet, befindet sich nach wie vor ein Teil des Kapitals in der Form des Warenvorrats, solange die Ware nicht in die produktive oder individuelle Konsumtion eingegangen ist. Der Produzent selbst sucht einen seiner durchschnittlichen Nachfrage entsprechenden Lagerbestand zu haben, um nicht unmittelbar von der Produktion abzuhängen, und um sich einen beständigen Kreis von Kunden zu sichern. Den Produktionsperioden entsprechend bilden sich Kauftermine und bildet die Ware während längrer oder kürzrer Zeit Vorrat, bis sie durch neue Exemplare derselben Art ersetzt werden kann. Nur durch diese Vorratbildung ist die Beständigkeit und Kontinuität des Zirkulationsprozesses, und daher des Reproduktionsprozesses, der den Zirkulationsprozeß einschließt, gesichert.
Man muß sich erinnern: W′ – G′ kann für den Produzenten von W vollzogen sein, obgleich W sich noch auf dem Markt befindet. Wollte der Produzent selbst seine eigne Ware auf Lager halten, bis sie an den definitiven Konsumenten verkauft ist, so müßte er ein doppeltes Kapital in Bewegung setzen, eins als Produzent der Ware, das andre als Kaufmann. Für die Ware selbst - betrachtet, sei es als einzelne Ware oder als Bestandteil des gesellschaftlichen Kapitals - ändert es nichts an der Sache, ob die Kosten der Vorratbildung auf ihren Produzenten fallen oder auf eine Reihe Kaufleute von A bis Z.
Soweit der Warenvorrat nichts ist als die Warenform des Vorrats, der auf gegebner Stufenleiter der gesellschaftlichen Produktion entweder als produktiver Vorrat (latenter Produktionsfonds) oder als Konsumtionsfonds (Reserve von Konsumtionsmitteln) existieren würde, wenn er nicht als Warenvorrat existierte, sind auch die Kosten, die die Erhaltung des Vorrats erheischt, also die Kosten der Vorratbildung - d.h. die hierauf verwandte vergegenständlichte oder lebendige Arbeit - bloß transponierte Kosten der Erhaltung, sei es des gesellschaftlichen Produktionsfonds, sei es des gesellschaftlichen Konsumtionsfonds. Die Erhöhung des Werts der Ware, die sie verursachen, verteilt diese Kosten nur pro rata auf die verschiednen Waren, da dieselben für verschiedne Warensorten verschieden sind. Nach wie vor bleiben Kosten der Vorratbildung Abzüge von dem gesellschaftlichen Reichtum, obgleich sie eine Existenzbedingung desselben sind.
Nur soweit der Warenvorrat Bedingung der Warenzirkulation und selbst eine in der Warenzirkulation notwendig entstandne Form ist, soweit diese scheinbare Stagnation also Form des Flusses selbst, ganz wie Bildung von Geldreserve Bedingung der Geldzirkulation ist - nur soweit ist sie normal. Sobald dagegen die in ihren Zirkulationsreservoirs verweilenden Waren der nacheilenden Welle der Produktion nicht Platz machen, die Reservoirs also überfüllt werden, dehnt sich der Warenvorrat aus infolge der Zirkulationsstockung, ganz wie die Schätze wachsen, wenn die Geldzirkulation stockt. Es ist dabei gleichgültig, ob diese Stockung in den Speichern des industriellen Kapitalisten oder in den Lagerhäusern des Kaufmanns stattfindet. Der Warenvorrat ist dann nicht Bedingung des ununterbrochnen Verkaufs, sondern Folge der Unverkäuflichkeit der Waren. Die Kosten bleiben dieselben, aber, da sie jetzt rein aus der Form entspringen, nämlich aus der Notwendigkeit, die Waren in Geld zu verwandeln, und der Schwierigkeit dieser Metamorphose, so gehn sie nicht ein in den Wert der Ware, sondern bilden Abzüge, Wertverlust in der Realisierung des Werts. Da die normale und die anormale Form des Vorrats sich der Form nach nicht unterscheiden, und beides Zirkulationsstockungen sind, so können die Phänomene verwechselt werden und um so mehr den Produktionsagenten selbst täuschen, als für den Produzenten der Zirkulationsprozeß seines Kapitals fließen kann, obgleich der Zirkulationsprozeß seiner Waren, die in die Hände der Kaufleute übergegangen sind, stockt. Schwillt der Umfang der Produktion und Konsumtion, so, bei sonst gleichbleibenden Umständen, der Umfang des Warenvorrats. Er wird ebenso rasch erneuert und absorbiert, aber sein Umfang ist größer. Der durch die Zirkulationsstockung schwellende Umfang des Warenvorrats kann also für ein Symptom der Erweitrung des Reproduktionsprozesses versehn werden, namentlich, sobald mit der Entwicklung des Kreditsystems die wirkliche Bewegung mystifiziert werden kann.
Die Kosten der Vorratbildung bestehn 1. aus quantitativer Abnahme der Produktmasse (z.B. bei Mehlvorrat); 2. Verderb der Qualität; 3. aus der vergegenständlichten und lebendigen Arbeit, welche die Erhaltung des Vorrats erheischt.
III. Transportkosten
Es ist nicht nötig, hier auf alle Details der Zirkulationskosten einzugehn, wie z.B. Verpackung, Sortierung etc. Das allgemeine Gesetz ist, daß alle Zirkulationskosten, die nur aus der Formverwandlung der Ware entspringen, dieser letztren keinen Wert hinzusetzen. Es sind bloß Kosten zur Realisierung des Werts oder zu seiner Übersetzung aus einer Form in die andre. Das in diesen Kosten ausgelegte Kapital (eingeschlossen die von ihm kommandierte Arbeit) gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion. Der Ersatz derselben muß aus dem Mehrprodukt geschehn und bildet, die ganze Kapitalistenklasse betrachtet, einen Abzug vom Mehrwert oder Mehrprodukt, ganz wie für einen Arbeiter die Zeit, die er zum Einkauf seiner Lebensmittel braucht, verlorne Zeit ist. Die Transportkosten spielen aber eine zu wichtige Rolle, um sie hier nicht noch kurz zu betrachten.
Innerhalb des Kreislaufs des Kapitals und der Warenmetamorphose, welche einen Abschnitt desselben bildet, vollzieht sich der Stoffwechsel der gesellschaftlichen Arbeit. Dieser Stoffwechsel mag den Raumwechsel der Produkte bedingen, ihre wirkliche Bewegung von einem Ort zum andren. Zirkulation von Waren kann aber stattfinden ohne ihre physische Bewegung und Produktentransport ohne Warenzirkulation, und selbst ohne unmittelbaren Produktenaustausch. Ein Haus, welches A an B verkauft, zirkuliert als Ware, aber es geht nicht spazieren. Bewegliche Warenwerte, wie Baumwolle oder Roheisen, hocken auf demselben Warenlager, zur selben Zeit, wo sie Dutzende von Zirkulationsprozessen durchlaufen, gekauft und wieder verkauft werden von den Spekulanten.18 Was sich hier wirklich bewegt, ist der Eigentumstitel an der Sache, nicht die Sache selbst. Andrerseits spielte z.B. im Reich der Inkas die Transportindustrie eine große Rolle, obgleich das gesellschaftliche Produkt weder als Ware zirkulierte, noch auch vermittelst des Tauschhandels verteilt ward.
Wenn die Transportindustrie daher auf Grundlage der kapitalistischen Produktion als Ursache von Zirkulationskosten erscheint, so ändert diese besondre Erscheinungsform nichts an der Sache.
Produktmassen vermehren sich nicht durch ihren Transport. Auch die durch ihn etwa bewirkte Veränderung ihrer natürlichen Eigenschaften ist mit gewissen Ausnahmen kein beabsichtigter Nutzeffekt, sondern ein unvermeidliches Übel. Aber der Gebrauchswert von Dingen verwirklicht sich nur in ihrer Konsumtion, und ihre Konsumtion mag ihre Ortsveränderung nötig machen, also den zusätzlichen Produktionsprozeß der Transportindustrie. Das in dieser angelegte produktive Kapital setzt also den transportierten Produkten Wert zu, teils durch Wertübertragung von den Transportmitteln, teils durch Wertzusatz vermittelst der Transportarbeit. Dieser letztre Wertzusatz zerfällt, wie bei aller kapitalistischen Produktion, in Ersatz von Arbeitslohn und in Mehrwert.
Innerhalb jedes Produktionsprozesses spielt die Ortsveränderung des Arbeitsgegenstands und die dazu nötigen Arbeitsmittel und Arbeitskräfte - Baumwolle z.B., die aus dem Kardierraum in den Spinnraum rückt, Kohle, die aus dem Schacht auf die Oberfläche gehoben wird - große Rolle. Der Übergang des fertigen Produkts als fertige Ware aus einer selbständigen Produktionsstätte in die andre, räumlich davon entfernte, zeigt dasselbe Phänomen nur auf größrer Stufenleiter. Auf den Transport der Produkte aus einer Produktionsstätte in eine andre folgt noch der der fertigen Produkte aus der Produktionssphäre in die Konsumtionssphäre. Das Produkt ist erst fertig für die Konsumtion, sobald es diese Bewegung vollendet hat.
Es ist, wie früher gezeigt, allgemeines Gesetz der Warenproduktion: Die Produktivität der Arbeit und ihre Wertschöpfung stehn im umgekehrten Verhältnis. Wie von jeder andren, gilt dies von der Transportindustrie. Je kleiner die Arbeitsmenge, tote und lebendige, welche der Transport der Ware für gegebne Entfernung erheischt, desto größer die Produktivkraft der Arbeit, und umgekehrt.19
Die absolute Wertgröße, welche der Transport den Waren zusetzt, steht unter sonst gleichbleibenden Umständen im umgekehrten Verhältnis zur Produktivkraft der Transportindustrie und im direkten Verhältnis zu den zu durchlaufenden Entfernungen.
Der relative Wertteil, den die Transportkosten, unter sonst gleichbleibenden Umständen, dem Preis der Ware zusetzen, steht in direktem Verhältnis zu ihrer Raumgröße und ihrem Gewicht. Die modifizierenden Umstände sind jedoch zahlreich. Der Transport erheischt z.B. größre oder geringre Vorsichtsmaßregeln, daher größre oder geringre Ausgabe von Arbeit und Arbeitsmitteln, je nach der relativen Zerbrechlichkeit, Vergänglichkeit, Explodierbarkeit des Artikels. Hier entwickeln die Eisenbahnmagnaten größres Genie in phantastischer Speziesbildung als Botaniker oder Zoologen. Die Klassifikation der Güter auf englischen Eisenbahnen z.B. füllt Bände und beruht dem allgemeinen Prinzip nach auf der Tendenz, die buntverschiednen natürlichen Eigenschaften der Güter in ebenso zahlreiche Transportgebresten und obligate Prellereivorwände umzuwandeln.
"Glas, welches früher 11 Pfd.St. per crate "(eine Packkiste von bestimmtem Rauminhalt) "wert war, ist jetzt infolge industrieller Fortschritte und der Abschaffung der Glassteuer nur 2 Pfd.St. wert, aber die Transportkosten stehn so hoch wie früher, und höher bei Kanaltransport. Früher wurden Glas und Glaswaren für Bleiarbeiten innerhalb 50 Meilen von Birmingham zu 10 sh. per Tonne verführt. Jetzt ist der Transportpreis auf das Dreifache erhöht unter dem Vorwand des Risikos von wegen Zerbrechlichkeit des Artikels. Wer aber nicht zahlt, was wirklich bricht, ist die Eisenbahndirektion."20
Daß ferner der relative Wertteil, den die Transportkosten einem Artikel zusetzen, im umgekehrten Verhältnis zu seinem Wert steht, wird für die Eisenbahnmagnaten zum besondren Grund, einen Artikel im direkten Verhältnis zu seinem Wert zu besteuern. Die Klagen der Industriellen und Kaufleute über diesen Punkt kehren auf jeder Seite der Zeugenaussagen des angeführten Berichts wieder.
Die kapitalistische Produktionsweise vermindert die Transportkosten für die einzelne Ware durch die Entwicklung der Transport- und Kommunikationsmittel wie durch die Konzentration - die Größe der Stufenleiter - des Transports. Sie vermehrt den Teil der gesellschaftlichen Arbeit, lebendiger und vergegenständlichter, der im Warentransport verausgabt wird, zuerst durch Verwandlung der großen Mehrzahl aller Produkte in Waren, und sodann durch die Ersetzung lokaler durch entfernte Märkte.
Das Zirkulieren, d.h. tatsächliche Umlaufen der Waren im Raum löst sich auf in den Transport der Ware. Die Transportindustrie bildet einerseits einen selbständigen Produktionszweig, und daher eine besondre Anlagesphäre des produktiven Kapitals. Andrerseits unterscheidet sie sich dadurch, daß sie als Fortdauer eines Produktionsprozesses innerhalb des Zirkulationsprozesses und für den Zirkulationsprozeß erscheint.
Aus Ms. II. ↩
Von hier an Ms. VII, angefangen 2. Juli 1878. ↩
Bis hierher Manuskript VII. Von hier an Manuskript VI. ↩
Bis hierher Manuskript VI. Von hier an Manuskript V. ↩
Dies gilt, einerlei in welcher Weise wir Kapitalwert und Mehrwert trennen. In 10.000 Pfund Garn steckt 1.560 Pfund = 78 Pfd.St. Mehrwert, aber in 1 Pfund Garn = 1 Shilling steckt ebenfalls 2.496 Unzen = 1,872 Penny Mehrwert. ↩
A. Čuprov: Želĕznodorožnoje chozjajstvo. Moskva 1875, p. 75, 76. ↩
Der Ausdruck latent ist der physikalischen Vorstellung von latenter Wärme entlehnt, die jetzt durch die Theorie von der Verwandlung der Energie ziemlich beseitigt ist. Daher gebraucht Marx im dritten Abschnitt (spätere Redaktion) dafür den der Vorstellung von potentieller Energie entlehnten Ausdruck: "potentielles", oder nach Analogie der virtuellen Geschwindigkeiten D'Alemberts: "virtuelles Kapital". - F. E. ↩
Bis hierher Manuskript V. - Das Folgende bis Schluß des Kapitels, ist eine, in einem Heft von 1877 oder 1878 unter Bücherauszügen sich befindende Note. ↩
Von hier an Manuskript IV. ↩
Produktionszeit hier aktiv genommen: Die Produktionszeit der Produktionsmittel ist hier die Zeit, nicht in der sie produziert werden, sondern in der sie am Produktionsprozeß eines Warenprodukts sich beteiligen. - F. E. ↩
Das Eingeklammerte aus einer Note am Schluß von Ms. VIII. ↩
"Les frais de commerce, quoique nécessaires, doivent être regardés comme une dépense onéreuse." (Quesnay, "Analyse du Tableau Économique", in Daire, "Physiocrates", Ie partie, Paris 1846, p. 71.) - Nach Quesnay ist der "Profit", den die Konkurrenz unter den Kaufleuten hervorbringt, nämlich daß sie dieselben nötigt, "à mettre leur rétribution ou leur gain au rabais ... n'est sérieusement parlant qu'une privation de perte pour le vendeur de la première main et pour l'acheteur-consommateur. Or, une privation de perte sur les frais du commerce n'est pas un produit réel ou un accroît de richesses obtenu par le commerce, considéré en lui-même simplement comme échange, indépendemment des frais de transport, ou envisagé conjointement avec les frais de transport." (p. 145, 146.) "Les frais du commerce sont toujours payés aux dépens des vendeurs des productions qui jouiraient de tout le prix qu'en payent les acheteurs, s'il n'y avait point de frais intermédiaires." (p. 163.) Die propriétaires und producteurs sind "salariants", die Kaufleute sind "salariés". (p. 164, Quesnay, "Dialogues sur le Commerce et sur les Travaux des Artisans", in Daire, "Physiocrates", Ie partie, Paris 1846.) ↩
Im Mittelalter finden wir die Buchführung für Agrikultur nur in den Klöstern. Jedoch sah man (Buch I, p. 343), daß bereits in den uraltertümlichen indischen Gemeinwesen ein Buchhalter über die Agrikultur figuriert. Die Buchführung ist hier zur ausschließlichen Funktion eines Gemeindebeamten verselbständigt. Durch diese Teilung der Arbeit werden Zeit, Mühe und Ausgaben erspart, aber die Produktion und die Buchführung über die Produktion bleiben ebenso verschiedne Dinge wie die Schiffsladung und der Ladeschein. Im Buchhalter ist ein Teil der Arbeitskraft der Gemeinde der Produktion entzogen, und die Kosten seiner Funktion werden nicht durch seine eigne Arbeit ersetzt, sondern durch einen Abzug vom Gemeindeprodukt. Wie mit dem Buchhalter der indischen Gemeinde, verhält es sich mutatis mutandis mit dem Buchhalter des Kapitalisten. (Aus Manuskript II.) ↩
"The money circulating in a country is a certain portion of the capital of the country, absolutely withdrawn from productive purposes, in order to facilitate or increase the productiveness of the remainder; a certain amount of wealth is, therefore, as necessary in order to adopt gold as a circulating medium, as it is to make a machine, in order to facilitate any other production." ("Economist", vol. V, p. 520.) ↩
Corbet berechnet 1841 die Kosten der Weizenaufspeicherung für eine Saison von 9 Monaten auf ½% Verlust an Quantität, 3% für Zins auf den Weizenpreis, 2% für Lagermiete, 1% Schütteln und Fuhrlohn, ½% Ablieferungsarbeit, zusammen 7% oder, bei einem Weizenpreis von 50 sh., 3 sh. 6 d. per Quarter. (Th. Corbet, "An Inquiry into the Causes and Modes of the Wealth of Individuals etc.", London 1841.) Nach den Aussagen von Liverpooler Kaufleuten vor der Eisenbahnkommission betrugen die (reinen) Unkosten der Getreideaufspeicherung 1865 monatlich 2 d. per Quarter oder 9 - 10 d. per Tonne. ("Royal Commission on Railways". 1867, Evidence, p. 19, Nr. 331.) ↩
Book II, Introduction. ↩
Statt daß, wie A. Smith wähnt, die Vorratbildung erst entspringt aus der Verwandlung des Produkts in Ware und des Konsumtionsvorrats in Warenvorrat, verursacht umgekehrt dieser Formwechsel während des Übergangs aus der Produktion für den Selbstbedarf in die Warenproduktion die heftigsten Krisen in der Ökonomie der Produzenten. In Indien erhielt sich z.B. bis auf die allerneueste Zeit "die Gewohnheit, das Getreide, wofür in Jahren des Überflusses wenig zu haben war, massenhaft aufzuspeichern". ("Return. Bengal and Orissa Famine. H. of C. 1867", I, p. 230, 231, Nr. 74.) Die durch den Amerikanischen Bürgerkrieg plötzlich gesteigerte Nachfrage nach Baumwolle, Jute etc. veranlaßte in vielen Teilen Indiens große Einschränkung des Reisbaus, Steigen der Reispreise und Verkauf der alten Reisvorräte der Produzenten. Dazu kam noch 1864 - 1866 beispiellose Ausfuhr von Reis nach Australien, Madagaskar etc. Daher der akute Charakter der Hungersnot von 1866, die im Distrikt von Orissa allein eine Million Menschen wegraffte. (l.c. 174, 175, 213, 214 und III: "Papers relating to the Famine in Behar", p. 32, 33, wo unter den Ursachen der Hungersnot der drain of old stock betont wird. (Aus Manuskript II.) ↩
Storch nennt letztres Circulation factice. ↩
Ricardo zitiert Say, der es als eine Segnung des Handels betrachtet, daß er durch die Transportkosten die Produkte verteuert oder ihren Wert erhöht. "Der Handel", sagt Say, "befähigt uns, eine Ware an ihrem Ursprungsort zu erlangen und sie nach einem andren Konsumtionsort zu transportieren; er befähigt uns daher, den Wert der Ware zu vermehren um die ganze Differenz zwischen ihrem Preise am ersten Ort und dem am zweiten." Ricardo bemerkt hierzu: "True, but how is the additional value given to it? By adding to the cost of production, first, the expenses of conveyance, secondly, the profit on the advances of capital made by the merchant. The commodity is only more valuable, for the same reason that every other commodity may become more valuable, because more labour is expended on its production and conveyance before it is purchased by the consumer. This must not be mentioned as one of the advantages of commerce." (Ricardo, "Principles of Pol. Econ.", 3rd ed., London 1821, p. 309, 310.) ↩
"Royal Commission on Railways", p. 31, Nr. 630. ↩