Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 2. Oktober 1860. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 700, S. 513–514, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
- Oktober 1860.
Lieber Engels,
Du mußt einen Brief von mir nicht erhalten haben, denn ich schrieb Dir, daß meine family auf acht Tage auf der seaside sei.
Was die Danaschen Seiten angeht, so ging eine Deiner großen Seiten (z. B. in Artillerie) auf eine Danasche.
Siebels Brief hat auf mich grade den umgekehrten Eindruck hervorgebracht als bei Dir, nämlich den seiner Hülflosigkeit. Meißner steht durch die „Demokratischen Studien“ direkt im feindlichen Lager. Außerdem ging aus seiner Privatunterhaltung mit Siebel hervor, daß er eine „würdige“ Besprechung erwartete und Vogt für einen großen Mann hält. O. Wigand ist mein persönlicher Feind und schrieb mir vor Jahren auf mein Anerbieten, ihm den 18. Brumaire zu überlassen (sogar gratis), eine lümmelhafte Antwort. Ölbermann in Bonn ist eine reine Illusion. Ich kenne den Meridian von Bonn. Überhaupt ist die Schrift kaum verlegbar in Deutschland (namentlich da Siebel keine buchhändlerische Verbindung in Leipzig) nach dem Stil, der sich während den zehn Reaktionsjahren eingenistet hat. Und nun gar das Manuskript herumhausieren zu lassen von einem zum andern, wodurch sich das Ganze ausschwatzte, ohne deshalb — oder doch erst nach langen Irrfahrten — an den Mann zu kommen! Ich würde Cotta, Brockhaus oder selbst Campe natürlich Herrn Petsch vorziehn; unter besagten Umständen aber betrachte ich ihn noch als einen windfall. Borkheim, der ein sehr guter Geschäftsmann ist, hat viel Fiduz in Petsch. Endlich waren unsre letzten Erfahrungen in Deutschland kaum aufmunternd.
Der Druck bei Hirschfeld wird diese Woche rascher vorangehn. Er hatte noch allerlei Zeug auf der Hand, das abgearbeitet werden mußte.
Titel werde ich mir noch überlegen. Der Umstand, daß Dâ-Dâ den Philister puzzlen wird, gefällt mir und paßt mir in das system of mockery und contempt. Jedoch werde ich erst (der Titel ist ja das letzte, was gedruckt wird) noch ausführlich mit meinem kritischen Gewissen zu Rat gehn. Der Inhalt ist folgender: I. Die Schwefelbande. II. Die Bürstenheimer. III. Polizistisches. 1. Selbstgeständnis. 2. Der Revolutionstag zu Murten. 3. Cherval. 4. Der Kommunistenprozeß zu Köln. 5. Lausanner Zentralarbeiterfest. 6. Buntes. IV. Techows Brief. V. Reichsregent und Pfalzgraf. VI. Vogt und die Neue Rh[einische] Zeitung. VII. Die Augsburger Kampagne. VIII. Vogts „Studien“. IX. Agentur. X. Patrone und Mitstrolche. XI. Prozeß gegen die Nationalzeitung. XII. Beilagen.
Da Du jetzt keine Zeit für Artikel hast, so schreib mir privatim, so oft etwas Militärisches in Italien vorfällt, ganz kurz die Hauptpunkte. Dann dodge ich selbst das Nötige zurecht.
J. Ph. Becker will nach Neapel (Schily ihn begleiten). Er will dort ein deutsches Freikorps stiften. (!!!)
Ich bin ganz abgebrannt. Kannst Du mir ein paar £ für diese Woche noch schicken, so sehr welcome.
Salut.
Dein K. M.
Die Schamlosigkeit der Times (gestern), daß Garibaldi so lang „confidence“ inspirierte, „as he could be believed to be the agent of the secret intentions of Napoleon III.“, geht doch über die Bäume. Der Clown Edwin James in seinem funk ist durchgebrannt bis nach London, wo er vorgestern eintraf. Kossuth hat in der plonplonistischen Opinion Nationale einen im bonapartistischen Sinn und Auftrag abgefaßten Brief an Garibaldi gerichtet.
Dein rifle-Artikel hat die Runde der ganzen Londoner Presse gemacht; ist auch im ministeriellen Observer besprochen worden. Dies war a sensation.