Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, Manchester, 6. Februar 1861. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 735, S. 11–12, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
Manchester, 6. Februar 1861.
Lieber Mohr,
Du kannst dem Freil[igrath] schreiben, daß wir seinen Schneider nicht brauchen, Gumpert hat von seinen Rechnungen soviel Geld einbekommen, daß er mir den größten Teil des Benötigten auf monatliche Rückzahlung mit 5 £ at a time pumpen kann; die Sache ist also arrangiert. Freiligrath kann die £ 30 jeden Tag haben und braucht er dann nur die Kosten auszulegen, die ich ihm dann ebenfalls in 24 Stunden nach Aufgabe der Summe zusenden werde. Er kann mir meinetwegen direkt drüber schreiben, Du brauchst Dir um die ganze Angelegenheit keine weitere Sorge zu machen. Ich werde dann schon sehn, daß ich wenigstens einen Teil der Summe aufs nächste Bilanzjahr schreiben lasse.
Hierbei die Briefe zurück. Erst nach meinem Vorigen fand ich aus, daß Dana herausrechnet, Du habest 19 Artikel mehr gezogen als sie gedruckt. Trotzdem ist und bleibt die Geschichte eine infame Gemeinheit, und die Tribune benimmt sich dabei wie ein echtes penny paper. Ihr Sozialismus läuft auf die lausigste Kleinbürger-Prellsucht hinaus.
Lassalle ist eben wieder Isidor B-B. Was ist das für ein Politiker, der sich einbildet, ein Ministerium zu Mus gehauen zu haben, wenn er ihm in einer solchen Lappalie Inkonsequenz nachweist. Der hat schöne Begriffe von parlamentarischer Regierung und was darunter für Recht und Gerechtigkeit gilt. Der Mensch ist nicht zu bessern. Worüber nur das pyramidale Zweibändige wieder handeln mag. Jedenfalls ist es Alles Mögliche, daß er in re Vogt so komplett umgesattelt hat. Was sein Blättchen angeht, so würde ich an Deiner Stelle ihm raten, eine Wochenschrift — dem „Preuß[ischen] Wochenblatt“, der „Berliner Revue“, der Wochenschau des National-Vereins etc., gegenüber anzufangen. Mit den 300 000 Talern der Hatzfeldt, welche die Beiden auch sehr fest halten werden, und dem lukullischen Leben von Madame, ist nicht so viel Renten-Abfall verbunden, um ein Tagblatt halten zu können. Es würde bald Geldnot da sein. Dagegen so eine Wochenschrift kostet nicht viel und gäbe uns doch schon eine hübsche Einnahmequelle. Natürlich müßte L[assalle] gut, d. h. englisch zahlen, sonst ist’s Nichts. Auch wäre das Ding als Organ für uns immer sehr wichtig.
Dem preußischen Unteroffizier geht der Hintere aber doch ganz kolossal mit Grundeis. In jeder Rede spricht das Vieh von den drohenden Kämpfen, auf Leben und Tod.
Den Tribune-Artikel über die französischen Rüstungen habe ich hier im Volunteer Journal umgearbeitet gedruckt; ich werde noch heut abend wo möglich ein Dutzend Exemplare an alle Zeitungen schicken, das Ding macht vielleicht Sensation. Dir schicke ich auch eins, da die Hunde in New York jetzt doch nicht drauf reflektieren und die Sache ohnehin sehr umgefickt ist, kann’s nicht schaden. — Meine Broschüre erscheint nächste Woche, ich hab nur noch eine kleine Korrektur zu lesen und die Vorrede zu schreiben.
Der Bucher scheint sich doch ganz anständig zu benehmen.
Grüß Deine Frau und Kinder herzlich.
Dein F. E.