Karl Marx an Ferdinand Lassalle in Berlin, [London,] 29. Mai 1861. Text nach: Gustav Mayer (Hrsg.), Ferdinand Lassalle. Nachgelassene Briefe und Schriften, Bd. III: Der Briefwechsel zwischen Lassalle und Marx (Stuttgart und Berlin 1922), Nr. 127, S. 364, nach dem Original, ohne die Anmerkungen des Herausgebers. Traducción al español

  1. May 1861.

Lieber Lassalle!

Ich habe an einen Freund in Deutschland geschrieben, der Dir hoffentlich in höchstens acht Tagen die noch restierenden 10 L. (67 Taler) schickt. Die Sache ist mir sehr fatal; aber mein Onkel, wie solche alte Herrn sind, während er im ganzen seinem Versprechen nachkommt, tut es wenigstens mit Hindernissen für mich.

Meine amerikanische Korrespondenz fährt wegen der dortigen Zustände fort, einstweilen ganz suspendiert zu sein, bis die norwegischen Beziehungen Interesse für die Transatlantics bekommen.

In Paris herrscht infolge der amerikanischen Krise außerordentliches Pech unter den Arbeitern. Ditto in Lyon.

Die ganze offizielle englische Presse ist natürlich für die slaveholders. Es sind dieselben Kerls, die die Welt ermüdet haben mit ihrem Antislavetrade Philantropismus. Aber Cotton, Cotton!

Engels war drei Tage hier zum Besuch. Er wird sich noch nicht übersiedeln. Wenn er es tut, muß er seine Stellung aufgeben, Kontrakt brechen, pekuniär sich sehr beschädigen, und er erklärt, dies nicht tun zu wollen save in decisive times, nicht aber um vielleicht nach drei Monaten in die Hände des preußischen Landrechts gefallen zu sein without doing good to anybody. Die Verhältnisse hält er noch nicht reif für die Etablierung eines Blatts. Er dankt Dir bestens für die military maps.

Ich habe der Gräfin in dem Brief, den Du ihr übersandt, Näheres und Exakteres über Bonapartes Infamie gegen Blanqui geschrieben, überhaupt über den whole case. Sie wird Dich wohl informiert haben. Grüße sie bestens von mir. Ich hoffe, daß ihr Gesundheitszustand sich verbessert hat.

Ich bin neugierig, von Deiner Transaktion mit der preußischen Regierung Näheres zu hören. Thanks für den von Dir entwickelten Feuereifer.

Um meine große Verstimmung über mein in every respect unsettled Situation zu brechen, lese ich Thucydides. Diese Alten bleiben wenigstens immer neu.

Salut

Dein K. M.