Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 2. Dezember 1864. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 885, S. 209–211, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.

  1. Dezember 1864.

Dear Fred,

Thanks for the „Guardian.“

Ich hatte E. Jones noch nachträglich ein paar copies der Adresse geschickt und ihm dabei geschrieben, daß er das erste Stück wahrscheinlich von Dir erhalten. Er schreibt heute, daß er nichts von Dir gesehn oder gehört habe. Seine Adresse ist 55, nicht 52 Cross Street. Er schreibt, er werde, nach Schluß der Assisen, einen Zweigverein in Manchester unter seinen Bekannten stiften.

Kannst Du etwa die Adresse des Musikus Petzler (vielleicht durch den Manchester Adreßkalender oder im Schillerverein) auftreiben? Er hat viel Verbindung unter den Manchester Arbeitern und, ohne any intervention on your part, könnte ich ihn von hier mit E. Jones in Verbindung bringen. Du hättest mir nur die Adresse des Petzler zu schicken.

Das Schlimme bei solcher Agitation ist, daß man sehr bothered wird, sobald man sich dran beteiligt. Z. B. jetzt galt es wieder Adresse an Lincoln, und ich hatte wieder das Zeug aufzusetzen (was viel schwerer als eine inhaltliche Arbeit) — damit die Phraseologie, auf die sich solche Sorte Schreiberei beschränkt, wenigstens sich distinguiert von der demokratischen Vulgärphraseologie. Glücklicher Weise macht Herr Fox die Polengeschichte, wozu November 29. als Jahrestag der polnischen Revolution von 1830 den Anlaß gibt.

In dem Committee, da die Adresse für Lincoln an Adams zu überreichen, wollte Teil der Engländer — da es customary sei — die Deputation introduziert haben by a member of Parliament. Mit der Majorität of English und der Einstimmigkeit der Kontinentalen wurde dies Gelüste niedergeschlagen und vielmehr erklärt, daß solche old English customs ought to be abolished. Andrerseits: M. Le Lubez, als echter crapaud, wollte die Adresse nicht an Lincoln, sondern to the American People adressiert haben. Ich habe ihn gehörig lächerlich gemacht und den Engländern auseinandergesetzt, daß die French Democratic Etiquette nicht einen farthing mehr wert sei als die Monarchical Etiquette.

Apropos! Es ist natürlich unmöglich, hier eine Bewegung ohne Organ in der Presse zu haben. Es ist daher der Beehive (Wochenblatt, Organ der Trades Unions) zum Organ der Gesellschaft erklärt worden. Durch ein Mißgeschick, das grade den Arbeitern häufig, hat sich ein Lump, Georg Potter (der in der Times in den Building Strikes als mouthpiece figurierte, aber mit Artikeln, die nicht er, sondern andre geschrieben), mit einer Clique von Aktionären — er ist manager — festgesetzt, die bis jetzt die Majorität bilden. Es ist daher von dem Committee, dessen englische Mitglieder meist Aktionäre (die Aktie beträgt nur 5 sh. und Keiner kann mehr als 5 Stimmen haben, selbst wenn er 5000 Aktien besäße; also für jede Aktie 1 Stimme bis zu 5 als Maximum) des Beehive, beschlossen worden, daß hier ein Aktienfonds von uns gestiftet wird, der uns befähigt, Aktionäre zu kreieren und to swamp the old majority. Es ist mir lieb, wenn Du auch einen Beitrag zu diesem Zweck lieferst. Die ganze Operation muß natürlich unter den engern Freunden der Mitglieder des Comité vor sich gehn, da sonst von der andern Seite rechtzeitig (d. h. vor der nicht mehr fernen General Meeting of Shareholders) Gegenschritte geschehn würden.

Neben dem Hermann existierte hier ein andres Blättchen, der Londoner Anzeiger des würdigen Buchhändlers und Juden Bender. Dies sucht sich zu entpuppen in Konkurrenzblatt des Hermann, da ein gewisser L. Otto von Breidtschwerdt, der sich jedoch L. Otto als Schriftsteller nennt, die Redaktion übernommen. Direkten Anteil werde ich kaum an der Sache nehmen, da ich am „Volk“ genug hatte, aber es ist gut, um Erklärungen, wie z. B. die gegen Blind, sobald sie in den deutschen Zeitungen erschienen, in London abgedruckt zu erhalten.

Jener Otto wurde zuerst mit Eccarius bekannt, auf dessen Vorschlag er deutsches Mitglied des International Committee geworden. Er ist ein Schwob’, ein geborner Stuckerter. Ganz junger Kerl, about 27 or 28 Jahre. Gleicht sehr dem ältern Bruder meiner Frau. Erst Kadett in der östreichischen Armee, wo er allerlei Sprachen gelernt hat und vielseitig kantoniert gewesen. Später in Tübingen studiert. Er ist ein persönlich sehr netter, witziger Kerl und von guten Manieren. Er hat noch allerlei Kleinschwäbisches und Deutschdummes im Kopf. Mit alledem sehr guter fond und Anlage. Aber zur Schriftstellerei scheint er mir mehr Hang als Beruf zu haben, matt, doktrinär. Als Vermittler mit Süddeutschland und speziell dem Schwobeland ist er gut. Schreibt auch von Zeit zu Zeit in die Augsburger, was sich übrigens vom Vogtschen Standpunkt von selbst versteht.

Dem p. p. Klings schrieb ich, es sei schwer, aber auch ganz unnötig, zwischen Moses und Bernhard zu entscheiden. Beide seien ehrlich und beide unfähig. Im gegenwärtigen Augenblick sei es Wurst, wer der Härr Präsident. In entscheidender Zeit würden sich auch die nötigen „Laite“ einfinden.

Ich fürchte wahrhaftig, ich fühle wieder in der rechten Lende einen beginnenden Karbunkel. Der Allen weiß von der Sache nichts, da ich mich seit einiger Zeit selbst behandelt habe. Käme ich nun zu ihm von wegen der Arsenikgeschichte, die man doch ohne Arzt nicht anfangen kann und auf die er vielleicht nicht einmal eingeht, so machte er mich scheußlich herunter, daß ich so lange hinter seinem Rücken karbunkelte!!

Yours K. M.

In seiner Antwort an den Schwobemayer (durch den Strohmann Bronner) erklärt Blind, daß Lincoln und Fremont sich um seine Stimme, als entscheidend für die election, gerissen haben. In einer amerikanischen Zeitung, „Der Radikal Demokrat“, daß Er die polnische Revolution gemacht.