Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, Manchester, 25. Januar 1858. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 492, S. 277–278, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.

Manchester, 25. Januar 1858.

Lieber Marx,

Die Briefe sind alle richtig angekommen. Die Bengal Rebellion zu machen in der verlangten Zeit ist total unmöglich, und würde ich Dir raten, bei dieser Gelegenheit dem Herrn Dana zu bemerken, daß, wenn er auf unsre Vorschläge und die ihm eingesandte Liste früher eingegangen wäre, er diese Artikel alle längst hätte. Er kann Bengal Rebellion ja als Hindostan Rebellion oder sonstwie anbringen. Was den angeblichen Schnitzer angeht, so kann ich jetzt nicht nachsehn, da ich keine Zeit habe, soll aber morgen geschehn. Die Notiz ist aus Brockhaus genommen, wird also doch wohl richtig sein.

Der Lassallesche Brief ist noch hier.

Für Blenheim, Borodino und viele andre hab ich das Material fertig, und Freitag sollst Du ein lot haben, wenn nicht die indische Mail mich nötigt, einen Artikel zu machen, was nach der Telegrammdepesche zu urteilen nicht der Fall zu sein scheint. Bidassoa etc. werde ich erst nachsehn müssen. Was soll das aber heißen, daß D[ana] sagt, er habe diese Artikel früher schon verlangt? Davon weiß ich nichts.

Daß der arme Schramm Freitag vor acht Tagen starb, wird Dir Harney geschrieben haben. Details habe ich noch nicht. Ich schrieb an Harney, wenn er Sachen von Deiner oder meiner Handschrift vorfinde, so solle er sie wegnehmen und zu unsrer Verfügung halten — dergleichen dem Herrn Rudolf, der ein kompletter Preuß geworden ist, in die Hände fallen zu lassen, das fehlte noch. Ich hätte nicht gedacht, daß Schr[amm] vor dem Frühjahr ernstliche Anfälle haben würde. Der arme Kerl hat sich, solange ich da war, famos gegen die Krankheit gewehrt, und wie es scheint auch bis zuletzt. Unsre alte Garde schmilzt in der langen Friedenszeit sehr zusammen!

Das Geschäft hier geht sehr wackelig. Alle vierzehn Tage ist ein Versuch, Baumwolle in die Höhe zu bringen; der Moment, wenn einige Spinner kaufen müssen, wird benutzt. Das gelingt auf drei bis vier Tage, dann fallen die Preise wieder. Im ganzen sind wir jetzt ⅝ d. über dem niedrigsten Punkt. Hier geht’s ähnlich. Sowie die Preise durch vierzehntägige Stockung tüchtig gedrückt sind, so gehn die indischen und levantinischen Käufer in den Markt und treiben dadurch alles in die Höhe; dann will niemand mehr kaufen und die Preise fallen allmählich wieder. Es ist noch gar nichts Rechtes. Die Spinner gehn auf volle Zeit, nicht weil wirkliche Nachfrage da ist, sondern weil andre es tun und weil sie die short time herzlich satt sind. Im ganzen hat sich die Position der Spinner dadurch verschlechtert, daß die Differenz der Preise der rohen Baumwolle und des Garns geringer geworden ist. Die Deutschen kaufen noch sehr wenig. Brillant sieht’s hier noch keineswegs aus, alle Tage ein check im Handel durch den Versuch, höhere Preise zu erzwingen, und wenn das nicht gerät, so sagt man there is an improved feeling in the market. Improved be damned!

Die Einlage an Lupus hat großen Stolz und viel Spaß bei dem alten Herrn hervorgerufen. Er läßt die Verfasserinnen bestens grüßen. Übrigens sah ich ihn vorige Woche fast gar nicht, wir verfehlten uns, und dann bekam er den tic douloureux etwas.

Viele Grüße an die family.

Dein F. E.