Ohne Unterschrift erschienen in der Neuen Rheinischen Zeitung, Beilage zu Nr. 106, 19. September 1848 (Köln), S. 1-2, Rubrik „Italien“; von der MEGA² (I/7) Friedrich Engels zugeschrieben. Text nach dem Originaldruck der Zeitung (Digitale Sammlungen der USB Köln). Traducción al español

* Messina ist am 7. d. nach einem 5tägigen wilden Kampfe von den Neapolitanern eingenommen worden. Mehr als 7000 Personen, meist Frauen und Kinder haben sich auf die französischen Kriegsschiffe geflüchtet. Der französische Gesandte in Neapel soll von Ferdinand verlangt haben, daß sich die neapolitanische Regierung mit der Eroberung Messina's begnüge, und weder Palermo noch eine andere sizilische Stadt angreife.

Livorno ist ziemlich ruhig. Die unter Verstimmung des Großherzogs erwählte Regierungs-Kommission, zu welcher Guerrazzi gehört, arbeitet mit Eifer, um die Forderungen des Volkes ohne langes Zögern zu befriedigen.

In Turin sind die Kammern bis auf den 16. Okt. vertagt worden. Das Ministerium führt als Hauptgrund an, daß die Kammern, träten sie jetzt zusammen, die Energie der Regierung beim Ablauf des Waffenstillstands lähmen würden. Um der Geldnoth zu begegnen, ist eine gezwungene Anleihe eröffnet, zu welcher alle Haus- und Grundbesitzer nach dem Kaufwerth ihres Eigenthums, alle Hypotheken-Inhaber und Nießbraucher, so wie der Handelsstand in progressiver Weise beizutragen haben. Garibaldi ist durch Frankreich nach Nizza gereist.

Venedig ist endlich von den Piemontesen verlassen worden; die Flotte Albini's wurde in der Nähe von Ancona gesehen.