Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, London, 14. November 1868. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1207, S. 124–125, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
London, 14. November 1868.
Dear Fred,
Best thanks for £ 5.
Seit ein paar Tagen hatte ich wieder Anfänge von carbunculosem. Da die Scheiße immer in dieser Zeit beginnt, habe ich sofort wieder mit dem Arsenik angefangen. Dies wird wohl weitere evolutions abschneiden.
Ich schicke Dir anfolgend (rather nebenlaufend) von Lafargue zugesandte amüsante Ausschnitte aus der Pariser Presse. Du mußt sie zurückschicken, da Jennychen sich das Zeug sammelt.
Einliegend auch ein hübscher Ausschnitt aus dem Figaro über die ökonomischen Volkssitzungen unter der leadership des Rabbiner A. Einhorn, generally known by the name of A. E. Horn. Dies (übrigens für die Agiotage praktisch gewandte) Vieh hat ein Buch, some time since, über die Banken veröffentlicht, wovon selbst der Economist sagte (obgleich die Times das Zeug feierlich besprach), daß es offenbar nur für Kinder geschrieben sei.
Apropos des „Economist“, so wird es Dich wohl wunderlich sein zu hören, daß — nach Vorgang des Thornton in Fortnightly Review der Economist verbatim erklärt hat: „No ‚law‘ of demand and supply, in any sense which has yet been assigned to these words, exists; neither in fact, nor in tendency, do market prices conform to the rule commonly supposed to govern them.“
Der große Büchner hat mir seine „Sechs Vorlesungen etc. über die Darwinsche Theorie etc.“ geschickt. Das Buch war noch nicht heraus, als ich bei Kugelmann war. Und Er (B[üchner]) schickt mir jetzt schon die zweite Ausgabe! Die Art, wie solche Bücher gemacht werden, ist nice. B[üchner] z. B. sagt (und jeder, der den Langeschen Quark gelesen hat, weiß es auch ohnedem), daß sein chapter über die materialistische Philosophie zumeist aus besagtem Lange abgeschrieben ist. Und dieser selbe Büchner sieht mitleidig auf Aristoteles herab, den er offenbar nur vom Hörensagen kennt! Was mich aber ganz und gar amüsiert hat, ist folgende Stelle, bei Gelegenheit des Werks von Cabanis (1798): „Man glaubt beinahe Karl Vogt zu hören, wenn man (bei Cabanis) Aussprüche wie die folgenden liest: „Das Gehirn ist zum Denken bestimmt, wie der Magen zur Verdauung oder die Leber zur Abscheidung der Galle aus dem Blut“ usw.
Büchner glaubt offenbar, daß Cabanis den K. Vogt abgeschrieben hat. Den umgekehrten Prozeß auch nur zu vermuten, geht über die kritische Begabung des p. p. Büchner hinaus. Den Cabanis selbst scheint er erst aus Lange kennen gelernt zu haben! Ce sont des savants sérieux!
In Paris spukt’s. Die Baudinaffäre erinnert ernsthaft an die Bankettbewegung unter Louis Philippe. Nur gibt’s jetzt keine Nationalgarde, und der Bugeaud (soweit Brutalität ins Spiel kommt) ist nun den ersten Tag ready, während er im Februar den letzten zugezogen ward und in einem Moment, wo kein Ministerium, also unter damaligen Umständen keine Regierung existierte. Außerdem ist’s nischt mit dem Barrikadenbau. Abgesehn von den Bannbullen Weber-Pyat, sehe ich nicht, wie eine Revolution zu Paris successful sein kann, außer durch Verrat und Abfall oder Spaltung in der Armee.
Ich habe (da Collet mich mit Familie zu sich geladen hatte, letzten Sonntag vor 8 Tagen; ich hatte ihn persönlich seit Jahren nicht gesehn) den Urquhartiten einen neuen Floh ins Ohr gesetzt, der jetzt ernsthaft zwischen Collet und Urquhart debattiert wird, nämlich, daß Peels Bankact von 1844 die russische Regierung befähigt, unter certain conjunctures of the moneymarket, die Bank of England zum Bankrott zu zwingen. Trotz meiner Diplomatie dem Collet gegenüber habe ich doch sein Geschwatz über Irland nicht ruhig ertragen können und ihm, most decidedly, meine views on this questions an den Kopf gehauen. Tussy ist privat in der Turnschule. Her compliments to Mrs. Burns.
Salut.
Dein K. M.