Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, Manchester, 20. Juli 1854. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 321, S. 42, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.

Manchester, 20. Juli 1854.

Lieber Marx,

Du mußt furchtbar fleißig sein oder furchtbare Efforts machen Geld aufzutreiben, daß Du so total verstummt bist. En attendant will ich Dir mitteilen, daß, nachdem der Bruder von Dr[onke]s Prinzipal in Bradford gewesen ist, Dr[onke] imstande sein wird, mit einigem Geld herauszurücken; wieviel ist nicht genau zu sagen, doch ca. 3 oder 4 £. Der Bruder kommt nun diese Woche, so daß in ca. drei Wochen wohl darauf zu rechnen sein wird.

Naut war in London, hier und in Bradford und ließ sich nirgends sehen, bis er dem Dr[onke] auf der Straße begegnete. Dr[onke] sagt, er sei höllisch schlappig; den Daniels habe er, Naut, nur ein- oder zweimal auf der Straße gesehn und wisse nicht einmal, ob Daniels in Köln oder auf dem Lande wohne. Bürgers und ein Schneider, er wußte nicht wer, sind in Glatz, es soll ihnen ganz gut gehn, Becker in Weichselmünde. Sonst wußte N[aut] nichts zu sagen, als daß es doch schön wäre, wenn sie in Preußen so eine Verfassung haben könnten wie in England.

Dr[onke] ist übrigens in großen Schwulitäten und es könnte doch sein, daß aus dem Geld nichts würde. Nämlich als er vor vier oder sechs Wochen hier war, griff er in der Besoffenheit ein Frauenzimmer auf der Straße nacht 1 Uhr ex; diese, eine verheiratete Bürgerfrau, hieb ihn an den Ohren, worauf er sie down knockte. Dr[onke] erzählt die Sache freilich etwas anders, doch scheint es so zu sein. Der Mann kam hinzu, man ging an die Polizei; diese wollte sich in nichts mischen, die Sache zog sich durch Dronkesche falsche Vorwände in die Länge, und jetzt schließlich erhält er einen attorney’s Brief, worin dieser um apology and compensation schreibt, widrigenfalls er an dem foreigner ein Exempel statuieren werde. Da jetzt grade der Bruder von B[uckup] kommt, so kannst Du Dir die Beklemmung denken. Wir werden suchen, die Sache beizulegen, aber Geld wird sie wohl kosten. Übrigens halt diese Sache für Dich, sonst hab ich gleich Skandal mit dem Kleinen, denn Imandt würde ihm gleich darüber schreiben; es ist überhaupt nicht gerade alles für die Bande, was ich Dir schreibe.

Sonst ist’s mir ganz recht, daß diese Heise-Dr[onke]-Im[andt]sche Renommage und Keilwut ein etwas böses Ende nimmt, denn man hätte keine Ruhe vor den Leuten mit ihren skandalsüchtigen Räuschen. Jedenfalls hat Heise seinen settler an dem krummen Finger, den er wohl lebenslänglich behalten wird, und Dronke wird auch genug haben.

So no more from your affectionate F. E.