Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 9. Februar 1859. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 563, S. 361-362, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.

  1. Februar 1859.

Lieber Engels,

Heut endlich Brief von Duncker. Er erhielt das Manuskript erst am 1. Februar. Diese Woche noch nicht gedruckt, weil eben endigend eine Schrift von Lassalle, ich weiß nicht welche.

Einliegend Brief von Eccarius und Pfänder, woraus du sehn wirst, daß der arme Eccarius der Schwindsucht verfallen. Dies ist das Tragischste, was ich noch hier in London erlebt habe.

Pieper, der geheilt entlassen war, wieder von Bognor zurück nach dem deutschen Spital. Diesmal Hungerkur. Serves him right.

Einliegende Briefe von Weydemeyer und Komp wollte ich Dir längst schicken; ich habe sie endlich beantwortet.

Dronke war in Bonn, wo ein Bruder von ihm am Sterben. Er erhielt Erlaubnis von Flottwell und wohnte in Bonn einem Ball seines „Korps“ statt. Der Kleine hat an Dingelstedt (Fuldaer) geschrieben, durch den er ein von ihm selbst verfaßtes Drama zur Aufführung bringen lassen will. Ferner schreibt der Kleine „Glasgower Briefe“ in das Museum von Prutz. Alle diese Nachrichten habe ich vom Philister Freiligrath.

Von letztrem, der gestern bei mir war (ich selbst bin durch Halsübel ans Haus gebannt), erfuhr ich denn auch, daß Gottfried oder Hermann sich so lächerlich bei allen Damen benimmt (der Hanswurst denkt, er habe jetzt nur noch das Schnupftuch hinzuwerfen), daß ein allgemeiner Dégoût gegen ihn herrsche. F[reiligrath] ist nun auch dahinter gekommen, daß Gottfried sich außerordentlich „free and easy“ nach dem Tod der Mockel fühlt und — das Sonderbarste — jetzt kommt heraus, daß Philister Freiligrath und Gattin, schon vor dem Begräbnistag, die Gleichgültigkeit des Bruder Hermann entdeckt hatten.

Der „Hermann“ — die preußische Regierung, wie die Berliner „Nationalzeitung“ anzeigt, hat ihm Postdebit gegeben — soll, wie Gottfried sagt, den „Ausfall“ decken, den der Tod seiner Frau in seiner Kasse veranlaßt.

Frau Daniels wird mit der Zeit wohl Frau Bürgers werden. Sie schreibt an Lina, daß „Bürgers noch energischer und selbstbewußter“ geworden. Als Beweis dieses „Selbstbewußtseins“, schreibt sie, „wir sind entzückt von F[reiligrath]s Gedicht auf Frau Kinkel, das die ‚perfide‘ Kölnische Zeitung verstümmelt hat“.

Steffen hat an Freiligrath geschrieben und ihn um Deine und meine Adresse gebeten, da er unsre Adresse verloren habe. Steffens Adresse ist: W. Steffen, Harrison Square near Boston, Mass. U. St.

Salut.

Dein K. M.