Friedrich Engels an seine Schwester Marie in Mannheim, [Barmen 1841, ca. Ende August]. Nach: Marx/Engels, Gesamtausgabe (MEGA¹), Abt. I, Bd. 2, Berlin 1930, S. 615. Traducción al español
Liebe Marie!
Wenn ich Dir denn durchaus schreiben soll, so muß ich Dir vorher sagen, daß es nicht viel werden wird, denn hier fällt nichts vor. Hochzeiten, Visiten, ei nun, da geh ich hin, eß und trink, und hintennach einen langen Klatsch drüber halten, das ist doch unmöglich für mich. Dergleichen bist Du auch nicht von mir gewohnt. Ich sitze jetzt fast den ganzen Tag oben auf meiner Stube, lese und rauche wie ein Dampfmaschinenschornstein, fechte, daß die Klingen bersten und amüsiere mich so gut wie möglich. Das schändlich schlechte Wetter bringt mich fast zum Verzweifeln, man kann nicht nach Elberfeld gehen ohne zu riskieren, dreimal durch naß zu werden. Unglücklicher Weise gibt es zwischen hier und Elberfeld auch nur eine Station, wohin man sich retirieren kann, wenn’s zu arg wird, nämlich die Bierkirche. Und da kost’ das Glas Bier noch dazu 2 Silbergroschen. Im Übrigen geht nichts vor sich, sondern alles hinter sich. Von meiner Abreise nach Berlin ist noch nicht die Rede, das hat Zeit, ich kümmere mich um Nix und laß die andern sorgen. Willst Du mehr Briefes haben, so meld Dich und schreib mir was Schönes.
Dein Bruder
Friedrich.
[Auf der Adreßseite]
To Miss Mary Engels, Mannheim