Ohne Unterschrift erschienen in der Neue Rheinische Zeitung Nr. 3 vom 3. Juni 1848 (Köln), S. 2; nach der MEGA² (I/7) von Friedrich Engels. Text nach dem Original der Zeitung (Digitalisat der USB Köln). Traducción al español
* Schleßwig. Also wiederum sind die deutschen Truppen geschlagen, wiederum hat die deutsch-preußische Politik eine glänzende Niederlage erlitten! Das ist das Resultat der feierlichen Verheißungen über ein einiges kräftiges Deutschland! — Die Zeit, wo der erste Sieg zu benutzen war, läßt man mit nutzlosen Unterhandlungen verstreichen, auf die der Feind sich nur gezwungen einläßt, um Zeit zu neuem Widerstand zu gewinnen. Und als Rußland erklärt, es werde interveniren, wenn Jütland nicht geräumt werde, da merkt man noch immer nicht, was dem ganzen Waffenstillstandserbieten zu Grunde liegt, besitzt man nicht den Muth, den angedrohten Kampf zu acceptiren, den Kampf mit Rußland, den längst erwarteten, den unumgänglichen! Nein die Kraftpolitik weiß sich nicht zu helfen, sie gibt feige nach und auf dem Rückzuge werden die „tapfern“ Garden von der „kleinen“ Dänen besiegt! Wenn hier nicht ein offener Verrath im Spiele ist, so bekundet sich eine so immense Unfähigkeit, daß in jedem Fall die Leitung der ganzen Angelegenheit in andere Hände gelegt werden muß. Wird die National-Versammlung zu Frankfurt sich endlich gemüßigt halten, zu thun, was längst ihre Pflicht gewesen wäre, d. h. die äußere Politik selber an sich nehmen? Oder wird sie auch hier — „im Vertrauen, daß die Regierungen thun, was ihres Amtes ist“ zur Tagesordnung übergehen?
Wir lassen nachstehend aus der „Schleßw. Holst. Ztg.“ den Bericht über den Angriff der Dänen bei Sundewitt folgen.